Heute vor fünf Jahren...!

30.04.2015


Und schon kann ich einen Blogbeitrag unter dem Label 'Es war einmal' ablegen...
Es war nämlich genau heute vor fünf Jahren, als ich nach Schweden reiste.
Im Nachtzug nach Kopenhagen. Und von dort weiter im Hochgeschwindigkeitszug X2000.
Ein neuer, hässlichbrauner Rollkoffer begleitete mich. Ich hatte ihn einzig und allein deshalb gekauft, weil er den Namen 'Stockholm' trug.
Denn nach Stockholm wollte ich ja.
Nun war es zwar nicht der zentrale Altstadtteil Gamla stan. Oder das Künstlerviertel Södermalm. Schon gar nicht Östermalm, wo die ganz Reichen und Schicken wohnen.
Mein Zuhause war im südlichen Vorort Bagarmossen und bestand aus einer gemütlichen Einzimmerwohnung in einer Nullachtfünfzehnwohnsiedlung aus den 60er-Jahren.
Die Aussicht vom obersten Stock: Gepützeltes Grün. Und blauer Himmel!





PS. Hier übrigens der erste Beitrag aus Schweden!
PPS. Ich schrieb ihn (noch etwas wackelig und unsicher) in der kleinen Bibliothek im Zentrum des Orts.
PPPS. Fünf Jahre ist das jetzt her... und noch ganz präsent :)!

Diskret und bescheiden

29.04.2015




"Bescheiden sitzt sie da.
 Zwischen Himmel und Erde.
Und behält, was sie sieht und hört, 
streng diskret für sich."

Hausfrau Hanna













Heute Regen... morgen Regen... immer Regen...!

28.04.2015


Ich habe ein bescheidenes, ein einfaches Gemüt.
Wie sonst wäre es möglich, dass mich ein sprechendes Katerchen derart zu erheitern vermag?
Nicht nur einmal nota bene. 
Mehrere Male.
Und gleich nochmals: Hier ;)




PS. Das Einzige, was mir etwas zu denken gibt, ist die Art und Weise, wie unser Schweizerdeutsch von Deutschen gehört und wiedergegeben wird... ;)

Schwatz mit Herz

27.04.2015



Nach einem angeregten Austausch ( oder einem 'SchwätzchenmitKaffee' - wie wir es unter Freundinnen feinironisch nennen)  kommt es schon mal vor, dass eine solche Mail zurück klingelt:



Liebe Hausfrau Hanna

danke für Deine Post. 
Du sagst es, im Nu waren zwei Stunden vergangen und die Welt dank uns verbessert! 
Oder aber auch nicht...
Wie dem auch sei: Mir hat es gefallen und gut getan.

Mit herzlichem Gruss von mir zu dir,
A.





Musik macht alles!

25.04.2015



"Kannst du Csárdás?"
"Ich habe keine Ahnung, wie man das macht!"
"Musst gar nix. Stell dich hin, alles Andere macht Musik, komm!"


So einfach geht das. Und so scheen ist das...
Meint Hausfrau Hanna und wünscht allerseits ein Wochenende mit Salz, Pfeffer, Paprika und feuriger Musik:

Stadtbummel mit Emil!

24.04.2015


Endlich!
Heute Abend wird im SWR die Sendung' mit Emil ausgestrahlt.
Um 20.15 Uhr.
Als Einstimmung überfliegt man am besten noch den Blogbeitrag hier.
Und dann wünsche ich allerseits viel Vergnügen heute Abend beim Unterwegssein, Flanieren und Bummeln durch meine Stadt...:)




PS. Auch wenn im Begleittext aus unserem Tierpark, den wir 'Zolli' nennen, ein 'Zooli'  geworden ist...;)

Die schönsten drei Worte

23.04.2015


Christine Busta?
Sie war mir kein Begriff.
Bis ich in der vorletzten Adventszeit eines ihrer Gedichte las, das mir eine befreundete Frau zusammen mit einer Weihnachtskarte geschickt hatte.
Damit war die Spur hin zu ihr gelegt.

Heute vor hundert Jahren wurde sie in Wien geboren.




