Sicherheit und Geborgenheit

22.11.2010

Vor einiger Zeit las ich in einem Artikel der kleinen Regiozeitung, die ich aus Solidarität immer noch abonniert habe, Folgendes:
Ein Pfarrer, Leiter eines reformierten Tagungszentrums, hatte mit seinem Team eine zweitägige Tagung zu Befreiungstheologie und feministischer Theologie ausgeschrieben. Trotz der ins Auge springenden, griffig gewählten Überschrift 'befreit und entfesselt' sprach das Thema offensichtlich zu wenig an, oder es erschien vielen in der heutigen Zeit nicht mehr aktuell.
Die Anmeldungen zur Tagung waren derart spärlich, dass der Kurs abgesagt werden musste.
Das allein fand ich nichts Besonderes. Kurse mussten und müssen immer wieder wegen zu geringer Teilnehmerzahl abgesagt werden.
Es war die Begründung des organisierenden Pfarrers, die mich nachdenklich stimmte:
"Während einer Krise gewinnt die konservative, evangelikale Theologie an Bedeutung, die Leute suchen darin Sicherheit und Geborgenheit."

4 Kommentare:

BodeständiX hat gesagt…

Ja, die wachsen erstaunlich:

"... Obwohl das Gesamtchristentum langsamer wächst als der Islam (etwa 1,4 % jährlich), wächst der evangelikale Teil des Christentums mit 4,7% jährlicher Zuwachsrate mehr als doppelt so schnell. Mit anderen Worten: Der Anteil der Evangelikalen erhöht sich innerhalb des Christentums ebenso deutlich wie an der Weltbevölkerung insgesamt. Heute sind weltweit etwa ein Drittel der Christen und 10 % der Weltbevölkerung Evangelikale. Dieser Anteil wird in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich weiter steigen .."
Quelle: www.evangelikal.de

theomix hat gesagt…

Nun, vor 20 jahren klagten die erwaachsenenbildner über den massenhaften zulauf zu yoga und konsorten, und da blieben solche themen auch links liegen.

Und es ist auch nicht gut, "evangelikal" als schublade zu nehmen. Auch dieser begriff bezeichnet ein spektrum verschiedener initiativen, gruppen und gemeinden, die man nicht über einen kamm scheren kann. Auch die Sojourners sind evangelikal, http://www.sojo.net/

Titus hat gesagt…

Tja, in unsicheren Zeiten gewinnen meistens die, welche die Zügel fest anziehen - vielfach vielleicht auch, weil sie selber unsicher sind...

Hausfrau Hanna hat gesagt…

@Hanspeter-bodeständix,
@Jörg-theomix,
@Titus-Augenreiberei
drei Männer, drei Kommentare -
ich danke euch. Auch für die Zusatzinformationen.

Ich persönlich tue mich sowohl mit evangelikaler Bibeltreue, als auch mit entfesselter Befreiung schwer.
Da mache ich doch lieber Yoga...

Sonnengruss an euch
Hausfrau Hanna