Museumspass sei dank...

09.01.2013

... ging ich zwischen Weihnachten und Neujahr in eine Ausstellung. Ohne Pass und freien Eintritt hätte ich es wohl sein lassen, denn der Name des Künstlers, Markus Raetz, sagte mir  nichts.
Nun, manchmal ist es ein Vorteil, sich unbeeindruckt von einem berühmten Namen und ohne Vorstellung und Bilder im Kopf einzulassen auf etwas Neues, Unbekanntes.
Ich ging also durch die Museumsräume, blieb stehen vor Wänden mit Fotos und Bildern und staunte genauso wie die Kinder neben mir über die aus Naturmaterial zusammengefügten Objekte. In einem der Räume fragte ich die Aufsicht, ob sie die beiden auf einem Sockel stehenden Körper in Bewegung setzen würde. Und stand dann zwei Minuten gebannt vor der rotierenden Skulptur, die zu einer eleganten, wendigen Tänzerin wurde.
Angetan hatten es mir auch die in Vitrinen ausgestellten kleinen Notizbücher des Künstlers mit seinen Skizzen, Einträgen und Gedanken:

"Einer stand dem andern immer vor dem Licht,
warf ihm immer den Schatten seines Kopfes an den Kopf
und erhielt dadurch erst noch einen Strahlenkranz (in den Augen des andern)."

Plötzlich vor einer Aufnahme dann ein Blitz der Erinnerung, der mich durchfuhr:
"Dieses Gesicht aus Steinstelen habe ich doch schon einmal gesehen!"
Aus Hausfrau Hannas Fotoalbum, August 1984/ Grün 80

Tatsächlich! Es war damals im Sommer 1984 an einer Skulpturenausstellung in der Grün 80. Unten auf der Wiese war man umgeben von scheinbar zufällig angeordneten Steinstelen. Oben vom kleinen  Hügel sah man plötzlich in ein menschliches Gesicht.
Der Künstler von damals hiess Markus Raetz. Sein Name war mir entfallen. Sein Werk jedoch blieb mir unauslöschlich in Erinnerung.

 
 
PS. Die Ausstellung von Markus Raetz im Kunstmuseum Basel dauert noch bis 17.Februar.