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31 Juli 2010

Verzeihung!




Heute Morgen hatte ich diese Mail in der Mailbox:

Kära Hausfrau Hanna,
Margarete Krook hette Margareta Krook, precis som mitt förnamn.
Det är vanligt att jag blir kallad för Margarete här i Schweiz,
varför förstår jag inte riktigt. Jag blir ofta till Margret, Margrit, Margarete.

En fin nationaldag önskar jag dig.     Margareta

Oh! Da hat sich ein winzigkleiner, aber ganz blöder Fehler eingeschlichen.
Und das ausgerechnet bei meiner Lieblingsskulptur.
In der Schreibeile habe ich am Ende des Namens ein 'e' gedrückt anstelle des 'a'.
Und aus der Margareta wurde eine Margarete.
Einer schwedischen Blogleserin fiel das glücklicherweise auf, und sie wies mich darauf hin.
Ich heisse schliesslich auch Hanna.
Und nicht Hanni.
Oder Hanne.

PS. Förlåt, Margareta!

30 Juli 2010

Leben ist nicht genug...


"Leben ist nicht genug",
sagte der Schmetterling.
"Sonnenschein,
Freiheit und
eine kleine Blume
gehören dazu."





PS. ...und für Hausfrau Hanna noch eine kleine Bank, auf der sie ihre Sparbatzen sicher aufgehoben weiss ;)

29 Juli 2010

Wachstum

Es gibt Tage, die fühlen sich seltsam ereignislos und fad an.
Es fehlt ihnen der rassige Rhythmus, die vielstimmige Melodie, die kreative Bewegung.
Obwohl ich solche Tage mühsam finde, halte ich persönlich nichts von Steigerungs- und Wachstumsformeln wie "Alles wird besser und besser, schöner und schöner, grösser und grösser!"
Und so gibt es halt immer wieder Zeiten  - und solche Tage gehören dazu - an denen ich mit Wachsen aufhöre und eine gewisse Nachsicht und Gelassenheit entwickle allem gegenüber, was vermeintlich still steht...

"Ich gehe in den Tag,
ich gehe in mich,
ich gehe ins Geheimnis"

beten die Anishinabefrauen am Morgen, bevor sie ihren Tag beginnen.
Von ihnen heisst es, sie begegneten den Aufgaben des Alltags und ungeklärten Situationen im Leben mit einer besonderen Ruhe, Geduld und Gelassenheit.

 

27 Juli 2010

Stockholms Kunst

Stockholm hat im öffentlichen Raum eine Anhäufung von Kunst.
Das fiel mir allerdings erst auf, als ich mich nicht länger 
mit dem Stadtplan vor der Nase orientieren musste und 
meine Sicht frei und unverstellt auf die Häuserzeilen, Strassen und Plätze fiel.
Vor dem Dramaten steht meine Lieblingsskulptur.
Es ist Margaretha Krook, eine Schauspielerin, die in Schweden sehr beliebt war.
Die Statue ist geheizt. 
Und wird von Vorbeigehenden häufig und gern angefasst und umarmt.
Vor allem im Winter...

Mit Schwestern sind nicht die beiden Prinzessinnen Victoria und Madeleine gemeint.
"Systrarna" (die Schwestern) heisst Nils Sjögrens Brunnenskulptur 
auf dem Mosebacketorg auf Södermalm. 
Die beiden steinernen Schönen verkörpern Eigenschaften der Schwedinnen: 
Selbstbewusstsein, Gradlinigkeit und Stärke.

In Schweden spielen die Kinder die erste Geige. 
Man sieht ihnen vieles nach, ist nachsichtig und bleibt liebevoll...

Ein Bettler bei der Drottninggatan, der vielen Vorbeigehenden ans Herz gewachsen ist...

Ein echter Picasso! Wäre das Wetter nicht so kühl gewesen, 
hätte ich mich gern dazugesetzt und mitgefrühstückt.

Evert Taube (Toob ausgesprochen), 
der populäre schwedische Komponist und Texter, 
hat seinen Platz auf dem Järntorget in der Altstadt bekommen. 
Pfiffig ist nicht nur sein Gesichtsausdruck, 
pfiffig sind auch seine Lieder, die immer noch gern und oft gesungen werden.

Eine Bein'amputation', die wohl notwendig war...

