Suchbegriffe

31.03.2011

Es erheitert mich schon mal, wenn ich die Blogstatistik studiere und sehe, warum jemand in meiner kleinen 'Bloggstuga' zu Besuch ist.
Gestern zum Beispiel war es eine Person, die dank des Suchbegriffs 'Frau an der Melkmaschine' zu mir gefunden hat.
Manchmal staune ich, zu welchen Fantasien eine 'Hausfrau' anregt...


PS. Dabei ist  'Frau an der Melkmaschine' noch harmlos (*räusper*).

Grattis heisst Glückwunsch...

30.03.2011

...und den schicke ich weiter ans andere Ende der Welt - nach Australien.
Der Kinderbuchautor und Illustrator Shaun Tan bekommt nämlich den ALMA - den Astrid Lindgren- Gedächtnispreis.
Im Mai wird er ihm überreicht in Stockholm von Kronprinzessin Victoria.
Heja!

PS. Zwei Bloggerinnen gratulieren ebenfalls:
Jutta Wilke auf Deutsch und 'grannfrun' aus Stockholm auf Schwedisch.

Beim Einkaufen... die Fortsetzung!

29.03.2011

"Wissen Sie", sagt die Frau, die neben mir steht vor der Käsetheke, "ich habe nämlich bald Geburtstag. Ich werde 50. Zwar erst Ende April. Und ausserdem wird mein Sohn volljährig."
Aha!
"Und Sie? Feiern Sie dieses Jahr den 70sten?"
Meine Güte! Das ist bitter. Ich schlucke leer und sage gefasst:
"Nein - ich habe bloss die Haare nicht gefärbt."
Die Frau setzt nochmals an, und es tönt etwas kleinlaut: "Dann sind Sie unter 60?"
Das kann ich knapp noch bestätigen, denn schon ist sie flink wie ein Wiesel fortgeeilt.


PS. Wahrscheinlich aus Angst, ich würde mein Kaffeegeld zurückfordern...

Beim Einkaufen...

28.03.2011


... am letzten Donnerstag.
In der Lebensmittelabteilung des Warenhauses im andern Teil der Stadt fülle ich eben Oliven ab in einen Plastikbehälter.
Da steht plötzlich eine Frau neben mir und gibt mir ungefragt Tipps, was ebenfalls noch lecker sei. Diese scharfen Teufelshörnchen mit Peperoncini zum Beispiel.
Ich bedanke mich.
Vielleicht hätte ich das lassen sollen.
Denn kurze Zeit später steht sie schon wieder neben mir. Bei der Käseabteilung.
"Laden Sie mich zu einem Kaffee ein?"  fragt sie mich, "wir müssen ihn jedoch oben im Restaurant auf dem Dach trinken, damit ich eine Zigarette rauchen kann."
Über soviel Offenheit bin ich perplex. Dann jedoch muss ich lachen und entnehme dem Portemonnaie etwas Geld.
"Sie sind mir noch eine", sage ich, "und weil sie so direkt gefragt haben, zahle ich Ihnen einen Kaffee. Sie müssen ihn jedoch allein trinken."
Die Frau ist erfreut: "Aha! Sie haben keine Zeit. Darf ich dann den Kaffee auch am Bahnhof trinken?"
"Trinken Sie ihn, wo Sie auch immer wollen. Ich mache keine Kontrolle."




PS. Fortsetzung folgt. Morgen!

Kirchgang

27.03.2011



"Auch wenn man jeden Sonntag
in die Kirche rennt -
man kommt trotzdem nicht
als Engel raus."

Katino




PS. Diese Antwort entfuhr meinem Pfarrerfreund, als ich ihn hilflos und in etwas heftigem Ton fragte, warum um Gotteswillen die sonntäglichen Predigten bei so manchen Kirchgängern keine nachhaltigen, sicht- und spürbaren Veränderungen hinterliessen...

Frühling ist es - die Fortsetzung!

24.03.2011


"Frühling ist es!"

Vor einem Jahr habe ich diesen Ausspruch getan und damit grad eine ganze Woche gefüllt mit kleinen Geschichten, Gedanken und Gefühlen. Irgendwie war das auch bequem.
Der Frühling bleibt sich gleich. Die Frühlingsgefühle auch.
Und deshalb wiederhole ich die Beiträge. Alle!