Jà tě miluji

Du hast es mir vorgesagt
ich hab es dir nachgesprochen.
Ich sprech es nicht mehr nur nach.

Jà tě miluji. Ist das noch Sprache,
ist es nicht schon Musik? Ein Lied,
das man nicht zu übersetzen 
         braucht? 

Wir singen es jetzt beide zugleich.
Auch wenn ich allein bin,
         sing ich's dir zu,
sooft ich denke an dich.

Ich singe und hör es wie jemand,
der in seinem verwachsnen 
         Gedächtnis -
nach vielen Jahren in der Fremde -
einen einzigen Satz
seiner vergessenen Muttersprache
wiederfindet und in ihm
die ganze verlorene Heimat birgt.

Christine Busta
geb. 23. April 1915 in Wien, 
gest. 3. Dezember 1987 in Wien

'Inmitten aller Vergänglichkeit. Gedichte. Otto Müller Verlag, Salzburg/Wien 1985'












Schaut! Hier...

22.04.2015



Kein flüchtiges Bodypainting.
Sondern ein Tattoo für die Ewigkeit.
Dennoch.
Ein T-Shirt an der prallen Frühlingssonne schützt die Haut besser...





Vom Lehnstuhl aus

21.04.2015


So kommt es, wenn enkel eine gute Idee hat.
Ich mag dieses Gedicht!
Sehr :)




Der Enkel hat Oma,
die fast immer im Lehnstuhl sass
und kaum mehr ausging,
ein Handy geschenkt
und wunderte sich,
dass sie anfing, täglich anzurufen:
Aus dem Stadtpark, vom Flussdamm,
vom Postamt, aus der fahrenden Tram,
von der Schalterhalle einer Bank
und einmal sogar von der Theke einer Bar.
“Wieder mal Glück gehabt”, sagte der Enkel,
und es gab ihm zu denken,
dass ihm vorher alle geraten hatten,
ihr einen Fussschemel zu schenken.


Hans Manz, 1931 

schreibt Sprachspielbücher, Erzählungen, Märchen, Kindergedichte und Romane für Kinder und Erwachsene. Zuletzt erschien “Die Welt der Wörter. Sprachbuch für Kinder und Neugierige” (Beltz & Gelberg 2003).


Zwischen zwei Haltestellen (74)

20.04.2015


Gestern Sonntag. Das Wetter ein einziges Strahlen.
Wanderwetter!
Ich steige in den Bus ein, der aufs Land hinaus fährt und setze mich ans Fenster.
Genau noch rechtzeitig.
Denn hinter mir strömen die Leute herein. Und strömen und strömen.
Es will nicht mehr aufhören.
Alle sind sportlich in Wanderschuhe und Windjacken gekleidet und von dieser guten Laune, der sich niemand entziehen kann.
Man steht dicht an dicht.
Ich bin froh um meinen Sitzplatz.
Mir gegenüber sitzt ein Vater mit seinen drei Kindern, den Kleinsten nimmt er auf seinen Schoss. Das etwa vierjährige Zwillingspärchen, ein Bub und ein Mädchen, teilt sich den Sitz daneben.
Wach, munter und pfiffig sehen sie aus und unterhalten sich in einer eigenen Sprache.
Ich höre fasziniert zu und muss einen Moment lang überlegen, was der Bub wohl damit meint:
"Dr Papi und s'Mami vo mir und vo dir..."
Als sich das Postauto die Strasse hochschraubt und im Waldabschnitt in die Kurven liegt, fabulieren und fantasieren die zwei die haarsträubendsten Absturzgeschichten.
Es ist übrigens das einzige Mal, dass der Vater sich mit einem kurzen "Erzählt keinen solchen Hafenkäse!" einmischt.
Nun, das hindert die beiden keineswegs daran, weiter zu plaudern, bis sie aussteigen müssen.
Zusammen mit allen andern Fahrgästen.
Der Bus leert sich. Schlagartig wird es ruhig.
Wir sind nur noch zu dritt.



Entenjagd im Frühlingsgrün

18.04.2015


Ein lauer, lichter Nachmittag vor einer Woche auf der Isola di Brissago.
Zwei Kinder schauen gebannt einem Ententrio zu, das sich im Park tummelt.




