Von einem ausgewanderten Bündner Bilderbuch

30.04.2013


Zottel, Zick und Zwerg heissen die drei Ziegen, die der Bündner Maler Alois Carigiet vor beinahe 50 Jahren in einem Bilderbuch verewigt hat. 
In den 80er-Jahren wurde das Buch auf Schwedisch übersetzt. 
Mit kleinen Veränderungen.
Aus den drei Ziegen, der weissen Zottel, der rübenroten Zick und dem kleinen Zwerg, wurden Ole, Dole, Doff. Und so werden sie beschrieben:
Ole är vit som snö (weiss wie Schnee). Dole är röd som en rädisa (rot wie ein Rettich). Doff är den minsta av alla (die Kleinste von allen).
Auch der junge Geisshirt Maurus wechselt seinen Namen und wird ein Martin.
Sonst jedoch bleibt die Geschichte gleich: 
Der Geisshirt Maurus/Martin bricht am frühen Morgen mit der Ziegenherde des Dorfes zur Alm auf und lässt sie dort weiden. Als er ausruht und traumverloren die Wolken beobachtet, hauen ihm Zottel, Zick und Zwerg ab. Während ein heftiges Gewitter niedergeht, sucht er verzweifelt die Ziegen.
Das Ende geht gut aus. Auf Deutsch und auf Schwedisch.


PS. Übrigens wird der viel bekanntere 'Schellenursli', den Carigiet ebenfalls illustriert hat, zum schwedischen 'Ursli och klockan'. Was in Schweizer Ohren irgendwie umständlich tönt. Dieses 'Ursli und die Glocke'...


Zwischen zwei Haltestellen (43)

29.04.2013

Vergangene Woche im Regiozug  Richtung Stadt.
Es ist ruhig. Ich habe ein Viererabteil für mich allein und lese.
Da höre ich die Stimme eines Kindes. Im Abteil schräg hinter mir sitzen eine Mutter und ihre beiden Töchter. Die ältere ist im Teeniealter, die andere etwa acht. Sie hat auf ihrem Schoss ein Buch und liest laut.
Eine begeisterte Erstleserin, denke ich, und im gleichen Moment höre ich die Mutter fragen:
"Verstehst du eigentlich, was du da liest?"
Die Tochter: "Ja."
Die Mutter: "Aber ich nicht!"
Die Tochter liest weiter.
Nun jedoch lautlos.



Von garniertem Wurstsalat!

27.04.2013

Diese Woche in einer Landbeiz.
Auf der Menukarte stand 'Wurstsalat garniert'.
Den bestellte ich.



PS. Die paar Wursträdchen, die es auf dem Teller hatte, gabelte ich sorgfältig heraus und ass sie.
Nicht so das viele grobgeschnittene Weiss. Das waren nämlich...
Zwiebeln!


Irgendwie wirr...

26.04.2013

Der frühsommerliche Föhntag gestern hat mich etwas konfus gemacht und aus dem Tritt gebracht.
"Jag är lite vimsig", wie man in Schweden sagt.
Dazu kam der Vollmond in der Nacht.
Und ein FCB, der *stön och stånk* gegen Chelsea verlor.
Und als ob das nicht reichte, kommt heute (die alte verweigerte vor ein paar Tagen definitiv den Dienst) eine neue Waschmaschine hinzu. Mit so vielen Schikanen, dass ich vor lauter Anleitunglesen nicht zum Waschen komme.
Das wird wohl "lätt huller om buller för mig"!
Oder auf Deutsch:  Ein buntes Durcheinander...


Zwischen zwei Haltestellen (42)

25.04.2013


Gestern wartete ich auf jenes Tram, das hinaus in die benachbarte Landgemeinde fährt.
Ein junger Mann, die Dächlikappe tief ins Gesicht gezogen, wartet ebenfalls. Zwei Papiertaschen eines Männermodegeschäfts hat er neben sich auf den Boden gestellt.
Irgendwie kommt er mir bekannt vor.
Der Mann sieht übernächtigt aus. Gerötete Augen. Fahrige Bewegungen. Zündet sich eine Zigarette an, die er jedoch nicht zu Ende rauchen kann, da das Tram kommt.
Ich steige ein. Der junge Mann setzt sich im alten Trammodell auf den vordersten Sitz, wo er ohne Nachbarschaft ist.
Er zieht sein Smartphone hervor, spricht laut und in kurzen, knappen Sätzen hinein:
"Ich habe soeben coolen Style gekauft. Jetzt gehe ich noch schnell zum Interview. Wie siehst du es? Ok. Ok. Der Sound ist natürlich schon wichtig. Im Studio ist er okay. Aber draussen muss er angepasst werden. Ok. Ist gut. Easy. Ja. Easy. Ja."
Als ich die Stimme höre, weiss ich schlagartig, wer er ist.
Beim Aussteigen bin ich etwas gedankenschwer. Der junge Mann, der in den letzten Jahren erfolgreich war als Musiker und Sänger, steigt ebenfalls aus.
Ich hätte ihm zum Abschied gern 'Yolo' zugerufen.
Habe mich jedoch nicht getraut...

