"Das Geräusch einer Schnecke beim Essen"

31.08.2012


Ein dünnes Buch. Ein etwas seltsamer Titel. Eine Autorin, deren Name mir nichts sagte.
Ich entlieh es in der Bibliothek und las es kürzlich.
Es ist ein so grossartig geschriebenes Buch, dass ich es hemmungslos weiterempfehle:


Elisabeth Tova Bailey "Das Geräusch einer Schnecke beim Essen" 2012


Die Autorin, Elisabeth Tova Bailey, schreibt von ihren Erfahrungen in einer Welt der Langsamkeit, Bewegungslosigkeit und Stille, die ihre Realität waren während einer schweren, endlos langen Krankheit.
Sie schreibt jedoch auch von einer ungewöhnlichen Freundschaft, die während dieser Zeit entstand:
Die Freundschaft mit einer kleinen Schnecke in einem bepflanzten Glas, das ihr eine Freundin neben das Krankenbett stellte.
Das mag sich langweilig anhören...
Ich erlebte es ganz anders. Wohl selten noch habe ich ein Buch so genau gelesen. Mein sonst eher schnelles Lesetempo verlangsamte sich. Ich machte häufig Pausen, hielt inne.
Denn das Gelesene wollte sinken und wirken.
Wie die ans Bett gefesselte Autorin ihre Mit- und Umwelt erlebte, wie sie das unscheinbare, kleine Lebewesen an ihrer Seite beschrieb, las sich hochspannend und berührte mich.

PS. Zum Schluss eine Stelle im Buch, Elisabeth Bailey beschreibt darin, wie sie Besuch von befreundeten Menschen erlebte, bleibt wohl noch lange in meinem Gedächtnis haften:

"Sie befürchteten, mich zu überanstrengen, doch ich merkte, dass ich sie ausserdem an all das erinnerte, wovor sie sich fürchteten: An Zufall, Ungewissenheit, Verlust, den schmalen Grat der Sterblichkeit. Wir Kranken sind die Hüter der geheimen Ängste all jener, die bei guter Gesundheit sind."

Musikalische Sternschnuppe

30.08.2012

Vorgestern Abend wurde im 'Konserthuset' in Stockholm der Polarpreis an Paul Simon vergeben.
Zu seinen Ehren spielten hinreissende Musiker ein mitreissendes 'You can call me Al' -  legten einen Auftritt voller Swing, Bewegung und musikalischem Können hin.
Sogar König und Königin liessen sich etwas anstecken. Es reichte zu einem royalzurückhaltenden Klatschen.
Immerhin.


PS. Drottningen Silvia och Kronprinsessan Victoria sitter i ursnygga kläder och håller knäna tätt ihop. Det måste vara otroligt ansträngande.
Vad är jag glad att mitt yrke är hemmafru och inte drottning...

( Königin Silvia und Kronprinzessin Victoria sitzen da in wunderschönen Kleidern und halten die Knie eng zusammen. Das muss unglaublich anstrengend sein.
Bin ich froh, dass mein Beruf  Hausfrau und nicht Königin ist...)

PPS. Und das Video unbedingt bis zum Schluss schauen - t.o.p.p.e.n! :-)



PPPS. Zum Thema 'Polarpreis' auch der Blogbeitrag vom Mai.

Auf Abschiedstour

29.08.2012



Der Sommer 2012 ist auf Abschiedstour wie eine alternde, müde gewordene Rockband...

Willkommen Herbst!

Volle Segel oder auf Halbmast...

28.08.2012

Schillers Sprüche haben es mir seit jeher angetan.
Schön auch dieser hier:

 "Mit vollen Segeln lief ich in das Meer des Lebens."
 


PS. Aber manchmal reicht es auch, die Segel auf Halbmast zu belassen...  meint Hausfrau Hanna

Die Hundstage sind vorbei...

27.08.2012

...und ich bin wieder zurück in der Stadt!
Es war eine herrliche, wundervolle Woche auf dem Land. Ohne Internet, Tageszeitung und andere Ablenkungen.
Dafür mit einem Dorfladen als Mittelpunkt, in dem nebst des guten und regionalen Lebensmittelangebots stets auch ein ausgiebiger Schwatz mit inbegriffen war.
Dafür mit einem kühlen Bächlein hinter dem Haus, das in den Schlaf und durch die Träume plauderte.
Dafür mit farbigen Wollknäueln, aus denen Masche für Masche Socken für den Winter entstanden.
Dafür Musse und Ruhe, um Satz für Satz "Das Geräusch einer Schnecke beim Essen" der Autorin Elisabeth Tova Bailey zu lesen und zu verinnerlichen.

