25.02.2021

Ainewäg (7)

Adie Fasnacht 2021!

Andersch bisch gsi als sunscht!

Aber ainewäg scheen!

Sali zäme, bis zum näggschte Joor!

PS. Bis bald!
PPS. Und dann wieder auf Hochdeutsch ;)
Hausfrau Hanna





24.02.2021

Ainewäg (6)

    IN JEDEM VO UNS
    SCHLUMMERT
    E KYNSCHTLER.
    S'ISCH  S'SCHEENSCHT.
    YYR WÄÄRDETS GSEE!
 

Auf dem Andreasplatz mitten in der Innenstadt.
Eine Fasnachtskünstlerin sass auf einer Bank.
Auf ihrem Schoss präsentierte sie ein Köfferchen mit Bildern.
 Herzen und Blumen.
Auf der hochgestreckten Tafel stand ihr Credo:
"In uns allen 
schlummert ein Künstler.
Es ist das Schönste.
Ihr werdet es sehen!"

Er blieb zwar stehen und schaute hin,
blieb jedoch auf Abstand...

 ...dann wandte er sich ab und lief unbeeindruckt davon.





23.02.2021

Ainewäg (5)


 Fasnachtsbrunnen von Jean Tinguely
    Das deutlichste Zeichen von Weisheit:
    Gute Laune, die anhält.

    Michel de Montaigne
    (gelesen im Diogenes-Abreisskalender 2021)

 
Gestern am 'Fasnachts'-Montag.
Es waren keine Cliquen unterwegs.
Es waren keine Trommelklänge und Piccolotöne zu hören.
Und wenn, kamen sie ab Band...
Man hielt sich an die Verordnungen und Regeln.
Trug Masken und Larven beim Unterwegssein.
Live-Musik war ainewäg zu hören:
Eine Geigerin spielte fulminant und virtuos 
einen ungarischen Tanz von Johannes Brahms...

Frau Fasnacht war zwar in Quarantäne...

...liess es sich jedoch nicht nehmen, 
mit Herrn Pierrot, ihrem Gemahl, von oben und mit Abstand
Geschenke, Rosen und Mimosen zu verteilen.

Ein kleiner Ueli kam auf mich zu,
streckte mir ein Dääfi entgegen und sagte:
"Schöni Fasnacht!"

PS. Oh ja, es war ein schöner Nicht-Fasnachtstag gestern:
Das Wetter war herrlich. Und die Laune gut.



22.02.2021

Ainewäg (4)


    My Zahnarzt het - s drifft halt au die -
    Sich sälber miessen e Stoggzahn zieh.
    Jetz isch er blaich und s isch em mies.
    Jääsoo, dä kennt halt syni Brys!

    s Stachelbeeri (1978)
    (Basler Schnitzelbänkler, der Fasnachtsgeschichte geschrieben hat)




Schnitzelbänke oder Schnitzelbängg
(diese ironischen, humorvollen, zeitkritischen, hellwachen Verse)
kann man auch in diesem Jahr hören.
Die Jungen Garden der Cliquen haben
auf dem von ihnen in der Stadt angelegten Fasnachtsspaziergang 
das enge, steile Totengässlein in einen Hörort umfunktioniert:
Die Schnitzelbänke werden dank einer auf dem Smartphone 
installierten App und Kopfhörern zum Fasnachtserlebnis... 

Schmunzelnde Gesichter. 
Und auch Lacher.
Wie ich aus Distanz beobachten konnte...



21.02.2021

Ainewäg (3)


    Es braucht viel Zeit,
    einen kurzen Weg zu gehen.

    Sophokles 
    (gelesen im Diogenes-Abreisskalender 2021)



Gestern im Gerbergässlein in der Innenstadt.
Eine Fasnachtsfigur, ein kleiner Waggis, kam plötzlich daher.

Und ging strammen Schrittes vorbei...

 ...auf dem von Fasnächtlern angelegten Weg aus Konfetti.
Die hier in Basel 'Räppli' heissen...

PS. 
Ich entschied mich auch für den kurzen Räppliweg.
Es wurde ein weiches Gehen.
Und es war zum Versinken schön :)




20.02.2021

Ainewäg (2)

In Basel heissen sie Larven, nicht Masken.
Sie verkörpern den Geist und das Wesen der Basler Fasnacht.
Auch wenn sie in diesem Jahr ruhen müssen -
auf  Fenstersimsen und hinter Fensterscheiben:
Sie wirken "ainewäg"!





 

19.02.2021

Äinewäg (1)

    Ainewäg
    e paar
    scheeni Dääg!


