Herbstliche Tierbegegnungen

30.09.2017


Die beiden letzten Tage waren, zumindest hier in der Gegend, nochmals sommerlich warm.
Auf der Wanderung durch das benachbarte deutsche Rebgebiet fielen uns massenhaft Eidechsen auf, die sich auf den durchwärmten Steinen zu sonnen schienen.
Eine Eidechse hatte es wohl nicht mehr rechtzeitig geschafft, in einer Ritze zu verschwinden. Eine kleine Spitzmaus hatte sie erwischt und sich im Kopf der mindestens doppelt so langen Eidechse verbissen. Hin und her schwankend zwischen Abneigung und Faszination schauten wir diesem Fressen und Gefressenwerden einen Moment zu...





"Sitzt da etwa eine Taube?" Was auf den ersten Blick nach einer sich aufs Land verirrten Stadttaube aussah, entpuppte sich beim genauen Hinschauen als Turmfalke. Artistisch und gut ausbalanciert  sass er oben auf dem dünnen Ast einer Eiche. Es reichte noch für ein Bild mit dem Zoom. Dann hob er ab und glitt davon...




Herbstliche Räumungsaktivitäten

29.09.2017


Letzte Woche überkam mich das grosse Räumen.
Es begann bei den Büchern.
Die Entscheidung fiel mir nicht allzu schwer: Die Krimis mussten weg!
Dann etliche Bücher, die ich zwar gern gelesen hatte, die ich jedoch nie wieder lesen würde.
Auf dem Mäuerchen des Vorgartens stapelte ich die aussortierten Bücher hintereinander in eine Kartonschachtel.
Ich musste wohl mit meiner Auswahl den Geschmack der Vorbeigehenden voll getroffen haben:
Innerhalb kurzer Zeit war die Schachtel bereits leer.
Mit Ausnahme dreier Bücher, die niemanden zu interessieren schienen.
Ich blieb geduldig.
Und tatsächlich waren am nächsten Tag zwei weitere Bücher weg.
Ein einziges Buch blieb übrig und musste nochmals eine Nacht überstehen.
Bis es schliesslich seine Besitzerin oder seinen Besitzer fand... ;)

Und so lauteten die Titel der drei letzten Bücher:

a) 'Henri Nouwen - Springen, das Wagnis von Nähe': Ein Porträt von Wunibald Müller
b) 'Lust auf 50 - Frauen am Wendepunkt' von Renate Daimler
c) 'Fliessendes Land' von Angelika Overath


Nun darf geraten werden: a), b) oder c)!
Wer war das Schlusslicht? 


Brigitta Glatt: Detail einer Installation innerhalb der Ausstellung im Tonwerk Lausen


PS. Das Räumen geht weiter: Die CD-Sammlung ist dran!



Wenn sie tanzt...

25.09.2017


(...)

Wenn sie tanzt, ist sie woanders
Für den Moment
Dort wo sie will
Und wenn sie tanzt
Ist sie wer anders
Lässt alles los
Nur für das Gefühl
Dann geht sie barfuss in New York
Trampt alleine durch Alaska
Springt vor Bali über Bord und taucht durch das blaue Wasser
Wenn sie tanzt ist sie woanders
Lässt alles los nur für das Gefühl.


Max Giesinger, deutscher Sänger und Songwriter
aus dem Album 'Der Junge rennt'


Ausstellung Tonwerk Lausen


PS. Und sie tanzt  in roten High Heels!


Virtuos Gespieltes zum Sonntag

24.09.2017



Ein Ständchen zum Sonntag
mit dem schwedischen Klarinettisten Martin Fröst.
Während die Finger rhythmisch die Tasten des Laptops betätigen,
wippen die Füsse unter dem Tisch auf und ab.
Das macht Lust auf  noch mehr Bewegung:
Heute an diesem schönen Herbstsonntag.





PS. Der vierte Seelenwärmer... :)

Drei Seelenwärmer!

23.09.2017


Was ist das nur für eine Woche!
Vorhin sah ich in der Blogstatistik unter den Suchbegriffen diesen Link: 
Ein Kulturweltblog zu Besuch in Hausfrau Hannas Blogstübchen:
Mir kullerten schier die Augen heraus... 
Und das ist noch längst nicht alles!
Anfangs Woche landete jemand in meinem Blog, der diesen Suchbegriff eintippte: 
 die gute hausfrau blog
Das Beste jedoch kommt zum Schluss!
Gestern bekam ich eine Mail von meinem Mister Happy:


Liebe Hausfrau Hanna

Am Donnerstag, 9. November, habe ich einen Haushaltstag in der Schule und muss in einem Haushalt mithelfen. Wäre es möglich, diesen Tag bei dir zu absolvieren?
Ich würde dir sehr gerne im Haushalt helfen, putzen und kochen.
Danke für deinen baldigen Bescheid
und herzlichste Grüsse
A. dein Mister Happy


Detail aus einer Installation der Künstlerin Brigitta Glatt
Ausstellung im Tonwerk Lausen


PS. Selbstverständlich habe ich Mister Happy umgehend zugesagt und den 9.November in der Agenda eingetragen... :)


Herbstanfang: Bewegung ist alles!

