Herbstanfang: Bewegung ist alles!

21.09.2017


Gestern bin ich früh schon unterwegs und nehme den Weg durch den benachbarten Park. Was für mich früh am Morgen bedeutet, ist für andere wohl ein ganz normaler Tagesbeginn. 
Im Park hat es nämlich erstaunlich viele Leute, die sich auf die eine oder andere Art bewegen.
Eine asiatischen Frau fällt mir besonders auf, die in langsamen, weichen und runden Bewegungen ihr Tai chi-Programm absolviert:



Dieses Bild ist erklärungsbedürftig, weil es zu diskret geknipst und deshalb undeutlich ist.
Eine Frau und ein Mann liegen auf einer blauen Gymnastikmatte am Boden. Der zwischen ihnen stehende Coach zählt laut und in einem rasanten Tempo auf zehn:

"Eins, zwei, drei, ... zehn!"
"Eins, zwei, drei, ... zehn!"
"Eins, zwei, drei, ... zehn!"
(...)

Die beiden Liegenden bewegen, die Arme über dem Bauch gekreuzt, den Oberkörper leicht nach oben. Ich denke: "Bauchmuskeltraining für Fortgeschrittene!" und gehe unwillkürlich schneller:




Ein paar Meter weiter dann zwei langsame Walkerinnen, die in ein Gespräch vertieft sind:


PS. Der Radfahrer ganz hinten hätte im Park eigentlich nichts verloren gehabt. Er hat wohl das Fahrverbot beim Eingang übersehen... ;)











Hauptsache: Bewegung!

19.09.2017



Bewegung ist gut!
Ich meine damit nicht unbedingt das Absolvieren
 eines bestimmten Fitnessprogramms mit den immer gleichen Übungen.
Mir ist das zu stereotyp!
Für mich heisst 'bewegen', täglich zu Fuss zu gehen.
Tanzen zu Musik ohne festgelegte Schrittfolgen.
Auch schwimmen gehört dazu.
...
...
...

(Alle haben ihre Vorlieben)
...
...
...

Sie zum Beispiel dehnt ihre verkürzten Hinterbackenmuskeln.
Und sieht dabei richtig entspannt aus:




PS. Beim Fernsehgucken geht das auch. Und das sehr gut ;)




Die Glocke der Heiligen Klara

17.09.2017


Vor einigen Wochen starb meine Gotte (Taufpatin). Sie hiess Klara.
Während ihres langen Arbeitslebens führte sie zusammen mit ihrem Mann eine Bäckerei/Konditorei und ein kleines Tea Room.
Sie hatte und war eine starke Persönlichkeit, was es wohl brauchte, um ein Geschäft erfolgreich zu führen.
Ihr letztes Lebensjahr verbrachte sie im Pflegeheim.
Als sie plötzlich schwer erkrankte, fragte sie eine der Pflegerinnen, ob sie ins Spital gebracht werden wolle. Gotte Klara beantwortete diese Frage auf ihre Weise:
Sie streckte wortlos den Zeigefinger hoch zum Himmel.

Eine Woche später schlief sie friedlich und ruhig ein.




PS. Sankta Klara ist eine Kirche in Stockholm, die offen steht für die am meisten Verwundeten der Gesellschaft: Obdachlose, Randständige, Drogenabhängige, Flüchtlinge, mental und psychisch Kranke. Sie ist damit ein Ort für Menschlichkeit und Solidarität.
Und genau darum geht es im neuen Lied "Die Glocke der Heiligen Klara" der beiden in Schweden sehr beliebten Sängerinnen Helen Sjöholm und Malena Ernman.

Sankta Klara Klocka
Slå för mig!
För den väg
som leder hem 

Glocke der Heiligen Klara
Schlag für mich!
Für den Weg,
der nach Hause führt.


In dieser Stadt geboren (5)

15.09.2017


Ein letzter Gedanke.
Ein Gedanke der beinahe schmerzt:
Rainer Brambachs Stammlokal, in das wir ganz am Schluss einkehrten,
in dem wir nochmals seinen Gedichten lauschen durften,
wird Ende September geschlossen...