Das baseldeutsche 'ainewäg' 
bedeutet 'dennoch' oder 'trotzdem'.
Obwohl die Fasnacht auch in diesem Jahr ausfällt -
dennoch drei schöne Tage haben.
Dennoch kreativ sein.
Einfach in einem andern Rahmen.
Gestern ging ich über den Münsterplatz und
schaute mir die kleine Laternenausstellung an.


"S KUNNT WIDER!" tröstet die Fasnachtsfigur in Rosa 
ihre in melancholisches Schwarz gekleidete Freundin.
Und legt ihren Arm um sie...



  
   

18.02.2021

Winterweitblick!

    Wer viel von dieser Welt gesehen hat,
    der lächelt, legt die Hände auf den Bauch und schweigt.

    Kurt Tucholsky,  1890 - 1935, deutscher Journalist und Schriftsteller 
    (gelesen im Diogenes-Abreisskalender 2021)



Tucholskys Zitat gefällt mir in seiner satten Genügsamkeit.
Es passt zudem gut in diese Zeit, in der das grenzenlose Reisen eingeschränkt ist.
Die riesige Skulptur des deutschen Künstlers Thomas Schütte
habe ich auf einem meiner Streifzüge in einem Garten entdeckt.
Sie hat gewisse Ähnlichkeiten mit einem lächelnden Buddha.
Heisst jedoch 'Vater Staat'...



16.02.2021

Winterstille!

    Schnee, zärtliches Grüssen der Engel,
    schwebe, sinke -
    breit alles in Schweigen und Vergessenheit!
    (...)
    
    Francisca Stoecklin, 1894 - 1931
    Schweizer (Basler) Schriftstellerin und Künstlerin 


In den vergangenen Schneedeckentagen 
ging ich oft über den Friedhof oben auf dem Hügel.
Meistens war er menschenleer.
Ein paar Raben, die durch den Schnee hüpften und
laut krähend davon flogen, wenn ich ihnen zu nah kam.
Auf Familiengräbern immer wieder wunderschöne Figuren...



Meistens Frauen...




15.02.2021

Winterheiterkeit!

    Sieh, dass du Mensch bleibst.
    Mensch sein ist von allem die Hauptsache.
    Und das heisst, fest und klar und heiter sein, ja heiter, trotz alledem.

    Rosa Luxemburg, 1871 - 1919
    (gelesen im Frauen-Kalender 2021)


Was für ein schöner, winterlicher Valentinstag gestern!
Auf schneebedeckten Trampelpfaden und auf Umwegen
gingen wir zu Fuss auf das Bruderholz.
(Die Schritte zählten wir nicht, aber es waren bestimmt 10 000 ;))
Oben beim Wasserturm wimmelte es von Menschen.
Von Weitem glaubte ich erst, es sei eine grosse Party im Gange.
Beim Näherkommen war es dann sofort klar:
Ja, es war eine 'Party'!
Eine winterliche Schlittelparty!
Auf der es fröhlich hinunter- und festen Schrittes hinaufging.
Eine Frau, mit der ich ins Gespräch kam, meinte:
"Endlich wieder einmal ein richtiger Winter, und das auch hier in der Stadt!"
Ich stimmte ihr von Herzen zu...

  

14.02.2021

Heute nur Herzen!

    "Von Herzen -
     Möge es wieder -
     Zu Herzen gehen!"

     Ludwig van Beethoven, 1770 - 1827
     deutscher Komponist und Musiker


Strassenlaterne-

                            Wandspruch-♥                       Brücken-

Wohnmobil-♥
     
                              Fensterladen-♥                                  Betonmauer-  

Abfallcontainer-♥

"Hurra!" "Hurra!" "Hurra!" "Hurra!"
In Schweden ruft man immer vier Mal hintereinander "Hurra!"
Der erste Blogbeitrag auf meinem neuen Laptop ist geschafft.
Ich freue mich derart, dass ich heute ganz grosszügig oder schenerös
(wie ich bei den Suchbegriffen in der Blogstatistik gelesen habe)
 Herzen verteile, 
die ich beim Unterwegssein auf meinen Streifzügen entdeckt habe.
Heute am 'Valentinstag'.
Der in Schweden 'Alla hjärtans dag' - 'Aller-Herzens-Tag' heisst :) 






08.02.2021

Abschied vom Gewohnten...

Über zehn Jahre war er mein täglicher Begleiter:
Der kleine Laptop, der in der Küche seinen Platz hatte:

In den vergangenen Wochen wurde das Schreiben mühsam und schwierig.
Nach einer Begutachtung durch den Computerfachmann und
 einem gemeinsamen Gespräch nach der besten Lösung
gibt es nun einen neuen.
Ich melde mich hier ab.
Und in ein paar Tagen auf dem neuen Laptop wieder an.
Bis dann, habt eine gute Zeit!


07.02.2021

Grüsse aus der Sahara

    Der Himmel ist nur da,
    die Erde zu ergänzen.

    Joseph von Eichendorff, 1788 - 1857
    deutscher Lyriker und Schriftsteller
    (Zitat auf dem gestrigen Kalenderblatt im Diogenes-Abreisskalender 2021)



Die Meteofrau hatte am Abend zuvor das Wetterphänomen erklärt:
Aufgrund der Witterung und der warmen Temperaturen 
in einigen nordwestafrikanischen Ländern 
steige Staub aus der Sahara in die Luft und
der Südwind trage ihn weiter in die Schweiz.
Und so geschah es dann auch:
Der Himmel war gestern für einmal nicht grau.
Sondern gelb.



05.02.2021

Zwischen zwei Haltestellen (130)

Gestern nahm ich seit Langem wieder einmal das Tram in die Innenstadt. 
Am Aeschenplatz stieg eine etwa dreissigjährige, grossgewachsene Frau ein. Obwohl es viele leere Sitzplätze gab, stellte sie sich genau in die Mitte des sich leicht drehenden Teils, das zwei Tramwagen zusammen verbindet.
Die Frau wandte mir den Rücken zu. 
Plötzlich begann sie sich zu bewegen, tanzte wie nach einer inneren Musik mit den Füssen hin und her. Der Rumpf übernahm den Rhythmus. Sogar die lange, gelbe Schnur, die aus ihrer Manteltasche hing, schlackerte hin und her. 
Ich schaute fasziniert zu.
Plötzlich drehte sich die Frau um, und unsere Augen trafen sich. Dann sah ich, dass sie ein kleines Baby in einem Wickeltuch umgebunden hatte. 
"Ich glaubte ja vorhin, Sie würden zu 'Jerusalema' tanzen", sagte ich.
Lachend erklärte mir die Frau: "Oh nein! Meine Kleine konnte nicht einschlafen. Mein Bewegen beruhigt sie jeweils und hilft ihr dabei."
Nun lachten wir beide.
Ich vernahm, dass das kleine Mädchen vor drei Monaten zur Welt kam und Nova hiess.
Am Marktplatz stieg ich aus.
Wir wünschten uns gegenseitig einen schönen Nachmittag und alles Gute.  
Nova, das ihre Mutter als absolutes Wunschkind bezeichnet hatte, schlief unterdessen friedlich.


04.02.2021

Streifzug (6)

Ein Strauch am Rheinufer.
Wie oft bin ich schon an ihm vorbeigegangen, ohne ihn zu beachten?
Erst vor ein paar Tagen fiel mir sein ungewöhnlicher Schnitt auf.
Auch die Möwe schien Gefallen an ihm zu finden :)

PS. Dann schicke ich heute für einmal Grüsse in  -Form in alle Himmelsrichtungen.
PPS. Kommt gut durch den Tag! 



03.02.2021

Wie ein Täubchen...

Heute geht's mir wie dem Täubchen
auf dem Ahorn mit den Häubchen.


PS. Bloss, dass es bei mir das weiche Polster des blauen Sofas ist...




01.02.2021

Streifzug (5

Gestern.
Ein kühler Sonntag in Grauwetterfarben.
An solchen Tagen sind wenige Menschen unterwegs am Rhein.
So war es zumindest bis gestern.
Gestern jedoch war alles anders -
gestern strömten alle an den Rhein!
Dieser führte viel Wasser mit sich,
braunes Regen- und Schmelzwasser.
Wir entschieden uns deshalb rasch, 
auf  einem Umweg und hintenrum wieder zurückzugehen.
Als wir beim Neubau des Kunstmuseums vorbei kamen,
sahen wir eine Schönheit, die sich an der Fassadenvergitterung festhielt:
Sie schien hochklettern zu wollen...

Das Rätsel löste sich im Nu auf:  
Es war ein Sonntags-Fotoshooting für Frühlings- oder Sommermode ;)

PS. Ich griff in die Manteltasche und zack, waren auch schon vier Bilder geknipst.
PPS. Zum Abschied winkten wir uns fröhlich zu.
PPPS. Wie lange der Profifotograf noch hatte bis zum perfekten Resultat, weiss ich nicht.
PPPPS: Vielleicht waren wir da bereits wieder zuhause...