Letzter Septembertag

30.09.2012


Idag är den sista dagen i september.
Nu är den här... Hösten!
Jag hälsar alla mina svenska vänner och okända läsare med den här låten.
Ha en trevlig vecka!




Handtaschengrosser Wunsch

29.09.2012


Ängelchen hat bald Geburtstag. Und ganz eigene Vorstellungen, was es sein muss:
"Ein Handtaschenhündli."
"Aber du hast doch schon eine ganze Menge dieser Plüschtiere. Genügen die nicht?"
"Nein, doch nicht solche! Ich wünsche mir ein Handtaschenhündchen. Ein richtiges!"


Ängelchen stellte sich wohl so etwas vor:



PS. ...und ich war ganz ehrlich etwas sprach- und ratlos ;)


Mystischer Ort

28.09.2012


Drei kurze Tage Urlaub.
An einem Ort in der Surselva.
Wir wandern bei jeder Witterung.
Auch am Tag, an dem ein Föhnsturm die Tannen biegt.
Wir verbringen, der Gegenwart entrückt, einige Zeit oben auf dem Hügel mit der romanischen Kirche. Und den jahrtausendealten Menhiren.
Ein Zustand der Ruhe stellt sich ein.
Ein mystischer Ort...




Und dann die gegenüberliegende Seite mit Sicht auf den Ort, der vom Tourismus lebt.
Gegenwart...

Gläserne Dauerlösung

24.09.2012

Seit etlichen Jahren besitze ich eine Lesebrille.
Was heisst  e i n e!
Es sind mehrere.
Denn eine befindet sich in der Handtasche. Eine beim Telefon. Eine auf dem Bücherstapel neben dem Bett. Dazu noch eine billige für 9 Franken 90. Für alle Fälle...
Weshalb ich dennoch täglich viel Zeit liegenlasse beim Brillesuchen, ist und bleibt mein persönliches Rätsel.
Wahrscheinlich brauche ich endlich eine Dauerlösung:
 

"Geh aus und sei froh!"

21.09.2012


"Gå ut och var glad!" röhrt der schwedische Rocker Ulf 'Uffe' Lundell aus tiefer Seele und verrauchten Lungen:





PS. Ich schliesse mich an - wünsche allerseits ein herbstfrohes, vergnügtes, heiteres Wochenende :-)
Hausfrau Hanna

Glückspilz!

20.09.2012

Es gibt Menschen, die nie die Nieten aus dem Lostopf ziehen, wie es mir passiert.
Die immer wieder beim Kreuzworträtselsprösseln ein Ferienwochenende im Viersternhotel gewinnen.
Und die auf der Herbstwanderung zufällig über solche Prachtsexemplare von Steinpilzen stolpern...
Glückspilze werden sie genannt, diese Menschen!
Ich gehöre jedenfalls nicht dazu.
Ich begegne bloss solchen Pilzen, die sich an Baumstämmen festhalten und deren Name ein mulmiges Gefühl hinterlässt:

Schwefelporlinge!

Mit Rückgrat

19.09.2012

Redewendungen in einer Fremdsprache tönen oft eigenartig, wenn man sie wortwörtlich in die Muttersprache übersetzt.
"Ha råg i ryggen" (ha rog i rüggen) etwa, das wir uns in der letzten Schwedischstunde erarbeitet haben.
"Roggen im Rücken haben", rollt und flattert zwar schön beim Sprechen, gibt jedoch keinen Sinn.
"Zivilcourage haben", hingegen schon...

PS. Oder wie Hausfrau Hanna ergänzend meint:
"Auch wenn das Gehen schwerfällt, kann man sich dennoch den aufrechten Gang bewahren und ein starkes Rückgrat zeigen." Hausfrau Hanna

Gefrässige Brautjungfer

18.09.2012


Eine frühe Erinnerung.
Das Kind darf zum ersten Mal an eine Hochzeit. Zuvor wird ihm von der Schneiderin ein traumschönes, blassrosa Hochzeitsröcklein mit Rüschelkragen angepasst und genäht.
Stolz posiert es vor dem frisch getrauten, strahlenden Brautpaar für die Erinnerungsbilder.
Die Braut feierte übrigens kürzlich ihren 80.Geburtstag.
Der Bräutigam ein paar Monate zuvor seinen 85.
Das Strahlen des Brautpaars bekommt das Kind allerdings nicht mit. Es ist viel zu beschäftigt, die in Seidenpapier gewickelten Rosen im pummeligen Kleinkinderarm festzuklemmen und sich ordentlich einzumitten zwischen den beiden grossen Brautjungfern.
Die Feuersteine, gedacht für die vielen schaulustigen Kinder, schleckt es dann alle selbst...
Das gefrässige Kind.