PS. Ein Hoch auf diese Hundstage - bis zum nächsten Jahr!



 

Mediterranes Lebensgefühl

18.08.2012

Die Stadt brütet vor sich hin.
'Mediterranes Lebensgefühl' nennt das die hiesige Tageszeitung.
Ich sehe nur gerötete, verschwitzte Gesichter. Aufgeschwollene Füsse in offenen Schuhen. Und hitzetrunkene Velofahrende, die alle Regeln missachten, um möglichst schnell und schattig ans Ziel zu gelangen.
So wie die mittelalte Frau, die voll Caracho auf ihrem Rad durch die Fussgängerunterführung auf mich zufährt.

Hoppla!
Meinem fassungslosen "Hier ist aber ein Fahrverbot" hält sie bloss ein beschwichtigendes "Ja, ja. Ich steige ja gleich ab" entgegen. Und genau das tut sie auch. Denn sie hat schliesslich ihren Ziel- oder Arbeitsort erreicht:

Das städtische Erziehungsdepartement!

PS. Die nächste Woche mache ich Sommerpause. Oben im Tal hält das uralte Haus mit seinen dicken Mauern Kühle und Ruhe bereit.
Gut versorgt mit Lesestoff wünsche ich allen im weiten Blogland schöne Hitzetage - möglichst an einem schattigen Plätzchen - dazu ein eisgekühltes Coca Cola oder (wer's mag...) ein ebensolches Bier
Hausfrau Hanna

Katzenkaffeehaus

17.08.2012


Gestern haben Ursi und ich Kaffee getrunken zusammen.
Auf der Terrasse eines Cafés oberhalb des Rheins.
Ursi liebt Katzen, Cafés und Velotouren.
Und wahrscheinlich auch Wien.
Heute fand ich nämlich von ihr im Mailbriefkasten diesen youtube-Beitrag:



PS. Diesen 'g'schmackigen' Kaffeehaustipp gebe ich natürlich gern weiter.
Nicht ganz selbstlos allerdings.
Hoffe ich doch sehr, dass Bloggerkollege Tinu dem Wiener Katzencafé einen Besuch abstattet und nach seinem Aufenthalt einen anschaulichen Bericht inklusive Föteli aufschaltet... :-)

Blühender Nachwuchs

16.08.2012

Die Sonnenblume, die mir der kleine Marktfahrer mit dem feinen Gespür fürs gute Geschäft im Mai 2011 verkauft hat, hat in der letzten Woche dreifachen, gelbblühenden Nachwuchs bekommen.
Zwei kleine:

Und eine, die es wiederum bis unter das Glasdach geschafft hat:

PS. Allmählich ergibt sich hier eine richtige Sonnenblumenfortsetzungsgeschichte...


Aufgewärmtes im Sommer

15.08.2012

Heute erinnert Google an eine ganz besondere Frau, die amerikanische TV-Köchin Julia Child:

Sie könnte heute ihren 100.Geburtstag feiern.
Vor etwas mehr als zwei Jahren sah ich im Kino einen Film über ihr Leben.
In der Hauptrolle eine umwerfend spielende Meryl Streep.

PS. Und da Aufgewärmtes ebenfalls gut schmeckt, hier der alte Blogbeitrag 'Grosse Kochkunst' vom März 2010.

Erster Schultag!

14.08.2012

Heute Morgen finde ich eine hübsche Foto als Beilage in einer Mail vor:
Ein stolzer Erstklässler an seinem ersten Schultag.
Er sitzt am Pültchen, vor sich ein Blatt Papier. Darauf ein gezeichneter Igel.
Nun ist der Bub mit Feuereifer dabei, auf den leeren Igelkörper braune Stacheln zu stricheln.
Auf die haargenau gleiche Weise lernte schon das kleine Hausfrau Hannakind am ersten Schultag seinen ersten Buchstaben. Anschauungsmaterial war damals wichtig. Und so hielt die Lehrerin allen Kindern einen ausgestopften Igel hin. Kaum hatten die zarten Fingerspitzen die spitzigen Stacheln berührt, als die Hand auch schon wie von allein eine Fluchtbewegung nach oben machte, begleitet von einem wehklagenden, hohen I i i i-Laut.
Der erste Buchstabe hatte sich eingeprägt...

PS. Damals und heute.
Unglaubliche 52 Jahre liegen dazwischen.
Eigentlich hat sich gar nicht soo viel verändert...

Geile Zukunft

13.08.2012

Das Plakat genau gegenüber meiner Tramhaltestelle ist bereits ausgewechselt worden:


PS. Schön, dass wir Menschen hier in der Schweiz nicht wunschlos glücklich sind...

