Das Nobelfest in Stockholm!
Das erste Nobelfest war 1901. Die damals 100 Gäste, alles Männer, fanden noch locker Platz im Spiegelsaal des 'Grand Hotel', das sich gegenüber dem Königsschloss befand und immer noch befindet.
Heute sind es gut 1300 Gäste, die sich in der blauschimmernden 'Blå Hallen' im 'Stadshuset' dem Festmahl hingeben.
Wichtige Gäste bekommen dabei an den reich dekorierten Tischen 80 cm Platz, weniger prominente Gäste hingegen nur 60 cm.
Zwei pikante Geschichtchen von zwei Literaturnobelpreisträgern lohnen sich zu lesen:
Knut Hamsun kam bereits angesäuselt ans Bankett und tätschelte Selma Lagerlöf auf ihren in einem Korsett steckenden Hintern. Später dann soll er auch das Diplom und den Preischeck im Lift des 'Grand Hotel' vergessen haben...
Thomas Mann, der grosse deutsche Schriftsteller und Bourgois, erlaubte sich 1929 einen andern Ausrutscher: Er sperberte im Voraus nämlich ganz unbescheiden darauf, den Abend zwischen zwei königlichen Hoheiten, Kronprinzessin Louise und Prinzessin Ingrid (heute wären das wohl Kronprinzessin Victoria und Prinzessin Madeleine) zu verbringen. Als er diesen Platz nicht bekam, meinte er gehässig, er wolle dann im Fall nicht zwischen 'två gamla murklor' sitzen...
Anstelle einer deutschen Übersetzung: Das sind 'två gamla murklor'!
PS. Und was sagen uns nun die beiden Geschichten?
Dass sich Schriftsteller und Nobelpreisträger zwar schriftlich äusserst gekonnt und gewählt auszudrücken vermögen - im mündlichen Umgangston jedoch äusserst gewöhnliche Menschen sind. Männer halt!

4 Kommentare:
Geht mir ähnlich, kann mich auch schriftlich besser ausdrücken. Werde aber mündlich, im Gegensatz zu mancherlei Herren, niemals grob, anzüglich oder ungehobelt...Hoffe ich.
Gruß von Sonja
Ich habe auch mündlich ein gut geöltes Mundwerk,
liebe Frau Wildgans,
meine jedoch ebenfalls, mich in Ton und Wortwahl stets moderat und der Situation entsprechend auszudrücken...
Und Thomas Mann mochte ich sowieso nie!!!
Herzlich grüsst Sie
Hausfrau Hanna
Das sind höchst interessante und amüsante Geschichten! Danke fürs "Servieren".
Liebe Grüsse,
Brigitte
Und ebenfalls amüsant war,
liebe Frau Quer,
dass die doppelseitige Reportage aus einer schwedischen 'Neuen Post' kopiert war.
Ohne Gewähr auf 100%ige Wahrheit...;-)
Herzlich Hausfrau Hanna
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