Der Wert einer Selma

30.11.2010


Die Schweden haben zum Geld irgendwie eine persönliche Beziehung.
Zumindest zum 20-Kronenschein.
Darauf abgebildet sind die Schriftstellerin Selma Lagerlöf und ihr kleiner Held Nils Holgersson. Umgangssprachlich nennen die Schweden deshalb das Nötli liebevoll 'Selma'.
Vielleicht auch deshalb, weil der Wert einer Selma so bescheiden ist (ungefähr drei Schweizerfranken), dass sie in allen Portemonnaies am häufigsten anzutreffen ist.
Auch auf dem 50-Kronenschein ist eine Frau abgebildet, die Opernsängerin Jenny Lind. Und auch damit kommt man nicht weit  im schwedischen Alltag.
Die grossen Noten, und das mag im gleichberechtigten Schweden doch leicht verwundern, sind den Männern vorbehalten, Carl von Linné etwa, dem in den Adelsstand erhobenen  Botaniker und Forscher.
Den andern Carl adeligen Geblüts, den aktuellen König Carl Gustav, sucht man hingegen vergebens auf einem Geldschein...

PS. Und bei den heftigen Schlagzeilen, die Kungen Carl Gustav im Moment macht,  würde es mich doch sehr überraschen, wenn er bei einer allfälligen neuen Sujetverteilung Berücksichtigung fände...

Adventsgedanken...

29.11.2010



"Adventszeit: Ich hetze von Besinnung zu Besinnung"

Ich fand den Spruch bei theomix und las ihn auch gleich Hausmann Hanna vor.
"Dä isch guet", meinte dieser lakonisch.
Was zuerst einen Heiterkeits- und Lachanfall auslöste, machte später beim Nachtessen ein paar grundsätzlichen Gedanken Platz. Gedanken zum Advent und dessen Fülle an Angeboten: 
Konzerte und Gottesdienste mit musikalischen Einlagen.
Licht- und Gedenkfeiern. Bazare für gute Zwecke.
Weihnachtsmärkte allüberall in der Stadt und in den Theatern ebenfalls besondere Programme.

Wir könnten jeden Tag, jeden Abend einen Anlass besuchen, fast wird es zur Pflicht.
Und weil  die meisten der Veranstaltungen uns auch ansprechen und viele engagierte Menschen an der Vorbereitung beteiligt sind, ist und fällt es schwer, nein zu sagen.
Der so witzig daherkommende Spruch hat uns das Dilemma aufgezeigt und dabei mitten in den Sinn des Advents getroffen...







Nachtzug nach...

28.11.2010






Dank Anhora erinnerte ich mich, dass ich Pascal Merciers 'Nachtzug nach Lissabon' vor ungefähr vier Jahren gekauft hatte. Die Buchhändlerin gab mir damals netterweise einen 30% Freundschaftsrabatt...

Ich suchte das ungelesene Buch hervor - es befand sich ganz weit unten im Bücherstapel.
Der Anfang nahm mich gefangen. Die ersten hundert Seiten las ich in einem Rutsch durch, atemlos vor Begeisterung. Die Idee, einfach wegzufahren und das normale, gewohnte Leben hinter sich zu lassen,  faszinierte mich.

Dann geschah etwas, was mich selbst jetzt noch leicht geniert:
Die Geschichte wurde mir zu langfädig, ertrank mir in zu vielen schönen, wohlgewählten Worten.
Diese mussten mich derart sediert haben, dass ich immer und immer wieder über die gleichen Sätze las, ohne den Inhalt mitzubekommen. Irgendwann wurde mir das zu anstrengend, ich konnte nicht mehr. Das Buch glitt mir aus den Händen, und ich schlief ein.

PS.  Ich wollte den 'Nachtzug nach Lissabon' unbedingt fertiglesen.
Auch deshalb, weil ich überzeugt war, dass Pascal Mercier gut schrieb.
Nachdem mir jedoch immer wieder dasselbe passierte und ich über dem Buch einnickte, gab ich knapp vor  Seite 200 auf.

PPS. Jetzt liegt das Buch im Altpapier und wartet auf die nächste Abfuhr.



Glögg, ärtsoppa, varm korv...

