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30 Juni 2018

Stockholmepisoden (12) Der Rückflug!

Auf dem Heimflug von Stockholm nach Basel.
In den beiden Reihen hinter uns sitzen Schweizer Touristinnen. Sie erzählen lebhaft und laut von den vergangenen zwei Tagen, die sie in Stockholm wandernd und shoppend verbracht haben.
Bereits planen sie ihren nächsten Städtetrip mit Easy Jet.
Der Name einer türkischen Stadt fällt.
"Nein", sagt eine der Frauen dezidiert, "zu den Türken komme ich nicht mit!"
"Brindisi wäre was, das ist in Italien", kommt ein neuer Vorschlag.
So geht das eine Weile weiter.
Dann werden die Städte-Kurztrips der vergangenen Jahre abgehandelt:
Venedig. Barcelona. Wien.
Plötzlich verändert sich die Diskussion und aus dem lockeren Hin und Her wird ein ruhiges, nachdenkliches Gespräch.
Abschied und Tod sind das Thema. Die letzte Lebenszeit der alten und kranken Eltern und deren Begleitung.
"Jetzt sind wir die Ältesten", höre ich eine der Frauen sagen.

Reisen geht, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so scheinen mag, in die Tiefe...


PS. Ich beende meine Stockholmepisoden mit einem Satz von Astrid Lindgren, der irgendwie zu diesem Rückflug passt. 

"Man muss leben, damit man sich mit dem Tod anfreundet... "
Dann leise, fast unhörbar:
"Glaube ich, tra la la."

(Aus einem Gespräch mit Margareta Strömstedt im Fernsehprogramm 'Astrid Anna Emilia', 1987)


29 Juni 2018

Stockholmepisoden (11) Das Schmetterlingshaus!



Das Rätsel gestern schien sehr einfach gewesen zu sein.
Alle Kommentierenden hatten Antworten parat, 
die mich anerkennend nicken liessen.
Ehrlich, ich selbst hätte es nicht gewusst...

Nun die Auflösung!
Wir waren in Stockholm zu Besuch im tropischen Regenwald:
Im Schmetterlingshaus.
Die ordentlich aufgereihten 'Chrälleli' waren verpuppte Schmetterlinge, 
die auf ihre Entfaltung warteten.
Dieser hier hatte sie bereits hinter sich
und war mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt:



Schmetterling heisst auf Schwedisch 'fjäril'.
Ich wünsche allen ein Wochenende, das 'lätt som en sommarfjäril' ist -
leicht wie ein Sommervogel...






28 Juni 2018

Stockholmepisoden (10) Das Rätsel!


Schmucke 'Chrälleli',
akurat 'aufgefädelt' zu langen Halsketten,
präsentieren sich hinter einer schützenden Glasscheibe
den neugierigen Augen:



 PS. Wer errät, was auf dem (zugegeben nicht sehr guten) Bild zu sehen ist?


27 Juni 2018

Stockholmepisoden (9) Die Friedensfrau!

Auf der Insel Djurgården steht seit 2016 eine Bronzestatue 
des schwedischen Künstlers Peter Linde (1946).
Eine junge Frau mit langen, wehenden Haaren, die Arme weit geöffnet,
scheint auf alle, die im Park unterwegs sind, zuzugehen. 
Und sie willkommen zu heissen.
Was bei uns in der Schweiz die 'Frauen für den Frieden ' sind,
heisst in Schweden 'Kvinnan i fredsarbetet'.
Die Frau in der Friedensarbeit:

Auf dem Sockel ist das Peacezeichen zu sehen:

 Sowie Porträts der beiden schwedischen Friedensfrauen 
Alva Myrdal, 1902 - 1986
 und Inga Thorsson, 1915 - 1994
Alva Myrdal





26 Juni 2018

Stockholmepisoden (8) Die Kronen!


Kronen werden auf dem Haupt getragen. Im Mund. Oder man hat sie im Geldbeutel mit dabei.
Am Tag, bevor wir nach Stockholm flogen, wechselte ich auf einer Innenstadtbank einige Schweizerfranken in Schwedenkronen.

