30.04.2018

In voller Blust


Das angrenzende Baselbiet ist bekannt für seine vielen Kirschbäume.
Früher gab es ein ganz besonderes Vergnügen: Leute, im Alter meiner Grosseltern, machten Blustfahrten über Land.
Da die meisten kein eigenes Auto besassen, stiegen sie am Sonntag in einen speziellen Reisecar, liessen sich von einem Chauffeur durchs Kirschenland fahren und bewunderten von ihrer erhöhten Sitzposition aus die helle Blütenpracht der Kirschbäume.
In der Fahrt inbegriffen war jeweils auch ein Zwischenhalt in einer Landbeiz, in der etwas Gutes, Deftiges gegessen werden konnte.
Das war damals.
Heute werden, wie mir eine Bekannte letzte Woche begeistert erzählte, immer noch Blustfahrten über Land gemacht.
Im eigenen Auto...



PS. Ich selbst war an diesem Wochenende auch unterwegs.
PPS. Allerdings zu Fuss...


29.04.2018

Blickfang!


Immer wieder eine Linie ziehen
um darauf zu tanzen


Werner Lutz, 1930 - 2016,  Basler Lyriker und Maler





Heute, am 29.April,  ist der internationale Tag des Tanzes!


Bronzeskulptur 'Loie Fuller' von Georg Baselitz


PS. Sie hat im frühlingserwachten Park des Beyelermuseums mit der Tänzerin in Bronze getanzt.
PPS. Und für mich :)





27.04.2018

Hausfrau Hanna ♥ Bücher und Karten!


Bekanntlich habe ich zwei Süchte, von denen ich nicht loskomme.
Obwohl ich es mir immer wieder vornehme:
Ich bin süchtig nach Karten.
Und nach Büchern.
Neben meinem Bett sieht es aktuell so aus:




PS. Die Karte mit den noch grösseren Bücherstapeln, die auf Arno Camenischs hellgrauem Buch 'Der letzte Schnee' steht, ist jedoch nicht von mir.

PPS: Die habe ich gestern im Briefkasten vorgefunden.

PPPS. Und mich von Herzen über diese Überraschungspost gefreut :))

26.04.2018

Frühlingssprache!


Der Frühling hat eine eigene Sprache:

Blüten brechen hervor.
Grün schiesst aus dem Boden. 
Kirsch- und Apfelbäume schlagen aus!
Und Gartenbesitzer und Hobbygärtnerinnen sprengen den Rasen!




PS. Was durchaus verständlich ist: Es ist sehr trocken im Moment
PPS. Der Regen lässt auf sich warten... 


24.04.2018

Ein Moment des Innehaltens



Gespraytes Frauenbild an einer Wand 


Im vergangenen Oktober feierten wir das 25-jährige Jubiläum unserer Ausbildungsschule in Zürich.
Es war ein richtig schöner Tag mit vielen Begegnungen, Essen und einem längeren Spaziergang durch den herbstlichen Wald. 
Beim Gehen entstanden wie selbstverständlich Gespräche mit Frauen, die mit mir die mehrjährige Ausbildung abgeschlossen hatten.
Eine der Frauen, die etwas jünger war als ich, sagte plötzlich: 
„Ein solches Jubiläum zu feiern ist für mich auch ein 'Momentum mori', eine Bestätigung, dass das Leben vorangeht und endlich ist.“
Leicht irritiert blieb ich kurz stehen und liess die Worte wirken.
Dann verstand ich sie...






23.04.2018

Sommer im April...


Frühling ist eine schöne Jahreszeit.
Die vergangenen Tage war es jedoch unüblich heiss:
Hochsommer im April!
(Mich persönlich beschäftigt das -
und ich mache mir Gedanken deswegen).
Andern wiederum behagt der frühe Sommereinfall.
Als ich am Freitagnachmittag etwas ausgepumpt nach Hause kam,
meinte eine Nachbarin in allem Ernst:
"Nächste Woche kommt schon wieder das Schlechtwetter!"




PS. Mit 'Schlechtwetter' war übrigens Regen gemeint.

PPS. Ich verkniff mir eine Antwort und ging weiter...




20.04.2018

Was Klänge sagen


Den schwedischen Lyriker Tomas Tranströmer (1931 - 2015), der 2011 den Literaturnobelpreis bekam, kannte wohl ausserhalb von Schweden niemand.
Ich kaufte mir damals zwei Gedichtbände.
Las seine Gedichte auf Schwedisch. 
Einige blieben mir ein Rätsel.
Auch in der deutschen Übersetzung.