21.09.2017


Gestern bin ich früh schon unterwegs und nehme den Weg durch den benachbarten Park. Was für mich früh am Morgen bedeutet, ist für andere wohl ein ganz normaler Tagesbeginn. 
Im Park hat es nämlich erstaunlich viele Leute, die sich auf die eine oder andere Art bewegen.
Eine asiatischen Frau fällt mir besonders auf, die in langsamen, weichen und runden Bewegungen ihr Tai chi-Programm absolviert:



Dieses Bild ist erklärungsbedürftig, weil es zu diskret geknipst und deshalb undeutlich ist.
Eine Frau und ein Mann liegen auf einer blauen Gymnastikmatte am Boden. Der zwischen ihnen stehende Coach zählt laut und in einem rasanten Tempo auf zehn:

"Eins, zwei, drei, ... zehn!"
"Eins, zwei, drei, ... zehn!"
"Eins, zwei, drei, ... zehn!"
(...)

Die beiden Liegenden bewegen, die Arme über dem Bauch gekreuzt, den Oberkörper leicht nach oben. Ich denke: "Bauchmuskeltraining für Fortgeschrittene!" und gehe unwillkürlich schneller:




Ein paar Meter weiter dann zwei langsame Walkerinnen, die in ein Gespräch vertieft sind:


PS. Der Radfahrer ganz hinten hätte im Park eigentlich nichts verloren gehabt. Er hat wohl das Fahrverbot beim Eingang übersehen... ;)











Hauptsache: Bewegung!

19.09.2017



Bewegung ist gut!
Ich meine damit nicht unbedingt das Absolvieren
 eines bestimmten Fitnessprogramms mit den immer gleichen Übungen.
Mir ist das zu stereotyp!
Für mich heisst 'bewegen', täglich zu Fuss zu gehen.
Tanzen zu Musik ohne festgelegte Schrittfolgen.
Auch schwimmen gehört dazu.
...
...
...

(Alle haben ihre Vorlieben)
...
...
...

Sie zum Beispiel dehnt ihre verkürzten Hinterbackenmuskeln.
Und sieht dabei richtig entspannt aus:




PS. Beim Fernsehgucken geht das auch. Und das sehr gut ;)




Die Glocke der Heiligen Klara

17.09.2017


Vor einigen Wochen starb meine Gotte (Taufpatin). Sie hiess Klara.
Während ihres langen Arbeitslebens führte sie zusammen mit ihrem Mann eine Bäckerei/Konditorei und ein kleines Tea Room.
Sie hatte und war eine starke Persönlichkeit, was es wohl brauchte, um ein Geschäft erfolgreich zu führen.
Ihr letztes Lebensjahr verbrachte sie im Pflegeheim.
Als sie plötzlich schwer erkrankte, fragte sie eine der Pflegerinnen, ob sie ins Spital gebracht werden wolle. Gotte Klara beantwortete diese Frage auf ihre Weise:
Sie streckte wortlos den Zeigefinger hoch zum Himmel.

Eine Woche später schlief sie friedlich und ruhig ein.




PS. Sankta Klara ist eine Kirche in Stockholm, die offen steht für die am meisten Verwundeten der Gesellschaft: Obdachlose, Randständige, Drogenabhängige, Flüchtlinge, mental und psychisch Kranke. Sie ist damit ein Ort für Menschlichkeit und Solidarität.
Und genau darum geht es im neuen Lied "Die Glocke der Heiligen Klara" der beiden in Schweden sehr beliebten Sängerinnen Helen Sjöholm und Malena Ernman.

Sankta Klara Klocka
Slå för mig!
För den väg
som leder hem 

Glocke der Heiligen Klara
Schlag für mich!
Für den Weg,
der nach Hause führt.


In dieser Stadt geboren (5)

15.09.2017


Ein letzter Gedanke.
Ein Gedanke der beinahe schmerzt:
Rainer Brambachs Stammlokal, in das wir ganz am Schluss einkehrten,
in dem wir nochmals seinen Gedichten lauschen durften,
wird Ende September geschlossen...