Bei der finnischen Kirche ist das Statuettchen des 'järnpojke'. Der winzigkleine Bub sitzt mit seiner Körpergrösse von 10 cm so mitleidheischend da, dass die Touristen ihr Restmünz gern als 'Opfergabe' dalassen...

25 Juli 2010

"Aus einem Diamanten wächst nichts...,


...doch aus Mist wachsen Blumen", sang Fabrizio de André in einem seiner bekanntesten Lieder.
Kürzlich traf ich mich zum Nachtessen mit einer befreundeten Frau.
Wir lernten uns Mitte der 70er-Jahre in Rom kennen, als wir als Au pair-Ragazze bei befreundeten Familien arbeiteten.
So etwas verbindet fürs Leben.
Zwei Dinge nahm ich mit aus dieser Zeit. Die Liebe zum Wein und die Liebe zu den italienischen Cantautori.
Diese waren dann auch ein Thema, als R. und ich vor den vollen Weingläsern sassen.
R. favorisiert heute noch Lucio Dalla.
Mir hingegen ist Fabrizio de André nah, weil er politisch u n d poetisch war, und weil in seiner Stimme etwas Zärtliches mitschwang, wenn er das Leben der Huren, Seeleute und Landstreicher besang.
Ich finde bis heute 'Rimini', 'Andrea' und 'Geordie' grossartig:
hier zu hören

Fabrizio André starb 1999 während einer Tournée in einem Mailänder Krankenhaus.
Lucio Dalla und Francesco de Gregori hingegen, die beiden andern grossen Liedermacher jener Zeit, gaben am letzten Freitag am Stimmenfestival in Lörrach ein Konzert.


PS. Wer sein Italienisch auffrischen möchte, hier der Text zum Lied oben:

Uomo:
Mentre attraversavo London Bridge
während ich die London Bridge überquerte
un giorno senza sole
an einem Tag ohne Sonne
vidi una donna pianger d'amore,
sah ich eine Frau aus Liebeskummer weinen
piangeva per il suo Geordie.
sie weinte um ihren Geordie.

Donna:
Impiccheranno Geordie con una corda d'oro,
Sie werden Geordie mit einem Strick aus Gold erhängen,
è un privilegio raro.
das ist ein seltenes Privileg.
Rubò sei cervi nel parco del re
Er stahl sechs Hirsche im Park des Königs
vendendoli per denaro.
verkaufte sie für Geld.

Uomo:
Sellate il suo cavallo dalla bianca criniera
Sattelt sein Pferd mit der weissen Mähne
sellatele il suo pony
sattelt sein Pony
cavalcherà fino a Londra stasera
sie wird heute abend nach London reiten
ad implorare per Geordie.
um für Geordie um Gnade zu bitten.

Donna:
Geordie non rubò mai neppure per me,
Geordie stahl nie, nicht einmal für mich,
un frutto o un fiore raro.
eine seltene Frucht oder Blume.
Rubò sei cervi nel parco del re
Er stahl sechs Hirsche im Park des Königs
vendendoli per denaro.
verkaufte sie für Geld.

Insieme:
Salvate le sue labbra, salvate il suo sorriso,
Rettet seine Lippen, rettet sein Lächeln,
non ha vent'anni ancora
er ist noch keine zwanzig Jahre
cadrà l'inverno anche sopra il suo viso,
der Winter wird sich auch über sein Gesicht legen,
potrete impiccarlo allora.
dann könnt ihr ihn hängen.

Uomo:
Nè il cuore degli inglesi nè lo scettro del re
Weder das Herz der Engländer noch das Zepter des Königs
Geordie potran salvare,
werden Geordie retten können,
anche se piangeranno con te
auch wenn sie mit dir weinen
la legge non può cambiare.
das Gesetz kann sich nicht ändern.

Insieme:
Così lo impiccheranno con una corda d'oro,
So wie sie ihn hängen werden: mit einem Strick aus Gold
è un privilegio raro.
ist es ein seltenes Privileg.

Uomo:
Rubò sei cervi nel parco del re
Er stahl sechs Hirsche im Park des Königs
vendendoli per denaro.
verkaufte sie für Geld.

