Stockholmgeschichten: Die Türe!

29.06.2017


Eine der Vorstellungen, die man von Schweden hat:
Alle wohnen in solch schmucken, faluroten Holzhäuschen in idyllischer Landschaft.
Mit netten Gardinen und unzähligen Pflanzen und Blumen hinter den Fensterscheiben.



Richtig ist jedoch, dass die meisten der knapp neun Millionen Schweden in Wohnblöcken wohnen, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren gebaut worden sind.

Auch wir wohnten die knapp zwei Wochen in einer Wohnung einer solchen Überbauung in einem der südlichen Vororte Stockholms.
Am ersten Abend hatten wir abgemacht mit der Wohnungsbesitzerin für die Schlüsselübergabe.
Den Code für den Haupteingang des Hauses hatte ich auf einem Zettel notiert.
Ich gab die vierstellige Zahl ein und stiess die Türe auf.
Nichts passierte.
Ich gab den Code nochmals ein und drückte bestimmter gegen den Türknauf.
Wieder passierte nichts.
Ein dritter und letzter Versuch war ebenfalls erfolglos.
Dann griff ich leicht gestresst zum Natel und gab Elisabeths Telefonnummer ein.
Sie nahm sofort ab.
"Hej!" sagte ich, "vi är här och står framför dörren. Men vi kommer inte inne i huset!"
(Das versteht man, oder?)
Elisabeth war in Windeseile unten und öffnete die Türe.
Nach der Begrüssungsumarmung zeigte sie mir, wie schwedische Türen funktionieren.
Ich hatte völlig vergessen, dass diese nach aussen und nicht nach innen aufgehen, wie wir das in der Schweiz gewohnt sind.


PS. Andere Länder - andere Sitten...  ;)






Wieder zurück!

27.06.2017


Diese schönen, angenehmen Sommertage in Stockholm:
Soviel Himmelsblau, so viele Wolken, Wind und Wasser!
In der Wohnung im südlichen Vorort von Stockholm weder Internet noch TV.
(Ich habe beides nicht vermisst).
Dafür schrien uns in den hellen Nächten die Möwen in den Schlaf.
Die Neuigkeiten erfuhr ich aus der Tageszeitung 'Dagens Nyheter'.
Dass Helmut Kohl gestorben ist etwa.
Nun bin ich wieder zurück.




PS. Oder tillbaka, wie man auf Schwedisch sagt... 


Reisehäppchen... .. . . .

13.06.2017


Der Reisetrolley ist gepackt
und steht bei der Eingangstüre.
Visit Corsica?
Nichts da mit Korsika!
Morgen fliegen wir nach

. . . . . . . . . !

Dreimal dürft ihr raten.
Vielleicht reicht auch ein einziger Versuch ;)

Bis in vierzehn Tagen dann!
Liebe Grüsse und kram
Hausfrau Hanna






PS. Wer mich vermisst, kann in der Zwischenzeit diesen Beitrag hier vom Juli 2010 lesen :)

Zwischen zwei Haltestellen mit -minu (99)

10.06.2017



Im Tram werden den Passagieren seit ein paar Wochen kurze Filmchen mit Verhaltensregeln vorgespielt.
Eines finde ich besonders hübsch.
Weil -minu darin agiert.
-minu kennen wohl alle in Basel!
Er ist Journalist und Kolumnenschreiber. Und noch vieles mehr.
Zum ersten Mal las ich Mitte der Siebzigerjahre etwas von ihm.
Ich war eben zurückgekehrt von einem mehrmonatigen Aufenthalt in Rom und stürzte mich begeistert auf seine 'Briefe aus Rom', die in der Tageszeitung veröffentlicht wurden.
Unzählige Jahre hatte er einen Stand mit Ginggernilliszeug an der Herbstmäss.
Im Fundus des Kastens habe ich bis heute eine seiner edlen, roten Tüten mit seinem Schriftzug aufbewahrt...

So.
Und hier ist er:
-minu aus Basel!





Wetterwechsel!

09.06.2017


Trifft eine Warmfront auf eine Kaltfront,
bilden sich am Himmel weisse Schäfchenhaarlöckchen.
Ein Wetterwechsel steht bevor!
Und so sah die himmlische Weide gestern Morgen über Basel aus:



PS. Im Internet gelesen: 

"Der moderne Mensch ist süchtig nach Wetterberichten. Und hat vom Wetter doch keine Ahnung." 

Doppeldeutigkeit

08.06.2017


Unter Kinderkram kann man sich vieles vorstellen:


 In Schweden jedoch hat dieses Wort eine ganz andere Bedeutung.
'Kind' (schind ausgesprochen) ist nämlich die Wange. Oder Backe.
'Kinder' ist der Plural von 'kind' - also die Wangen.
Und 'kram' bedeutet Umarmung.

Soeben habe ich ein neues Wort erfunden:
Wangenumarmung ;)


PS. Und diese verschicke ich jetzt grosszügig westwärts, nordwärts, ostwärts. Und auch in den Süden: Kram till er alla!

Kunst lässt niemanden kalt...

07.06.2017


Ob drinnen im Museum oder draussen in der Natur:
Steht man vor Kunst, löst das stets etwas aus!
Innere Bilder tauchen auf.
Man ist fasziniert. Wehrt ab. Ist ergriffen. Hat einen Kloss im Hals.
Oder aber ein fröhlicher Jauchzer entsteigt der Brust.
Dann etwa, wenn man aktiv mitwirken kann,
wie bei dieser Ausstellung im Modernen Museum in Stockholm:

Moderna museet / Modernes Museum Stockholm


Auf der Vorderseite der Stellwand sind drei unterschiedliche Kleider 
des Modeschöpfers Jean Paul Gaultier abgebildet. 
Der Kopf bleibt ausgespart. 
Und die Museumsbesucherinnen dürfen für einmal Model spielen...



PS. Die Frau im strahlendblauen Gilet hat sich übrigens für dieses extravagante Hippiekleid entschieden.

PPS. Ich blieb selbstverständlich beim Knipsen streng diskret im Hintergrund...