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02 Oktober 2016

Zwischen zwei Haltestellen (92)


Am Freitag im Bahnhof.
Auf der Passerelle und in der Schalterhalle wimmelt und gramselt es von Reisenden und Gruppen, die mit ihren Rollkoffern durchhetzen.
Ich bewege mich wie eine Slalomläuferin, um nicht angerempelt zu werden.
Beim Haupteingang liegt ein Mann am Boden und döst. Er liegt oder sitzt immer dort und hat sein in Plastiksäcken versorgtes Hab und Gut neben sich aufgetürmt,
Zwei junge Frauen eilen schwatzend und lachend an ihm vorbei. Die eine stolpert fast über ihn.
Der Mann richtet sich auf.
"Huere Hüehner!" schreit er ihnen nach und schüttelt die zur Faust geballten Hand.
Mich lassen diese beiden Wörter nicht mehr los.
Ich wiederhole sie immer wieder.
Natürlich stumm...





6 Kommentare:

  1. Da prallten wohl zwei total unterschiedliche Welten aufeinander, die unbekümmerten jungen Frauen und der perspektivlose Obdachlose.
    Wie sollten sich die beiden Parteien auch verstehen...

    Etwas reinhauen will ich mir heute bestimmt nicht.
    Vor allem nicht nach einer so nachdenklich stimmenden wahren Geschichte.

    Herzliche Grüsse zu Ihnen, liebe Hausfrau Hanna.

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  2. Obdachlose werden in der Wahrnehmung der Passanten sicher oft ausgefiltert und werden möglichst nicht wahrgenommen. Kein Wunder, dass der Mann wütend wird. Offenbar hat er noch nicht alles verloren. Seine Daseinsberechtigung verteidigt er jedenfalls. :-)

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  3. Als Nichtschweizerin verstehe ich die Worte des Obdachlosen nicht, zumindest nicht das erste Wort! Bitte um Übersetzung.
    Im Übrigen ein starker Kontrast, auf den man überall in Städten treffen kann.
    Es erinnert mich an mein schauriges Erkennen der vielen Obdachlosen, die sich in Kaliforniens Meeresstrandecken versteckten, auch viele Irre dabei, weil es dort für die keine "Häuser" gibt...
    Gruß von Sonja

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  4. Der Bahnhof und seine Umgebung ist ein Ort,
    liebe Frau Quer,
    wo in der Tat Welten aufeinanderprallen.
    Ich glaube nicht, dass die beiden jungen, unbekümmerten Frauen überhaupt bemerkt haben, dass sie in den Raum des Mannes eingedrungen sind...

    Alltägliche, wahre Geschichten, ja.

    Herzlichen Gruss zu Ihnen
    Hausfrau Hanna

    PS. Das Bild, es hängt an der Aussenwand eines Bahnhofladens, habe ich am gleichen Tag aufgenommen.

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  5. Deinen Kommentar,
    liebe Anhora,
    lasse ich jetzt einfach so stehen.
    Weil es dazu von mir nichts zu sagen gibt.
    Als ein Danke!

    Herzlichen Gruss zu dir
    Hausfrau Hanna

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  6. Auf Deutsch,
    liebe Frau S.,
    würde ich es mit "verdammte Hühner!" übersetzen.
    Hier in der Stadt gibt es Wohnmöglichkeiten für Randständige und Obdachlose.
    Zum Beispiel ein Haus am Rhein, das von der Heilsarmee geführt wird.

    Herzlichen Gruss zu Ihnen
    Hausfrau Hanna

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