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12 März 2026

Zwischen zwei Haltestellen (194)


Im 16er-Tram ins 'Gundeli',
einem Quartier hinter dem Bahnhof.
Ich schaue aus dem Fenster und hänge meinen Gedanken nach. 
Plötzlich werde ich aus meiner Ruhe aufgeschreckt. 
Ein junger Mann beginnt,
sich laut und gestresst mit jemandem am Smartphone auszutauschen:
"Mein Arsch macht so f...cking weh,
dass ich jetzt eingeschränkt bin in meiner Bewegung.
Die Beine brennen, die Waden, die Oberschenkel.
Und auch der Arsch."
Nach diesem Ausbruch herrscht einen Moment lang Stille.
Ich vermute, dass der Gesprächspartner an seinem Leiden Anteil nimmt.
Danach stellt er ihm wohl eine Frage.
Die Antwort des jungen Mannes,
auch wenn sie leise und fast schüchtern ausfällt,
kann ich dennoch ganz deutlich verstehen:
"Mi Fründin bruucht no chli Zyt, 
zum mir wieder chönne z vertraue,
dass i nit wieder abhau."

Der  junge Mann tut mir leid.
Als ich aussteige, wünsche ich ihm im Stillen alles Gute.
Physisch und psychisch...




10 Kommentare:

  1. "Unter jedem Dach ein Ach", sagte mal jemand zu mir.
    In jedem Tram wohl auch, liebe Hausfrau Hanna …
    Da kann man wirklich nur alles Gute wünschen, meint auch
    Petra

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    1. Ich kenne,
      liebe Petra,
      diesen Ausspruch ebenfalls.
      Und in diesem Fall gilt er auch im Tram...
      Ein schönes Wochenende wünscht dir
      Hausfrau Hanna

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  2. Entweder gibt es immer mehr gestörte Menschen, oder man bekommt es MEHR mit. Man wird belästigt, ohne sich dagegen verwehren zu können.
    Gruß von Sonja

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    1. Es ist wohl,
      liebe Sonja,
      beides: Es gibt wohl mehr auffällige Menschen und man achtet sich mehr.
      Der junge Mann im Tram hatte immerhin eine Kontakt- und Austauschperson, die ihm zuhörte...
      Lieben Gruss von Hausfrau Hanna

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  3. Da ist wohl etwas ziemlich aus dem Lot gelaufen, wie ich vermute, liebe Hausfrau Hanna.
    Hoffentlich macht der junge Typ keine Dummheiten. (Man denkt sofort an die schreckliche Tat in Kerzers.)
    Einen nachdenklichen Gruss zu Ihnen,
    Frau Quersatzein

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    1. Solche Situationen
      liebe Frau Quersatzein,
      gibt es oft hier in der Stadt. So auch gestern. Die Leute reagierten aufmerksam (wohl auch durch die unfassbare Tat in Kerzers) und jemand benachrichtigte die Polizei...
      Ja, es macht nachdenklich.
      Ein gutes Wochenende wünscht Ihnen Hausfrau Hanna

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  4. Liebe Hausfrau Hanna,
    es gibt so viele Gespräche, die ich eindeutig nicht mitbekommen möchte. Manchmal muss ich Öffis verlassen und umsteigen - ich bin sehr empfindsam geworden, auch, was Lautstärke betrifft. Ebenso macht mir Enge in Straßenbahnen und Bussen vermehrt zu schaffen. Ich halte Menschen, die ich nicht kenne, lieber auf Distanz - räumlich, aber auch emotional.
    Späte nachdenkliche Grüße, C Stern

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    1. Ich verstehe dich,
      liebe C Stern,
      sehr gut: Abstand halten oder den ÖV bzw. das Abteil (so es möglich ist) verlassen, nehme ich auch für mich in Anspruch.
      Einen ebenfalls nachdenklichen Gruss zu dir ins Wochenende
      Hausfrau Hanna

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  5. autsch. uje. wünschen wir ihm nur gutes. es ist bei uns derzeit anstrengend, Öffis zu fahren. zum glück gibts auch immer wieder gute erlebnisse. ein lächeln. ein platz machen. ein gutes wort. sonst könnt mans eher lassen. aber die beene sind nicht mehr 40, 50, 60 - wie auch der ganze körper:-))). sonst würd ich auch strecken in die stadt gern laufen. aber nö. so isses.
    viele grüße
    Sylvia

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    1. Ja,
      liebe Sylvia,
      es kann und ist manchmal anstrengend.
      Aber wie du schreibst, gibt es auch (und die sind in der Mehrheit) gute und fröhliche Erlebnisse im ÖV.
      Da habe ich einen Vorteil: In Basel sind die Strecken kürzer! :)
      Liebe Grüsse ins Wochenende
      Hausfrau Hanna

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