Ein letztes Glas!

21.09.2018


Ein schönes Lied.
Ein intensives Lied.
Ein Abschiedslied irgendwie.
Ein Lied, das sowohl das Leben,
als auch alles Vergängliche feiert.
Trinken wir darauf!
Ein letztes Glas...




Oh alla pengar som jag haft,
dom lät jag gå i vänners lag.
För allt det onda som jag gjort,
fick ingen sota utom jag.
Och allt det dumma som jag sagt,
det vill jag inte minnas mer.
Så låt oss ta ett avskedsglas:
Godnatt, må glädjen lysa er!


(...)

Oh all das Geld, das ich hatte,
verbrauchte ich in Gesellschaft von Freunden.
Für all das Schlechte, das ich getan habe,
musste keiner büssen ausser mir.
Und an all das Dumme, das ich gesagt habe,
will ich mich nicht mehr erinnern.
So lasst uns ein Abschiedsglas nehmen:
Gute Nacht, möge die Freude euch leuchten! 
 




(übersetzt von Hausfrau Hanna)




Frühlingsstimmung im Spätsommer...


Vor ein paar Tagen.
Es herrschte eine schöne, spätsommerliche Abendstimmung.
Die untergehende Sonne liess den oberen Teil 
der Tannen im Hinterhof rot aufleuchten.



Durch die geöffnete Balkontüre hörte ich etwas, das mich irritierte.
Es schien, als ob der Frühling soeben begonnen hätte.



Auf den Tannen hatten sich Aberdutzende Singdrosseln (?) versammelt
und gaben ein vielstimmiges, lautes, klares Abschiedskonzert:



 Plötzlich
(als ob jemand ein Zeichen gegeben hätte)
erhoben sich alle und flogen  davon.
Ein Rauschen erfüllte die Luft, und weg war der Vogelschwarm.
Einen kleinen Teil erwischte ich ganz knapp noch...



PS. Hier ein Beitrag von durchziehenden Vögeln vom Februar 2010!


Farbveränderung

20.09.2018


Schon der 20.September.
Bis vor zwei Tagen schrieb ich kein Wort -
im Blogstübchen war es einsam und still.
Der lange, heisse, trockene Sommer hatte mich matt gesetzt.
Ich wurde krank.
Und das erforderte Rückzug, Geduld, Ruhe und viele Tassen Tee.
In diesem Raum begann sich ganz allmählich
die matschigbraune Farbe zu verändern:


PS. Nun plaudert 'Hausfrau Hanna' wieder!
PPS. Und bedankt sich bei allen Kommentierenden für die guten Wünsche:
Sie haben mitgeholfen :)



Schreibpause...

11.09.2018


Seit ein paar Tagen bin ich krank,
ich fühle mich müde, saft- und kraftlos.
'Ingen ork' - wie man auf Schwedisch sagt.
Müsste ich es farblich darstellen,
sähe das so aus: 



PS. Ich melde mich wieder, wenn sich die Farbe verändert hat!



Gut behütet!

08.09.2018


Ich bin unterwegs in die Innenstadt. 
In einem der Fenster im Parterre eines Wohnblocks sehe ich Damenhüte. 
Sie scheinen zu schweben. 
Ich bleibe stehen und lese den Satz mit dem Ausrufezeichen am Schluss,
den jemand dick und fett innen an die Scheibe geklebt hat:
beHÜTE Sie!
Der Satz ergibt für mich keinen Sinn...






Erst im Fenster links daneben wird dann alles klar:



PS. Ein gutes Wochenende allerseits!



Anstatt zu klagen...

07.09.2018


Wie weers, wenn ich au tapfer sung, sogar i trüebe Tage?
Das Singe macht die Olte jung, olt macht jo nume s chlage!”

Hans Gysin, 1882 - 1969, Oberbaselbieter Mundartdichter 


"Wie wär's, wenn ich auch tapfer säng', sogar in trüben Tagen?
Das Singen macht die Alten jung, alt macht ja nur das Klagen!"

(Ins Hochdeutsche übersetzt von Hausfrau Hanna)




PS. Eigentlich spielt es absolut keine Rolle, ob gesungen wird! 
PPS. Alles, was mit Herzblut und Freude gemacht wird, hält 'jung'... 
PPPS. Und das kann malen, zeichnen, schreiben, fotografieren, stricken, hobeln, wandern, lesen, velofahren, angeln oder auch...

... tanzen sein :)





Muscheln erzählen Geschichten

06.09.2018


In der letzten Schwedischstunde. Wir hatten das Thema 'Reisen'.
Ein Teilnehmer, er wuchs in den Siebzigerjahren auf, erzählte lachend von den Ferien, die er als Bub mit seinen Eltern Jahr für Jahr auf dem gleichen Campingplatz an der italienischen Adria verbracht hatte.
Als Kind hätte mich das neidisch gemacht.
Blieben wir doch Sommer für Sommer zuhause im Garten. Gingen ins Schwimmbad. Mussten Kirschen pflücken. Machten, was einer sommerlichen Krönung gleich kam, einen Tagesausflug in die Berge.
So war das damals üblich.
Das Geld für Ferien oder gar Auslandreisen fehlte in den meisten Familien.
Ich erinnere mich jedoch, dass wir einmal nach den Sommerferien eine grosse Muschel geschenkt bekamen mit der Aufforderung, sie ans Ohr zu halten.
Wir pressten also unsere Kinderohren an das leere Gehäuse und hörten deutlich ein sanftes Wellenrauschen im Innern. Gebannt lauschend wähnten wir uns am Meer, das wir nur vom Erzählen kannten.
Von den wenigen Leuten, die in Rimini oder Jesolo waren...


Carl Eldh, 1873-1958, schwedischer Bildhauer
Skulptur in seinem ateljé in Stockholm



(...)
Von aussen besehn,
Scheint das Gehäuse ganz leer
Innen.
Aber das Meer
Ist heimlich da drinnen.
Horch, wie es rauscht,
Wenn man dran lauscht!
(...)


Mascha Kaléko, 1907 - 1975