Hier.
Hier.
Hier.
Hier.
Hier.
Hier.




PS. Viele schöne Frühlingsgefühle beim Lesen,
wünscht Hausfrau Hanna

Unter Wasser

23.03.2011


Obwohl ich gern schwimme, kostet es mich jedes Mal etwas Überwindung, ins kühle, nasse Wasser zu steigen.
Das Schlimmste ist der Anfang, bis der Bauchnabel im Wasser ist. Ist das geschafft, geht es wie von selbst.
Zug um Zug.
Länge um Länge.
Andere meditieren. Ich schwimme.
Denn allmählich stellt sich dieser wunderbare Zustand der Leichtigkeit und Schwerelosigkeit ein...



PS. "Schwimmbrille aufsetzen", empfiehlt Hausfrau Hanna.

Goldgelbes Bett

22.03.2011


Es ist Frühling!
Und diese drei Zeilen habe ich soeben gelesen:


"Am Ende meiner
Reise ohne Ziel will ich fallen
in Ginsterblüten."



Das ist kein Ginster - sondern nur die passendste Pflanze, die ich in meiner Bildersammlung gefunden habe...



PS. Es ist eine schöne Vorstellung, sich vom Goldgelb eines Schmetterlingblütenbettes auffangen zu lassen, findet Hausfrau Hanna. Es sollte einfach kein Stechginster sein.






Wahlkampf

21.03.2011


Es hat mit Solidarität und Loyalität zu tun, dass ich immer noch Abonnentin des kleinen, ländlichen Zeitungsblattes bin.
Unter der Rubrik 'Parteien' interessierte mich letzte Woche ein kleiner Bericht, wie im oberen Kantonsteil Wahlkampf betrieben wird:
Die FDP einer der grossen Gemeinden verteilte an ihrem Stand gratis Würste und Bier an die Dorfbevölkerung. Ein Spendenkässeli (Originalformulierung!) wurde dazugestellt, dessen gesamter Inhalt für einen externen, wohltätigen Zweck gedacht war - die örtliche Spielgruppe und deren vier engagierte Leiterinnen.
Begleitet von einem Fotografen übergaben zwei für das Kantonsparlament kandidierende FDP-Frauen etwas später den Betrag an die überaus erfreute (Originalformulierung!) Präsidentin der Spielgruppe.
Als ich las, wieviel das war, glaubte ich an einen Fehler.
Es muss wirklich nur ein ganz kleines Kässeli gewesen sein.
Denn es waren...
... 183 Franken!



PS.  "Aufrunden!" - meint Hausfrau Hanna und verkneift sich alles Weitere ...

Musikalisches zum Frühlingsanfang

20.03.2011


Zum Glück gibt es Musik!
Zum Glück gibt es Monteverdi!
Das Geheimnis der Musik. Die Schönheit des Gesangs. Die Leichtigkeit des Tanzes in den weiten Gewändern.
Müsste ich im Moment Lieblingsmusik benennen, ich wählte diese aus:



PS. Diese Musik weicht die Niedergeschlagenheit, die sich die vergangene Woche ob all der Schreckensmeldungen eingenistet hat, auf. 
Und ausserdem ist sie eine Alternative zum heutigen Sonntagfernsehabend,
meint Hausfrau Hanna

Regenfreude

18.03.2011


"Ich freue mich, dass es heute regnet", sagte ich gestern nach der Begrüssung zu Hilde.
"Kennst den schon?"  fragte Hilde. Um dann ohne Zögern weiterzufahren:


"Ich freue mich, dass es regnet.
Denn wenn ich mich nicht freue,
regnet es auch!"





PS. Obwohl mir Google keine schlüssige Antwort geliefert hat, dass der Ausspruch wirklich von Karl Valentin stammt, vertraue ich Hilde. Sie ist nämlich aus München und somit a echts boarisches Madl.

PPS. Und ein solches kennt schliesslich den Karl Valentin aus dem effeff... ;)



 

Ich. Du. Wir.

17.03.2011

Konstantin Wecker schreibt so, wie ich gerne würde.
Und nicht kann. Hier lesen.

Und soeben bei JacoBlök gelesen: Hier

Alt!

