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31 Januar 2022

Bequem in Gummistiefeln...

Heute am letzten Tag des Januars
(der regnerisch, stürmisch und bewegt ist)
mache ich es mir für einmal ebenfalls bequem:
Mit einem Bild dieser am Strassenbord stehengelassenen
Gummistiefel in den Farben blau, lila und pink...


... und einer dazu passenden Geschichte 
der Autorin und Bloggerin Alice Gabathuler:

30 Januar 2022

Es sich bequem machen

Samstagnachmittag. 
Auf der Pfalz hinter dem Münster.
Jugendliche haben es sich auf einer Bank bequem gemacht,
und einer sogar auf dem Boden.
Aus einer kleinen Musikanlage ertönt ein langsamer Popsong,
dem sie still, fast andächtig schon, lauschen...



29 Januar 2022

Hausfrau Hannas Samstagsstatement

I felt the need for a great pilgrimage,
so I sat still for three days.

Kabir, indischer Mystiker, gest. 1904
(gelesen im Diogenes-Abreisskalender 2022)


Ich musste lachen, als ich vorhin das Zitat las.
Nein, ich werde die nächsten drei Tage nicht still sitzen.
Mir genügt es, meiner bequemen Seite nachzugeben:

"Bequem sein heisst nicht, faul zu sein.
Sondern für sich und seinen Körper zu schauen."

Hausfrau Hanna


PS. In diesem Sinn wünsche ich allen ein 'bequemes' Wochenende!

28 Januar 2022

Tiefe Verbundenheit



    "Wie schön muss es erst im Himmel sein,
    wenn er von aussen schon so schön aussieht!"

    Astrid Lindgren, 1907 - 28.Januar 2002
    aus 'Pippi Langstrumpf'



Kära Astrid!

Als Kind habe ich in Schweden gelebt.
Bin durch die Wälder gestreift,
am Meer gesessen und am blauen See.
Habe hoch oben auf einer Birke die Beine baumeln lassen
und staunend in den weiten Himmel geguckt.
Bin zu Fuss über Stock und Stein gehüpft.
Habe die Altstadtgassen von Stockholm durchstreift.
Und stets war ich dabei in Begleitung.
Von Rasmus und Oskar.
Von Mio. Pippi und Annika.
Von Lisa, Lasse und Bosse aus Bullerby.
Und von Jonathan und Karl, den Brüdern Löwenherz.
Astrid, du hast meine Kindheit im engen Tal
 mit deinen Büchern weit, reich und glücklich gemacht:
Tack för det!


PS. Und vielleicht ist dank dir bereits damals, in den Sechzigerjahren, diese nicht erklärbare, tiefe Liebe zu Schweden entstanden.

PPS. Heute vor zwanzig Jahren ist Astrid Lindgren  in Stockholm gestorben.

26 Januar 2022

Neue schwedische Briefmarken...

Die schwedische Post
(habe ich gestern in einem Artikel gelesen)
will im Sommer neue Briefmarken herausgeben.
Nun sucht sie Sujets und bittet die Bevölkerung,
ihr bis am 13.Februar Katzenbilder zu schicken:

– Det ska bli fina frimärken
som folk ska tycka om att sätta på brev.
Kanske någon katt som är fluffig
och någon som inte är det. 
Det är ingen tävling i skönhet. 

- Es sollen schöne Briefmarken werden,
die die Leute gern auf ihren Brief kleben.
Vielleicht ist eine der Katzen füllig,
und eine andere wiederum ist es nicht.
Es soll ja kein Schönheitswettbewerb sein. 


PS. Im März werden fünf Katzenbilder ausgesucht und ein Zeichner darf diese zu Papier bringen.
PPS. Im August dann erscheint die Markenserie.
PPPS. Nun sitze ich da und frage mich, ob man vielleicht auch von ausserhalb Schwedens ein nettes  Katzenbild schicken darf...


24 Januar 2022

Gezeichnete Poesie

    Der Reichtum des Lebens besteht aus vergessenen,
    aber gemeinsamen Erinnerungen.