22 Juli 2010

König des Nordens


Immer noch etwas reisenervös und angespannt sitze ich am 1.Mai im X2000 von Kopenhagen nach Stockholm.
Ich habe meinen Kopf in die Daunenjacke gebettet und schaue hinaus.
Plötzlich - zwischen Malmö und Lund - schaukeln zwei mächtige Wesen nebeneinander über das Land. Elche! Ich bin in Schweden.
Ein paar wenige Sekunden genügen, und eine tiefe Ruhe überkommt mich.
Nichts eilt mehr.


PS. Es bleiben die einzigen freilebenden Elche, die ich in Schweden sehe.
PPS. Allerdings hat es auf Skansen eine Elchfamilie, der man ganz nah kommt. Die beiden munter in die Welt schauenden Elchkälber sind erst 1 Tag alt.

Wahre Freunde



Vorgestern Abend, 
Garten und Vorgarten sind fertig gewässert.
Ich öffne das Milchfach.
 Eine schon fast reflexartige Handlung, die ich regelmässig mache.
Man weiss ja nie: 
Jemand hat vielleicht in den langen Stunden der Abwesenheit etwas hinterlegt.
Ein Geschenk etwa.
An diesem späten Abend ist es jedenfalls so.
Eine Papiertasche steckt im engen Fach. 
Darin sorgsam eingewickelt eine wunderbare Grand Cru-Schokolade 
von Sprüngli und Geléefrüchte der edlen Sorte aus Frankreich.
Auf der beigelegten Karte stehen folgende Worte:



"Liebe Hausfrau Hanna,
Die Fussball-WM haben wir hinter uns!
Die Grill-Parties hoffentlich auch bald.
Freuen wir uns auf die kühlen Abende und Nächte!
Herzlichst J."



PS. Ich fühle mich tief verstanden...

19 Juli 2010

'I wasn't born to follow'

Es gab ein Leben vor 16 und ein Leben nach 16.
Ich könnte auch sagen, es gab ein Leben vor Easy Rider und eines nach Easy Rider.
Nach den Abenteuern von Winnetou und Old Shatterhand in jüngeren Jahren gehörte er zu den ersten Kinofilmen, die ich mir mit 16 anschauen durfte.
Der Film war Kult. Man musste ihn gesehen haben, und hätte man mich im Erwachsenenalter nach meinem Lieblingsfilm jener Zeit gefragt, ich hätte ihn ohne Zögern an erster Stelle genannt.

Gestern Abend nun kam der Film auf Arte.
Ich sah ihn zum ersten Mal nach 41 Jahren wieder...
Und ja, er gefiel mir immer noch.
Auch wenn mir die Handlungsstränge manchmal etwas bizarr, unverständlich und unlogisch erschienen.
Auch wenn mich die vielen religiösen Bilder, An- und Einspielungen etwas verwunderten.
Auch wenn die Dialoge der immer am Joint hängenden Akteure zum Teil sehr dürftig waren:

"Morgens ein Joint, und der Tag ist dein Freund."


"Wo bist denn her, Mann?"
"Aus 'ner Stadt."
"Spielt keine Rolle, alle Städte sehen gleich aus."


"Wolltest du schon mal jemand anders sein?"
"Mickey Mouse wäre nicht schlecht."
"Ich wollte noch nie jemand anders sein".

Zusammengehalten wurde der Film, und das packte mich auch nach so langer Zeit wieder, durch die Musik.
Die war und ist grossartig.
Heute dann suchte ich meine uralte LP heraus. Ihr  Rauschen hätte mich nicht gestört.
Wohl aber der Hick. Ausgerechnet in meinem Lieblingsstück.
Hier ohne Hick zu hören:











17 Juli 2010

Zeitreise







rudern
gegen den
strom beharrlich und
langsam mit
blossem auge die
ufer sehen vögel
und steine endlich
anlegen bei
sich





Es war eines meiner Lieblingsgedichte.
Heute will ich nicht mehr gegen den Strom rudern.
Mein Bedürfnis ist ein anderes:
Ich lasse mich vom Wasser und den Wellen sanft schaukelnd mittragen.
Und lege trotzdem an bei mir.


