Geburtstagswalzer für Mona...

30.08.2011

... und für Astrid, Bea, Clara, Rosemarie, Hildy, Ruth, Dorli, Liselotte, Erika, Barbara!
Der August scheint der Monat der weiblichen Geburtstagskinder zu sein.
Bevor er morgen mit dem 31. definitiv zu Ende geht, nichts wie hin und alle noch rasch mit einem Geburtstagswalzer aus Schweden beschenken.
Samt dem Wunsch, dass das gute Gefühl beim Tanzen und Drehen im Dreivierteltakt die Grundstimmung im neuen Lebensjahr sei...




Dank Google...

28.08.2011


Heute schaltete Google dieses Bild auf:



Es stach mir dermassen ins Auge, dass ich wissen wollte, wer sich hinter dem männlichen Profil mit dem gezöpfelten Haupthaar verbarg.
Nun, ich klickte ins rotumrandete Bild und war gleich mitten drin in den Lebensdaten, Fakten, Zitaten des Johann Wolfgang von Goethe: Heute vor 262 Jahren kam er nämlich zur Welt, der grosse/grösste deutsche Dichter.
Goethe!
Persönlich tat ich mich in der Schulzeit schwer mit ihm. Es lag wahrscheinlich weniger an Goethe selbst als an unserer Deutschlehrerin und ihrer schwärmerischen Art und Verehrung. Soviel Liebe erdrückte mich...  Hier ein paar Gedanken.
Als meine Augen vorhin über die Goethe zugeschriebenen Zitate glitten, blieben sie an diesem da hängen:
"Wer das erste Knopfloch verfehlt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zu Rande."
Etwas alltagsuntüchtig muss er gewesen sein, der Herr Geheimrat. Sympathisch irgendwie...

Abgekühlt...

27.08.2011

Redan den 27 augusti!
Jag har inte skrivit ett ord, inte sagt ett pip i bloggen.
Så är det ibland...
Jag var lite bloggtrött. Eller lite 'torkat ut' hur man kunde också säga. Ingen 'flow' som det heter idag.
Högsommaren kom tillbaka och jag flydde för den förfärliga värmen i det gamla huset på landet och stannade där.
Inget nät. Ingen tidning. Bara en liten bäck bakom huset som porlade mig in i drömvärlden.
Nu är jag tillbaka. 
Hustru Hanna snackar igen...;)

Schon der 27.August!
Ich habe kein Wort geschrieben, keinen Mucks gesagt im Blog.
So ist das halt manchmal...
Ich war etwas blogmüde. Oder ein bisschen 'ausgetrocknet', wie man auch sagen könnte.
Kein 'Flow', wie das heute heisst.
Dafür war es auch viel zu heiss. Der Hochsommer kam nochmals zurück und heizte die Stadt zum Backofen auf. Ich flüchtete vor der Hitze ins alte Haus auf dem Land und blieb.
Kein Internet. Keine Zeitung. Nur ein kleines Bächlein, das mich nachts ins Traumland murmelte.
Nun bin ich zurück.
Hausfrau Hanna plaudert wieder... ;)




Spätsommer!

11.08.2011

Die Balkontüre ist weit geöffnet.
Noch ist es kühl. Spätsommerwetter.
Die Bäume haben ihr sattes Grün bereits verloren, zeigen sich frühherbstlich gefärbt.
Hier gehen die Schulferien allmählich zu Ende.
Und Hausfrau Hanna macht Ferien und schliesst Tür und Tor. Internet und Blog.

Wer mag, kann sich in der Zwischenzeit dies hier anschauen und anhören.
Und sich ein paar Brocken Schwedisch aneignen... ;-)
PS. Ha det bra!

Heute vor 66 Jahren

09.08.2011


Kürzlich waren wir mit unserem Kinderbesuch im Zoo.
Beim Pelikangehege fiel uns ein asiatisches Elternpaar mit ihrem etwa zweijährigen Sohn auf.
Die Mutter streckte dem Rosenpelikan angstfrei die Hand hin. Dieser öffnete willig den Schnabel und die mütterliche Hand wand sich elegant hinein. Wir schauten fasziniert zu.
Dem kleinen Buben hingegen war es nicht geheuer. Er weinte herzzerbrechend, bis Mutters Hand wieder heil draussen war. Erleichterung überzog sein rundes Gesichtchen. Er kam auf mich zu.
"Hallo", sagte ich.
"Hallo", strahlte er mich an.
Ich fragte den Vater nach dem Namen des Kleinen.
"His name is Yumi."
Woher sie kämen, wollte ich weiterwissen.
"Hiroshima", sagte der Vater.
Einen Moment lang blieb ich stumm. Mit belegter Stimme und in unbeholfenem Englisch versuchte ich zu erklären, dass ich um Hiroshima und seine schreckliche Geschichte wisse, seit ich ein Mädchen sei. Der junge Vater muss mich, die Fremde, verstanden und meine Worte als Anteilnahme aufgefasst haben.
Er verbeugte sich.
Dann ergriff er mit beiden Händen meine Hand und bedankte sich.

