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08 Mai 2014

Gesprächsfetzen

In der Fussgängerzone der Innenstadt am Samstag.
Hinter mir geht ein junges Paar, das in ein Gespräch vertieft ist.
Plötzlich spitze ich die Ohren und höre genau zu.
Der Mann erzählt seiner Freundin von einem Bekannten, der nach einem schweren Motorradunfall im Koma gelegen sei. Familie und Freunde hätten ihn täglich besucht und seien an seinem Bett gesessen.
Die Stimme des jungen Mannes wird nun plötzlich lauter und bekommt etwas Eindringliches:
"Und weisch, was er als Erstes gesagt hat, als er aus dem Koma erwacht ist? 'Wo isch mi Töff?' hat er gesagt. Und weisch, was er gemacht hat, als er wieder zuhause war? Er ist sofort wieder Töff gefahren. Der Spinner!"



PS. Als unbeteiligte Zuhörerin konnte ich nichts zu dieser Geschichte eines Unbelehrbaren sagen. Ich verlangsamte nur meinen Schritt, liess das junge Paar an mir vorbeigehen und schaute ihm nach...

4 Kommentare:

  1. Bin begeistert über diesen großen Kleinroman!!

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  2. Oh, ein so schönes Kompliment,
    liebe Frau Wildgans,
    habe ich noch nie bekommen :)
    Ich werde Augen und v.a. Ohren weiterhin offen lassen für solche alltäglichen 'Kleinromane'...

    Herzlich Hausfrau Hanna

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  3. Mit "gspunne" hätte ich dieses Mitgehörsel wohl auch kommentiert.

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  4. Dem jungen Mann hinter mir,
    liebe Frau Flohnmobil,
    war die Erschütterung über den unbelehrbaren Töfffahrer anzuhören. Aber auch eine Spur von Bewunderung schwang da mit...


    Herzlich Hausfrau Hanna

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