27.11.2010

... heisst auf Deutsch: Glühwein, Erbsensuppe, warme Wurst.
Und genau das gibt es heute zum Mittagessen. Am schwedischen Julbasar (Weihnachtsbazar). Da sich die Temperaturen um den Gefrierpunkt herum bewegen und sogar ein Hauch Schnee auf den Dächern und Bäumen liegt, passt dieses doch ziemlich deftige Essen perfekt. Der Glögg heizt zudem so schön ein und macht die Muskulatur locker und geschmeidig, dass Schwedisch plötzlich wie von allein geht...

Fürs Wochenende habe ich eine schöne, schwedische Musik ausgesucht.
ABBA-Mann Benny Andersson sitzt übrigens persönlich am Klavier:




PS. "Öppna alla grindar" heisst übersetzt "Öffnet alle Zauntüren!"
PPS. Oder wie Hausfrau Hanna passend zum morgigen 1. Advent übersetzen würde:

Farbe in der Unterwelt

24.11.2010


 Tunnelbanstation in Bagarmossen


Etwas, was mir besonders gut gefiel in Stockholm, waren die U-Bahnstationen.
Was mich in andern Grossstädten erschauern liess, erlebte ich hier völlig anders:
Ich ging gern in den Untergrund. Und auch die Warterei machte mir nichts aus, hatte doch jede Station eine eigene künstlerische Prägung, die ich wirken lassen konnte.

PS. Bagarmossen, meine Hausstation, fand ich besonders hübsch dekoriert mit den beidseitig aufgehängten Tafeln: Ein heiterer, farbiger Gruss zur Ankunft oder Abfahrt.

Tanz vergnügt und faltenfrei...

23.11.2010

"Ju sink tu matsch, täts se problem" - sagt der Grieche Zorbas.
Der schelmische Lebenskünstler und originelle Alltagsphilosoph richtet diese Worte - nein, nicht an Hausfrau Hanna - sondern an seinen englischen Freund Basil, dem alles in Frage stellenden Denker und Grübler.
Einen Film lang lehrt er ihn das Leben, das Lieben, das Feiern und Geniessen.
Und ganz am Schluss gelingt es:
"Teach me to dance, will you?" bittet Basil Zorbas. Und dann lösen sich seine Denk- und Grübelfalten auf, und das gibt den Beinen Leichtigkeit und Schwung für den ersten Sirtaki:

Sicherheit und Geborgenheit

22.11.2010

Vor einiger Zeit las ich in einem Artikel der kleinen Regiozeitung, die ich aus Solidarität immer noch abonniert habe, Folgendes:
Ein Pfarrer, Leiter eines reformierten Tagungszentrums, hatte mit seinem Team eine zweitägige Tagung zu Befreiungstheologie und feministischer Theologie ausgeschrieben. Trotz der ins Auge springenden, griffig gewählten Überschrift 'befreit und entfesselt' sprach das Thema offensichtlich zu wenig an, oder es erschien vielen in der heutigen Zeit nicht mehr aktuell.
Die Anmeldungen zur Tagung waren derart spärlich, dass der Kurs abgesagt werden musste.
Das allein fand ich nichts Besonderes. Kurse mussten und müssen immer wieder wegen zu geringer Teilnehmerzahl abgesagt werden.
Es war die Begründung des organisierenden Pfarrers, die mich nachdenklich stimmte:
"Während einer Krise gewinnt die konservative, evangelikale Theologie an Bedeutung, die Leute suchen darin Sicherheit und Geborgenheit."

Tröstende Worte

20.11.2010


"Der Mensch,
der ich sein wollte
Und der ich nicht war,
ist mir ein Trost."

sagte Robert Browning!


Es gibt Männer, die können sich einfach klug ausdrücken. Und zwar so klug, dass ich immer verwirrter werde, je länger ich die Worte auf mich wirken lasse und vor mich hin brummle:
"Ist mir jetzt der Mensch, der ich sein wollte, ein Trost?
Oder der Mensch, der ich nicht war?
Oder ist mir vielleicht doch der aktuelle Mensch, der ich bin, Trost?"


PS. Wahrscheinlich liegt es auch nur am momentanen Wetter, dass ich verwirrt bin.
Ein gutesWochenende und Novembergrüsse an alle
Hausfrau Hanna

Beruf und Berufung

19.11.2010

„Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können“, schreibt Mathias Morgenthaler im Bund vom Samstag, 13.November. Hier zu lesen.

