Heute ist der letzte Tag im März

31.03.2015


Und gestern konnten sich meine Augen in der Buchhandlung fast nicht lösen von einem Buchcover.
Mit einem üppigblühenden Rosenbild und einem zurückhaltendschlichten Titel:


PS. Ich wollte das Buch schon zur Kasse tragen. Zum Glück merkte ich noch rechtzeitig, dass es auf Englisch war... ;)

Zwischen zwei Haltestellen (73)

30.03.2015


Letzte Woche am späteren Nachmittag im 10er-Tram zurück in die Stadt.
An einer der Haltestellen steigen vier ca. 13/14-jährige Mädchen ein.
Sie kommen wohl direkt aus dem Schulunterricht, denn sie lassen verbal und lachend Dampf ab.
Plötzlich, aus heiterhellem Himmel, ertönt die Frage eines der Mädchen:
"Sieht man, dass ich Albanerin bin?"
Irgendwie macht mich das neugierig.
Ich halte mich jedoch zurück und warte eine Weile, dann drehe ich mich unauffällig um.
Und sehe ein hübsches Mädchen, die langen, dunklen Haare zum Pferdeschwanz gebunden, in den Ohren Perlenstecker.
An der nächsten Haltestelle steigt eines der vier Mädchen aus.
Ich höre hinter mir wieder die Stimme des Perlenohrringmädchens, das den leeren Platz neben sich mit dieser Aufforderung besetzen will: "Eh, Behinderti, chumm sitz näbe mi! I will nit, dass süscht öpper ane sitzt."
Das als 'Behinderte' angesprochene Mädchen gehorcht sofort und wechselt den Platz.

Was mich etwas verblüfft...


Die Musik sagt, Freiheit existiert...

29.03.2015


Es war eine kleine Notiz in der Tageszeitung, ein paar wenige Zeilen nur:
Tomas Tranströmer, Literaturnobelpreisträger von 2011 aus Schweden,ist am 26.März gestorben.
Nun ist es Zeit, den dünnen Gedichtband hervorzunehmen und das eine oder andere Gedicht zu lesen.
Sie sind nicht einfach zu verstehen. Auch nicht auf Deutsch.
Sie erfordern Langsamkeit.
Wort für Wort...

"Mitten im Leben geschieht's,
dass der Tod kommt
und am Menschen Mass nimmt.
Diesen Besuch vergisst man,
und das Leben geht weiter.
Doch im Stillen wird der Anzug genäht."





PS. Hier ein Blogbeitrag von 2011.
PPS. Und hier ein Beitrag von 2012.

Manchmal gibt es der Herr halt nicht im Schlaf...

27.03.2015


"Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf", heisst es in einem Psalm.
Das habe ich auch schon erlebt.
Aber nicht in der vergangenen Nacht.
Die habe ich ziemlich 'vergrübelt', was konkret bedeutet, dass ich ein zwischenmenschliches Problem hin und her gewälzt und mich an einer Lösung versucht habe.
Natürlich weiss ich, dass das nichts bringt.
Als ich vorhin etwas seufzend und müde den kleinen Tischkalender mit den Sprüchen durchgeblättert habe, bin ich auf einen Satz gestossen!
Der ist so erhellend wie ein Sonnenstrahl, der durch den wolkenschweren Himmel blitzt:


"Lass uns ruhig abwarten.
Die Zeit wird das Rechte 
und das Gute bringen."


Paula Modersohn-Becker




PS. In der Zwischenzeit trinke ich ein oder zwei oder mehrere Tässchen Kaffee...

PPS. ...und wünsche ein herzhelles Wochenende!  Hausfrau Hanna




Tränen wie Bergbäche

25.03.2015


In der Küche haben wir Arbeitsteilung.
So hat etwa Hausmann Hanna die Aufgabe übernommen, das Gemüse zu rüsten und akurat in gleichmässige Würfelchen zu schneiden. Auch die Zwiebeln...!
Ich selbst halte mich da fern. Nicht etwa, weil ich feinmotorisch ungeschickt werkle.
Der Grund ist ein anderer:
Es jagt mir stets die Tränen aus den Augen.
Heute jedoch besteht keine Gefahr.
Denn heute essen wir auswärts.

