Warmwintertage (2)

23.02.2019


Manchmal braucht es kein 'weites Schweifen' -
weil das Gute so nah liegt.
Zum Beispiel ein Spaziergang dem Rhein entlang.
Ohne Kontrolle die Grenze zum benachbarten Elsass überschreiten.
Mit der Strömung des Flusses gehen.
Immer wieder stehen bleiben.
Und eine Lesepause einlegen bei den Tafeln, 
die den Dichterweg säumen.

 

PS. Hier eine Strophe des Gedichts 'Elsassfährtli' des Basler Stadtpoeten und Mundartdichters Blasius:


Kuum hesch d Gränzen in dym Rugge,
kuum foosch fremdi Luft aa schlugge,
gseht scho alles anderscht uus.
Frische Wind waaiht dir um d Ohre,
und de bisch wie nei giboore,
vor em Alldaag nimmsch ryssuss.

(...)


Blasius (eigentlich Felix Burckhardt) 1906 – 1992


Erste Strophe seines Gedichts 'Elsassfährtli'
auf dem Sentier des poètes des Trois Pays/Dreyland-Dichterweg





Warmwintertage (1)

22.02.2019



Warmwintertage.
Am Rhein das pralle Leben.
Sie gaben den Möwen etwas von ihrem Lunch ab...




... und wurden die Geister, die sie riefen nicht mehr los ;)


PS. Ihre Not war gross und liess sie möwenähnlich kreischen...




Erinnerung an eine TV-Pionierin

21.02.2019



Wenn ich mich an sie erinnere, werde ich heute noch sentimental.
Es war 1969, als ich sie als Moderatorin einer Art Castingshow erlebte.
Im Kursaal in Bern.
Junge Menschen aus der ganzen Schweiz traten auf.
So auch wir, ein Mädchen-Klassiktrio aus dem ländlichen Baselbiet.
Wir wurden in unserer Region ausgewählt von einem Musikmanager,
zu dem unsere Musiklehrerin eine persönliche Beziehung pflegte.
So lief das. Auch damals schon. Persönliches Netzwerk ebnete den Weg.
(Nun gut, wahrscheinlich spielten wir auch nicht allzu schlecht...)
Bevor der Anlass begann, 
war 'die Abel', wie sie genannt wurde, für niemanden ansprechbar.
Sie tigerte auf der Bühne hin und her.
 In der Hand hielt sie unzählige Spickzettelchen, die sie immer wieder umsortierte 
und von denen sie halblaut den Moderationstext ablas.
Vorne im Rampenlicht war sie sehr offen, zugewandt, charmant und souverän.
Als die Reihe an uns war, stellte sie uns ein paar persönliche Fragen.
Wir antworteten spontan und brav in das vor uns aufgestellte Mikrophon.
Dann spielten wir. 
Eine Triosonate von Telemann, die wir wochenlang intensiv geübt hatten.
Zum Schluss bekamen wir ein Kuvert mit einem Geldbetrag in die Hand gedrückt. 
Wir verjubelten ihn später in einem richtig guten Restaurant.
Weltmännisch. Wichtig. Grossspurig. 
Mit unseren 16 und 17 Jahren...





Heute könnte Heidi Abel ihren 90.Geburtstag feiern.
Sie starb im Dezember 1986.

Eine andere Erinnerung an sie: Hier!


Liebe kennt kein Alter

16.02.2019


 Vorgestern am Valentinstag,
dem Tag der Liebe, der Herzen und der roten Rosen.
Ein Strauss Rosen wartet in einer Glasvase auf dem Rand des Dorfbrunnens. 
Im Hintergrund eine Treppe, die hinauf zum Zivilstandsamt führt.
Etliche Menschen, die sich versammelt haben und auf das Brautpaar warten.
Ich höre eine der Frauen sagen: 
"Am Valentinstag zu heiraten ist eine gute Idee. Dieses Datum vergisst der Mann nie!"
Beistimmendes, schallendes Gelächter von allen.
Das frisch getraute Paar erscheint und wird 
von den zahlreichen Menschen beglückwünscht.
Alle erhalten eine Rose und strahlen.
Das Brautpaar ist nicht mehr jung - es ist um die 80.
Liebe kennt kein Alter.




PS. Ich habe mich mitgefreut.
PPS. Aus der Distanz und streng diskret selbstverständlich...




Ich, Picasso (7)

15.02.2019


Es sind Ausnahmen,
die von sich und ihrer Berufung sagen können,
was Picasso über sich gesagt hat:

"Ich wollte Maler sein und bin Picasso geworden."





So sieht der Prozess des Zeichnens bei Picasso aus:





PS. Hier ist nun Schluss mit Picasso!

PPS. Die Ausstellung in der Fondation Beyeler dauert noch bis zum  26.Mai 2019. 




Ich, Picasso (6)

14.02.2019


'La coiffure'
nannte Picasso dieses Werk aus der rosa Periode.
Es ist eine stille, beschauliche Szene.
Eine Frau hält die langen Haare einer sitzenden Frau in ihren Händen,
scheint sie genau zu betrachten und zu befühlen.
Bevor sie dann einen Zopf flicht.
Oder eine Frisur macht,
wie sie die beiden Betrachterinnen tragen...



"Wenn ich arbeite, ruhe ich mich aus (...)."

Pablo Picasso







Ich, Picasso (5)

13.02.2019


Mit übereinandergeschlagenen Beinen sitzt sie da:
Sie, die ihm als Modell, als Muse dient.
(Was für ein Wort, dieses 'dienen'...)
Sie gibt nichts preis von ihrem Innersten, Intimsten.
Weder dem Maler.
 Noch der Betrachterin.




PS. Picasso soll übrigens Frauen, die sich ihm nicht unterordneten und künstlerisch eigene Wege gingen, häufig Steine in den Weg gelegt haben.

PPS. Was im Klartext wohl hiess: Er versuchte, den Erfolg der Frauen zu verhindern...