Für das Leben spielen!

29.12.2011

"Ich spiele für das Leben, für alles, was wächst,
lebt, atmet, geboren wird und stirbt.
Ich spiele für das Leben, ich kann nichts Anderes.

Es gibt mir Sinn und tägliches Brot.

Ich spiele für das Leben, singe aus voller Kehle.
Ich spiele mit den Tönen und küsse die Worte.

Ich spiele für das Leben, mit dem Kopf im Himmel,
und den tanzenden Füssen auf Mutter Erde.


Ich spiele für das Leben und vertraue der Zeit!"

(Dem Gehör nach übersetzt von Hausfrau Hanna)



PS. 'Für das Leben spielen' - auch im Neuen Jahr 2012,
das wünsche ich euch, mir, uns allen!
Hausfrau Hanna

Maler zwischen Erde und Himmel

28.12.2011


Schule bedeutete, es ging der Reihe nach, die Fächer wurden chronologisch aufbereitet und abgehandelt.
In der Kunstgeschichte begannen wir mit den Alten Meistern der Gotik.
Da konnte sich unser Kunstlehrer verrenken, so viel er wollte. Von der fast spürbaren Stofflichkeit der wallenden Gewänder schwärmen und begeistert über die beginnende Perspektive in den Landschaften dozieren:
Mariendarstellungen und Jesusknäblein interessierten mich als Sechzehnjährige nicht.
Je mehr wir uns jedoch der Gegenwart in der Kunst näherten, desto aufmerksamer hörte ich zu.
Ich wurde sogar - und das muss jetzt kursiv hervorgehoben werden - zur Lieblingsschülerin des Lehrers.
Es war Vincent van Gogh (1853 - 1890), der den Knoten platzen liess.
Seine Bilder und seine tragische Biografie zogen mich in einen Bann, der all die Jahrzehnte anhielt.
Ich stand vor seinen Bildern in Amsterdam, in Nuenen, in Bern.
Vor zwei Jahren auch im Kunstmuseum in der Stadt.
'Zwischen Erde und Himmel' hiess die Ausstellung. Mit Landschaften, so emotional, schön und ausdrucksstark, dass mir plötzlich die Tränen kamen.
Es war vor einem Bild, das van Gogh in der Psychiatrie in seinem letzten Lebensjahr gemalt hatte, und es zeigte die Weite einer Landschaft mit einem Weg, der sich irgendwo am Horizont verlor...


Geflügelte Wesen

27.12.2011


Am Nachmittag des Heiligabend machten wir einen langen Spaziergang dem Fluss entlang.
Keine Menschen weit und breit.
Nur wir und die Möwen, die unbeweglich wie kleine Skulpturen auf dem Geländer sassen.
Ein friedliches, stilles Bild.
Plötzlich flogen Schwäne in einer perfekten Viererformation hoch über dem Wasser an uns vorbei.
Wir schauten ihnen nach.
Im fahlen Licht sahen sie aus wie Engel...

Lebensberührung

24.12.2011


Der Sinn
von Weihnachten.
Menschwerdung.
Im Kind, das geboren wird.
Es ist ein Wunder.
Jedes Mal aufs Neue.
Das Leben
berührt.




PS. Nehmt euch ein paar Minuten Zeit für Titus' heutigen Beitrag. Hier.

PPS. Gute, frohe Weihnachtstage wünscht allen hier Lesenden
Hausfrau Hanna


Heidi Abel - eine Medienpersönlichkeit

23.12.2011


Denke ich an Heidi Abel, werde ich heute noch sentimental.
Ich erlebte sie als Sechzehnjährige live als Moderatorin einer Art Castingshow im Kursaal in Bern. Junge Menschen aus allen Teilen der Schweiz traten auf. Auch wir, das Teenie-Klassiktrio, mit einem Repertoire aus Telemann, Händel und Bach. Wir wurden in unserer Region ausgewählt von einem Musikmanager, zu dem unsere Musiklehrerin eine persönliche Beziehung pflegte.
So lief das. Auch damals schon. Persönliches Netzwerk ebnete den Weg.  Nun gut, wahrscheinlich spielten wir auch nicht allzu schlecht...
Bevor der Anlass begann, war 'die Abel' - wie sie genannt wurde - für niemanden ansprechbar. Sie tigerte seitlich der Bühne hin und her, in der Hand hatte sie unzählige Spickzettelchen, die sie immer wieder umsortierte und von denen sie halblaut den Moderationstext ablas und sich so einprägte.
Vorne im Rampenlicht war sie sehr offen, zugewandt, charmant und souverän. Als die Reihe an uns war aufzutreten, stellte sie ein paar persönliche Fragen. Wir antworteten brav, ohne die Sätze geprobt zu haben, in das vor uns aufgestellte Mikrophon. Und dann spielten wir. Einen Telemann, den wir wochenlang intensiv geübt und geprobt hatten.
Zum Schluss bekamen wir ein Kuvert mit einem Geldbetrag in die Hand gedrückt.
Später verjubelten wir ihn in einem richtig guten Restaurant. Weltmännisch. Wichtig. Grossspurig.