PS. Hier noch ein paar abgeschriebene Daten:
Rainer Brambach hinterliess rund 140 Gedichte und zwei Dutzend kurze Erzählungen:
Kein grosses Werk also. Aber ein ausserordentliches und sehr eigenständiges Werk. Der ehemalige Malerlehrling und spätere Gartenbauarbeiter ('Erdarbeiter') war mit seinen Gedichten in der deutschsprachigen Literaturszene eine Ausnahmeerscheinung. Er verbrachte beinahe sein ganzes Leben in Basel.


PPS. Die Biografie 'Rainer Brambach - Ich wiege 80 Kilo, und das Leben ist mächtig' Diogenes 2017,  ist von Isabel Koellreuter und Franziska Schürch. Die beiden Autorinnen haben den Rundgang durch Brambachs Basel auch gestaltet und geleitet. Zusammen mit dem Schauspieler und Rezitator Roberto Bargellini.


In dieser Stadt geboren (4)

14.09.2017


In den letzten Lebensjahren
wohnte Rainer Brambach in der St.Alban-Vorstadt.



Er wohnte nicht in einem dieser herrschaftlichen Häuser des Basler 'Daig' -
wo die Initialen neben der Türklingel genügen,
und alle wissen sofort, um wen es sich handelt.
Rainer Brambach wohnte in einer Mansarde,
nur einen Katzensprung entfernt von seiner Stammbeiz, dem St. Alban-Eck.
Hier hatte er seinen eigenen Tisch.
Hier traf er seine Freunde.
Hier trank er Wein und rezitierte Gedichte.
Und hier, im St.Alban-Eck, kehrten auch wir zum Schluss ein: 



Wir lauschten den Gedichten.
Einige tranken Bier. Andere einen Cappuccino.
Wasser gab es gratis dazu.
 Rotwein trank niemand... 



Leben in Basel

(...)

Wer sitzt im Zimmer am Tisch und vergisst Tisch
                     und Zimmer,
liest Zeitung, raucht, schreibt, trinkt Wein,
während Sankt Alban die Stunden schlägt?
Ich, in dieser Stadt geboren.


Rainer Brambach 1917 - 1983






In dieser Stadt geboren (3)

13.09.2017


Während der ganzen Führung wurden Bilder
von Rainer Brambach herum- und weitergereicht -
eine wichtige und passende Ergänzung zum Gehörten:




Der junge Brambach war ein äusserst attraktiver und lässiger Mann... !




Leben in Basel

(...)

Wer bewahrt seine Kindheit - Pfarrer Benz,
das alte Zeughaus, den Laternenanzünder
in einem Album auf?
Ich, in dieser Stadt geboren.

(..)

Rainer Brambach, 1917 - 1983





In dieser Stadt geboren (2)

12.09.2017


Die Wetterprognose für den Samstag war schlecht.
Dauerregen war angekündigt.
Dieser kam jedoch nicht. Kein einziger Tropfen fiel. 
Keiner der Schirme musste aufgespannt werden.
Ausser einem!
Einem grossen, roten...



Dieser rote Regenschirm, 
den eine der der beiden Begleiterinnen und Erzählerinnen
 hoch hielt, war wie eine in der Luft schwebende Orientierungshilfe
für die grosse Gruppe, die Rainer Brambachs Spuren folgte.
Den Rheinsprung hoch und durch die Augustinergasse...



 ...bis zu einem der schönsten Orte der Stadt: Dem Münsterplatz!
Und dem Münster, an dessen Fassade der Heilige Georg mit dem Drachen kämpft... 



Leben in Basel

(...)

Wer steht manchmal, Sankt Martin, Sankt Georg
oder den Drachen im Herzen auf der Pfalz
und lässt seine Augen rheinabwärts schwimmen?
Ich, in dieser Stadt geboren.

(...)

Rainer Brambach, 1917 - 1983



In dieser Stadt geboren (1)

11.09.2017



Meine Liebe zu Rainer Brambach begann hier im Blog.
Ich erinnere mich glasklar: Es war der 20.Januar 2014!
Eine Kommentatorin hinterliess damals auf einen Blogbeitrag
ein kleines, witziges Gedicht eines gewissen Rainer Brambach,
dessen Name mir absolut nichts sagte.
Dessen Gedicht mich jedoch derart erheiterte,
 dass ich mehr erfahren wollte über den unbekannten Basler Lyriker.
Ich kaufte mir also einen seiner Lyrikbände.
Und begann seine Gedichte zu lesen.
Im letzten Dezember erschien zu seinem 100. Geburtstag eine Biografie.
Und am vergangenen Samstag fand ein Rundgang statt
mit den beiden Autorinnen und einem Rezitator.
Die 'Spurensuche' begann im St.Johann-Quartier,
wo Rainer Brambach zur Welt kam
und aufwuchs.