16.03.2011


Letzte Woche kam 'die Kleine' zu Besuch.
Wir sassen beim Mittagessen. Sie drehte die Spaghetti gekonnt mit der Gabel auf. Dann ass sie bedachtsam. Sie glich dabei ihrem farfar (Grossvater).
Die Elfjährige hat eine Begabung. Sie kann Dinge so erklären, dass sie auf den Punkt stimmen.
Sie erzählte uns von einer alten Frau, die in der gleichen Strasse wohne, sich immer noch schminke und die Haare färbe.
Wann man denn ihrer Meinung nach alt sei, fragte ich sie.
Sie überlegte nur kurz.
"Alt isch mä ab fünfefüffzgi!"





PS. Eine Atempause lang überlegte ich mir, was 55 für mich persönlich bedeutete.
 Dann meinte ich: "55? Irgendwie ist das noch gnädig!"

Alle Farben des Schnees...

15.03.2011

... heisst das Buch, das mir eine Freundin ausgeliehen hat.
Anstatt also am Abend vor dem Fernseher zu hängen, lese ich.
Anstatt von einem Kanal zum andern umzuschalten, blättere ich Seite für Seite um.
Einfach und klar ist es geschrieben.
Manchmal genügen die stichwortartigen Sätze, und die Gedanken spinnen an ihnen weiter, vervollständigen sie zur eigenen Geschichte.
Manchmal  werden nur Naturphänomene beschrieben, und das allein macht glücklich:
Wie es blüht.
Welche Farbe der Himmel hat.
Wie sich der Schnee verändert.

Angelika Overath heisst die Autorin. "Alle Farben des Schnees" der Titel ihres Buches, in dem sie tagebuchähnlich ein Jahr lang von ihrem neuen Leben im Unterengadiner Dorf Sent schreibt:


PS. Ein lesenswertes, ruhiges, schönes Buch, das genau in diese Zeit passt,
meint Hausfrau Hanna

PPS. Und schiebt gleich noch einen persönlichen Tipp nach: Unbedingt einkehren im Hotel 'Rezia' beim nächsten Aufenthalt in Sent!
  

Bilder

14.03.2011


Ich habe keine Tagesschau und keine Sondersendungen gesehen in den letzten Tagen.
Gestern Abend jedoch war ich online und habe einen Bericht gelesen und Bilder angeschaut von der Tragödie in Japan. Zuviel davon geht nicht. Die Seele schützt sich.

Während meine Augen auf den Bildern der Zerstörung und des Todes ruhen, klingelt eine elektronische Postkarte herein, darauf eine Aufnahme mit frühlingshaften, hellgrünen Buchenblättern, durch die die Sonne scheint.
Auch solche Bilder gehören zu unserer Erde -

meint heute sehr nachdenklich 
Hausfrau Hanna



Polo forever!

12.03.2011

Heute Morgen landete ich auf Polo Hofers offizieller Seite. Ich vergass dabei total die Zeit.
Anfangs März wurde Polo bei den Swiss Music Awards für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
"Jetzt fehlt mir noch ein Ehrendoktor und eine Briefmarke", sprach er ins hingehaltene Mikrophon.
Mir gefiel dieses Selbstbewusstsein.
Ich hätte Polo noch lange zuhören mögen.
Denn seine berndeutschen Sprüche und Sätze sind in meinen Ohren wie Lyrik.
Volkstümlich.
Ungekünstelt.
Frisch und lebendig.

Wider den Frühlingsblues...

10.03.2011


"Frühling, hinkender Bote des Winters, wir hassen dich!
Was bist du anderes als ein Winter ohne Ball, ein Winter ohne Tanz!
Wollt ihr Schnee? Der Frühling bringt ihn.
Wollt ihr Eis? Der Frühling bringt es.
Wollt ihr Husten, Schnupfen, Rheuma, Migräne, Gliederreissen, Frostbeulen?
Das alles bringt der Frühling."





Ich machte grosse Augen, als ich diesen pessimistischen Text las, fand er sich doch ausgerechnet im aktuellen Newsletter meines Lieblingstrios vom Bielersee: 'Musique Simili' wirbt damit für ihre Frühlingskonzerte!
Hört man nämlich ihre Musik, wachsen einem Flügel.
Man wird dabei ganz leicht und froh, hebt ab und schwebt im Glück.
Eineinhalb Stunden lang.
Alle Zipperlein sind wie fortgeblasen. Weggespielt von Juliettes Geigenklängen, Lines Gesang und Marcs Akkordeontönen.