Spritzige Immobilienwerbung

17.09.2012


Die Werbung dieser Versicherung ist auffällig gross geschrieben und gut lesbar. Und trotzdem nicht auf den ersten Blick verständlich, da sie eine unvorhergesehene Wendung nimmt.
Ambivalent wie das Leben...





Immerhin, hier blieb am Schluss noch etwas übrig zum Verteilen. 
Und selbstverständlich hoffe ich, dass auch der Mann wieder eine anständige Bleibe gefunden hat...


Sechsstimmig

15.09.2012

Dieses sechsstimmige Abendlied habe ich kürzlich an einem Konzert gehört.
Es sangen keine Profis.
Sondern ganz gewöhnliche Dorfbewohner eines kleinen, ländlichen Ortes.
Es war eine Sternstunde!


PS. Ein schönes Altweibersommerwochenende ob in der Stadt oder auf dem Land
wünscht Hausfrau Hanna

Ausgebrannt und leer...

14.09.2012

Heute lese ich in der Tageszeitung als Erstes die raumeinnehmende, doppelseitige Berichterstattung zum Tode des ehemaligen SP-Bundesrates Otto Stich.
Dann fällt mir auf Seite 5 eine fettgedruckte Überschrift zu einem kleinen Bericht am rechten Zeitungsrand auf:
SVP-Nationalrätin Natalie Rickli leidet an einem Burnout.
"Oha", denke ich und beginne zu lesen:
Burn out - nie habe sie gedacht, dass ihr so etwas passieren könnte.
"Aha", denke ich, "das sagen sie alle. Weil so etwas stets nur den andern passiert."
"Aber jetzt ist es so!" Diese freimütige Akzeptanz finde ich beachtlich. Und ebenso bewundernswert ihre Aussage, sie nehme eine Auszeit von allen politischen Terminen und wolle sich ganz auf ihre Erholung konzentrieren.
"Oh", denke ich und habe für Frau Rickli gleich noch einen Buchtipp:
 
 
 
PS. Übt Frau Rickli nämlich täglich und konzentriert diesen Yogaspagat, kann sie bald schon wieder  in ihr politisches Geschäft einsteigen. Mit vollem Elan!
 
 
 

Zwischen zwei Haltestellen (31)

13.09.2012


Letzter Fahrtabschnitt im Regiozug am Samstag.
Der Ballonmützenjunge lenkt das Gespräch wieder auf die Musik:
"Kennst du Leonard Cohen?" fragt er seinen Freund.
"Cohen? Der Name tönt jüdisch. Nie gehört!"
"Cohen ist sehr gut. Weltklasse. Und schon alt. 70. Oder so. Seine Songs sind geil."
Die ganze Zeit, immerhin 20 Minuten, habe ich nun zugehört und geschwiegen.
Jetzt entfährt mir ein "Hallelujah!".
Die dunkelbraunen Augen meines Gegenübers schauen mich neugierig an.
"Hallelujah heisst eines der bekanntesten Lieder von Leonard Cohen", erkläre ich.
Was der Cohenfan mit der Mütze sofort bestätigt:
"Hallelujah ist sein absolut schönster Song. Ich lade ihn dir runter."
Dann hält auch schon der Zug, die beiden steigen aus. Nicht ohne sich vorher freundlich veabschiedet zu haben und mir ein schönes Wochenende zu wünschen.

PS. Die Zugfahrt, das Gehörte klang noch einige Zeit nach.
Die beiden Burschen erinnerten mich an jene Zeit in den 70er-Jahren, als ich (als wir) im gleichen Alter waren und genauso intensiv, beredt, engagiert. Cohen, Dylan, Donovan hörten.
Wildlederboots und Jeans trugen.
Ein winziger Unterschied fiel mir dann doch ein: Unser Wort damals war 'toll'...