Über diesen Satz eine Weile nachzudenken, lohnt sich, auch wenn er grammatikalisch kompliziert und bedeutungsmässig komplex erscheint:



PS. Weil ich es nie so richtig mit dem Konjunktiv konnte, lebte ich den Indikativ und wurde Hausfrau.

Novembergeburtstag

17.11.2010

Gestern feierte die älteste und am längsten hier wohnende Mieterin ihren 95. Geburtstag.
Sie ist in den Jahren, die wir hier wohnen, klein und gebückt geworden, und ihre körperlichen Kräfte haben nachgelassen. Ihre geistige Präsenz und ihre Freude am Diskutieren und am Austausch - aber auch die Klarheit, mit der sie sich immer wieder abgrenzt gegen zuviele 'Verhätschelungen' von unserer Seite, beeindrucken mich. Sie lehrt mich mehr über das hohe Alter, als alle Ratgeber und Bücher über das Alter zusammen es täten...

Kürzlich traf ich sie an im Treppenhaus. Sie benützte die Wand als Rückenstütze, und so konnten wir uns über längere Zeit unterhalten:
Über den Herbst und den nun bald beginnenden Winter.
Über Schreibende, die in Gedichten ihre Gefühle und Bilder zur dunkeln Jahreszeit hin zu uns transportieren und uns berühren.
Und dann rezitierte sie mit tragender, kräftiger Stimme ein Gedicht, ohne sich ein einziges Mal besinnen zu müssen oder im Fluss gebremst zu werden:

Oktober

Oktober schüttelt das Laub vom Baum
und gibt es den Winden zu eigen.
Die führen es fort im weiten Raum,
weit fort von den trauernden Zweigen.

Die stehen jetzt da mit kahlem Haupt:
Wer hat uns beraubt, wer hat uns entlaubt?
Wo sind die Blätter, die lieben, geblieben?

Doch die, vom wirbelnden Winde getrieben,
haben längst vergessen, wo sie gesessen.

Rudolf Löwenstein (1819-1891)





PS: Ich kannte weder die Worte noch den Verfasser.  Dank Google steht es nun hier.

Hausfrau Hannas Zeitungsdilemma...

16.11.2010

Seit 1985 wohne ich in der Stadt.
Seit 1985 bin ich Abonnentin der einzigen (!) städtischen Tageszeitung, da ich informiert sein will über kulturelle, politische, wirtschaftliche Themen der Stadt und der Region.
Anfangs Jahr nun wurde die Zeitung verkauft.
Die neuen Besitzer bereiteten mir Unbehagen, trotz ihrer Beteuerung, die Zeitung bleibe unabhängig und selbständig.
Ich blieb trotz meines Bedenkens Abonnentin, weil mir die tägliche Lektüre der Zeitung zu wichtig war. Und so lief das Abonnement weiter.
Und jetzt dies!
Am Sonntagmittag legte uns die Nachbarin einen Artikel der NZZ am Sonntag vor die Wohnungstüre, der mich in die Sätze jagte und den Puls auf mindestens 100 beschleunigte:
SVP-Oberst Blocher bekommt ein Beratungsmandat bei meiner Tageszeitung!

Das Abonnement habe ich bereits bezahlt für ein weiteres Jahr.
Dann wird es abbestellt.

PS. Vielleicht gibt es bis dann ja eine Alternative...

PPS. Soeben klingelte eine E-Mail herein mit dieser Aktion.
Da unterschreibe ich natürlich sofort!!!

Spätsommerwochenende

15.11.2010


War das ein Wochenende!
Mitte November bei 20 Grad dem Fluss entlang zu spazieren, ist schon aussergewöhnlich.
Ich setze mich auf eine Bank am Ufer, lasse das Gesicht von der Sonne bescheinen und schaue mit leicht zugekniffenen Augen den Möwen zu.
Ich mag Möwen.
Obwohl sie etwas Klagendes in der Stimme und manchmal etwas gar Stechendes im Blick haben.
Fliegen  sie über den Fluss und lassen ihre Schreie ertönen, überkommt mich die Sehnsucht, und ich fühle mich weit weg im Norden am Meer.
Ich kann das Meer sogar riechen.


Praktisches Möbeldesign

12.11.2010

Die Schweden sind praktische Leute. Deshalb erstaunt es nicht, dass ein schwedischer Konstrukteur diese geniale, ergonomische Sesselveränderung ausgepröbelt hat.
Schaut euch dieses Video an. Es lohnt sich:



PS. Ich überlege mir nun ernsthaft, meine beiden 'Pfalzberger'-Sessel umrüsten zu lassen...