Als Heidi Abel zusammen mit ihrem kleinen Team später in den Achtzigerjahren die Radiotalkshow 'Persönlich' am Sonntagmorgen moderierte, sassen Hausmann Hanna und ich regelmässig am Frühstückstisch in der Küche und hörten zu. So gut, so unterhaltsam, so lebhaftbewegt war die Sendung.
Plötzlich fehlte sie in der Sendung. Als Grund wurde eine Krankheit angegeben, die nicht näher bezeichnet wurde. Ihr Team führte die Sendung ohne sie weiter. Es war nicht mehr dasselbe.
Wie ein Hammerschlag fühlte es sich an, als ihr Tod in den Medien bekanntgegeben wurde.
Das war am 23.Dezember 1986 - heute vor 25 Jahren.

Von Pikanterien, Pomp und königlichem Glanz!

22.12.2011



Es ist die letzte Schwedischstunde vor Weihnachten.
Wir lesen eine doppelseitige Reportage über die Oscargala des Nordens, das Nobelfest in Stockholm, tauchen tief ein in die Welt von 'glitter, glamour och kunglig glans.'
Das erste Nobelfest war übrigens 1901.
Die damals 100 Gäste, alles Männer nota bene, fanden noch locker Platz im Spiegelsaal des 'Grand Hotel' gegenüber dem Königsschloss.
Heute sind es gut 1300 Gäste, die sich in der blauschimmernden 'Blå Hallen' im 'Stadshuset' dem Festmahl hingeben.
Wichtige Gäste bekommen an den reich dekorierten Tischen 80 cm Platz, weniger prominente
Gäste müssen sich mit 60 cm begnügen.

Zwei pikante Geschichten von zwei Literaturnobelpreisträgern lohnen sich zu lesen:
Knut Hamsun kam bereits angesäuselt ans Bankett und tätschelte Selma Lagerlöf auf ihren in einem Korsett steckenden Hintern. Später dann soll er auch das Diplom und den Preischeck im Lift des Grand Hotel vergessen haben...
Thomas Mann, der grosse deutsche Schriftsteller und Bourgeois, erlaubte sich 1929 einen andern Ausrutscher: Er sperberte im Voraus nämlich ganz unbescheiden darauf, den Abend zwischen zwei königlichen Hoheiten, Kronprinzessin Louise und Prinzessin Ingrid, zu verbringen. Als er diesen Platz nicht bekam, meinte er gehässig, er wolle dann im Fall nicht zwischen 'två gamla murklor' sitzen.
Ganz nebenbei: Er selbst war damals auch schon 55 Jahre alt...





Anstelle einer deutschen Übersetzung: Das sind 'två  gamla murklor'!


PS. Und was sagen uns nun die beiden Geschichten?
PPS. Schriftsteller und Nobelpreisträger können sich zwar schriftlich sehr gekonnt und gewählt ausdrücken.
PPPS. Im mündlichen Umgang sind sie auch nur ganz gewöhnliche Menschen.
PPPPS. Männer halt... ;)



Von blauen Glasaugen und verschwundenen Puppen

20.12.2011


Als Kind hatte ich ein Buschibäbi - eine Babypuppe -  mit kornblumenblauen Glasaugen, über denen sich dichtbewimperte Lider öffnen und schliessen konnten.
Obwohl sie kein sichtbares Geschlecht hatte, taufte ich die Puppe Beat:
'Der Glückliche'.
Drehte ich ihn um, tönte aus seinem Innern ein batteriebetriebenes 'Mamaaaaa'.
Ich konnte das endlos wiederholen, so gut gefiel mir dieser Hilferuf.
Kleine Mädchen sind neugierig und wollen wissen, wie Dinge funktionieren. Und so drückte ich einmal mitleidslos dem Beat in eines seiner starrblickenden Glasaugen.
Ich drückte wohl zu fest, denn plötzlich schepperte das Auge im Innern des Puppenkopfes.