Zwischen zwei Haltestellen (30)

12.09.2012

Das Gespräch zwischen den beiden Freunden dreht sich nun eine ganze Weile um Israel, um den Aufenthalt in einem Kibbuz und um Menschen, die dort leben.
Ich erfahre dabei, dass der vor Begeisterung sprühende, junge Mann mir gegenüber, jüdische Wurzeln hat.
Er erzählt folgende Begebenheit, die ihn bei seinem Aufenthalt in Israel sehr betroffen gemacht hat. Dabei verändert sich sein Gesicht, bekommt nachdenkliche Züge:
Er sei auch im Gazastreifen gewesen. Dort sei ihm ein Plakat aufgefallen. Mit einem Bild von Osama bin Laden und einem zehnjährigen Mädchen mit einem Gewehr in der Hand: "Lerne, wie man Terroristen abschiesst!" sei darunter gestanden.
"Das verstehe ich nicht von Israel", sagt er kopfschüttelnd und wiederholt den Satz wie zur Bestätigung nochmals.

PS. Fortsetzung und Schluss morgen!

Zwischen zwei Haltestellen (29)

11.09.2012


Und weiter geht die Fahrt im Regiozug.
Das Gespräch zwischen meinen beiden Mitfahrenden bekommt nun eine andere Thematik, die mit  'Ben' beginnt. 'Ben', der jüdische Name, der 'Sohn' bedeutet.
Mein smarter Nachbar mit dem Pferdeschwanz kommt in Fahrt. Israel ist das, was Schweden für mich ist: Geliebtes und gelobtes Land!
Er erzählt, wie er bei seinem Ferienaufenthalt in Israel nachts um 22 Uhr draussen auf dem Balkon durch Schüsse erschreckt worden sei: "I Hoseschisser bi voll ins Hus gsegglet."
Der Nachtwächter habe ihm dann erklärt, dass es bloss Beduinen seien, die auf einer Hochzeit mit Platzpatronen in die Luft schiessen würden.
Dann endet er mit einem von tief aus der Seele kommenden:
"Ich schwöre dir, ich werde irgendwann nach Israel gehen und dort wohnen. Und dort sterben."


Fortsetzung folgt! Morgen!

Zwischen zwei Haltestellen (28)

10.09.2012

Am Samstagmorgen im Regiozug.
Ich wühle im Gepäck nach Brille und Buch, als kurz vor Abfahrt zwei ungefähr 20-jährige Männer mir gegenüber Platz nehmen. Der eine trägt ein weisses Hemd mit hochgekrempelten Ärmeln, dunkle Jeans, Wildlederboots und eine Ballonmütze, die er während der ganzen Fahrt immer wieder abnimmt, um sich mit eleganter Bewegung die Haare zurückzustreichen.
Der andere, er setzt sich ans Fenster mir gegenüber, hat die starkgewellten Haare im Nacken zu einem Pferdeschwanz gebunden. An seinem Hals pendeln zwei Ohrstöpsel.
Es ist eine ganze Weile her, seit ich ein so freundliches, offenes, waches Gesicht gesehen habe.
Da mich die Sonne blendet, schütze ich die Augen mit der Sonnenbrille, lasse das Buch Buch sein und gebe mich dem ungestörten Lauschen hin...
"Supertramp! Einfach geil diese Musik", schwärmt mein direktes Gegenüber.
Das erstaunt mich. Supertramp? Die waren doch zu meiner Zeit aktuell...
"Was meinst du zu den Beatles und den Stones?" fragt ihn sein Freund. Er ist der Wortkarge, Ruhige.
Dieses Stichwort lässt mein Gegenüber übersprudeln:
"Mit den Stones konnte ich zuerst nichts anfangen. Die Beatles jedoch: Götter!"
Innerlich und völlig lautlos pflichte ich ihm bei.
"Meine Mutter hat übrigens eine Zeitlang in derselben Strasse gelebt wie John Lennon."
In den ersten Minuten dieser Bahnfahrt erfahre ich noch ihr Ziel:
Ein Musikfestival für neue Musik "in einem Kaff im oberen Kantonsteil, das bestimmt nur einen oder zwei Bewohner hat..."


PS. Fortsetzung der Zugfahrt morgen :-)

Geigenwettstreit

07.09.2012


Im Sommer finden in ganz Schweden die 'Allsång-Festivals' statt.
Was dann auf gut Deutsch ein 'Jederkannmitsingen' ergibt. In Schweden singt man bekanntlich gern und bei jeder Gelegenheit.
In Stockholm nun findet der 'Allsång' auf Skansen statt.
Immer am Dienstagabend. Immer um die gleiche Zeit, klockan 20.00 bis 21.00.
Seit 1979 (da war ich übrigens das erste Mal in Schweden!) wird er im TV übertragen.
Das Wetter, mag es noch so kühl und regnerisch sein, kann dem 'Allsång' nichts anhaben. Musikalisch scheint immer die Sonne...
In diesem Jahr gefiel mir ein Geigenwettstreit besonders gut.
In erster Linie wegen Kalle Moraeus.
Ich mag Kalle.
Weil er genauso geigt, wie er aussieht:
Rund und prall.
Oder auf Schwedisch 'rund som en tunna'... ;-)