Natürlich wusste ich, dass in Schweden praktisch nur noch mit Karte bezahlt wird.
Aber ich mag es,  Bargeld bei mir zu haben. Und dazu noch so schöne Scheine, wie es die Schwedenkronen sind.
Trotzdem staunte ich nicht schlecht, dass in den meisten Geschäften und Restaurants fett angeschrieben war:

Ingen kontant! Kein Bargeld!
(Betonung bei kontant auf der zweiten Silbe...)


Dank der Visakarte, die ich seit einiger Zeit besitze, konnte ich alle Rechnungen und Beträge bezahlen. Auch ganz kleine, nichtige.
Und glücklicherweise bekam ich auch das Papiergeld los. Das letzte ganz am Schluss noch am Flughafen.
Es reichte für schwedische Taschenbücher und die neuste Ausgabe der 'Damtidning' mit den so feinen, schönen, bunten Bildern der Königsfamilie... 
Ein 20-Kronenschein mit Astrid Lindgren und Pippi Langstrumpf blieb übrig.

Und den behalte ich!


PS. Als Souvenir... :)




25 Juni 2018

Stockholmepisoden (7) Die Elegante!


Im Hagapark gibt es das Restaurant 'Koppartälte' -
was auf Deutsch 'Kupferzelt' heisst.
Wer mal 'muss', fragt am besten einen der Angestellten nach dem Weg.
Bis zur Toilette sind es nämlich einige Schritte.
Dafür ist dort alle Tage geöffnet:



Es war wohl die eleganteste Toa,
(wie Toilette abgekürzt auf Schwedisch heisst)
die ich je gesehen hatte.
 Links der Eingang für die Damen. 
Rechts der Eingang für die Herren:


PS. Vom Interiör gibt es leider kein Bild.
PPS. Ich hatte das Smartphone nicht dabei ...;)




24 Juni 2018

Stockholmepisoden (6) Das Paparazzobild!


Einer der schönsten Pärke in Stockholm ist wohl der Hagapark:



Die Kronprinzessin lebt dort mit ihrer Familie.
Ihre Villa ist von einen hohen Maschenzaun umgeben und wird bewacht.
Das Fotografieren ist streng untersagt -
Tafeln machen Vorbeigehende darauf aufmerksam.
Es hat nicht viele Leute, die unterwegs sind.
Ausser uns noch eine Frau, wahrscheinlich eine Mormor mit ihrer Enkelin.
Das Mädchen ist vielleicht sechs oder etwas älter.
Es hat 'spring i benen', wie man auf Schwedisch sagt.
Es springt und hüpft fröhlich von hier nach dort
und schwingt dabei ein Holzstück durch die Luft,
das einer Schnur festgebunden ist.
Ich gucke mir buchstäblich die Augen aus dem Kopf,
ob das nicht etwa...


PS. ... die kleine Prinzessin Estelle ist!
PPS. Und knipse, sicher ist sicher, ganz schnell und diskret ein Bild... ;)


23 Juni 2018

Stockholmepisoden (5) Die Gierige!



In Schweden gibt es die Redewendung: "Håll truten!"
Was auf Deutsch "Halt's Maul!" oder "Halt den Schnabel!" heisst.
Diese zweite Übersetzung tönt nicht nur feiner, sie passt auch besser.
Eine 'Trut' ist nämlich eine dieser riesigen Möwen,
die mit ihrem lauten Gekreisch schon einmal nerven können.
Möwen sind scharfe Beobachter ihrer Umgebung.
Nichts scheint ihrem wachsamen Blick zu entgehen.
Dauernd bewegen sie den Kopf von der einen Seite auf die andere.

Und da! 
Sie hat etwas entdeckt:
Ein Stück Baguette liegt auf der Strassenpflästerung.
Sie ergreift es mit dem Schnabel und fliegt auf das blaue Autodach.




Dort beginnt das gierige Mahl:


PS. Auch Möwen bekommen den Hals nie voll...





