Hausfrau Hannas Maienglück

30.05.2017



Kein Monet!


Sondern das (oder doch der?) kleine Biotop
mit Seerosen und allerlei Getier.
Ländliches Maienglück... 

Einer wie Mani!

29.05.2017


Ironie

Iro war ein Geigenhändler.
Wahrlich, sein Geschäft gedieh!
Iro war ein guter Kaufmann,
der nichts borgte und nur lieh.
Iro sprach: "Ich bin auch ehrlich!"
Aber das war Iro nie.


Mani Matter, 1936 - 1972
aus ' Was kann einer gegen Zen Buddhisten', Zytglogge 2016


Tinguelymuseum


PS, Ich bewundere Menschen wie Mani Matter, die Dinge mit leiser, feiner und zurückhaltender Ironie auf den Punkt bringen. 

PPS. Eine Kunst in der heutigen lauten Welt... 





Beschwingtes zum Sonntag

28.05.2017


Die Jungfrau geht hinaus in den schönen Hain
und setzt sich draussen ins grüne Gras.
Legt sich die schneeweisse Hand an die Wange
und sieht den Liebsten unter der grünen Linde...


Dann geht das Werben los.


Und die Moral von der Geschicht:
Mädel, vertrau einem Schalken nicht!

(sehr freier Übersetzungsversuch von Hausfrau Hanna)






Der Mai geht zu Ende...

27.05.2017



Heute soll es in Basel über 30 Grad heiss werden.
Morgen ebenfalls.
Und auch nächste Woche geht es sommerlich weiter.
Man solle den Kopf mit einem Hütchen bedecken,
ein T-Shirt anziehen.
sich gut eincrèmen und den Schatten aufsuchen.
Oder sich von 12.00 bis 14.30 Uhr drinnen aufhalten.
Diese Empfehlungen gab der nette Meteomann gestern Abend ab,
nachdem er zuvor die Wetterprognosen verkündet hatte.
Der Sommer ist da!
Und das im Mai...


Rheinliebe


PS. Vorhin hörte ich, wie einer unten auf der Strasse laut und fröhlich die Schweizer Nationalhymne pfiff: "Trittst im Morgenrot daher, seh' ich dich im Strahlenmeer."

PPS. Seine gute Laune war ansteckend.

PPPS. Ein schönes Sommerwochenende also!

Zum Auffahrtstag!

25.05.2017



Ich gehöre
(was den hier regelmässig Lesenden wohl bekannt sein dürfte)
 nicht zu den Reisemunteren.
Ich kenne jedoch in meinem Umfeld Menschen, 
denen die Abenteuerlichkeit des Reisens durch die Blutadern zirkuliert 
und die vor Reisefieber förmlich zu zittern und zu beben beginnen, 
wenn sie das Kerosin am Flughafen einschnuppern.
So anschaulich und sinnlich hat es mir zumindest Schwager F. kürzlich erklärt.
Und ich konnte seinen Zustand sofort begreifen...


Ostsee: Kreuzfahrtschiff im Schärengarten bei Stockholm


PS. Gestern Abend, der voll besetzte Schnellzug fuhr langsam in den Bahnhof ein, hörte ich, wie jemand seiner Begleitung wünschte: "Tschüss und gute Auffahrt!"

PPS. Nehmt das bitte nicht wörtlich... ;)




Teures Getränk!

23.05.2017


Heute eine kurze Antwort auf den gestrigen Blogbeitrag!
Deutsche Lesende haben in ihren Kommentaren erstaunt zur Kenntnis genommen,
wie  (horrend) hoch die Kaffeepreise hier sind.
Ich habe beim Lesen genickt.
Weil es stimmt!
Eine Tasse Kaffee oder Cappuccino
kostet in einem städtischen Café mit Bedienung tatsächlich 5 Franken.
Im Strassencafé am Rhein kann es durchaus noch mehr sein.
Dafür ist die Sicht auf den vorbeiströmenden Fluss wunderschön.
Und die ist im Preis inbegriffen... ;)





PS. Im Ernst jetzt, falls einmal ein Aufenthalt in Basel geplant ist: Es gibt auch hier günstigen Kaffee!
PPS. Man muss einfach wissen, wo!
PPPS. Deshalb zum Schluss Hausfrau Hannas Tipp: 
Im Restaurant des Kleinbasler Warenhauses 'Manor' gibt es sehr guten, aromatischen Kaffee: Die Tasse für SFr. 3.70 :)

Überzeugend erklärt

22.05.2017


Letzte Woche auf dem Bahnhofsplatz.
Ich warte auf das Tram.
Der ältere Mann kommt direkt auf mich zu und spricht mich freundlich an:
"Hätten Sie mir vielleicht 4 Franken 20 für einen Kaffee?
Ich möchte gern einen trinken und habe nur eine kleine AHV."
Wo er denn seinen Kaffee jeweils trinke, frage ich ihn.
"Ich gehe immer zu McDonald's, da kostet er genau 4 Franken 20."
Die Antwort überzeugt mich.
Ich greife nach dem Portemonnaie.