Doch dann schäumen plötzlich die Frühlingsgefühle über... 


PS. Die Kinder waren nicht etwa (wie man annehmen könnte) sich selbst überlassen.
Der Vater ruhte die ganze Zeit unter einem Baum im Gras. Und machte ein Nickerchen.

PPS. Vaterpflichten machen müde...
meint Hausfrau Hanna und wünscht ein angenehmes Wochenende :)


Dreimal Schwan

17.04.2015



Heute mache ich es mir bequem.
Ich hänge mich an bei Frau Flohnmobil hier und bei Frau Quer hier.
Zweimal Schwan.
Der dritte kommt von mir.
Den habe ich vor einer Woche in einer Gasse in Ascona geknipst.
Er war sich seiner Wirkung durchaus bewusst:






























Erster Sommertag des Jahres!

16.04.2015



Gestern der erste Sommertag.
In der Stadt wurden am Nachmittag 26.9 Grad gemessen.
Logisch, dass alle, die konnten, draussen sassen. 
Und den ersten Sommerwärmekaffee genossen... ;)



Hausfrau Hanna träumt

15.04.2015


Eine oft gestellte Frage in Interviews ist die nach dem Lieblingslebensmotto. Häufig kommt dann als Antwort dieses hier:


"Träume nicht dein Leben, lebe deine Träume!"



M e i n  Motto ist das nicht. Im Gegenteil. Oft bin ich ganz froh, dass ich das Leben nur träume...
Wie kürzlich, als ich mich im Traum in einem Luxushotel sah. Mit vielen andern Gästen stand ich, einen Teller in der Hand, an einem langen Buffet.
Darauf war Essen in einer solchen Fülle, dass ich völlig überfordert war.
Und ich  (im Traum) dachte: "Vierzehn Tage Ferien! Hier! Das halte ich nicht aus! Und zu allem Unglück habe ich auch noch die Bücher zu Hause vergessen!"
Dann erwachte ich.
Und war erleichtert und erlöst, dass es nur ein Traum war.





PS. Und ich den nicht leben muss... !

Filmreif

13.04.2015


Ein Traumtag am Lago Maggiore.
Ein junges Paar spielt mehrere Male hintereinander die gleiche Szene vor der bläulichen, sanften Kulisse des Sees und der Berge.
Sie stellt sich auf die Mauer und breitet die Arme aus wie einst Kate Winslet auf der Titanic.
Er gibt ihr Anweisungen und fotografiert.
Im Film waren es Leo und Kate.
Hier könnten sie Leonardo und Caterina heissen.
Schön diese gestellte Szene.
Auch deshalb, weil genau in diesem Moment ein Schiff vorbeisegelt.




PS. Und diese Szene ist nicht gestellt... ;)


Eine Reise in den Süden...

09.04.2015


Hier scheint seit dem frühen Morgen die Sonne.
Und wir fahren für einige Tage weg in den Süden.
Nicht bis ans Meer. Nur an den Lago Maggiore.
Auch da soll die Sonne scheinen.

Wir hätten auch zuhause bleiben können... ;)



PS. Habt eine schöne, eine frohe Zeit - und wenn ihr mich vermisst, hört in der Zwischenzeit dieses Lied von Theodorakis an!

Mamazeichnung

08.04.2015


Diese Woche haben die Kinder noch Ferien.
Dazu dieses traumhaft schöne Wetter.
Die Kinder spielen und werkeln draussen.
Kreidezeichnungen auf den Trottoirs im Quartier zeugen davon.

