Zwischen zwei Haltestellen (6)

26.01.2010

"Verzell du das
em Fährimaa..."




... ist ein Spruch, den jedes Kind hier kennt. Er wird gesagt, wenn man etwas nicht glauben mag. Und wahrscheinlich hört ihn jeder Fährimaa beim Hin- und Herfahren über den Rhein täglich. Schüttelt leicht genervt den Kopf und denkt sich seine Sache.
Was viele nicht wissen, der Spruch geht in Wirklichkeit weiter: 

"...und vis à vis
isch änedra,
luegsch's vo dr
andere Syten a."


Am sicheren Drahtseil verankert zum andern Ufer fahren und es mit offenen, unvoreingenommenen Augen betrachten. Aus der Distanz dann den Blick wieder auf die gegenüberliegende Seite richten. Wahrnehmen, was ist.  Die Augen werden ganz weich. Die Sicht auf die Dinge verändert sich.
Und aus dem so flapsig und leicht dahergeplauderten Spruch ergibt sich plötzlich eine Wahrheit mit  tiefem Grund.

2 Kommentare:

Titus hat gesagt…

Wieder etwas gelernt.

Jetzt bleibt nur noch die Frage offen, weshalb heute die Bedeutung für den ersten Teil eine andere ist und vor allem - weshalb man vor allem nur noch den ersten Teil kennt?

Hausfrau Hanna hat gesagt…

@Titus
Der ganze Spruch wäre wohl etwas zu lang, denn hier hält man sich gern kurz und knapp ;-)
Das Wundersame, nicht Erklärbare ist wohl ebenfalls im Spruch enthalten.
Fahr doch, bei deinem nächsten Besuch hier in der Stadt, mit dem Fährimaa der Münsterfähre einige Male hin und her. Er ist ein Original und kann dir das besser
erklären ;-)