Hausfrauenfilm

24.04.2010


Was ein paar Tage im heimeligen Berner Oberland auch auslösen an 
Erinnerungen... ;-)

Von einem kleinen, provinziellen Nest aus machten sich anfangs der Siebzigerjahre zwei Freundinnen auf den Weg in die Hauptstadt der Schweiz. Und da man in der Grosstadt nicht Gefahr lief, von jemandem erkannt zu werden, ergriffen die beiden die Gelegenheit, endlich ihren Gwunder bezüglich zweideutiger Filme zu stillen.
An der Kasse eines jener Kinos, die es unterdessen kaum mehr gibt, kauften sie sich zwei Billette für eine Folge der Hausfrauenfilmserie.
Obwohl es heiterheller Nachmittag war, war der Saal gut besetzt. Ausschliesslich mit Männern.
Die Freundinnen suchten zwei Plätze nahe des Ausgangs mit genügend freien Sitzen zwischen sich und dem männlichen Publikum.
Damals war es noch erlaubt, im Kino zu rauchen.
Da sassen die beiden Landeier nun, überdeckten ihre Nervosität mit Kichern und das Peinliche der Situation mit Rauchen, pafften eine um die andere Zigarette vor sich hin und getrauten sich fast nicht, auf die Leinwand zu gucken. Und verliessen bereits in der Pause (ja, das gab es damals auch noch) heilfroh und um eine cinéastische Enttäuschung reicher das Kino.