Immer vor Weihnachten verschwanden auf geheimnisvolle Weise unsere sämtlichen Puppen und Bären. Und pünktlich am Heiligabend sassen alle wieder unter dem Tannenbaum in neuen Kleidern, die Tante Rösy und Tante Flora genäht und gestrickt hatten.
Ich persönlich vermisste die Puppen in der Zwischenzeit nie...


Beat gibt es übrigens immer noch. So sieht er heute aus:




PS. Er ist bekleidet mit dem Original-Strampelsack von 1960.
Seine Augenlider funktionieren bestens, klappen auf und zu, 'Mamasagen' hingegen geht nicht mehr.
Und der grosse Riss, der sich über die Stirne zieht, ist wohl dem Alter und dem spröde gewordenen Material zuzuschreiben. Denn ich war's im Fall nicht...

Let it snow!

19.12.2011


Gestern Nachmittag ganz oben im engen Tal. Man fühlte sich wie in einer Schneekugel, an der ununterbrochen geschüttelt wurde, so heftig wirbelte die weisse Pracht vom Himmel herunter.
Der Schneefall stimmte mich glücklich.
Je näher wir dann der Stadt kamen, desto spärlicher fielen die Flocken, und in der Stadt war es dann definitiv vorbei mit  Schneien.
Dachte ich.
Denn in der Mailbox fand sich eine besondere E-Mail.
'Die Grosse' schrieb, dass sie etwas Schönes entdeckt habe im Internet.
Man müsse auf Google gehen, 'Let it Snow' eingeben und warten.
Dann passiere nämlich etwas Überraschendes...



PS. Ich befolgte ihre Anweisungen und wurde belohnt. Plötzlich begann es zu schneien. Dutzende feiner Schneeflöckchen rieselten über den Bildschirm. Und dieser begann sich sogar zu beschlagen...
Einen stillen, weissen Start in die neue Woche,
wünscht Hausfrau Hanna

Weihnachts-(P)Optimismussong

17.12.2011

Joachim, der heulende, tobende Sturm, ist weitergezogen Richtung Osten.
Kalt ist es geworden, und zaghafte, erste Schneeflocken sind in der Nacht vom Himmel gefallen.
Morgen ist der 4.Advent.
"Tänd ett ljus" - "Zünd ein Licht an": Mit dem schwedischen Weihnachtspopsong aus den Achtzigern wünsche ich allerseits einen schönen, stimmungsvollen, letzten Adventssonntag,
Hausfrau Hanna



PS. "Zünd ein Licht an und lass es brennen,
lass niemals die Hoffnung verschwinden,
jetzt ist es dunkel,
aber es wird wieder hell.
Zünd ein Licht an für alles, woran du glaubst,
für diesen Planeten, auf dem wir wohnen.
Zünd ein Licht an für die Kinder dieser Welt…"

Zum Verwechseln ähnlich...

15.12.2011

Gestern schaute ich die Bundesratswahlen.
Ich behielt recht: Alles blieb, wie es war!
Die SVP-Leute wirkten müde und ausgelaugt. Genauso tönte der Satz, den sie repetitiv in die Mikrofons sagten: "Die andern haben die Konkordanz gebrochen."
Alain Berset, der neugewählte SP-Bundesrat aus dem Kanton Fribourg, soll nicht nur klug, konsensfähig und sozial, sondern auch musikalisch sein. Das gefiel mir. Das gefiel mir sehr gut.
An wen nur erinnerte mich der 39-jährige Jungbundesrat? Ich grübelte...

Bildquelle: Tribune de Genève


PS. Jaklar! An Fredrik Reinfeld natürlich - Schwedens Staatsminister!

Bildquelle: flyborg.wordpress

Innere Berufung

14.12.2011


Als sie zur Welt kam, bekam sie von den Eltern einen Namen, den oft auch russische Tänzerinnen tragen. Marina.
Es war wohl der Klang und nicht die Vorahnung, der die Eltern den Namen aussuchen liess.
Und vielleicht doch nicht.
Als die Kleine nämlich knapp fünf war, entdeckte sie den Tanz.
Im Laufe der Jahre tauchte sie immer mehr in die von Aussen so schwebendleicht scheinende Welt des Tanzes ein.
Einer inneren Musik folgend ging sie ihren Weg, trainierte und tanzte, erzählte dabei Geschichten voller Poesie und Zauber. Und es schien, als ob ihr Körper und ihre Seele dabei zu einer Einheit verschmelzen würden.
Es braucht, neben Begabung und den körperlichen Voraussetzungen, wohl auch diese unerklärliche, absolute Begeisterung, um eine jahrelange Tanzausbildung auf sich zu nehmen.
Fern des alltäglichen, gewohnten Umfeldes mit Familie, Schule und Freundinnen.
Seit einiger Zeit ist sie Ausbildungsschülerin einer Tanzakademie.
Und vielleicht, vielleicht wird der Traum vom Tanz auf der Bühne irgendeinmal Wirklichkeit...