22 Juni 2018

Stockholmepisoden (4) Die Smultronställe!

Es gibt einen Begriff auf Schwedisch, den ich sehr liebe: 
'Smultronställe'!
''Smultron' sind die kleinen, aromatischen Walderdbeeren. 
Und die Stelle, an denen man sie findet und pflückt, 
haben die Schweden flugs zur 'Lieblingsstelle' gemacht. 
Schön, nicht wahr?
Eine meiner Lieblingsstellen in Stockholm ist 'Waldemarsudde' 
auf der Insel Skeppsholmen mit der Villa des Künstlerprinzen Eugen. 
Und einer unglaublich schönen Parkanlage, 
in der ein 'Denker' von Rodin vor sich hin sinniert...

Und ich blicke einem Segelboot nach, 
das mit ordentlicher Geschwindigkeit in den Stockholmer Schärengarten hinaussteuert. 
Im Schlepptau drei kleine Ruderboote. 
Ich wäre bei diesem Segeltörn gern mit dabei gewesen...

PS. Heute Freitag wird in Schweden übrigens 'Midsommar' gefeiert.
PPS. Ein Blogbericht dazu hier!

21 Juni 2018

Stockholmepisoden (3) Der Tanz mit den Möwen!

Zuerst waren wir allein auf Kastellholmen, der kleinen Insel nahe des Stockholmer Zentrums.
Bis plötzlich eine chinesische Reisegruppe den kleinen Pfad hochstieg. Und sich auf den abgerundeten Felsen etwas Faszinierendes abzuspielen begann:

Die Leute breiteten ihre Arme aus und streckten sie, einem Begrüssungsritual ähnlich, gegen den Himmel:

Kreischende Möwen flogen über ihre Köpfe. Das hatte weniger einen  mystischen als einen ganz praktischen Grund: Jemand  aus der Reisegruppe hatte wohl vom Frühstücksbuffet im Hotel Brotstücke eingepackt und begann, diese hochzuwerfen. Und die Vögel spielten in ihrer ganzen Gier und Gefrässigkeit mit. 
Vor unseren Augen entstand ein fröhlicher, ausgelassener, bunter Tanz, dem ich ganz lange noch hätte zuschauen können. Aber irgendwann war der Brotvorrat zu Ende. 
Und der Tanz auch...

PS. So, genau so begann wohl vor 2000 Jahren Tai chi...




20 Juni 2018

Stockholmepisoden (2) Der Sommer!

"Sommaren är kort, de mesta regnar bort", singen die Schweden,
"der Sommer ist kurz, das Meiste von ihm wird fortgeregnet."
Nun, das stimmt zumindest in diesem Jahr überhaupt nicht.
Der Sommer im Norden dauert bereits seit Mitte Mai an.
Schönes Wetter. Viel Sonne.
Und ausser ein paar vereinzelten Tropfen kein Regen, der fällt.
Wiesen und Äcker sind sehr trocken und sehen ausgebleicht aus.
Die Bauern äussern sich  besorgt.
Und auch ich habe mir Gedanken gemacht...



"Hier bauen wir an 
mit Gründünger 
für fruchtbareren 
Boden!"



19 Juni 2018

Stockholmepisoden (1)



Ich bin wieder zurück.
Vom Stockholmer Sommer mit den langen, hellen Nächten.
Ich brauche noch etwas Zeit, um ganz anzukommen.
So viele Eindrücke: Schönes. Gutes. Fröhliches.
Aber auch nachdenklich Stimmendes.




PS. Der in Schweden sehr bekannte und beliebte Dichter und Komponist Carl Michael Bellmann (1740 - 1795) führte ein leichtsinniges Leben, gab das Geld mit vollen Händen aus, liebte die Frauen und trank gern und viel.