PS. Wären die Konzerte nicht so weit entfernt, würde ich sofort hingehen.
So mache ich einfach nur Werbung.
Hier geht es zu den Konzertdaten.

Winter ade!

09.03.2011

Schwärme ich davon, irgendeinmal den Winter in der Weite einer schwedischen Landschaft zu erleben und stundenlang den himmlischen Phänomenen der Aurora Borealis zuzuschauen, werde ich ganz schnell auf den Boden nordischer Tatsachen zurückgeholt.
Hier lebende, schwedische Menschen haben dann eine unmissverständliche Art: "Vergiss es! Winter in Schweden ist endlos. Und die Dunkelheit und Kälte sind schwer zu ertragen. Alle warten sehnsüchtig auf den Frühling."

Genau das schrieb mir vorletzte Woche bei Temperaturen von -20° auch Elisabeth aus Stockholm.
Am Ende ihrer E-Mail grüsste sie leise ironisch mit Isiga hälsningar från 'Kung Bore' (Eisige Grüsse von König Winter).
Und mir kam tatsächlich nichts Gescheiteres in den Sinn, als ihr Varma vårliga hälsningar från södra Schweiz (warme, frühlingshafte Grüsse aus dem Süden) in den Norden zurückzuschicken...

PS. Dieser norwegische (nicht schwedische!) Spinner hat es mir angetan. Ich wünsche viel Vergnügen:

Jubiläumsfeier

08.03.2011


Was es heute zu feiern gibt?
100 Jahre Weltfrauentag natürlich!

Übrigens ist 2011 ein Jahr mit einigen runden und halbrunden frauenpolitischen Jubiläen.
Ich liste violett auf:
100 Jahre Internationaler Frauentag
45 Jahre Frauenstimmrecht Basel-Stadt
40 Jahre Frauenstimmrecht Schweiz
30 Jahre Gleichstellungsartikel in der Verfassung
20 Jahre Frauenstreik (mit einer mitstreikenden Hausfrau Hanna!)
15 Jahre Gleichstellungsgesetz



PS. Wer noch mehr Informationen will, soll  hier zu Titus wechseln.




Trosttier

07.03.2011

Es war einmal vor vielen Jahren, als die Grossmutter ein riesengrosses Paket für den kleinen Enkel mitbrachte.
Da es kurz vor Mittag war und die Gäste bereits im Wohnzimmer warteten, musste sich der Bub gedulden. Seine Augen hingen stumm am bunteingepackten Paket, das die Mutter diskret im Schlafzimmerkasten verschwinden lassen wollte. Dabei drehte sie die Schachtel um.
Ein tiefes Brummen ertönte aus dem Innern.
Der Kleine ordnete das Geräusch richtig zu und der sonst so liebe, gefügige Bub begann herzerweichend zu weinen und zu flehen. Die Mutter wollte vor den Gästen kein Trauerspiel abliefern, also liess sie Fünf gerade sein und reichte ihm das Paket. Das Verpackungspapier wurde wild und unbeherrscht abgerissen und flog durch den Raum.
Dann kam der Inhalt zum Vorschein:
Ein Teddybär!
Der Kleine nahm ihn in den Arm, liess ihn nicht mehr los.
Und das Kinderglück war perfekt.


PS. Teddybären, wie immer sie auch hiessen, gehörten zu den treusten Begleitern und Freunden der Kindheit.
Man konnte in ihren Armen einschlafen und die Wange an die Wollnase schmiegen.
Für alle Teddybärvermissenden hat Lars Berghagen dieses Lied mit dem besonders hübschen 'Refräng' geschrieben:

Teddybjörnen Fredriksson,
ja så hette han.
En gång var han bara min
och vi älskade varann.
Teddybjörnen Fredriksson,
hans nos den var av garn.
Ja han var min bästa vän
när jag var ett litet barn.