Jeder Tag ist ein neuer Tag!

20.05.2017



Darin ist ein schwedischer Musiker mit kurdischen Wurzeln.
Seine Eltern flüchteten in den Achtzigerjahren aus dem Irak nach Schweden.
Schon als Jugendlicher schrieb er seine ersten Songs.
Vor knapp zwei Jahren begann er, auf  Schwedisch zu texten. Und  zu singen.

Sein neustes Lied heisst "Ja må du leva idag - Mögest du leben heute!"





PS. Ganz anders tönt die akustische Version, die er nach dem Anschlag in Stockholm sang. Sie weckt so viele Gefühle... Hier!

PPS. Ich mag Darin. Am 2.Juni wird er übrigens 30 Jahre alt.


"Denn wenn du die Augen schliesst, ist alles klar.
Sag mir, was du siehst, wenn du dich selbst siehst!
Kannst du etwas vermissen, was du bereits hast?
Einen Atemzug lang, die Zeit, die du zur Verfügung hast.
Ja, mögest du leben heute:
Jeder Tag, jeder Tag ist ein neuer Tag!

So heb dein Glas, denn jetzt ist alles, wie es sein soll!"

(Übersetzungsversuch von Hausfrau Hanna)

Unerreichbar für die Sorgen!

19.05.2017





"Wenn ich schrieb, war ich für alle Sorgen unerreichbar."



Margareta Strömstedt




Es muss nicht zwingend das Schreiben sein.
Unerreichbarkeit kann auch beim Stricken, Hobeln, Gärtnern, Malen geschehen.
Oder jeder andern Tätigkeit, bei der  'man' sich ganz einlässt.
Für eine Weile...

Varmt tack, Astrid!


Landsprache!

17.05.2017


Am vergangenen Samstag am Bauernmarkt im kleinen Dorf.
Eine gut gelaunte Frau, das weisse Haar hochgesteckt, spricht Hausmann Hanna mit seinem Namen an.
Dieser schaut etwas ratlos drein und versucht sich zu erinnern.
Nun streicht sich die Frau mit der Hand über die Haare und sagt in ihrem breiten Landdialekt:
"Kei Wunder, kennsch mi nümm! S'hett mir uff ä Giebel gschneit..."




PS. Die Sprache gehört ebenfalls mit dazu, damit ein Dorf lebendig ist. Und lebendig bleibt...;)








Für ein lebendiges Dorf!

16.05.2017


Am Samstag.
Im kleinen Bauerndorf, in dem ich mich jeweils im Hochsommer aufhalte,
fand der alljährliche Frühlingsmarkt statt -
ein richtig feiner und weitherum beliebter Bauernmarkt mit regionalen Produkten,
Ständen mit Handwerkskunst,
 Esslokalen, Spielangeboten für die Kinder, Live-Musik.
Und einem Wettbewerb, bei dem eigene Gedanken gefragt waren:



PS. Selbstverständlich machte ich mit und schrieb dies hier auf den Zettel:


a) einen Laden
b) eine Beiz
c) viele Vereine
d) wenige/r Autos


Jeder Tag ein Muttertag!

14.05.2017


In Schweden ist der Muttertag später als bei uns: Immer am letzten Sonntag im Mai.
Solche Bilder jedoch gehören das ganze Jahr (und nicht nur am Muttertag)  zum Alltag:
Mütter in Elternzeit, die sich in grösseren oder kleineren Gruppen zusammenfinden und in ordentlichen Zweierreihen mit den Kinderwagen spazierengehen und  sich dabei unterhalten,

"Länge leve mammagruppen! Lang lebe die Mamagruppe!"


Mammagrupp i Stockholm 


PS. Dazu noch dies: Die Müttergruppen spazieren nicht nur zusammen, sie tauschen sich auch gern bei einem Kaffee Latte aus. Und weil sie dabei wenig konsumieren und das Lokal auf Stunden für andere Gäste blockieren, wird das nicht besonders gern gesehen... 

PPS. Mehr dazu in diesem Blogbeitrag von 2013!