PS.  Es war der 6. August 1945, als die Atombombe über Hiroshima abgeworfen wurde. Und heute vor 66 Jahren über Nagasaki. Das soll und muss erinnert werden. Immer wieder.

Die Sphinx

08.08.2011


WEGWEISER

Am Kreuzweg fragte er die Sphinx:
Geh ich nach rechts, geh ich nach links?
Sie lächelte: "Du wählst die Bahn,
die dir bestimmt ward in dem Plan.
Links braust der Sturm, rechts heult der Wind:
Du findest heim ins Labyrinth."


Zwei Wahlmöglichkeiten nur lässt die Sphinx und lächelt. Brausender Sturm oder heulender Wind.
Sich durchschütteln lassen oder zerzaust werden.
Im Moment herrscht Windstille.
Trotzdem heimfinden...

Ein besonderes Notizbuch

07.08.2011


Ich sprach mit einem 82-jährigen Mann auf der Abteilung für weglaufgefährdete, demenzkranke Menschen. Meistens, wenn ich auf der Abteilung bin, sitzt der Mann dösend oder schlafend in seinem Lehnstuhl. Gestern aber war er wach und auch gesprächig.
Er berichtete mir viel aus seinem langen Berufsleben. Und irgendwann liess er den Satz fallen:
"Wissen Sie, Herr Pfarrer, ich bin ein altes Notizbuch."
Mich hat dieser Satz dermassen berührt, es ist ein so treffendes Bild: Das alte Notizbuch, vergilbt, abgegriffen, etwas zerfleddert, einzelne Seiten eingerissen, aber vollgeschrieben mit Erinnerungen, wenn auch zum Teil verblasst.
Als ich mich von dem Mann verabschiedete, habe ich mich ausdrücklich bedankt für das Notizbuch, für sein Notizbuch.



PS. Und ich bedanke mich bei meinem Freund Katino, dass er mir diese Geschichte aus seinem Berufsalltag erzählt hat und dass ich sie hier veröffentlichen darf.
Allerseits einen guten Sonntag wünscht
Hausfrau Hanna

Zum Tode von Agota Kristof

06.08.2011


Heute Morgen lese ich als Erstes die Tageszeitung.
Beim Ressort 'Kultur' auf Seite 43 fällt mir ganz weit unten eine Überschrift auf, die mich mitten ins Mark trifft.
Als ich den ganzen Beitrag zu Ende gelesen habe, nehme ich meine im Schoss gefalteten Hände wahr.

Leider wusste ich nicht, wie ich Sibylle Bergs Beitrag als Link kopieren konnte.
Deshalb steht er hier in ganzer Länge.
Lesen! Unbedingt lesen!

Keiner weint um Agota Kristof
Von Sibylle Berg

Die bedeutendste Schriftstellerin der Schweiz ist tot. Und keiner weint. Ich kenne keinen der weint, ich sehe kein Denkmal, das für Agota Kristof errichtet wird, ich sehe keine Strassen nach ihr benannt, und falls es einen helvetischen Verdienstorden gäbe, hat sie ihn nie bekommen. Da sass ein Genie in nicht besonders grossartigen finanziellen Verhältnissen in Neuchâtel – seit Jahrzehnten – und kämpfte um sein Überleben.