Dancing Immigrant

05.03.2011

Es gibt keine Zufälle...
Auch nicht diese ganz kleinen, unbedeutend aussehenden, wie der Link in Titus' Kommentar.
Soeben habe ich dies hier angeschaut und mich köstlich amüsiert:


PS. Wenn das kein begabter Tänzer ist, weiss ich nichts mehr ;-)

PPS. In einer knappen halben Stunde bin ich übrigens unterwegs zu einem Frühstück mit dem Thema: 'Begegnungen mit Menschen aus andern Kulturen'.

Au revoir Annie!

04.03.2011

Ich habe es im 'Heftli' gelesen:
Die französische Schauspielerin Annie Girardot ist gestorben.
Sie gehörte nicht zu den Schauspielerinnen, die uns damals durch ihre äussere Schönheit faszinierte, sie beeindruckte uns mit ihrem leidenschaftlichen Spiel und ihren Augen.
Ausserdem waren in den 70er-Jahren französische Filme erste Wahl  bei uns.
Im Film 'Mourir d'aimer', der eine wahre Geschichte nachspielte, war Annie die Lehrerin Gabrielle.
Sie spielte diese Rolle so echt, gefühlvoll und zerbrechlich, dass unsere kritischen 18-jährigen Augen nichts Falsches, Unrechtes oder Peinliches am Liebesverhältnis der 'älteren' Lehrerin mit ihrem noch nicht volljährigen Schüler entdeckten.
Als die Geschichte in der Katastrophe endete, heulten wir uns gegenseitig an den Schultern der Freundinnen aus, und als die Tränen getrocknet waren, kanalisierten wir unsere Erschütterung und Betroffenheit  in langen Diskussionen, ob eine solche Liebe - ältere Frau, junger Mann - überhaupt möglich war.
Keine Sekunde zweifelten wir daran! Und gaben die alleinige Schuld am Scheitern dem Establishment, das eine solche Liebe nicht zuliess.

Uns fehlte als heranwachsende Frauen in der höheren Schulstufe eine solche Lehrerin, wie Annie Girardot sie verkörperte:
Eine, die sich mit uns auseinandersetzte, die mit uns diskutierte, die uns Vorbild und Identifikationsfigur war. 

Adieu Annie et merci!

Es lebe das Heftli!

02.03.2011

Gestern hatte ich im Restaurant neben dem Mittagsteller ein Heftli liegen.
Ich ass.
Ich blätterte.
Und dann fesselte mich ein Knigge auf Seite 32, sodass ich zu essen vergass.
Dank des Digital-Knigges weiss ich nun endlich Bescheid, zu welcher Internetgruppe ich gehöre.
Ich bin eindeutig ein Digital Immigrant.
Und der denkt, laut Umfrage, völlig anders über die sozialen Herausforderungen des digitalen Zeitalters als ein mit Computern aufgewachsener Digital Native.
"Aha", denke ich, "eigentlich ist das ja logisch. Als älteres Semester geht mir die Unbekümmertheit, die Selbstverständlichkeit und die Spontaneität ab, die jugendliche Netzbenützer auszeichnet."
Als ich schliesslich den Hinweis lese, wer zu den Digital und wer zu den Native Immigrants gerechnet wird, bin ich baff.
Ein Digital Native ist nämlich nur, wer n a c h 1980 geboren wurde.
Diejenigen, die ihre erste E-Mail  mit dreissig oder wie ich die Diplomarbeit noch mit der Schreibmaschine geschrieben haben, sind Digital Immigrants.


PS. Und so, laut Hausfrau Hannas Kopfrechnung, werden alle über Dreissigjährigen den älteren Semestern zugerechnet.

Heilige Vergänglichkeit...

01.03.2011


... heisst das dünne Buch mit dem schlichten gelben Einband, das ich mir in der Bibliothek ausgeliehen habe.
Unter dem Titel, in kleinen Buchstaben, eine Zusatzinformation:
'Spätsätze'.
Kurt Marti hat sie verfasst. Er ist am 31. Januar 90 Jahre alt geworden.
Das Buch scheint begehrt bei den Lesenden.
Es ist eine Kurzleihe.
Ein Monat bleibt mir Zeit.
Dabei gibt jeder der Sätze und Gedanken des alten Mannes Anstoss zu vielen weiterführenden, eigenen Gedanken:


"Und weiter verlaufe ich mich
im Wald der Fragen und Widersprüche.
Also lebe ich noch."

***

 "Schlimme Entdeckung:
Ich kann nicht mehr pfeifen."

***