PS. Auch nach seinem Schlaganfall spielte Tomas Tranströmer Klavier. Mit der linken Hand. 
Klänge, Stimme, Worte und die Sicht aus dem Fenster seiner Wohnung über die Ostsee berühren mich tief. Heimweh...



Allegro

Jag spelar Haydn efter en svart dag
och känner en enkel värme i händerna.

Tangenterna vill. Milda hammare slår.
Klangen är grön, livlig och stilla.

Klangen säger att friheten finns
och att någon inte ger kejsaren skatt.

Jag kör ner händerna i mina haydnfickor
och härmar en som ser lugnt på världen.

Jag hissar haydnflaggan – det betyder:
»Vi ger oss inte. Men vill fred.«

Musiken är ett glashus på sluttningen
där stenarna flyger, stenarna rullar.

Och stenarna rullar tvärs igenom
men varje ruta förblir hel.

Ur ‚Den halvfärdiga himlen‘, Bonniers 1962



19.04.2018

Dieser Frühlingshut!



"Spegel, spegel på väggen där,
säg mig vem som skönast i landet är."


PS. Ohne den leisesten Hauch eines Zweifels: Die Lächelnde mit dem Blumenhut ist die Schönste!

PPS. Und wer den schwedischen Satz errät, bekommt von mir eine 'kram' zugeschickt.

PPPS. Eine grosse ;)







17.04.2018

Vor der Linse (10)



In der Basler Innenstadt, in der Freien Strasse, stehen seit ungefähr zwei Jahren überall Bänke für die Passanten. Diese Sitzmöglichkeiten werden rege benützt.
Wer sich vom Shoppen ausruhen will, setzt sich für ein paar Momente hin. 
Isst ein Sandwich. 
Trinkt etwas. 
Liest in einer Zeitung.
Schreibt eine Nachricht.
Hält inne.
Tankt auf. 
Und geht dann frisch gestärkt weiter. 


PS. Basel ist nicht nur eine Erlebnisstadt, Basel ist auch eine Stadt mit einer sehr fürsorglichen Seite... ;)

16.04.2018

Vor der Linse (9)


Ein riesiges Wohnmobil mit deutschem Nummernschild stand auf der Kleinbasler Seite des Rheins. An der Einstiegstüre hatten die Besitzer Kleber angebracht mit Kamelen oder Dromedaren. Und Flaggen der Länder, die sie bereist hatten.
Ich begann mit der Zuordnung: Welche Flagge gehört zu welchem Land!
Das Schweizerkreuz, das in der Mitte der obersten Reihe prangte, war natürlich auf Anhieb klar.
In Grossbritannien war ich bereits mehrere Male. In Italien und Frankreich auch.
Bei der griechischen Fahne war ich mir ebenfalls sicher.
Dann jedoch war ich mit meinem 'Fahnen-Latein' auch schon am Ende...




PS. Und e i n Land suchte ich vergebens... ;)

Ergänzung zum Blogbeitrag:
Danke, Petra, für deine Länderzuordnungen im Kommentar! 
Ich schalte diese hier auf, weil das erhellend ist und bestimmt nicht nur mir beim Erkennen hilft:

In der 1. Reihe hinter der Schweiz folgen Spanien, Marokko, Ungarn, Slowenien, Italien
2. Reihe: Slowakei, Tschechien, Polen, Ukraine, Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Griechenland, Albanien, Liechtenstein
3. Reihe: Österreich, Mauretanien, Senegal, Sambia, Litauen, Lettland, Serbien, Kroatien


15.04.2018

Vor der Linse (8)


Die Frau mit dem blonden Haarknoten
ging auf eine junge Frau zu, die auf den Rheinstufen sass und sprach sie an. 
Dann drückte sie ihr das Smartphone in die Hand
und nahm ihren Platz in der Mitte ein.
Für ein Erinnerungsbild.
Waren es ihre Eltern, die zu Besuch in Basel waren?
Am Rhein geschieht Begegnung.
Und es spielen sich Geschichten ab...




PS. Ich wünsche allen einen schönen SONNtag, an dem auch der eine oder andere kleine Schwatz Platz hat!



14.04.2018

Vor der Linse (7)


In diesem alten, standartmässig ziemlich einfachen Haus 
haben bis vor noch nicht allzu langer Zeit  Menschen gewohnt.
Jetzt wird das Haus abgerissen.
An seiner Stelle wird wohl ein Wohnblock entstehen.




PS. Der mehr Rendite abwirft...






13.04.2018

Vor der Linse (6)


In Schweden gibt es den schönen Spruch:
"Trolla med knäna!"  "Mit den Knien zaubern!"



Der Spruch kam mir gestern in den Sinn,
als ich in der Freien Strasse die Kinder sah,
die jauchzend den Seifenblasen nachsprangen.
Oder still staunten...