    Cesare Pavese, 1908 - 1950, italienischer Schriftsteller
    (gelesen im Diogenes-Abreisskalender 2022)  





Eine Erinnerung teile ich wohl mit allen,
die damals als Mädchen ein Poesiealbum besassen.
Mein Album hatte einen leuchtendroten Kunstledereinband.
Und auf der ersten Seite standen diese mahnenden Worte: 

"Liebe Leute gross und klein,
haltet mir mein Album rein!"

Geschwister, Eltern, Grosseltern, Freundinnen, Schulkameraden, 
Verwandtschaft sowie auch Lehrer und Lehrerinnen wurden gebeten,
einen passenden Vers hineinzuschreiben und etwas zu zeichnen. 
Unsere begehrteste Ansprechperson damals war die Schulhausabwartin, Frau G.,
 eine resolute, durchsetzungsstarke Frau, vor der wir alle einen Heidenrespekt hatten.
Sie besass jedoch auch eine ganz andere, stille Seite.
Brachte mit den Buntstiften die pure, zarte Poesie aufs Papier.
Ihre liebevoll gezeichneten Szenen aus der Welt 
der Zwergen und Elfen liebten wir heiss.
Und wir nahmen lange Wartezeiten in Kauf... 

PS. Mein Poesiealbum ging leider irgendwann einmal verloren.
PPS. Dieses Bild von Frau G. schickte mir eine Schulfreundin, die ihr Album noch besitzt...

22 Januar 2022

Die Dauer eines Augenblicks...

'En stund på jorden' 
heisst übersetzt nicht etwa eine Stunde auf Erden  -
sondern eine Weile, ein Weilchen, einen Augenblick auf Erden.
Das Lied der schwedischen Sängerin Laleh
(was 'Tulpe' bedeutet auf Farsi)
bildete den Abschluss des schwedischen Films 'En man som heter Ove' 
'Ein Mann namens Ove':


PS. Ein Wochenende mit guten 'stunder' 
wünscht allen Hausfrau Hanna 


21 Januar 2022

Auf dem hohen Ross sitzen...

    "Je höher das Pferd, auf dem man sitzt,
     desto tiefer ist der Fall der Krone..."
     Hausfrau Hanna
     


Etwas, worüber ich mich in der vergangenen Zeit oft genervt habe,
ist elitäres Verhalten und Arroganz.
Ich weiss, ich weiss:
Unter der Arroganz  wird oft die eigene Unsicherheit kaschiert.
Aber geholfen hat mir dieses 'Wissen' nicht wirklich.
Ich habe mich dennoch geärgert.
Kürzlich, auf einem Spaziergang über den sonnigen Hügel, dann die Erhellung.
Und das in Gestalt von Pferden.
Einem ganz kleinen in Begleitung zweier Frauen... 

Und etwas später einem grossen, auf dem jemand ritt...

PS. In meinem Kopf begann es plötzlich zu denken und zu formulieren.
PPS. Ein Dank an beide Pferde, die mir geholfen haben, meine Sicht etwas zu verändern und damit mein Genervtsein in Zukunft etwas zu verringern (hoffe ich zumindest...)
PPPS. Vielleicht kommt jemandem noch eine andere Formulierung als die mit der Krone in den Sinn.
PPPPS. Ich freue mich aufs Lesen! :)

20 Januar 2022

Zwischen zwei Haltestellen (144)

An einer der Haltestellen auf dem Bahnhofsplatz.
Die junge Frau in der gestrickten Wollmütze geht gestresst hin und her
und schreit ausser sich in ihr Smartphone:
"Suff no meh! Nimm no meh Droge! Und verregg in dim Huus!"
Als das Tram kommt, steigen wir beide ein.
Sie setzt sich und führt dann ihr Gespräch fort.

PS. Und zu meiner Erleichterung tut sie das ruhiger, leiser und anständig...


18 Januar 2022

Hinten beginnen...

Heute hängt der Nebel über der Stadt.
Solche Tage sind hier äusserst selten.
Vielleicht deshalb erlebe ich die Stimmung als so
besonders, zauberhaft, geheimnisvoll, unwirklich...

PS. Und schaue ich NEBEL von der anderen Seite an
(beginne von hinten zu lesen)
 entsteht plötzlich ein neues Wort...

