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20 April 2015

Zwischen zwei Haltestellen (74)


Gestern Sonntag. Das Wetter ein einziges Strahlen.
Wanderwetter!
Ich steige in den Bus ein, der aufs Land hinaus fährt und setze mich ans Fenster.
Genau noch rechtzeitig.
Denn hinter mir strömen die Leute herein. Und strömen und strömen.
Es will nicht mehr aufhören.
Alle sind sportlich in Wanderschuhe und Windjacken gekleidet und von dieser guten Laune, der sich niemand entziehen kann.
Man steht dicht an dicht.
Ich bin froh um meinen Sitzplatz.
Mir gegenüber sitzt ein Vater mit seinen drei Kindern, den Kleinsten nimmt er auf seinen Schoss. Das etwa vierjährige Zwillingspärchen, ein Bub und ein Mädchen, teilt sich den Sitz daneben.
Wach, munter und pfiffig sehen sie aus und unterhalten sich in einer eigenen Sprache.
Ich höre fasziniert zu und muss einen Moment lang überlegen, was der Bub wohl damit meint:
"Dr Papi und s'Mami vo mir und vo dir..."
Als sich das Postauto die Strasse hochschraubt und im Waldabschnitt in die Kurven liegt, fabulieren und fantasieren die zwei die haarsträubendsten Absturzgeschichten.
Es ist übrigens das einzige Mal, dass der Vater sich mit einem kurzen "Erzählt keinen solchen Hafenkäse!" einmischt.
Nun, das hindert die beiden keineswegs daran, weiter zu plaudern, bis sie aussteigen müssen.
Zusammen mit allen andern Fahrgästen.
Der Bus leert sich. Schlagartig wird es ruhig.
Wir sind nur noch zu dritt.



2 Kommentare:

  1. Hi, hi! Das müsste wohl auch so ein Papa sein, der zwischendurch mal ein Nickerchen nötig hätte...

    Bei diesen kleinen Quasselstrippen - aber süss, denen auf der Fahrt zuzuhören, kann ich mir denken.

    Lieben, sonnigen Montagsgruss,
    Frau Quer

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  2. Wäre der Bus nicht so rappelvoll gewesen,
    liebe Frau Quer,
    ich bin sicher, der Jungpapa hätte sich ein erholsames Nickerchen gegönnt...
    Und ja, die Zwillinge waren optisch und akustisch zum Fressen süss :)

    Herzlichen Dienstagmorgen-Sonnengruss
    Hausfrau Hanna

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