Im 'Chez Jacques' :)



Mit dem Herzen denken

24.03.2015



Peter Bichsel,  Schweizer Schriftsteller, Erzähler, Denker und Nachdenker, hat heute Geburtstag.
Er wird 80.
Soeben habe ich in der Tageszeitung den schönen Geburtstagsbrief gelesen, den Bundesrat Alain Berset verfasst hat.
Bereits in den vorangegangen Wochen waren Interviews und Porträts mit und über Peter Bichsel zu lesen.
Ich las sie wohl alle.
Im Gedächtnis haften geblieben ist mir von all den vielen wertschätzenden und würdigenden Beiträgen diese frühe Erinnerung:

Als Schulbub wollte Peter Bichsel in der Bibliothek Karl Mays 'Winnetou' ausleihen.
Dann jedoch schämte er sich derart, dass er an der Theke 'Goethe' sagte.
Und damit zum wohl  jüngsten Goetheleser wurde...




PS. So etwas wäre mir nie passiert! Lieh ich mir doch ohne den leisesten Hauch des Geniertseins sämtliche 'Winnetou'-Bände aus. Karl May war ein Begriff. 
Goethe nicht...

PPS. Alles Gute zum Geburtstag, Peter Bichsel, und ein grosses, herzliches Danke! 





Weise Worte...

23.03.2015


... zum Wochenanfang!
Ich schreibe sie mir hinter die Ohren.
Bevor ich, beflügelt von frühlingshafter Stimmung, weggehe...:)



Fehler entstehen durch Hast - 
deshalb tue niemals etwas in Unruhe.

Aus China


Sonntagsnostalgie

22.03.2015



Langspielplatten sollen wieder in sein und vermehrt gekauft werden, habe ich in der Zeitung gelesen.
Dabei hätte ich um ein Haar vor ein paar Jahren alle meine Platten weggegeben. Oder entsorgt.
Zum Glück habe ich mich anders besonnen. Hier!
Dieses Schwelgen nun in Erinnerungen, und Hörerlebnisse, die beinahe in einen Rauschzustand versetzen.
Wecker. Piaf. Faber. Brel.
Undsoweiterundsofort.

PS. Ein solches Radiogerät hingegen wäre mir dann doch etwas zuviel Retro... ;)



Was macht der Döner im Moos?

19.03.2015


Sylvia hörte sich gestern 'Luegid vo Bärg und Tal' an und verstand Schweizerdeutsch.
Eine Stelle des Liedes jedoch hatte es in sich!
Was sich in Sylvias Ohren als "Im Moos is ä Döner" anhörte, ist in Wirklichkeit dies hier:


"Loset, wie d'Glogge, die schöne,
fründli im Moos üs ertöne.

"Hört, wie die Glocken, die schönen,
freundlich im Moos uns ertönen." 


PS. Und hier für den lieben Pesche aus dem BO eine besonders zu Herzen gehende und auch mir das Augenwasser herausdrückende Version des Schweizerliedes. Gesungen von der Basler Knabenkantorei:





Hohe Töne

18.03.2015


Eine einfache methodische Hilfe gab uns damals der Musik- und Singlehrer im Seminar mit auf den Weg: Wenn ein Kind beim Singen brumme und die hohen Töne nicht treffe, solle es auf einen Stuhl steigen. Das nütze...
Das kam mir in den Sinn, als ich diese vier Sängerinnen vorhin entdeckte:



PS. Verbringt den Tag gut gelaunt und freut euch über diesen schönen Frühlingstag!
Hausfrau/Hemmafru Hanna

Erinnerungen an Nils Holgersson...