17 Januar 2022

Ein gespraytes Märchenbild...

    (...)
    Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte,
    fielen auf einmal die Sterne vom Himmel 
    und waren lauter harte blanke Taler.

    Brüder Grimm, aus 'Die Sterntaler'



Oft schon bin ich den Hügel hoch gegangen.
Aber erst gestern Sonntag, auf dem Spaziergang an der hellen Sonne,
entdecke ich an einer Mauer die kleine Sprayerei:

Abends dann suche ich das Märchenbuch der Brüder Grimm hervor.
Lese nach vielen Jahren wieder einmal 'Die Sterntaler'.
Ein kurzes, knappes Märchen, in dessen Zentrum 
ein kleines, armes Waisenmädchen steht, 
das alles, was es besitzt, weitergibt an Bedürftige.
Am Schluss dann wird es vom Himmel beschenkt.
"Und war reich für sein Lebtag" wie es im letzten Satz heisst.

Ein glückliches, ein glücklichmachendes Ende...
 

15 Januar 2022

Trotz alledem...

Sieh, dass du Mensch bleibst.
Mensch sein ist vor allem die Hauptsache.
Und das heisst: Fest und klar und heiter sein,
ja, heiter trotz alledem.

Rosa Luxemburg, 1871 - 15.Januar 1919
(gelesen im Diogenes-Abreisskalender 2022)


Rosa Luxemburgs Zitat steht auf dem heutigen Zettel
 des Diogenes-Abreiss- und Loslasskalenders.
Ich gebe es telquel weiter.
Zusammen mit einer Sonne,
die jemand mit dem Fingernagel
in eine gefrorene Glasplatte eingeritzt hat.
Der Stern, der an einem der Sonnenstrahlen wie zu schweben scheint,
ist von mir...

Ein klares, heiteres Unterwegssein durch dieses Wochenende
wünscht Hausfrau Hanna

13 Januar 2022

Zwischen zwei Haltestellen (143)

Am vergangenen Freitag am Kleinbasler Ufer.
Der Fährmann ('Fährimaa') hatte soeben angelegt am Steg.
Ich war allein, ausser mir wartete niemand. 

Deshalb schlug ich dem Fährmann vor, 
 nur meinetwegen müsse er doch nicht ans andere Ufer übersetzen.
"Aber sicher scho, das mach i doch gärn", war seine freundliche Antwort.
Als einzige Passagierin fühlte ich mich beinahe wie eine Königin...

Und lauschte dem Fährmann, der zwei Episoden erzählte.
Von seinem Alltag auf dem Wasser zwischen den Ufern.
In dieser nicht immer ganz einfachen Zeit...


10 Januar 2022

Losung fürs 2022...

Letzte Woche in der städtischen Bibliothek.
Die Mitarbeitenden hatten sich für uns etwas Kreatives einfallen lassen.
Auf kleine, bunte Zettel hatten sie von Hand Neujahrsvorsätze aufgeschrieben
 und sie am Rand des sich stetig drehenden Bücherlaufbandes festgeklebt.
Ich las sie alle.
Besonders gut gefielen mir diese drei:
"Ein Bild malen!"
"Eremit werden!"
"Katzen aus Bäumen retten!"

Ebenfalls bereit stand eine rote Schachtel, in die man greifen durfte.

PS: Selbstverständlich griff ich hinein, bediente mich und
las nach dem Entrollen des Zettelchens die Losung für dieses Jahr:

"Ich bin der Meinung, dass man das eigene Ich, die innere Quelle, 
am besten in der Einsamkeit wiederfindet."

Anne Morrow Lindbergh


08 Januar 2022

Nicht aufgeben!

    In diesem Leben ist jeder mutig, der nicht aufgibt. 

    Paul McCartney
    (gelesen im Diogenes-Abreisskalender)



Der rote Kater (die rote Katze?) will die Strasse überqueren.
Vorbildlich und ruhig sitzt er da, 
beobachtet aufmerksam das Verkehrsgeschehen.
Erst lässt er das silbergraue Auto vorbei...

... und anschliessend auch das rote.