PPPS. Ob bei Kaffee und Kuchen, einem feinen Mittagessen oder einem gemeinsamen Frühlingsspaziergang: Ich wünsche allerseits einen schönen Muttertag :)

Zwischen zwei Haltestellen (97)

13.05.2017


Gestern im Tram.
Es ist gut besetzt.
Ganz hinten hat es neben einem Mann noch einen freien Platz. Und da setze ich mich mit der Einkaufstasche hin.
Was heisst setzen?
Ich mache mich klein und schmal und klemme mich auf den  halben Sitz daneben.
Der Mann sitzt seelenruhig da. Die Hände vor dem Bauch gefaltet. Die Beine weit auseinander gestellt.
Warum sitzen Männer so da? Warum beanspruchen Männer Platz, der ihnen nicht zusteht?
Ich spüre, wie Ärger hochsteigt.
Dann mache ich reflexartig etwas, was ich noch nie gemacht habe:
Ich hebe den linken Fuss, bewege das Bein zielgerichtet zur Seite und verkleinere dem Mann den Raum.
Sofort zieht er sein rechtes Bein an.
Dann sitzt er  wieder da wie vorher. Stoisch und mit über dem Bauch gefalteten Händen.
Ich jedoch habe den ganzen Sitz für mich...



PS. Ein Bild gibt es heute nicht!


Hochzeitsfeier am Rhein

12.05.2017


Am Rhein findet pralles, buntes Leben statt.
Kürzlich etwa wurde eine Hochzeit gefeiert.
Eine Drohne filmte von Oben das Ritual,
bei dem sich die jungen Leute an den Händen fassten
und wie einen schützenden Kreis bildeten, in dessen Zentrum
(auch wenn das auf den ersten Blick nicht ganz ersichtlich war)
das Brautpaar stand.
Eine Braut muss nicht immer weiss tragen.
Es reichen auch Jeans.





Ein Fotograf war ebenfalls mit dabei:




PS. Für die Erinnerungsbilder im Album :)

Nichtstun erquickt

11.05.2017



'Und dann muss man ja auch noch Zeit haben,
einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.'


Astrid Lindgren
Tagebuch





PS. Und besonders schön ist das zu zweit am Rhein... :)





Let's skate in the City!

10.05.2017


Vorgestern Sonntag.
Etwas ist anders als an andern Tagen.
Der Zugang hinunter zum Rhein ist aufwändiger als sonst.
Die Fussgängerzone in der Kleinbasler Altstadt ist abgesperrt
wegen der ersten Etappe der Swiss Skate Tour:



Kaum ist das erste Bild geschossen...
... macht es "Ssssssssssssssssssssst!" -
und ein Pulk Inlineskater rollt vorbei.
Das Tempo ist schwindelerregend hoch.
Und ein  kleines Mädchen fragt: "Papi, haben die Batterien?"


PS. Das Haus in der Rheingasse mit der Nummer 51 heisst übrigens 'zur Meerenge' :)


Sie sind gewachsen!

09.05.2017


Vorgestern Sonntag am Rhein.
Nach all den vielen Wochen, in denen er still, träge fast, vor sich hin geflossen ist,
hat er dank des Regens der letzten Woche wieder mehr Wasser und Zug:
Die erste schöne Überraschung!

Und die zweite Überraschung wartete hier:




Sie sind gewachsen! Die Mitte April geschlüpften Nilgänslein :)




Sechs an der Zahl waren es!
Beim Erkunden der Umgebung wurden sie von den Eltern begleitet.
Und nicht aus den Augen gelassen...


Taubenplage!

07.05.2017


Ich habe auf dem Balkon den alten Teppich ersetzt durch einen neuen.
Kaum ist der dezent grauweiss gestreifte Baumwollteppich ausgerollt und glatt gestrichen, der Tisch und die Stühle wieder ordentlich hingestellt, passiert es auch schon:
Die im Hinterhof nistenden Tauben haben den Teppich entdeckt!
Und verschissen...
Bei einem Treppenhausgespräch erzähle ich meiner Nachbarin von meinem Taubenärger.
Sie hat sehr viel Verständnis.
Und am Tag darauf finde ich auf dem Stuhl im Zwischengeschoss einen Liedtext, den sie mir kopiert und hingelegt hat. "Tauben vergiften" von Georg Kreisler:

'Schatz, das Wetter ist wunderschön
Da leid ich's net länger zu Haus
Heute muss man ins Grüne gehn
In den bunten Frühling hinaus!
Jeder Bursch und sein Mäderl
Mit einem Fresspaketerl
Sitzen heute im grünen Klee -
Schatz ich hab' eine Idee:

Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau
Gehn wir Tauben vergiften im Park!'

(...)