Ich wünsche ein schönes, geruhsames Wochenende - und überlasst das Rudern den andern,
eure Hausfrau Hanna

15 Juli 2010

Ohrenreinigung


Gestern las ich im ländlichen Garten unter dem Holunderstrauch einen Thriller.
Das ein paar Meter unter mir vorbeifliessende Bächlein plauderte gleichmässig und hatte etwas Einlullendes, Einschläferndes.
Trotz des suggestiven Klappentextes "Machen Sie alle Lichter an und stellen Sie das Telefon neben sich - wenn Sie das lesen, werden Sie nicht alleine im Dunkeln sein wollen!" nickte ich über dem Buch ein.
Ich erwachte, als ein schwarzer Schatten an mir vorbeihuschte.
Noch etwas benommen vom Schlaf wusste ich nicht, war ich im Geschehen des Thrillers oder war es Realität.
"Geh weg!" sagte ich zum schwarzen Schatten, "mach, dass du fortkommst!"
Er ignorierte mich. Er trottete weiter, hechelte dem Bächlein entlang und schien mich nicht zu hören.
Und dann verschwand er wie ein Geist, der herumstreunende Hund...


PS. Wo sonst, wenn nicht in Schweden, nimmt man sich schwerhöriger Hunde an:

12 Juli 2010

Weltmeisterschaftsfinale

Ich war immer für Holland.
Das hatte mit Jac zu tun, einer Jugendliebe.
Er war Holländer.
Als wir uns aus den Augen verloren, übertrug ich die Begeisterung auf die holländischen Fussballer.
Was habe ich den orangen Spielern stets die Daumen gedrückt und mitgefiebert.
Bis gestern.
Gestern reichte es mir.
Mit ihrer rüden Art des Spiels und den vielen groben Fouls haben es die Holländer bei mir verscherzt.
Es ist eine tiefe Genugtuung, dass die Spanier gewonnen haben.
Im ganzen Turnier haben sie am wenigsten gefoult, dafür am meisten Fouls erhalten.
Wenn es nur immer so gerecht zugehen würde im Leben...
Bevor ich tiefer ins Sinnieren komme:
Von jetzt an drücke ich Spanien die Daumen.
Olé!

11 Juli 2010

Erinnerungen...


Sonntagmorgen.
Ich habe grad einen ziemlichen Durchhänger. Diese schwülheissen Sommertage und stickigen Tropennächte gehen mir an die Substanz.
Sämtliche Fenster sind weit geöffnet. Und tatsächlich. Ein leichtes Lüftchen strömt in die Räume, vermag mich etwas zu beleben.
Und dann erinnere ich mich an diese Begebenheit, die viele Jahre zurückliegt:


Es war Sommer und Ferienzeit, als Hausfrau Hanna im Westen Irlands, in Connemara, in eine ungewohnte, leicht brenzlige Situation geriet.
Sie hatte bereits mehr als genug zu tun, um den ungewohnten Linksverkehr in den Griff zu bekommen.
Ihre Nerven wurden zusätzlich noch strapaziert, als buchstäblich aus dem Nichts wild kläffende Hunde hervorstürmten und sie fast zu Tode erschreckten. Jedes Mal glaubte sie, einen dieser armen Köter überfahren zu haben. Aber offenbar war das ein beliebtes Spiel, das die irischen Hunde mit allen Touristen trieben. Die Hunde überlebten es immer, Hausfrau Hanna allerdings nur knapp.
Der Mut verliess sie dann vollends, als sich ihr kleines Mietauto plötzlich inmitten einer grossen Schafherde befand. 

Und so überlegte Hausfrau Hanna: "Soll ich langsam weiterfahren, damit die Schafe nicht erschrecken und zur Seite weichen? Oder drücke ich heftig auf die Hupe, damit die Tiere flüchten?"
Nun, sie entschied sich für eine dritte Möglichkeit.
Sie wartete geduldig, kurbelte das Fenster hinunter und liess ein Lied der neugekauften Kassette von Mary Black laufen. Nach ungefähr fünf Mal zuhören, wurde es den Schafen langweilig, und die Herde machte sich gemächlich auf und davon.

Seither ist der 'Song of Ireland' Hausfrau Hannas Lieblingslied in allen schwierigen, unlösbar scheinenden Lebenssituationen.