Was die Kinder früher lasen

24.04.2013


Ein kleiner Nachtrag zum 'Welttag des Buches'.
Gestern sah ich im Schaufenster meines Lieblingsantiquariats dieses Lesebüchlein:



PS. Das Grossmütterchen im Lehnstuhl tat es mir dabei besonders an ;)

Geburtstag am Welttag des Buches

23.04.2013


Der kleine Knopf, der hier so vertieft und ganz bei der Sache ein Buch aus der Plastiktüte von Metzger Beer auspackt, feiert heute seinen 41. Geburtstag:

Happy Birthday, Gottebueb!

Dass du ausgerechnet am 'Welttag des Buches' Geburtstag hast, ist wohl kein Zufall:
Konntest du doch bereits mit einem Jahr ausdauernd wie ein 'Grosser' und mit staunenden, riesengrossen Augen den Erzählungen und Geschichten lauschen...


 Lieblingsbuch - heute noch erhältlich und beliebt :)

YOLO!

22.04.2013


"Yolo", sagte "die Grosse" gestern zu mir. Wir sassen am Tisch, unterhielten uns angeregt und laut und assen gleichzeitig zu Abend. Ossobucco und Polenta.
Ich verstand nichts, schluckte erst mal den Bissen hinunter: "Was?"
"Yolo. You only live once!"


PS. Wie klug und philosophisch sie sich auszudrücken vermögen, die Jugendlichen heute.
Und mit was für kreativen Wortschöpfungen sie uns Alten punktgenau das Leben erklären.
Ohne ausschweifend und langatmig ausholen zu müssen...
Yolo!
Ich bin begeistert.
Und beginne ab sofort jeden neuen Tag mit einem:
"Hausfrau Hanna, yolo!"



Freude, Begeisterung und Gottes Lohn!

20.04.2013

Ich wollte heute eigentlich keinen Blogbeitrag schreiben, da ich ausser Haus (!) arbeitete.
Ich tat es übrigens mit viel Freude.
Begeisterung.
Einsatz.
Inklusive beachtlicher Vorbereitungszeit.
Und Knowhow.
Es hat sich gelohnt: Mein Portemonnaie ist im Moment gut gefüllt.
Ich kenne jedoch auch ziemlich gut den Frust, der sauer und schwer aufstösst, wenn Aufwand und Ertrag nicht stimmen. Da versiegt dann schon mal der strömende Fluss der Freude, Begeisterung und Leidenschaft und wird zu einem kläglichen Rinnsal.
Frau Kreuzundquer hat heute in ihrem Autorinnen-Blog darüber einen Beitrag geschrieben, den ich mit viel Empathie gelesen habe. Zustimmend genickt habe ich auch.
Hier.

PS. Ich weiss, liebe Alice, dass sich nach dem heutigen Luftholen und Ausrufen bei dir schon bald wieder die Freude und die Begeisterung zurückmelden werden:

 Alice, die Küsserin :)


PS. Und Kaffee und Kuchen (mit Rahm obendrauf) kriegst du immer hier. Völlig umsonst.
Ich verspreche es!
Alice, die Kuchengeniesserin :)


Klangrausch

19.04.2013

Dieses Wochenende wird kühl, und es soll regnen.
Und so werde ich wohl mehrere Male die CD 'Mediterraneo', die ich geschenkt bekommen habe, anhören.
Mit Musik, so leidenschaftlich und hinreissend gespielt und gesungen, dass ich jedes Mal glücklich werde und wie berauscht bin.
Dieses Lied ist in 'Griko' gesungen, einer Sprache, die von einer griechischen Minderheit in Süditalien gesprochen wird. Wehmütig und wunderschön tönt es, das Lied von der kleinen, weissen Schwalbe:

Ich spaziere am Ufer des Meeres
und schaue immer nach dir hin;
du schwingst dich empor, stürzt herab
und leicht berührt dein Flügel die Welle.