Morgen mehr!

'Auf den Spuren Rainer Brambachs': Im St.Johann



Leben in Basel

Wer stellt seinen Ochsner,
gefüllt mit allerhand Ismen
zweimal in der Woche vor seine Tür?
Ich, in dieser Stadt geboren.

(...)

Rainer Brambach, 1917 - 1983






Zwischen zwei Haltestellen (101)

08.09.2017


Im Schnellzug nach Basel.
Der Wagen, in den ich einsteige, ist praktisch leer.
Da es sehr ruhig ist, verstehe ich jedes Wort des angeregten Gesprächs der beiden Frauen im Abteil hinter mir.
Eine der Frauen erzählt in aller Ausführlichkeit von einem ehemaligen Verdingbuben, der im gleichen Haus wohne. Dieser sei im persönlichen Umgang sehr schwierig und vernachlässige zudem seine beiden Hunde, die mit ihrem Gebell und dem Verunreinigen ('Verschiffe') des Treppenhauses zu einem grossen Problem geworden seien.
Die zuhörende Frau nimmt Anteil und gibt die eine oder andere Empfehlung ab, was die Mitmieter unternehmen könnten.
Nun übernimmt sie und berichtet von einer Situation in ihrem Wohnhaus, in dem eine junge Familie das Problem war. Diese habe das ganze Treppenhaus mit Kinderwagen und alten, nicht mehr gebrauchten Möbeln voll gestellt. Ein freundlicher Brief aller Mieter habe dann eine einvernehmliche Lösung gebracht.
Nun werden Männer und Beziehungen zum Thema.
Die erste Frau, deren Stimme immer etwas leicht Jammerndes hat, sagt zu ihrem Gegenüber:
"Meine Freunde wollen mich verkuppeln. Aber ich will nicht!"
Ihr Gegenüber zeigt viel Verständnis und bringt dann ein Müsterchen von ihrem Exmann.
Dabei ahmt sie seinen St.Galler Dialekt nach und sagt entschieden:
"Nie wieder einen Städter! Nie wieder einen St.Galler!"
Sie erzählt dann von einem Buschauffeur, der stark nach Alkohol und Rauch gestunken habe und endet: "Ich könnte ein Buch schreiben!"



Ich sitze da, nicke zustimmend mit dem Kopf.
Niemand sieht mich ja...





Die Betonung ist wichtig!

06.09.2017



Panik heisst auf Schwedisch ebenfalls panik.
Nur wird anders betont,
auf der zweiten Silbe nämlich:
Pa- niiiiik!
Was alles noch schlimmer macht...






Einfach mal entspannen!

03.09.2017


In Basel gibt es viele Museen.
Das vielleicht originellste ist das Cartoonmuseum in der St.Alban-Vorstadt.
Ich gehe auch gern nur in den Museumsshop, 
einem wahren Paradies für eine Kartenliebhaberin, wie ich es bin.
Das Sortiment ist vielfältig.
Und manchmal löst ein Sujet einen lauten Lachanfall aus:

"Und wir sind alle gaaaaanz entspannt... Und Thomas: Das war zu entspannt."


PS. "Zuviel Entspannung kann auch in die Hose gehen... " schrieb ich auf die Rückseite der Karte, fügte einen herzlichen Gruss bei und schickte sie an meinen Freund Katìno.

PPS. Er hatte Humor... ;)


Die edle Kunst des Brotbackens

02.09.2017


Heute ist ein Tag,
an dem man draussen nichts verpasst...
Ein idealer Tag also, um wieder einmal aufzuräumen,
herumzuschräubeln, zu werkeln und zu putzen.
Oder einen Kuchen zu backen.
Leider kann ich nicht backen.
Weder Kuchen noch Brot.
Aber ich könnte mich ja einmal für einen Kurs anmelden.
Und von den tüchtigen, schwedischen 'hemmafruar' lernen,
wie die edle Kunst des Tunnbrödbackens geht.
Heja!


Voll in Fahrt 2013


Bedächtig 2017


PS. Tunnbröd ist dünnes Brot.

Der Sommer macht Platz...

01.09.2017



Erster September.
Das Kalenderblatt ist gewendet.
Der Hochsommer und die Hitzetage sind vorbei.
Und  machen Platz für milde, schöne, goldene Herbsttage...


Nicht am Meer: Die beiden Buben spielen mit Sand am Ufer des Rheins...