Schwingfest

23.09.2010


Gestern war Schwingfest in Bern.
So erschien es mir, als ich vor dem TV sass und die Wahlen in den Bundesrat verfolgte.
An verschiedenen Orten in der Schweiz hatte das Schweizer Fernsehen nämlich Festhütten eingerichtet, in denen überall der gleiche Optimismus, dieselbe schäumende Fröhlichkeit herrschte.
Eine Blasmusik spielte sich warm und der Berner SP-Mann Roland Näf (mit 'ä', nicht mit 'e' -  ich war zuerst auch etwas verwirrt...) verbreitete wie ein Siebenpunkt-Glückskäfer beste, strahlende Festlaune.
Das war irgendwie ansteckend.

Im Hosenlupf zwischen der SP und der SVP gewann dann auch die Bernerfrau überlegen.
Als Hausfrau fand ich es fantastisch, dass eine Konsumentenschützerin Bundesrätin wurde.
Deshalb drückte ich ihr auch von Anfang an ein bisschen stärker die Daumen.
Ich gebe meine Parteilichkeit offen zu.
Dass sich Frau Sommaruga nach Feierabend nicht auf ein Bier trifft zum Netzwerken und Sozialkapital anhäufen, finde ich persönlich nicht schlimm. Man kann Volkstümlichkeit auch übertreiben.

Im zweiten Schlussgang siegte der Mann mit dem Doppelnamen und Bindestrich dazwischen.
Ich verspreche mich ja immer und sage Frau Schneider-Ammann.
Nun bin ich etwas verunsichert, ob das meinem unterbewussten Wunsch nach noch mehr Frauen im Bundesrat entspringt oder weil üblicherweise nur Frauen Doppelnamen tragen.


PS. Mit einer Frau Schneider-Ammann hätten wir jetzt fünf Frauen in der Regierung.

PPS. Während der mehrstündigen Liveübertragung strickte ich (fast) eine Wollsocke fertig. In Grösse 44.
Und ausserdem putzte ich noch das WC.