PS. Hausfrau Hanna wünscht allen ein wohlklingendes Wochenende im Rhythmus des herunterfallenden Regens...

Zugemüllt!

18.04.2013

In den letzten beiden Wochen bekam ich massenhaft Spamkommentare in mein Blog.
Dieser alte Beitrag hier über Michelle Obama und ihre Hautpflege war es, der den Müll förmlich anzog.
Ich hatte das Gefühl, ich sei nur noch beschäftigt, diesen Abfall  zu entsorgen und zu löschen.
Einmal ist es genug!
Und deshalb (*seufz*) habe ich bis auf Weiteres die Kommentar-Sicherheitsfunktion eingeschaltet.


PS. Auf dass sich wieder Ruhe und gepflegte Ordnung in der Bloghütte ausbreite...



Übersetzen ist Schwerarbeit...

17.04.2013


Hätte Lisette mich nicht darauf aufmerksam gemacht, ich hätte den Artikel in der Tageszeitung, in dem der in Stockholm lebende Journalist Hannes Gamillscheg über Besonderheiten der schwedischen Sprache schrieb, glatt übersehen...
Im Schwedischkurs übersetzten wir einen Teil.
Und selbstverständlich soll diese Mühe und dieser Einsatz gewürdigt werden :)

Hier der deutsche Originaltext:
'Das Schwedische ist reich an Ausdrücken, für deren Beschreibung man anderswo halbe Sätze braucht.
"Pimpla" etwa. Das ist, wenn man auf einem gefrorenen See ein Loch ins Eis bohrt, die Angel hineinhängt und versucht, einen Fisch zu fangen.
Oder "Zlatanera": Das ist, wenn man mit so viel Selbstbewusstsein und so patzig auftritt wie der Fussballstar Zlatan Ibrahimovic.'

Und nun unsere Übersetzung:
'Svenska språket har många uttryck för vilka man i andra språk behöver halva meningar.
"Pimpla" t.e. Det betyder när man borrar ett håll i isen på en frusen sjö, stoppar ner kruken och hoppas att fiskan skall nappa.
Eller "Zlatanera": Det betyder när man uppträdar lika självsäkert och kaxigt som fotbollspelare Zlatan Ibrahimovic.'



PS. Ich gebe es offen zu: Viel dazu beigetragen habe ich nicht...

Zwischen zwei Haltestellen (41)

16.04.2013

Gestern im Tram zum Bahnhof.
Ich setze mich. Und bin sogleich mitten in einer lebhaft geführten Mädchendiskussion, die sich um Schule, Lehrer und Lehrerinnen dreht.
"Immer nimmt die Deutschlehrerin mich dran", höre ich eines der vier Mädchen stöhnen.
Umgehend gibt eine der Freundinnen diesen praktischen Tipp:
"Du darfst ihr nicht zu offensichtlich in die Augen gucken. Bei  mir funktioniert das immer."


PS. Leider musste ich am Bahnhof aussteigen. Ich hätte den vier 'megaherzigen' Mädchen gern noch länger zugehört. Und dabei viel gelernt... :)



Amselgesang

15.04.2013

Und plötzlich war er da.
Der Frühling.
Gestern in der Früh, noch bevor die Kirchenglocken ertönten, stand ich auf dem Balkon und hörte einer Amsel zu. Am Schluss eines jeden Melodiebogens hängte sie einen kurzen Triller an.
Als ob sie mich damit auffordern wollte, noch eine Weile länger zu verweilen und zu lauschen.

Frühlingswärme

12.04.2013


Soeben habe ich in den 'Dagens Nyheter' gelesen:
"Vårvärmen är på väg." 




PS. Was für Schweden gilt, gilt auch hier: Die Frühlingswärme ist unterwegs!
Und wir mit ihr - meint Hausfrau Hanna und wünscht ein schönes Wochenende :)




Buddharestaurant

11.04.2013


Solche Buddhastatuen mit bis auf die Schultern herunterhängenden Ohrlappen, Doppelkinn und feisten Wangen - den Kugelbauch habe ich wegkopiert - mag ich eigentlich nicht...