Im Dunkeln tanzen

11.11.2010


Gestern holte ich am Bahnhof Besuch ab.
Ich vertrieb mir die Wartezeit mit Stöbern im Buch- und Musikladen, ging mit absichtslosem Blick von Regal zu Regal.
Im CD-Rayon, zuvorderst eingereiht unter dem Buchstaben S, fand ich sie, die CD mit meinem Lieblingssong 'Dancing in the Dark', nach der ich schon mehrmals vergebens gesucht hatte.
Was für ein glücklichmachender Zufall!
Und erst noch zum unglaublichen Preis von Fr.13.90:
Bruce Springsteen als Schnäppchen...;-)




PS. Und sah er nicht aus wie ein kraftstrotzender, griechischer Gott, der junge Bruce Springsteen?
Mit einer elektrisierenden Wirkung, auch wenn wir damals zu anderer Musik im Dunkeln getanzt haben...

PPS. Die 'Dancing in the Dark'-Version von Amy MacDonald gefällt mir ebenfalls sehr gut.

Original und Doppelgänger

10.11.2010


Kürzlich irritierte mich ein Bild von David Beckham.
Er sah irgendwie anders aus.
Zuerst glaubte ich, er inszeniere sich vor der Hochgebirgskulisse als Model für Designerfellkleider.
Dann begriff ich, dass ich einer optischen Täuschung erlegen war.
Es war gar nicht David Beckham. Es war Augusto Gansser.
Der Schweizer Geologe konnte Ende Oktober seinen 100.Geburtstag feiern und wurde in der Tageszeitung mit einer spannend zu lesenden Reportage gewürdigt.

Original
 
(Bild: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv)

Doppelgänger


PS. Einer der beiden hat übrigens in einem Interview diesen bemerkenswerten Satz gesagt:
"Auf dem linken Auge bin ich komplett blind, mit dem rechten sehe ich nur Schönes".


PPS. Und nein, es war nicht David Beckham... ;)

Nach dem Fest...

08.11.2010


Wahrscheinlich habe ich einfach zuviel gefestet an diesem Wochenende und zuviel Alkoholisches gesüffelt aus dem Dreiliterfass, das mir Bloggerkollege Jörg-theomix zu meinem ersten Bloggeburtstag aufgemacht hat.
Auch Kerzen ausblasen kann ganz schön atemlos machen.
Vielleicht sind mir auch all die Prosits, Tuschs und Glückwünsche in den netten Kommentaren zu Kopfe gestiegen:
Ich bin müde. Einfach nur müde. Sofamüde.
Zum Glück ist es trüb heute. Es sieht nach Regen aus.
Und so kann ich die Antwort der lebensklugen Rahel Varnhagen heute den ganzen Tag auf mich wirken lassen:

"Was machen Sie?
Nichts.
Ich lasse das Leben auf mich regnen."






Heute vor einem Jahr...

06.11.2010





... haben 'Hausfrau Hanna' und ich zusammen begonnen zu bloggen.

Der Anfang gestaltete sich allerdings schwierig. Wir stellten uns so dumm und bockig an, dass es (mindestens) einen sanften Anstupser eines bereits erfahrenen Bloggöttis brauchte, bis es klappte.
Mit vielen Dingen im Leben ist es halt so:
Man braucht Unterstützung, Hilfe, Bestätigung. Dann wird und geht es plötzlich ganz einfach.

Wir geben es zu, etwas aufgeregt waren wir dann doch, als wir nach dem Schreiben des ersten Beiträgleins gemeinsam auf 'Senden' drückten...

Ein Blog ohne LeserInnen, ohne Zuspruch, ohne Kommentare hätte wahrscheinlich die sprudelnde Quelle bald schon zum Versiegen gebracht. Dass das nicht passiert ist, liegt am Echo, das immer wieder auf unsere Beiträge zurückschallte. Und so bloggen 'Hausfrau Hanna' und ich zu unserem Amüsement, freuen uns über jeden Kommentar und erleben die virtuellen Kontakte als Bereicherung.
Deshalb schicken wir ein herzliches Dankeschön an alle, die in unserem Blog lesen und kommentieren.

PS. *Räusper*
Wir hätten Freude, grosse Freude, riesengrosse Freude, überschäumende Proseccofreude, wenn wir auch noch Geburtstagspost bekämen. Von sämtlichen netten Leserinnen und Lesern.