Polina - ihr  Idol!



PS. Heute feiert sie ihren Geburtstag: Happy Birthday, Zauberfee!

Lucialicht

13.12.2011


'Mörk' heisst übersetzt 'dunkel'.
'Natt' heisst Nacht.
In vielen schwedischen Weihnachtsliedern wird das Dunkel der endlos langen Nacht besungen, das dann durchbrochen und erhellt wird vom strahlenden Licht der Kerzen.
Heute wird in ganz Schweden das Fest der Lichterkönigin, das Luciafest, gefeiert.
Dazu auch dies hier und dies hier.


PS. Und hört man diese Luciaweise, wird man so unglaublich froh, und ein molligwarmes Gefühl durchströmt den ganzen Körper...

Zu wenig Kontrolle!

12.12.2011


Heute Morgen las ich diese Geschichte in der Tageszeitung. Frontseite. Mit grossaufgemachter Fortsetzung dann auf Seite 23:
Eine hier in der Stadt wohnende Schweizer Sozialhilfeempfängerin erhielt die Miete für ihre möblierte Einzimmerwohnung jeden Monat direkt von der Sozialhilfe. Anstatt die Miete damit zu bezahlen, gab sie das Geld für Anderes aus. Als ihr der Hausbesitzer gekündigt hatte, bezog sie die 900 Franken mehr als ein Jahr lang weiter, obwohl sie längst nicht mehr in der Wohnung lebte.
Sie kommunizierte das dem Amt nicht, behielt das Geld für sich und betrog somit die Steuerzahlenden der Stadt um etwa 20'000 Franken.
So etwas ist unehrlich und unrechtmässig.
Damit meine Meinung klar ist.
Trotzdem.
Ich sehe die Betrugsgeschichte auch von einer andern Seite an, und diese andere Seite macht mich nachdenklich:
Die Frau, sie ist in meinem Alter, gönnte sich wahrscheinlich mit den monatlichen 900 Franken Dinge, die für mich selbstverständlich sind und die ich bezahlen kann, ohne mit der Wimper zu zucken.
Und etwas macht mich noch viel, viel nachdenklicher. Was haben wir als Kollektiv mit unsern Steuern nicht alles schon bezahlt. Ohne zu heulen. Ohne zu schreien:
M i l l i a r d e n beträge für Banken, die aus Gier Milliarden gegen die Wand gefahren haben.
Millionen für unnötige, überblähte Projekte.
Und, und, und...



PS. Ehrlich jetzt! Dagegen sind die 20'000 Franken ein Klacks. Vergleichbar mit dem
20- Rappenstück, das ich einst dem Vater aus dem gut gefüllten Portemonnaie geklaut habe.
Das war auch nicht in Ordnung.
Aber harmlos...

Adventsrad

10.12.2011


In der Kirche stand nicht der übliche Adventskranz.
Es war ein Rad.
"Ein Rad ist wie das Leben, beide bewegen sich stetig", dachte ich. "Nichts bleibt, wie es ist. Das Schöne nicht. Das Schlimme nicht."
Morgen Sonntag wird im Uhrzeigersinn am Rad weitergedreht, bis sich die dritte Kerze mit dem noch unverbrauchten, weissen Docht oben befindet.
Die erste und die zweite Kerze drehen langsam mit.
Dann werden alle drei angezündet und geben während des Gottesdienstes ihr sanftes, kleines Licht dem Raum und den Menschen ab.

Ich wünsche allen ein gutes 3.Adventswochenende.
Und Zeit für Stille(s) - Hausfrau Hanna



Ein Wunder

09.12.2011


Vorgestern Abend.
Ein Wunder geschah.
Und liess eine ganze Stadt im Freudentaumel ersaufen.
Unser FCB schlug im Champions League-Spiel Manchester United.
Blaurote Helden...