Unter dem Kopfhörer

11.08.2012

Gestern im grossen Musikgeschäft der Innenstadt.
Ich durchblätterte flink die CD-Fächer, die alphabetisch nach Gruppen und Interpreten geordnet waren. Bei Jimmy Cliff stoppte ich, nahm die 'Best of '- CD heraus und schob sie in eines der bereitstehenden Abspielgeräte.
Unter dem Kopfhörer fühlte ich mich zurückversetzt in jene Zeit, als wir in trauter Freundesrunde nächtelang diskutierten, Musik hörten und dazu ein Güggli qualmten...





So ist Sommer schön!

10.08.2012

Der Sommer, so wie er im Moment ist, darf von mir aus genauso weitergehen und dann nahtlos in den Herbst münden. Diese Jahreszeit der Fülle und Farben, die ich so mag.
Im Moment scheint die Sonne. Warm und angenehm, keine Spur dieser unerträglichen Schwüle, die Körper und Geist lähmt und träge werden lässt.
Und als ob das nicht genug wäre, prognostizierte die stets etwas zu euphorisch wirkende TV-Wetterfrau, dass es auch zu regnen beginnen würde.
Sternschnuppen.
Am nächtlichen klaren Augusthimmel.

Ohne Bauch

09.08.2012

Kürzlich befand sich eine Postkarte im Briefkasten, die mir sehr gut gefiel.
Einerseits, weil die Rückseite vollgeschrieben war mit schwedischen Grüssen und Wünschen.
Andererseits, weil auf der Vorderseite dieser Spruch unter der mit Wasserfarben hingepinselten, blumengeschmückten Frau stand:

En kvinna utan mage är
som en säng utan kudde.


PS. Google übersetzt für einmal perfekt! Hier.

Elchmeditation

08.08.2012

Heute Morgen habe ich ein paar Minuten den Elchen zugeschaut.
Per Webcam, die sich irgendwo im Norden Schwedens oberhalb eines Elchgeheges befindet.
Heute zum Beispiel scheint die Sonne, und es windet ziemlich stark. Ich sehe es an den Bewegungen von Büschen und Gräsern.
Ein Vogel schiesst mitten durch das Bild, kaum vermag ich ihm zu folgen.
Und plötzlich erscheinen sie wie aus dem Nichts am rechten Bildrand:
Vier Elchkühe!
In einer geordneten Einerkolonne defilieren sie in diesem typisch schaukelnden Gang vor der Kamera und meinen Augen vorbei und verschwinden am linken Bildrand wieder im Nichts.
Und der Bildausschnitt ist aufs Neue elchleer...

Sommermalven

07.08.2012

Im vergangenen Oktober starb unsere hochbetagte Hausmitbewohnerin.
Sie war für uns alle jemand ganz Besonderes, besass Charme und Stil.
Und wir wussten stets, woran wir waren mit ihr, so schnörkellos und direkt war ihre Art.
Ihre letzten Lebensmonate waren schwierig.
Als ich sie einmal im Spital besuchte, sass sie in einem grossen Lehnstuhl, in dem sie beinahe verschwand.
Und als ich sie nach ihrem Befinden fragte, sagte sie einzig: "Es kommt, wie es kommt", und ihre Stimme klang dabei spröde.
Sonst blieb es still zwischen uns.
Sie habe ganz friedlich ausgesehen im Tod, sagte eine ihrer nächsten Vertrauten.
In diesem Sommer blühen die Malven, die sie einst gesetzt hat, besonders schön...

Vollmondmusik

03.08.2012

Gestern Nacht war der Himmel zwar wolkenverhangen. Der Vollmond fand jedoch immer wieder Lücken, und es schien, als ob er zwischen den mächtigen Wolkengebilden dahintriebe.
Ich sass am weit geöffneten Fenster zur Strasse hin, schaute dem nächtlichen Geschehen zu und dachte an Ludwig.
Meine Augen bekamen einen weichen, schwärmerischen Ausdruck.
Dann griff ich gezielt im Sideboard nach einer Klassikscheibe, schob sie in die Anlage und die Kopfhörer über die Ohren.
Schon nach wenigen Tönen befand ich mich im Zustand seliger Trunkenheit.
Das Zusammenwirken von Vollmond und Musik und Ludwig van Beethoven...



PS. Und natürlich einem kleinen Glas Roten...
Ein schönes Wochenende allen, die Ludwig van Beethoven auch mögen :-)
Hausfrau Hanna

Kracher- und raketenfrei...

01.08.2012

...war es heute am Fluss. Und so entstanden diese stillen Impressionen am sommerheissen Nachmittag des Nationalfeiertages:



PS. Wer Text vermisst, kann mehr lesen zum 1.August bei: