Was oben ist, das ist auch unten...

26.07.2017


"U weme luegt
iz stille Wasser.
Gseht me dr Himmu
gspieglet drinn.
U aus wo oben isch,
das isch ou unge.
Und alles überchunnt si Sinn..."

Polo Hofer, 16.März 1945 - 22.Juli 2017
Schweizer Musiker und Poet





Als Bub bekam er in der Pfadi den Namen 'Polo',
(weil die Schaufenster des elterlichen Modegeschäftes voller Polohemden waren).
Diesen Name behielt er auch als Musiker.
Er reichte,  und alle in der Schweiz wussten, wer gemeint war:
Polo Hofer!
Ich liebte seine Lieder,
die auf direktem Weg ins Herz gingen.
Ich mochte seine etwas schräge und leutselige Art
und die leise Melancholie, die mitschwang.
Polo begleitete uns von anfangs der Siebzigerjahre.
Bis heute.
Am Samstag ist Polo gestorben.




"Und wenn man 
ins stille Wasser schaut.
Sieht man den Himmel
gespiegelt darin.
Und alles, was oben ist, 
das ist auch unten.
Und alles bekommt seinen Sinn..."



Danke, Polo,
Danke aus tiefstem Herzen!
Für deine Lieder:
Kiosk.
Teddybär.
Alperose.
D'Rosmarie und ig.
Und alle andern.

Momentane Stimmung

25.07.2017


Der Himmel sieht heute bewegt aus.
Ich mag diesen Himmel.
Es wird heute auch regnen -
und das stimmt mich froh.
Gestern bin ich richtig zusammengezuckt, 
als ich unten in der Stadt neben mir eine Frau sagen hörte:
"Äs s..cht scho wieder!"


PS. Damit das geklärt ist: Ich mag auch warme Sommertage, die sich wie ein leichtes Kleid an den Körper schmiegen - aber ich mag Hitze nicht!

Dieser sanfte Regen!

24.07.2017


Im Hochsommer lese ich viel.
Das hat damit zu tun, dass ich mich an Hitzetagen in der Zeitlosigkeit der Land'idylle' aufhalte.
Frühmorgens, wenn der Hahn im benachbarten Gehege kräht, setze ich mich hellwach mit einem Buch unter den Holunderbaum und beginne zu lesen. 
Manchmal ein kurzes Abschweifen. Der Blick geht hoch zum Himmel und folgt den Mauerseglern und den Mäusebussarden.
Am Nachmittag, die Sonne ist unterdessen weitergewandert, ziehe ich um ans kleine Bächlein, das mit seinem sanften Plaudern etwas Einlullendes und Einschläferndes hat.
Gestern morgen in aller Herrgottsfrühe las ich jedoch nicht weiter.
Das Buch blieb aufgeschlagen neben dem Bett zurück.
Ich fuhr zurück in die Stadt.
Denn eine Kaltfront brachte den ersehnten Regen.
Endlich!
Und Abkühlung.
Endlich...




PS. Das Buch wartet bis zur nächsten Hitzewelle, die kommen wird.
PPS. Im Moment sitze ich bei weit geöffneter Balkontüre am Laptop und lausche dem sanften Regen, der auf den grossen Ahorn im Hinterhof fällt... :)

Gedicht im Dialog

21.07.2017



 Wie sanft der Abend
die hohen Bäume fällt
wie sanft die Stille mächtig wird
wie sanft die Zeit ins Zeitlose treibt
wie sanft die Kühle
zu reden beginnt mit mir


Werner Lutz

Strindbergstatue von Carl Eldh im Tegnérlundenpark in Stockholm




Werner Lutz, 1930 - 2016, Schweizer Lyriker 
aus 'Die Ebenen meiner Tage' Gedichte im Dialog, Waldgut 2015




Zwischen zwei Haltestellen (100)

18.07.2017


Heute morgen im Regiozug hinaus aufs Land.
Zwei Jungs steigen ein und unterhalten sich gutgelaunt.
Die Worte fliegen, von reichhaltiger Mimik und Gestik begleitet, hin und her.
Dass sie sich gegenseitig "Alter" nennen, ist nichts Unbekanntes für mich.
Dann jedoch höre ich einen völlig neuen Jungsausdruck.
Sagt doch der eine zum andern -
und seine Stimme tönt dabei ganz liebevoll:
"Du Popelnascher!"

Schwedische Jugendliche 'zwischen zwei Haltestellen' auf der Stockholmfähre ;)


Raum der Sehnsucht...

17.07.2017


Sommer.
Ich pendle zwischen hier und dort -
zwischen der Stadt und dem Rückzugsort auf dem Lande.
Und wünsche einen guten Start in die neue Woche,
Hausfrau Hanna






(...)

'Der Tag war mein und die Nacht.
Mit allen Bäumen, die die Sterne fingen.
Ich lag auf dem Felsen, der von der Sonne erwärmt wurde.
Es war Sommer.
Und unter dem Dach wohnten Schwalben,
die mich lehrten, durch Mauern zu fliegen.
All das, was mir Heimat war, 
ist nun hier im Raum des Sehnens...'


(Übersetzungsversuch Hausfrau Hanna)

Stockholmgeschichten: Das Regenbogenheftli!

14.07.2017


In Schweden
 (und das ist ein markanter Unterschied zu hier)
 wird praktisch alles, auch der winzigste Betrag, mit Karte bezahlt.
 Papiergeld sieht man selten bis nie im Umlauf.
Dabei sind die neuen Geldscheine sehr schön gestaltet.
Auf dem 20-Kronenschein etwa ist Astrid Lindgren abgebildet.
Auf dem 50-Kronenschein Evert Taube, der Troubadour.
Meinen letzten Fünfziger habe ich übrigens kurz vor Abflug
am Flughafenkiosk ausgegeben.
Für eine dieser bunten, glänzenden Frauenzeitschriften.
Damtidning auf Schwedisch.
49 Kronen hat sie gekostet.
Umgerechnet knapp sechs Franken.
Die eine Krone habe ich der Kassierin grosszügig zurückgereicht... ;)


PS. Ich bin jetzt stolze Besitzerin und Guckerin von 100 bunten Seiten über die Kronprinzessin.
PPS. Sie feiert übrigens genau heute ihren 40.Geburtstag!
PPPS. Hausfrau Hanna schickt ein herzliches 'Grattis på födelsedagen, kronprinsessan Victoria'!