Und wir haben es sterben lassen. Zu sperrig, zu komisch, zu wenig podiumstauglich war Kristof und einen Buchpreis hat sie auch nicht bekommen, den geben wir lieber einem feinen, mittelmässigen Autoren, einem, der nicht aus der Masse ragt. Was bin ich wütend. Wütend, wegen der vertanen Chance des Landes, stolz auf ein Genie zu sein, das hier gewohnt hat. Welches Genie wohnt schon hier, und das freiwillig.
Da ist Kristof in ihrer Wohnung gehockt und hat gefroren und sich bis zum Schluss gefragt, ob das etwas taugt, was sie da schreibt. Unter Qualen ist sie da gesessen, denn immer war es ihr wie eine Krankheit, das Schreiben in einer Fremdsprache. Mensch, da hätten wir doch sogar jemanden mit echtem Migrationshintergrund gehabt – Agota, die in der Fabrik geschuftet hat, ohne ein Wort Französisch zu verstehen, die Sprache erlernte, als erwachsene Frau um dann Weltliteratur zu schaffen. Das werden wir schon noch verstehen, in hundert Jahren, wenn ihr Werk in den Kanon eingegangen sein wird, genehmigt und abgestempelt, dann wird es ein Denkmal für Kristof geben. Hurra. Agota Kristof hätte Liebe so gut getan, aber sie war eine Frau, sie war alt, vielleicht hat sie getrunken – das war nichts zum Vorzeigen.
Und die Bücher, so dünn waren sie, weil die ganze Welt heruntergekürzt darin stattfand, auf hundert Seiten. Nichts schwatzte da und nahm sich wichtig, nichts zitierte alte gefällige Stile, da war etwas ganz Neues entstanden, eine eigene Sprache, aussergewöhnlich und einmalig.
Bitte kaufen Sie Agota Kristofs «Grosses Heft» lesen Sie es, pilgern Sie zu ihrem Grab, verlangen Sie nach Plätzen mit ihrem Namen und bringen Sie ihr ein paar Blumen mit. Vielleicht ist es noch nicht zu spät. Vielleicht bekommt sie noch ein wenig mit, von der Liebe, die sie so dringend gebraucht hätte.

In der Kolumne «bergblick» erklärt uns
Sibylle Berg jeden Samstag die Welt.

Geduld bringt Früchte

05.08.2011


Sprichwörter habe ich mir als Kind oft anhören müssen.
Meist habe ich sie nicht verstanden.
Wenn etwa die Handarbeitslehrerin uns neunjährige Mädchen beim Topflappenhäkeln motivierte:
"Geduld bringt Rosen!"
Wahrscheinlich habe ich die tiefe Wahrheit des Sprichworts erst kürzlich begriffen.
Im Garten einer Freundin nämlich:


PS. Die Freundin schnitt nämlich den dürren Fruchtbaum zur Skulptur und liess ihm seinen Platz im Garten.
Nach langer Zeit trieben aus dem Stamm zwei neue Äste aus.
Und daran reifen nun drei Äpfel...

Öffentliche Bibliothek

04.08.2011


Irgendsoein Sprücheklopfer und Witzbold muss zuhause sein Bücherregal ausgemistet haben.
Wahrscheinlich überfiel ihn dann die Reue. Oder er vermochte doch nicht ganz loszulassen.
Oder er war plötzlich beseelt vom Gedanken, unbekannte Mitmenschen an kreativen Wortspielen wie "Ich denke, also spinn ich" teilhaben zu lassen.
Die unten abgebildeten Werke lagen nämlich letzte Woche bei uns auf dem Vorgartenmäuerchen.
Akkurat aufgereiht wie in einer öffentlichen Bibliothek:



PS. Zum Glück war am Tag darauf Altpapierabfuhr...

Hausfrau Hanna schliesst die Augen...

03.08.2011

... bei Aprikosen,- Kirschen- oder Zwetschgenwähe mit einem EierRahmHaselnussguss und süsser Vollrahmhaube!
Obwohl das ganz schön mastig ist und ansetzt.

... bei höhlengereiftem Gruyère aus Rohmilch. Und Ziegenkäse!
Obwohl beide den Kühlschrank verpesten.

... bei Milchschokolade mit ganzen Haselnüssen oder gefüllt mit Quittenschnaps aus dem Haus Villars!
Obwohl die Werbung bitterschmeckende, dunkle Schokolade mit 90% Kakaoanteil ein sinnliches Erlebnis nennt.


PS. Man sollte nicht alles glauben, findet Hausfrau Hanna

"Zusammen sind wir stark"

02.08.2011


"Tillsammans är vi starka", sagte ich einmal zu Siri, als sie müde und antriebslos herumquengelte.
"Jaaaaaaaaaaaaaaa!" rief sie.  Sie ballte ihre beiden Fäuste und streckte sie in die Luft, dass ihre Kleinmädchenoberarme wie Brotlaibchen anschwollen.
Ich nahm 'lillasyster Siri' in den Arm und schwang sie im Kreis herum, bis es mir schwindlig war.
Als ich sie absetzte, sagte sie nur: "En gång till!"
Noch einmal. Und dann gleich noch einmal.
Weiter und weiter ging die Karussellfahrt.
Bis mir die Arme abfielen... ;)

Starka, söta Siri!

PS. Manchmal erscheint alles ganz leicht und einfach. Ein paarmal 'en gång till' genügen, und die Welt ist wieder rund und ganz...