17.03.2015


'Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden' war Selma Lagerlöfs einziges Kinderbuch.
Sie schrieb sich damit in unzählige Kinder- und Erwachsenenherzen rund um den Globus.
Und das ist bis heute so geblieben. 
Es war damals in der vierten Klasse, als die Lehrerin das Buch mitbrachte und uns jeden Samstag zum Ausklang  der Woche daraus vorlas.
Unsere grosse Genugtuung einerseits, als der garstige, heftig pubertierende Nils zur Strafe in einen Däumling verzaubert wurde.  Unser grosses Staunen andererseits, dass der Däumling dafür plötzlich die Sprache der Tiere verstehen konnte.
Kein Zweifel beschlich uns, keine Frage stellten wir, ob da nicht etwas zu viel Magie mit im Spiel war...
Wir lebten und fühlten mit. 
Und vielleicht gründen in dieser magischen Geschichte die tieferen Wurzeln für meine Liebe zu Schweden. Wer weiss, wer weiss...
Einmal gab es einen Zeichenwettbewerb. Ich erinnere mich vage, dass ich das alte Schloss und die Wildgänse zeichnete.
Den ersten Preis bekam ein Bub, der gleich hiess wie Nils Holgerssons weisser Gänserich.
An sein Bild erinnere ich mich ganz genau.
Er zeichnete ein wunderschönes Pferd, das mit gesenktem Kopf ruhig auf einer Weide graste. Im hohen Gras versteckt der kleine Däumling, der zuschaute.  
Übrigens wurde aus dem begabten Zeichner ein Hochseekapitän, der die Weltmeere befuhr.
Ein moderner Nils Holgersson...

Selma Lagerloef
Selma Lagerlöf gemalt von Carl Larsson



'Kleine Schulmamsell'

16.03.2015


Als 'kleine Schulmamsell' wurde sie einmal leicht herablassend tituliert.
Eine der bekanntesten schwedischen Schriftstellerinnen:
Selma Lagerlöf.
Bevor sie nämlich vom Schreiben leben konnte, arbeitete sie als Lehrerin.
Sie erhielt 1909, als erste Frau nota bene, den Nobelpreis für Literatur und war auch die erste Frau in der Schwedischen Akademie.
Ihr Buch über den kleinen Däumling Nils Holgersson, der mit den Wildgänsen durch Schweden reiste, ist wohl bis heute den meisten Kindern und Erwachsenen bekannt.

Heute vor 75 Jahren ist sie gestorben.

Und ich lese, den Bleistift griffbereit zum Unterstreichen schöner Stellen, eine Biografie von Barbara Thoma und parallel dazu Selma Lagerlöfs Erinnerungen an die Kindheit:


Als  PS. reiche ich noch etwas pikanten 'skvaller' (Tratsch) aus der damaligen Zeit und mit Selma Lagerlöf im Fokus des Geschehens: Hier der Blogbeitrag von 2011!

PPS. Heute käme die Geschichte wohl gross aufgemacht hier ;) !

Guten Morgen und ein schönes Wochenende!

14.03.2015


Heute doktere ich nicht lange an einem Beitrag herum.
Sondern sage nur:






Romantisches Brennen

13.03.2015


Eichendorff!
Fünfzehn war ich, als wir 'Aus dem Leben eines Taugenichts' im Deutschunterricht lesen mussten.
Die einen schwärmten.
Ich dagegen fand die Novelle nicht wirklich spannend. Und der Taugenichts nervte mich in seiner Unbedachtheit.
Und jetzt das!
Sylvia erinnerte sich in ihrem gestrigen Kommentar an ein deutsches Volkslied, das sie im Schulchor gesungen hatten und das sie damals nicht wirklich verstand:

"Mich brennt's in meinen Reiseschuh'n."

Der Verfasser des Reise- und Tippelliedes (und damit ist der Bogen zum Anfang des Beitrags gespannt) war der von mir damals nicht sehr geschätzte...
... Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff.
Youtube sei dank!
Diese Version mit den frischen Blockflötenklängen hat mir beim Anhören sehr gut gefallen.
Jetzt fehlt noch ein Strauss blauer Blumen, dann ist das Glück vollkommen... ;)







PS. Zum Mitsingen!

Mich brennt‘s in meinen Reiseschuh‘n
fort mit der Zeit zu schreiten
was wollen wir agieren nun
vor so viel klugen Leuten

Es hebt das Dach sich von dem Haus
und die Kulissen rühren
und strecken sich zum Himmel aus
Strom, Wälder musizieren

Da gehn die einen müde fort
Die andern nahn behende
Das alte Stück man spielt so fort
Und kriegt es nie zu Ende

Und keiner kennt den letzten Akt
Von allen die da spielen
Nur der da droben schlägt den Takt
Weiss, wo das hin will zielen.