PS. Hier noch ein paar abgeschriebene Daten:
Rainer Brambach hinterliess rund 140 Gedichte und zwei Dutzend kurze Erzählungen:
Kein grosses Werk also. Aber ein ausserordentliches und sehr eigenständiges Werk. Der ehemalige Malerlehrling und spätere Gartenbauarbeiter ('Erdarbeiter') war mit seinen Gedichten in der deutschsprachigen Literaturszene eine Ausnahmeerscheinung. Er verbrachte beinahe sein ganzes Leben in Basel.


PPS. Die Biografie 'Rainer Brambach - Ich wiege 80 Kilo, und das Leben ist mächtig' Diogenes 2017,  ist von Isabel Koellreuter und Franziska Schürch. Die beiden Autorinnen haben den Rundgang durch Brambachs Basel auch gestaltet und geleitet. Zusammen mit dem Schauspieler und Rezitator Roberto Bargellini.


In dieser Stadt geboren (4)

14.09.2017


In den letzten Lebensjahren
wohnte Rainer Brambach in der St.Alban-Vorstadt.



Er wohnte nicht in einem dieser herrschaftlichen Häuser des Basler 'Daig' -
wo die Initialen neben der Türklingel genügen,
und alle wissen sofort, um wen es sich handelt.
Rainer Brambach wohnte in einer Mansarde,
nur einen Katzensprung entfernt von seiner Stammbeiz, dem St. Alban-Eck.
Hier hatte er seinen eigenen Tisch.
Hier traf er seine Freunde.
Hier trank er Wein und rezitierte Gedichte.
Und hier, im St.Alban-Eck, kehrten auch wir zum Schluss ein: 



Wir lauschten den Gedichten.
Einige tranken Bier. Andere einen Cappuccino.
Wasser gab es gratis dazu.
 Rotwein trank niemand... 



Leben in Basel

(...)

Wer sitzt im Zimmer am Tisch und vergisst Tisch
                     und Zimmer,
liest Zeitung, raucht, schreibt, trinkt Wein,
während Sankt Alban die Stunden schlägt?
Ich, in dieser Stadt geboren.


Rainer Brambach 1917 - 1983






In dieser Stadt geboren (3)

13.09.2017


Während der ganzen Führung wurden Bilder
von Rainer Brambach herum- und weitergereicht -
eine wichtige und passende Ergänzung zum Gehörten:




Der junge Brambach war ein äusserst attraktiver und lässiger Mann... !




Leben in Basel

(...)

Wer bewahrt seine Kindheit - Pfarrer Benz,
das alte Zeughaus, den Laternenanzünder
in einem Album auf?
Ich, in dieser Stadt geboren.

(..)

Rainer Brambach, 1917 - 1983





In dieser Stadt geboren (2)

12.09.2017


Die Wetterprognose für den Samstag war schlecht.
Dauerregen war angekündigt.
Dieser kam jedoch nicht. Kein einziger Tropfen fiel. 
Keiner der Schirme musste aufgespannt werden.
Ausser einem!
Einem grossen, roten...



Dieser rote Regenschirm, 
den eine der der beiden Begleiterinnen und Erzählerinnen
 hoch hielt, war wie eine in der Luft schwebende Orientierungshilfe
für die grosse Gruppe, die Rainer Brambachs Spuren folgte.
Den Rheinsprung hoch und durch die Augustinergasse...



 ...bis zu einem der schönsten Orte der Stadt: Dem Münsterplatz!
Und dem Münster, an dessen Fassade der Heilige Georg mit dem Drachen kämpft... 



Leben in Basel

(...)

Wer steht manchmal, Sankt Martin, Sankt Georg
oder den Drachen im Herzen auf der Pfalz
und lässt seine Augen rheinabwärts schwimmen?
Ich, in dieser Stadt geboren.

(...)

Rainer Brambach, 1917 - 1983