PPS. Er muss jedoch auch eine ganz andere, eine tief melancholische Seite gehabt haben, die er in diesem Lied gezeigt hat:


Träd fram du nattens Gud att solens lågor dämpa,
Bjud stjernan på din sky mot aftonrådnan kämpa,
Gör ljumma böljan kall,
Slut ögats förlåt till, kom lindra kval och krämpa,
Och blodets heta svall.

(...)

Tritt vor, du Gott der Nacht, um die Flammen der Sonne zu dämpfen
Lass den Stern auf deiner Wolke gegen das Abendrot kämpfen
Mach die lauwarme Woge kalt
Schliess das Auge, komm und lindre Qual und Krämpfe
und den heissen Schwall des Blutes.

(...)


11 Juni 2018

Ein grosser Schritt...



... und dann bin ich weg!
I mitt älskade Stockholm.
In meinem geliebten Stockholm.
Ich wünsche allen eine gute Woche.
Hej så länge!









10 Juni 2018

Unterwegs mit sich




Plötzlich verzweigt sich der Weg
und jeder kann gehen wohin er will


Werner Lutz, 1930 - 2016
Schweizer (Basler) Lyriker und Maler





PS. Ich wünsche ein gutes Unterwegssein mit sich selbst...






09 Juni 2018

Zwischen zwei Haltestellen (109)



Gestern.
Ich wartete auf das Tram.
Mein erstaunter Blick fiel auf das 
an der gegenüberliegenden Tramhaltestelle angebrachte Werbeplakat.
Mein spontaner Gedanke war: 
"Was für eine Sekte darf denn hier,
an einer offiziellen städtischen ÖV-Haltestelle,
für sich Werbung machen?"



Der Zoom brachte Klarheit:
Keine Sekte!

JEDER ERLEBT SOLCHE UNGLAUBLICHEN SACHEN


PS. Sondern die Römisch Katholische Kirche Basel lancierte diese Plakataktion... 


07 Juni 2018

Begegnungsraum



Auf dem Bahnhofsplatz
bleibt oft nur kurz Zeit für eine herzliche Begegnung.
Ein "Hi!" ...




... und dann auch schon das "Bye!"




06 Juni 2018

Ein Frosch ist ein Frosch... ist ein Frosch... ist


Viel Gescheites kommt mir nicht in den Sinn im Moment.
Und ich mag mich auch nicht anstrengen.
Das Bild, das ich von einem Kartenständer in der Innenstadt gemacht habe,
muss deshalb reichen für heute: Prinzessinnen, die Frösche küssen.
Es wird der Fantasie überlassen, ob und wie sie sich zu Prinzen verwandeln.
Ganz unten noch ein Spruch, der mir nicht den winzigsten Ansatz 
eines Lächelns zu entlocken vermag.

Ich hoffe, es kommen wieder bessere (Blog) Zeiten...

                           ... sehen als denken.

02 Juni 2018

Fischsymbol



'Ichthys' 
kommt aus dem Griechischen und heisst 'Fisch'.
Dieser soll ein geheimes Erkennungszeichen gewesen sein, 
als die ersten Christen verfolgt wurden.
Man zeichnete einen Bogen in den Sand oder auf den Boden.
Der nächste ergänzte dann mit einem Gegenbogen 
und zeigte sich damit als Gläubiger und als  Nachfolger Christi.
Dieses Wissen habe ich aus dem Internet. 
Und das auch nur, weil mir kürzlich an der 'Serraplastik' auf dem Theaterplatz
dieser eingeritzte Fisch auffiel:



PS. Was das Symbol an diesem Ort bedeuten soll, hat sich mir, auch nach längerem Nachdenken, nicht erschlossen.
PPS. Vielleicht hat jemand eine zündende Idee... 




01 Juni 2018

Dieser kleine, süsse Unterschied!



Im deutschen Sprachgebrauch kennen wir die Redewendung:
 "Arbeit macht das Leben süss!"

In Italien hingegen sagt man:
"Dolce far niente!"


Museumsaufsicht



PS. Ich persönlich bevorzuge heute eindeutig die italienische Version und wünsche allen hier Lesenden einen Tag mit der genau richtig süssen Mischung... ;)