Schnell um die Welt

11.03.2015



Heute fand ich diesen Gedanken auf dem Kalenderblatt so anregend, dass ich in der Fantasie praktisch um die ganze Welt gereist bin... :

"Wer einen weiten Weg hat, läuft nicht."



En fristund - ein freier Augenblick


PS. Was sie wohl für Reisepläne hat, die konzentriert dasitzende Kartenleserin?

PPS. Das Bild hing in einer 'Konstutställning auf Waldemarsudde' 2013 in Stockholm. Gemalt wurde es vor 130 Jahren von der schwedischen Kunstmalerin Eva Bonnier.

Oh, Zooh!broht!

09.03.2015


Beim Besuch im Zürcher Zooh! machte sich am frühen Nachmittag auch ein Hüngerchen bemerkbar.
In einem der Selbstbedienungsrestaurants stellte ich mir ein farbenfrohes Schüsselchen zusammen mit Randen-, Rüebli- und Couscoussalat und Fetawürfelchen:


PS. Der knusprige, frische Brotranft (ich mag den Anschnitt stets am liebsten) war nicht inbegriffen. Der kostete extra. Einsdreissig (1.30). Zürcher Preis...

PPS. Dieses Beiträglein wurde übrigens von Frau Flohnmobils Broterlebnis in den Flumserbergen beeinflusst. Doch lest selbst...:)

Begabte Fussballspielerin

07.03.2015


Heute ein Prachtstag. Seit dem frühen Morgen ist ein leises Klingen in der Luft:
"Frühling! Frühling! Frühling!"
Passend dazu diese Tierbilder aus der neuen Elefantenanlage im Zürcher Zoo.
Beim Betrachten ist fast die Stimme der Zoologin zu hören, die mit viel Herzblut, Wärme und Liebe allerlei Wissenswertes erzählt und jedes einzelne Tier persönlich vorstellt.

Das kleine Elefantenmädchen Omysha etwa, das stets als Erstes zärtlich seine Schwester begrüsst:


"Hallo, grosse Schwester!" 


Und sich dann eine Zuckerrübe greift und hingebungsvoll zu kicken und zu spielen beginnt. 
Ein echtes Fussballtalent, diese kleine Omysha:


Kleiner Knuffelpanda

05.03.2015


Zürich ist nicht nur die grösste Schweizer Stadt, es wird auch gesagt,  dass in Zürich alles grösser ist als im Rest der Schweiz.
Die Wohnhäuser. Die Banken. Die Klappe der Leute.
Und auch der Zoo.
Was hier in Basel 'Zolli' (kleiner Zoo) genannt wird,  heisst in Zürich Zooh! - mit einem roten, quergestellten 'h' des Staunens am Schluss. Und dahinter noch einem alles klarmachenden Ausrufezeichen.
Ich habe tatsächlich oft und viel gestaunt beim Besuch vorgestern.
Über diesen knuffigen, kleinen Kerl etwa, der uns Sternschnuppenmomente beschert hat.

Jö. Schlafend...

Süss. Träumend...

Oh. Aktiv und die Zunge herausstreckend...


Wow. Wendig und schnell als Kletterakrobat...


Befehlsverweigerung...

03.03.2015






Nein.
Heute wird nicht gearbeitet. Heute wird blau gemacht und 'ausgeflügelt'.
Und morgen gleich nochmals.
Bis übermorgen also!


Adie Fasnacht!

02.03.2015


Tristwettermontag.
Man könnte melancholisch werden.
Wären da nicht diese wunderschönen Fasnachtsbilder, die Sylvia in ihrem Blog aufgeschaltet hat.
Sie lassen einen träumen und schwelgen...


"S'näggscht Joor wieder, gäll!"



Tanzen kann man ein Leben lang...

01.03.2015


Zum meteorologischen Frühlingsanfang zwei Tänzerinnen, unter deren rasanten Füssen Musik ertönt.
Bach. Toccata und Fuge.
Ich tanze ja auch gern.
Und wäre schon glücklich, wenn ich ohne zu stolpern oder mich zu verheddern zu Bachs Musik frei durch den Raum tanzen könnte.


PS. Über Tasten zu tanzen würde mich hingegen total überfordern, und Bach käme ganz schrill heraus...: