Zusammengehörigkeit

27.08.2013


Ein Gedicht, das von der stillen Einsamkeit des Zurückbleibenden handelt. Aber auch vom geistigen Zusammensein über den Tod hinaus, einer tiefen Verbundenheit und immerwährenden Liebe:


Klavierkonzert

Es sei sein neunter Herbst hier im
Seniorenheim der freundliche Herr
sitzt in Anzug und Hausschuhen
neben der Fensterfront das Blatt mit
der Programmabfolge vor sich auf
den Knien seine Katharina habe
auch Klavier gespielt früher zumeist
an den Sonntagen schon damals 
sei er gerne am Fenster gesessen
habe immer alles gleichermassen 
begehrt die Bäume die Musik
die Frau am Klavier


Brigitte Fuchs, aus 'Handbuch des Fliegens'




PS. Danke Frau Quer - ich habe mich jetzt einfach getraut, ihr mich so sehr berührendes Gedicht aufzuschalten!




4 Kommentare:

wildgans hat gesagt…

Das ist wunderbar.
Die Atmosphäre so fein!
Und macht mir Heimweh nach meinem Klavier, das hier steht und unbespielbar ist...

Quer hat gesagt…

Das freut mich ja sehr, liebe Hausfrau Hanna!
Herzlichen Dank für diese Ehre -
und viele liebe Grüsse,

Brigitte

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Wenn das Klavier so nah steht,
liebe Frau Wildgans,
und die Sehnsucht und das Heimweh gross, dann müsste es eigentlich ein Klavierstimmer oder -bauer schaffen, das Instrument wieder herzurichten und bespielbar zu machen.

Herzlich Hausfrau Hanna

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Es war mir ebenfalls eine Freude,
liebe Frau Quer,
Ihr Gedicht 'Klavierkonzert' im Blog zu veröffentlichen.


Herzlich Hausfrau Hanna