Hier jedoch hat sich wahrscheinlich die Mama verwirklicht... ;)


Gedanken zur Fülle

07.04.2015



Anne Morrow Lindhbergs  'Muscheln in meiner Hand ' habe ich vor vielen Jahren gelesen.
Das schmale Bändchen findet sich immer noch im Büchergestell.
Soeben habe ich auf dem Kalenderblatt einen ihrer Gedanken gelesen:


"Am Morgen eine Schale Blumen aufzustellen
kann uns an einem überfüllten Tag ein Gefühl der Stille geben - 
wie ein Gedicht zu schreiben
oder ein Gebet zu sprechen."   Anne Morrow Lindbergh 




PS. Was ist das Gegenteil eines 'überfüllten Tages'?
Was bedeutet 'reich erfülltes Leben' (wie oft im Nachruf auf Verstorbene zu lesen ist)? 
Und wo ist die Grenze, an der ein 'erfülltes Leben' zu einem 'ausgefüllten' wird? 
Ich mache mir so meine Gedanken...

PPS. ...und in der Zwischenzeit drängen in der Natur die Blüten und Blätter mit aller Kraft hervor. 

Osterschokolade

06.04.2015


Ostern ist die Zeit der gefärbten 10-Minuteneier, der gefüllten Pralinéeier und der Schokoladehasen.
Hausfrau Hanna bekam ebenfalls Schokolade.
Diese lag, bruchsicher eingepackt in einem wattierten Kuvert, am Samstag im Briefkasten.
Und wurde in Pilsen abgeschickt...



PS. Wer weiss, wo Pilsen liegt, darf die Schokolade mit mir teilen... ;)





Anderer Osterbrauch

04.04.2015


Bei uns hoppelt am Ostersonntag in der Früh, dann, wenn alle noch in den Federn liegen, der Osterhase vorbei und versteckt die bunten Eier und die Schokolade im Garten.
In Schweden gibt es keinen Osterhasen.
Sondern Osterhexen!
Verkleidete Mädchen gehen von Haus zu Haus, klingeln an den Türen und wünschen im Chor:
"En riktig glad påsk!" (en riktig glad posk).
Als Dank bekommen sie dann Süssigkeiten. Godis.
Oder Geld. Pengar. Wie hier:



PS. Und so hübsch präsentieren sich kleine, schwedische Osterhexen oder påskkärringar (poskschäringar). Ein bisschen wie Pippi Langstrumpf.  Nur mit Kopftuch...:)

 Foto: Jonas Ekströmer / TT




Gebastelte Frühlingsworte

02.04.2015


Gestern im Briefkasten eine Frühlingskarte.
Eine Frau in leichtem Blütenkleid liegt bäuchlings im Gras und liest.
Rot ihr Buch ( Liebesgeschichte!). Rot ihre Pumps. Und rot ihre Lippen.
Sie liegt wohl schon lange da, hat lesend Zeit und Raum weggeträumt und vergessen.
Und in der Zwischenzeit haben sich in ihrem Haarnest zwei kleine Amseln wohnlich eingerichtet:




PS. Im Innern der Karte geht es weiter mit einem vergnüglichen Frühlingsgedicht. Genau richtig, um dem Wetter stimmungsmässig etwas entgegenzuhalten.
Hier kommt es:


Frühling       

Die Knospen knospen und sind schon wach,
die Keime keimen noch schüchtern und schwach,
die Weiden weiden das Gras am am Bach.

Die Bäume baumeln (das ist ihre Pflicht),
die Sträucher straucheln im Dämmerlicht,
die Stämme stammeln ein Frühlingsgedicht.

Die Hecke heckt neue Streiche aus,
der Rasen rast wie rasend ums Haus,
Der Krokus kroküsst die Haselmaus.

Die Drossel erdrosselt den Regenwurm,
das Rebschoss erschoss nachts die Reblaus im Turm,
das Laub erlaubt sich noch ein Tänzchen im Sturm.

Es himmelt der Himmel ein Wölkchen an,
es windet der Wind sich durch Löwenzahn,
und bereits blättern Blätter im Sommerfahrplan.


Blaugefärbte Friedensherde

01.04.2015


Im bewachsenen Innenhof des Basler Münsters weidet eine Schafherde.
Ein Schaf wie das andere sieht gleich aus.
Blau und aus Kunststoff:





PS. Und wenn die Sturmböen die Schafe in der Zwischenzeit nicht umgeworfen haben, dann stehen sie immer noch - bis Mitte April!



PPS. Richtige Lämmchen hingegen haben bei Madame Smilla das Licht der Welt erblickt. Hier!