Diese Taube habe ich durch die sauber geputzte Stubenfensterscheibe 'geschossen'...


PS. Eigentlich bin ich ein freundlicher, friedlicher Mensch. Aber wenn Tauben meinen Balkon als Tummelplatz entdecken, keimen da Gedanken auf, die eine gewisse Ähnlichkeit haben mit Kreislers Liedtext...

PPS. Auch wenn das Wetter heute überhaupt nicht wunderschön ist, leid' ich es nicht länger zu Haus.

PPPS. Wir gehen nun an den Rhein! Vögel schauen. Schwäne, Enten, Schwalben, Spatzen.

PPPPS. Und auch Tauben... ;)








Den Tag mit einem Gedicht beginnen

05.05.2017


Ein Lyrikband von Werner Lutz liegt griffbereit auf dem Sims zur Strasse hin.
Heute am frühen Morgen, die Sonne scheint, nehme ich ihn in die Hand und lese das Gedicht auf der ersten Seite...

Alte Eiche/gammal ek auf der Insel Fjäderholmarna



Worte
irrlichtern und flackern in mir
Worte
lassen mich ins Unbekannte reisen
Worte
schliessen meine Kreise
Worte
entfachen meine Lebensfreude
Worte
verscheuchen meine Angst



Werner Lutz, 1930 - 2016
Schweizer Lyriker

aus 'Die Ebenen meiner Tage - Gedichte im Dialog', Waldgut Verlag 2015




Fräckis - die Auflösung!

04.05.2017


Ein 'fräckis' ist kein Frechdachs.
Was eigentlich die naheliegendste Erklärung wäre.
Kein sommersprossiger Mensch (vom englischen 'freckles' abgeleitet).
Kein Fräckdachs.
Und auch kein nobler Frackträger.
Diese Begriffe wurden genannt in den Kommentaren
und gefielen mir ausnehmend gut.
Auch wenn sie alle falsch waren.
Bei den zurückhaltenden Schweden ist ein 'fräckis' nämlich
ein schmutziger Witz... ;)


Wandbild in der Steinenvorstadt

PS. Zufällig bin ich letzte Woche auf youtube auf diesen fräckis hier gestossen.
PPS. Die wunderbare Helen Sjöholm erzählt ihn und macht ihn zu einem sprachlichen Erlebnis.
PPPS. Und deshalb habe ich ihn auch mehrere Male hintereinander angehört...;)

Wortabkürzungen

03.05.2017


In der deutschen Sprache kennen wir sie auch:
Die abgekürzten Wörter, die beim Sprechen und Schreiben viel Zeit sparen...
In der schwedischen Sprache werden sie noch häufiger verwendet.
Ich mache ein paar Beispiele:
Ein 'pangis'  ist ein Pensionär oder eine Rentnerin.
Der 'fegis' ist nicht etwa ein Vegetarier, sondern ein Feigling oder ein Angsthase.
Dagis ist ein Kindertagesheim. 
Kändis (schändis ausgesprochen) ist eine bekannte Person.
Und 'bästis' ist die beste Freundin oder der beste Freund.




"Min bästis!"



PS. Letzte Woche lernte ich einen neuen Begriff: Fräckis!
PPS. Wer will, darf gern raten... 


1.Mai am Rhein

02.05.2017



Gestern am Rhein.
Sie ruderten gegen den Strom...




...und er schien Ausschau zu halten nach den Möwen.





Goethe entschied...

01.05.2017




 Letzter Sonntag im April.
Das schöne Frühlingswetter rief zum Wandern.
Abwechselnd machten wir einen Vorschlag,
schüttelten bei jedem den Kopf -
jeder erschien uns zu aufwändig und zu weit.
Auch scheuten wir die vielen Menschen, die ebenfalls unterwegs waren.
Dann machte Goethe uns die Entscheidung plötzlich leicht:

"Willst du immer weiter schweifen?
Sieh das Gute liegt so nah!"

Wir fuhren mit dem Tram auf den Basler 'Haushügel', das Bruderholz.
Das war die beste Idee überhaupt!
Ein einziges grosses Staunen überkam uns -
und es hielt an, bis wir am späten Nachmittag wieder zuhause waren.
Eine wunderschöne Weitsicht über die sanften, grünen Baselbieter Hügel.
Einige waren noch schneebedeckt.
Das Gelb der Rapsfelder und das Blau des Himmels stimmten fröhlich.
Schwedenfröhlich...





Und nur ganz wenige Menschen, die wie wir zu Fuss, 
per Velo oder hoch zu Ross unterwegs waren... 


PS. Goethe sei Dank!