Dann jedoch tut sich eine Lücke auf -
und los geht's auf die andere Seite!
Das geschieht so schnell, 
dass ihm mein Fotoapparätchen nicht zu folgen vermag...

Geschafft!


PS. Ich bin im Moment völlig fixiert auf Katzen. 
PPS. Und zwar deshalb, weil ich gerade Hape Kerkelings Buch 'Pfoten vom Tisch! Meine Katzen, andere Katzen und ich' lese  :)
 



07 Januar 2022

Dank und Wunsch!

Ich danke -lich 
für eine kleine Wollspende
und wünsche 
Ihnen alles Gute 
im 2022!



Diese Woche auf dem Bahnhofsplatz.
Beinahe wäre ich an ihr vorbei gegangen.
So bescheiden und still sass sie, an etwas Blauem strickend,
 auf ihrem mit einer Wolldecke versehenen Klappstuhl.
Ihr freundlicher Wunsch und ihr Dank 
wurden durchaus zur Kenntnis genommen...



06 Januar 2022

Zwischen zwei Haltestellen (142)

Vor Kurzem im 16er-Tram.
Bei der Eingangstüre hat es noch einen Einzelsitz, der unbesetzt ist.
Als ich sitze, fällt mein Blick auf eine Frau, 
die neben ihrem grossen, vollgepackten Einkaufswagen steht.
Mit der einen Hand hält sie sich am Geländer fest.
Mit der anderen Hand dreht sie an einem Rosenkranz.
Fährt sie vielleicht schwarz und will sich damit beruhigen?
Oder ist sie unsicher, weil sie keine Maske trägt?
Als das Tram das nächste Mal hält, steigt eine Frau ein und
spricht die Rosenkranzfrau bestimmt, jedoch nicht unfreundlich, an:
"Ziehen Sie sich doch bitte ein Maske an!"
Diese reagiert sehr ungehalten: 
"Was erlauben Sie sich eigentlich? Sind Sie von der Polizei?
Sie sind sowas von frech und gemein!"
Die Beschimpfte entgegnet wiederum bestimmt aber nicht unfreundlich:
"Nein, das bin ich nicht!"
Dann wendet sie sich ab, geht auf Abstand und 
setzt sich weiter vorn auf einen freien Platz.
An der nächsten Haltestelle kann ich zum Glück aussteigen.
Die Frau mit dem Rosenkranz fährt weiter...




05 Januar 2022

Den Frühling finden...


Ich tanzte 
den ganzen Tag
um den Frühling
zu suchen.
Meine Knie sind weich,
meine Füsse schmerzen. 

Am Abend
habe ich 
den Frühling 
noch nicht gefunden.
Ich kehre heim
und sehe eine Blüte 
im Garten.


aus Finnland


Manchmal geht man weit, 

sucht intensiv,
tanzt sich müde. 
Vielleicht kann man erst dann  
die Blüte im eigenen Garten sehen...



PS. Einen guten Tag wünscht allen Hausfrau Hanna, den Blick auf den Balkon gerichtet, wo im grossen Tontopf die Christrosen und das erste Schneeglöckchen weiss blühen! :)))




Am Abe

03 Januar 2022

"Rat mal, wer zum Essen kommt!"

Gewohnheiten haben etwas Schönes.
Den neuen Jahreskalender aufhängen etwa.
Seit bald dreissig Jahren ist es stets derjenige von HELVETAS:

PS. Im Januar begleitet mich ein besonders hübsches Bild: Ein kleines Mädchen vom Volk der Nenzen (Nordwestsibirien) füttert ein Rentier, das seine Nase durch den Zelteingang steckt.
PPS. 'Nenze' bedeutet übrigens in deren Sprache 'Mensch'...

01 Januar 2022

Neujahrswünsche fürs 2022

Unterwegssein an der Sonne.
Vom alten ins neue Jahr.

Allen Bloglesenden ebenfalls ein gutes Unterwegssein und
auf viele schöne Lesestunden in diesem Jahr 2022!
Hausfrau Hanna

Gott Nytt År på er alla bloggläsare och 
må ni få många fina lässtunder under 2022!
Hausfrau Hanna