PS.
Der Spruch bedeutet sinngemäss:
Das Unmögliche wagen!
Nach den Sternen greifen!
Oder nach Seifenblasen haschen...
.......
.....
...
.



12.04.2018

Vor der Linse (5)



Die Mauern sind unterwegs
sie richten sich anderswo wieder auf


Werner Lutz, 1930 - 2016
Basler Lyriker und Maler



PS. Die Schrift an der Betonwand unter der Wettsteinbrücke wird bald schon wieder verschwunden sein, gereinigt von einem städtischen Strassenarbeiter: Aus den Augen aus dem Sinn!

PPS. Probleme hingegen können nicht so leicht zum Verschwinden gebracht werden...





11.04.2018

Vor der Linse (4)


Unten am steilen Rheinsprung.
Eine Gruppe junger, stylish gekleideter Männer fiel sofort auf...




Was oder wer genau gefilmt und fotografiert wurde,
erschloss sich mir auch beim Näherkommen nicht wirklich...



PS. Die beiden herunterkommenden Fussgängerinnen jedenfalls waren es nicht ;)

10.04.2018

Vor der Linse (3)



Freundinnen sind die Schwestern,
die man sich aussuchen kann.

unbekannt




Es ist schon einige Zeit her, als wir zu zwölft um einen langen Tisch sassen und uns bei einem Nachtessen angeregt unterhielten. Plötzlich stellte einer der Männer in der Runde eine Frage:
"Hättet ihr auch Kontakt mit euren Geschwistern, wenn sie nicht eure Geschwister wären?"
Diese Frage löste etwas aus.
Alle dachten nach.
Und einen Augenblick lang blieb es ganz still...



09.04.2018

Vor der Linse (2)



"Wenn ich darauf warten würde, bis mir nach Schreiben zumute ist, 
würde ich nie schreiben."

Anne Tyler, 1941
US-amerikanische Schriftstellerin




Sie sass auf einer der durchwärmten Treppenstufen am Rheinufer.
Auf ihren Oberschenkeln lag ein Notizbuch.
Sie schrieb. Sie tippte nicht.
Ihr war ganz offensichtlich, so zumindest sah es aus, danach zumute...


08.04.2018

Vor der Linse (1)


Der schwarze Hund sass stoisch,
ohne den geringsten Laut von sich zu geben,
auf dem nackten Asphalt irgendwo in der Basler Altstadt.
Sein Frauchen sass unterdessen wohl im ersten Stock 
und trank Kaffee mit einer Freundin.





06.04.2018

Frühmorgensatz mit Katz!


Dieser späte Winter hatte es in sich:
Es hat mich nochmals 'erwischt'!
Ich tat das einzig Richtige in dieser Situation
und blieb einige Tage zuhause in den vier Wänden. 
Dort hustete und schnupfte ich die ganze Zeit,
 und eine bleierne Müdigkeit zog mich nieder.
Ich trank literweise Tee.
Und als die nette Nachbarin mir empfahl 
zu inhalieren, befolgte ich das ebenfalls.
Seit gestern bin ich wieder 'auf dem Weg'.
Und bereit, die Gedanken auszuformulieren
und in lesbare, verständliche Sätze zu bringen...


"Schöne Sätze lasse ich gern bei mir einziehen."

Hausfrau Hanna

02.04.2018

Ohne jeden Bleistiftstrich...


Es gibt Bücher, auf die ich ganz gespannt bin und es fast nicht erwarten kann, sie zu lesen.
So wie kürzlich, als ich das neu erschienene Buch eines Autors kaufte, den ich sehr schätze und mag.
Lese ich ein Buch finde ich stets Sätze, die mir inhaltlich oder sprachlich auffallen und an denen meine Augen hängen bleiben. Ich streiche sie dann an mit einem Bleistift.
Notfalls kann ich sie später ja wieder ausradieren...
Dieses Mal: Nichts!
Das Buch gefiel mir nicht wirklich gut. Zu oft schweifte ich beim Lesen ab und kam nie ganz hinein in die Geschichte.
Am Ende blätterte ich das Buch noch einmal durch, weil ich es nicht glauben konnte:
Ich hatte tatsächlich keine einzige Stelle angestrichen!
Was soll ich jetzt mit dem Buch machen, das ich nicht im Büchergestell einreihen will?



PS. Ich könnte es ja beim nächsten Rheinspaziergang unter die ausgestreckten 'Hände' von Valery Häusler legen.

PPS. Dann findet es eine interessierte, lesefrohe Person, nimmt es mit und liest es zuhause :)