08 Juli 2010

Jag älskar Stockholm


Heute Nachmittag treffe ich zufällig eine Kursteilnehmerin an, die mit mir hier in der Stadt Schwedisch für Anfänger besucht hat.
Laute Freude, grosses Hallo, herzliche Umarmung.
Da es ungemütlich und stechend heiss ist auf dem sonnenbeschienenen Trottoir, verziehen wir uns in eine nahe Gartenbeiz.
Sie erzählt mir von ihren drei Wochen Urlaub in Südafrika, die sie verbunden hat mit dem Besuch der Fussball-WM: Alle drei Spiele der Schweizer Nationalmannschaft hat sie live miterlebt.
Als ich höre, wieviel ein Eintritt gekostet hat, finde ich die Leistung der Schweizer noch dürftiger und jämmerlicher.
Ich erzähle von meinem zweimonatigen Aufenthalt in Stockholm, laufe dabei verbal zur Höchstform auf.
Meine Stimme muss begeistert und laut geklungen haben.
Mit leichtem Erschrecken bemerken wir plötzlich, wie spät es geworden ist. Wir haben die Zeit vollständig vergessen. Als die Serviceangestellte den Betrag einkassiert hat, kommt sie nochmals zurück:
"Habe ich richtig gehört, dass ihr von Schweden gesprochen habt? Ich bin Schwedin!"
"Nej", juble ich, "det är inte sant!" (das ist nicht wahr!).
Die Bedienung lacht, findet es "jättekul" - und schon sind wir in einer kleinen, schwedischen Unterhaltung.
Natürlich nimmt es mich Wunder, woher sie kommt und was sie hier macht.
Nun, Klara lebt seit vielen Jahren in der Schweiz, spricht perfekt Berndeutsch, studiert hier in der Stadt und arbeitet den Sommer über im Gastgewerbe.
Ausserdem stammt sie aus Göteborg.
Ähm, ja. Stockholmer und Göteborger können es anscheinend nicht so gut miteinander. Ausserdem finden die Göteborger die Bewohner der Hauptstadt eingebildet.
Göteborg kenne ich nur oberflächlich, da halte ich mich zurück.
Aber Stockholm, Stockholm kenne ich:
"Ich liebe Stockholm" ("jag älskar Stockholm"), sage ich zu Klara, "genauso wie im Lied."
Da beginnt Klara spontan zu singen.
Ich falle ein.
Und dann singen wir zusammen in der Gartenbeiz "Stockholm in meinem Herzen".




PS. Zumindest den Refrain... ;)



07 Juli 2010

Chorgesang

In Schweden wird viel, gern und vor allem überall gesungen. Der Chorgesang wird sorgfältig gepflegt. Das Niveau ist hoch, und die Chöre sind fantastisch.

Als im Juni das Schuljahr zu Ende war, gab die 3.Klasse von 'storasyster Lotte' ein fetziges, fröhliches Konzert für die Eltern und Angehörigen im Schulgarten. Vom Musiklehrer mit der Gitarre begleitet, wurde ein mitreissendes Programm mit schwedischen Volksliedern, spanischen Liedern und am Schluss als Zugabe 'black and white' von Michael Jackson gesungen. Eine Klasse mit 9-jährigen Kindern brachte Dutzende von Erwachsenen ins Wippen, Klatschen und begeistert Mitsingen...

Wenn ich etwas mitgenommen habe aus dem Norden, ist es die Leichtigkeit und ansteckende Fröhlichkeit, mit der gesungen wird. Die Selbstverständlichkeit auch, mit der Volkslieder, Popsongs und klassisches Liedgut nebeneinander Platz haben.

Übrigens, auch wir haben tolle Chöre! Zum Beispiel diese da aus meiner Stadt:



PS. Und hier kann man die CD der Chöre 'Vokale und Cantat' bestellen -
ich habe es bereits getan!

06 Juli 2010

Übergänge


Ist es so heiss wie im Moment, ist Hausfrau Hanna in ihrer geistigen Wendigkeit und Fitness leicht eingeschränkt.
Die Grosshirnblase erscheint ihr als schwere, träge, schwabblige Masse.
Sätze formulieren ist unendlich schwierig.
Zum Glück liegt seit vielen Jahren ein von einer Handbuchbinderin angefertigtes Buch auf dem Schreibtisch. 
Hier schreibt Hausfrau Hanna Zitate oder kleine Geschichten hinein, die ihr in einer bestimmten Lebenssituation wichtig erscheinen, die ihr helfen, die sie anregen oder nachdenklich stimmen.
Ein Fundus an Lebensweisheiten also, auf den sie in uninspirierten Momenten zurückgreifen kann.