PS. Dennoch. Das Essen im Restaurant dahinter hat lecker geschmeckt ;)

Kinderverbot im Lokal

10.04.2013

In Schweden ist man sehr, sehr kinderfreundlich. 
Und man trinkt liebendgern und viel Kaffee (so ist auch die oft gestellte Frage "vill du fika?" als ganz normale Einladung zu Kaffee und Kuchen zu verstehen...).
Kürzlich las ich nun in einem Artikel etwas, was mich doch leicht erschütterte:
In einem Stockholmer Café wurde tatsächlich an der Türe ein "Kinderverbotsschild" aufgehängt.
Die Anti-Diskriminierungsbehörde schritt ein und rüffelte die Betreiber, dass so etwas nicht ginge, auch wenn sich einige Gäste durch Kinderlärm und geparkte Kinderwagen gestört fühlten. 
Die Diskussion nahm Fahrt auf. Auch dank einer Umfrage in der Tageszeitung "Dagens Nyheter". 
Eine überwiegende Mehrheit von 80 Prozent der Leser und Leserinnen fand nämlich, dass ein solches "Kinderverbot" in einigen Gaststätten erlaubt sein müsse... 
Bildquelle 'Sveriges Radio'

PS. 'Hausfrau Hanna' ist erstaunt. Hat sie doch kein einziges Mal in einem Stockholmer Café Kinder gesehen, die ausser Rand und Band auf den Plüschsofas herumgehüpft sind. Oder den erwachsenen Gästen Zucker über die Kleider gestreut haben...

Alt die Haut aber jung das Herz

09.04.2013


Herzlich und fröhlich gratuliere ich via Blog zwei Jubilierenden, die heute Geburtstag feiern.

Als riesengrosses Kompliment gebe ich den beiden diesen schwedischen Spruch mit auf den Weg ins neue Lebensjahr: "Gammal i skinnet men ung i sinnet."
Dazu das passende Geburtstagsständchen.
Natürlich auch auf Schwedisch...;)



PS. Und zum Mitsingen hier der Refrain (refräng):
"Gulli-Gullan, koko som en gök,
jag bjuder dig två rum och kök.
Kom älskling, och gör ett försök
i mina två rum och kök."

PPS. Was übersetzt dann das hier ergibt:
"Gulli-Gullan, guggu wie ein Kuckuck,
ich biete dir zwei Zimmer und Küche an.
Komm Liebling und mach einen Versuch
in meinen zwei Zimmern und Küche."


Hurra! Hurra!! Hurra!!!

08.04.2013

Hurra!!!!
Seit heute Morgen,10.00 Uhr, ist Hausfrau Hanna wieder mit der Welt verbunden...
Dank eines pünktlichen, freundlichen, netten, zuvorkommenden Swisscomtechnikers mit dem Allerweltsnamen Müller, der die technische Störung behob.
Ein herzliches Danke auch auf diesem Weg, lieber Herr Müller!


PS. Eine ausgeliehene DVD mit einem epischlangen Uraltschinken aus dem Jahre 1965 verkürzte mir die internet-, telefon- und fernsehlose Zeit :)
Vielleicht weiss sogar jemand, um welchen Film es sich handelt...?

Lebenszeichen

04.04.2013

Ich bin weder abgetaucht, noch untergetaucht. Es geht mir gut. Aber ich habe internetmässig mit der Aussenwelt keinen Kontakt mehr. Seit Ostersonntag funktioniert bei uns nämlich das Internet nicht mehr.
Auch der Telefonfestanschluss ist stumm...
Und der TV ebenfalls, was ich zum Glück ohne Problem verkrafte. 
So sitze ich also in der öffentlichen Bibliothek, checke die Mails und versuche, ein Blogbeiträgchen zusammenzustiefeln und zu formulieren. Was bei dem regen Betrieb und dem Geläuf hier nicht mal so einfach ist...
Was ich euch erspare, sind die Beschreibungen der täglichen obermühsamen und nervenkostenden Telefonate mit der Swisscom, inklusive des langen Wartens mit dem aufmunternden "Einen Moment bitte, ich verbinde Sie weiter", dazwischen.
Einzig den gehässigsten Satz, der mir am Natel entrutschte und den einer der Mitarbeiter zu hören bekam, soll hier zu lesen sein: "Wenn Ihre Firma, die Swisscom, so gut wäre, wie die Musik in der Warteschlaufe, dann wäre sie t.o.p.p!"  

PS. Ich verabschiede mich nun und wünsche ein frohes Wochenende.
PPS. Bis hoffentlich am Dienstag!
PPPS. Am Montag nämlich, so wurde uns versprochen, soll endlich ein Techniker kommen.


PPPPS. Und ich gehe jetzt einen DVD ausleihen. Denn der DVD-Player zuhause, der funktioniert :)