PS. Ein genausolches Wochenende wünsche ich allen - en underbar, 'rund som en tunna'- helg till er alla,
Hausfrau Hanna

"Über mir ein Himmel"

06.09.2012

Herbststimmung.
Noch kann die Balkontüre halb geöffnet bleiben.
Die Samen der Wunderblumen sind schwarz und reif zum Einsammeln.
Mit vornüber gebeugten Köpfen verblühen die Sonnenblumen in ihren grossen Töpfen.
Am nebligen Himmel fliegen die letzten Schwalben.
Und ich habe die zwei Gedichtbände von Luisa Famos neben mir liegen.


Über mir ein Himmel
Weit
Schweigend.
Das Lied eines Vogels
Weckt mich.
Ich sehe wie er
Den Himmel quert
Ohne Spur.
So auch ich.
Und was bleibt
Sieht niemand.
Und doch bleibt alles.
 
geboren 1930 in Ramosch
gestorben 1974 in Ramosch

Alter Lauser!

04.09.2012



Das neue Globibuch 'Globis Reise ins Herz der Schweiz' ist soeben erschienen:


Es steht bereits im Bücherregal. Um von eifrigen Kinderfingern herausgezogen und durchgeblättert zu werden. Denn Globibücher liest man nicht. Globibücher schaut man an:



PS. Zwischen dem achtjährigen, auf dem blauen Sofa sitzenden Tellenbub und mir besteht im Moment ein reger Mailkontakt.
Mit Globi im Zentrum:

"Lieber Tellenbub,
ich habe gestern das neue Globibuch gekauft.

Globi wird dieses Jahr schon 80 Jahre alt und ist immer noch ein Lauser und Luftibus.
Was meinst DU zu Globi???
Liebe Grüsse Hausfrau Hanna"

PPS. Postwendend kam die Antwort:


"Liebe Hausfrau Hanna,
ich finde GLOBI auch so einen Lauser.
Dein Tellenbub"


 

Hörst du?

03.09.2012


Soeben habe ich im Anhang zu einer Mail dieses Gedicht erhalten.
Brentano. Lang ist es her, seit wir ihn im Deutschunterricht  'durchgenommen' haben.
Damals war ich zu jung für solche Gedichte.
Heute verstehe ich sie.
Jetzt wünsche ich mir noch eine Melodie dazu.
Dann nehme ich das Gedicht mit auf meine Spaziergänge und singe es...

In den Himmel geknipst auf dem gestrigen Spaziergang 



Hörst du

Hörst du wie die Brunnen rauschen,
Hörst du wie die Grille zirpt?
Stille, stille, lass uns lauschen,
Selig, wer in Träumen stirbt.
Selig, wen die Wolken wiegen,
wem der Mond ein Schlaflied singt,
O wie selig kann der fliegen,
Dem der Traum den Flügel schwingt,
Dass an blauer Himmelsdecke
Sterne er wie Blumen pflückt:
Schlafe, träume, flieg’, ich wecke
Bald Dich auf und bin beglückt.

Zwischen zwei Haltestellen (27)

02.09.2012


Heute auf der Heimfahrt im gelben Tram in die Stadt.
Und nein, das ist nicht OK. ...


Zwischen zwei Haltestellen (26)

01.09.2012

Am frühen Nachmittag beim Verlassen der Rolltreppe in der Bahnhofshalle.
Ein Amerikaner mit sperrigem Reisetrolley trötete vor mir in sein Natel:
"The weather in Basel is fucking, fucking bullshit!"

PS. Und damit lieferte er auf den Punkt die richtige Übersetzung ;)

Quantensprung



Im kitschigrosa Bilderrahmen drei gestickte Kreuzchenstichwörter.
Aus- und aufgestellt im Nordischen Museum (Nordiska Museet) in Stockholm.
Dank dieser Handwerkskunst haben meine Schwedischkenntnisse einen Quantensprung gemacht:
Ich kann fluchen... :-)

Helvetes jävla skit!
(helwetes jewla schit!)

Gestickter Fluch im Nordiska Museet Stockholm