Heruntergeschraubt

08.12.2011


In Stockholm wohnte ich in einem der südlich gelegenen Vororte, die nicht unbedingt bekannt sind für Wohncharme und Style. Architekten entwarfen diese Städte in den 50er-Jahren am Reissbrett, statteten sie aus mit einer Tunnelbahnstation und einem Lebenszentrum mit allen wichtigen Geschäften wie Post, Bank, Apotheke.
Für mich noch die kleine Bibliothek, in der ich mich unglaublich gern aufhielt.
Die kleine Mietwohnung in der familienfreundlichen Überbauung war ebenfalls Original 60-Jahre. Ausgestattet mit dem Allernotwendigsten und mit Möbeln, die man als Vintage bezeichnen könnte.
Das Einfache, Ruhige gefiel mir.
Und ich merkte, wie wenig ich eigentlich brauchte.
Ein heruntergeschraubtes Leben...


Bastelengelchen

07.12.2011

Diese beiden wunderschönen Engelchenkarten befanden sich in den letzten Tagen in meiner Post. Und so drängte sich mir diese Idee geradezu auf:
Mich -  nach vielen Jahren unkreativen Daseins im Advent -
dieses Jahr wieder einmal hingebungsvoll dem Basteln zu widmen...







Winkmöwen

06.12.2011



Havet är en mur.
Jag hör måsarna skrika -
de vinkar åt oss.


Tomas Tranströmer
(Literaturnobelpreisträger 2011 aus Schweden)



Das Meer ist eine Mauer.
Ich höre die Möwen schrein -
sie winken uns zu.   

Tomas Tranströmer



PS. Anstelle des Meers ist hier der Fluss. Anstelle einer Mauer ein fliessendes Band.
Alles Andere gleicht sich...
...findet Hausfrau Hanna.

"Eisgekühltes Coca Cola...

05.12.2011


...Coca Cola eisgekühlt", sang Gaby spontan und vor allem sehr laut, als ich bei ihr in der Küche stand und sie mir zusah, wie ich der Kühltasche mein Geschenk entnahm:
Eine Flasche Prosecco.
Wir hatten nämlich etwas zu feiern und wollten zusammen anstossen.
Als sie sah, dass ich auch noch eine Schachtel mit belegten Broten mitbrachte, sang sie die zweite Strophe gleich hinterher:

"Ein belegtes Brot mit Schinken,
ein belegtes Brot mit Ei.
Das sind zwei belegte Brote.
Eins mit Schinken, eins mit Ei."




PS. Die Brote waren zwar belegt mit Lachs und Crevetten. Und das Lied passte auch nicht unbedingt in den Advent.
Aber so ist Gaby ;) !

Adventwärme

02.12.2011


Advent ist eine besondere Zeit. Wird es draussen dunkel, werden Kerzen angezündet in der Stube. 
Daheimsein. Warm. Gemütlich.
Musik hören, die eigene Weihnachtsmelodie entdecken. 
Das Tempo und die Hast des Tages verlangsamen sich -
ich werde zum Ritardando...


Advent är en fin tid. Om det är mörkt ute, tändas ljus i vardagsrummet. 
Vara hemma, vad varmt och mysigt.
Lyssna på musik, hitta sin egen julmelodi.
Hastigheten försvinnar -
jag blir en ritardando...



PS. Mit der Weise 'Komm gib mir Wärme - kom ge mig värme' des finnischschwedischen Komponisten Jean Sibelius wünsche ich allerseits ein verlangsamtes 2.Adventwochenende:


Ahnenforschung

01.12.2011

Normalerweise schenke ich den Zufällen im Leben nicht viel Beachtung und wische sie gern mit einem kurzen "Zufall halt!" beiseite.
Bis - ja bis ich kürzlich eine andere, tiefgehende Erfahrung machte.
Ich betrieb nämlich etwas matrilineare Ahnenforschung  im Internet.
Und wurde fündig.
Verblüfft schaute ich auf das Resultat, wurde dabei so glücklich, dass ich das Ganze schlicht nicht mehr als Zufall abtun wollte. Sondern an Vorsehung zu glauben begann... 
Ich fand nämlich meine Vorfahrin, Hausfrau Hanna, die vor ungefähr 140 Jahren gelebt hatte.
Und nun der Zufall, der für mich keiner ist: 
Sie lebte tatsächlich...
... in Schweden :-)

PS. Hier sieht man sie, meine ernst blickende, schwedische Vorfahrin:

Hustru Hanna!
Bildquelle: Skåne - Nordiska Museet
Porträtt av Nämdeman Erik Nilsson i Lyngby och hustru Hanna.