PPS. Das würde uns sehr motivieren, ein weiteres Jahr weiterzuschreiben...;-)

Die zweite Spielhälfte...

04.11.2010

Hin und wieder besuche ich die städtische Bibliothek und leihe mir Bücher aus, für die ich kein Geld ausgeben möchte. Ratgeber- und Lebenshilfebücher zum Beispiel.

Auf dem Cover des blaugelb gestalteten Buches "Mutig in die zweite Halbzeit!" lachen mich drei aufgestellte Frauen und ein Mann an. Alle haben die 50 (60?) überschritten. Sie sehen blendend aus, die Zähne sind strahlendweiss, die Haare hingegen ohne den leisesten Hauch eines Weisstons.
Energie, Lebensfreude, Erfolg ab 50 - ich fühle mich angesprochen und nehme das Buch mit.

Es wird eine kursorische Lektüre.

Die beiden Autorinnen schreiben in einem einfachen, flüssigsüffigen Stil garniert mit vielen, vielen, vielen Ausrufezeichen. Die Imperative sollen mir als Leserin wohl die Wichtigkeit mancher Sätze verdeutlichen: "Das Beste kommt noch!"  "Werden Sie Lebenskünstler!"  ""Machen Sie Lächel-Yoga!" "Gestalten Sie Ihr Glück!"

Schon will ich das Buch weglegen, es ist mir zu wenig intelligent, da werde ich aufmerksam:
Eine unbekannte Leserin (oder ein Leser) hat sich im Buch verewigt und aus Ärger und Frustration über das Gelesene jeglichen Anstand über Bord geworfen und feinsäuberlich mit Kugelschreiber Kommentare an den Rand geschrieben.
Nun unterhalte ich mich plötzlich beim Lesen, weil die Kommentare so schräg, treffend und griffig sind.
Auf Seite 67 zum Beispiel schreiben die beiden Autorinnen Gabriele Stöger und Mona Vogl:
"Aber singen können Sie noch bis an den Tag Ihres grossen Finales! Ist Musik also gut für die Gesundheit? Doch Vorsicht: Viele Menschen hören zwar gerne Klassik und besuchen Konzerte. Dabei kann man schön entspannen und geniessen. Aber echte Lebensfreude schafft solch ein passiver Konsum nur selten. Aktiv singen ist viel besser.""Viele Menschen hören zwar gerne Klassik und besuchen Konzerte. Dabei kann man auch schön eund geniessen. Aber echte Lebensfreude schafft solch ein passiver Konsum nur selten. A
Und schon kommt der Einwand der Unbekannten: "Da wäre ich mir nicht so sicher."

Oder folgende platte Aussage der Autorinnen: "Beim Essen muss man nicht wirklich noch Radio hören und/oder Zeitung lesen. Beim Autofahren muss man nicht (immer) telefonieren", wird vervollständigt mit dem umweltfreundlichen Ausspruch: "Auch nicht beim Tramfahren!"
 



PS. Heute bringe ich übrigens das Buch zurück, um einer anderen Person dieses Leseerlebnis zu ermöglichen: "Wir bereiten Sie gemeinsam auf die zweite Spielhälfte vor. Damit es das Spiel ihres Lebens wird. Damit mächtig was abgeht in der zweiten Hälfte."


Herbsthimmel

03.11.2010



Mit den Sternen kenne ich mich nicht gut aus.
Vielleicht, weil in der Stadt nur ein begrenzter Nachthimmel sichtbar ist und das Licht der vielen Beleuchtungskörper nie richtige Dunkelheit zulässt.
Sicher kenne ich nur die Kassiopeia, die wie ein grosses W am Himmel steht und den Grossen Wagen.
Im Moment fährt er tief am Horizont vorbei.
Ich winke ihm zu.
Die Sterne helfen mir immer wieder, Dinge in eine andere Perspektive zu rücken.
Und ich freue mich auf die Stille, das Verweilen, das Schweigen im Winter.


Zu Besuch

02.11.2010


Und schon sind sie wieder abgereist, meine zwei schwedischen Mädchen Lotte und Siri.
Vorher aber haben wir eine vergnügte Zeit zusammen verbracht und die Stadt erkundet.
Wir haben uns sehr gut unterhalten, auch wenn ich nicht alles wortgenau verstanden habe.
Kinder. Ich liebe sie.