Auf einer der ersten Seiten steht dieses Alessandro Manzoni zugeschriebene Zitat:

"Nun -
wenn Umkehren unmöglich
und Stehenbleiben unerträglich ist,
so bleibt kein anderer Ausweg als
Vorwärtsschreiten.
Das ist denn auch kein so trauriger Ausweg." 

Irgendwie hat dieses Zitat einen leicht resignativen Unterton.
Findet Hausfrau Hanna.
Und schreibt deshalb - passend zum Hochsommer und zur neuen blauen Badehose - den Spruch um:

"Nun -
wenn Umkehren unmöglich
und an Ort strampeln mühsam ist,
so gibt es eine dritte Möglichkeit:
Vorwärtsschwimmen."

04 Juli 2010

Hitzetag

Ich schwitze vor mich hin, wünsche mir ein kühles Plätzchen und ein geeistes Süppchen.
Mein Laptop sieht im Moment ebenfalls aus, als ob er nächstens den Geist aufgeben würde.
Die Maus reagiert träge. Ich kann sie nur mit Mühe und Geduld platzieren.
Dass dabei nichts Gescheites herauskommt, ist klar.

Zum Glück habe ich diesen Text bereitgestellt:

"Sjön vilar tätt mot stranden.
Himlen oändligt blå.
Jag står med dig i handen.
Mörkret faller. Och du lyser så."

Er ist von Kristina Lugn, einer sehr besonderen schwedischen Dichterin, die sich mit Themen wie Tod, Einsamkeit und Angst vor dem Alter auseinandersetzt. Bis jetzt sind ihre Gedichte und Stücke leider nicht ins Deutsche übersetzt worden.Vielleicht ändert sich das nun. Jetzt, da sie über Schweden hinaus bekannter geworden ist mit dem Text zur Hochzeitsmusik für die Kronprinzessin.
Hier zu hören.


PS. Ich wünsche euch einen hitzestaufreien Tag!
Hausfrau Hanna

01 Juli 2010

Hausfrau Hannas Hochzeitsberichterstattung!

Vielleicht wurzelt meine Begeisterung für Könige 
und Prinzessinnen tief im Innenreich der Kindheit: 
Mütterlichseits stamme ich nämlich von strammen Gewerkschaftern
 und Sozialdemokraten ab. 
Da gab es wenig Platz für Prinzen und Prinzessinnen...
Nun, auch im Alter kann man Einiges nachholen. 
Zum Beispiel 'live' dabei sein an einer richtigen königlichen Hochzeit:

Am Morgen des 19. Juni nehme ich also 'min make'  am Arm. 
Am Rücken der Rucksack. 
Am Handgelenk baumelt das Fotoapparätchen. 
Man kann ja nie wissen...
In der Gamla stan installieren sich bereits die ersten Leute und 
stellen sich auf stundenlanges Warten ein. 
Für mich unmöglich zu meistern - 
die ruhigen Schweden machen so etwas mit Links...

Ein Rastaprinz ist auf dem Weg Richtung Kirche: 

Drei Popprinzessinnen verkürzen vor dem Schloss die Wartezeit mit einem Konzert:

Hier ist eine Prinzessin noch auf der Suche nach ihrem Prinzen:

'Brot und Spiele' - 
das gewöhnliche Volk bekommt sein Festmahl ebenfalls.
Gestiftet von IKEA. Umsonst. 
Und gut verpackt:
   


Endlich!
Warten und geduldig auf den Beinen stehen lohnt sich...
Ein echtes Kronprinzenpaar (aus Dänemark) verlässt 
nach dem Besuch beim andern Kronprinzenpaar (aus Norwegen) das Schiff.
Das geschieht direkt vor meiner Linse.
Leider steht mir dabei eine euphorisch winkende, ältere Dame vor der Sicht.
"Kannst du ein bisschen nach rechts gehen, tack?" bitte ich sie.
Hier das erste Paparazzaföteli von Hausfrau Hanna:
 



PS. Die eigentliche Hochzeit haben 'min make' und ich dann später gemütlich vor dem teve sitzend angeschaut.

PPS. Die Beine hochgelagert. Eine Flasche Prosecco vor uns.

PPPS. Sie hat nicht gereicht bis zum Ende der Übertragung... ;)