31.07.2020

Anfangen ist schön...

Die einzige Freude auf der Welt ist das Anfangen.
Es ist schön zu leben, weil leben anfangen ist, immer, in jedem Augenblick.

Cesare Pavese, 1908 - 1950, italienischer Schriftsteller

Im Original:
L' unica gioia al mondo è cominciare.
È bello vivere perché vivere è cominciare, sempre, ad ogni istante.



Meine grösste Freude heute,
an diesem heissen letzten Julitag,
ist nicht etwa die Gartenarbeit.
Es ist das Weiterlesen im gestern angefangenen Buch
(einem anspruchslosen und zugleich packenden Roman)
das mich mitnimmt auf eine Reise um die ganze Welt.
Ohne dass ich mich dafür rühren muss!
Ich kann bequem im Schatten des Holunderbaums ruhen.
Und werde das Buch nur zur Seite legen
 für den einen oder anderen Einstieg 
ins Kühl des Bächleins...

30.07.2020

Träf gesagt!


"Ammene Ross und ammene Maa stoht s’ Furze wohl aa."

(Spruch aus dem St. Galler Rheintal)

        



PS. Der träfe Spruch aus dem St.Galler Rheintal könnte auch von hier stammen... 



29.07.2020

Einsilbigkeit


In Schweden hat man eine Eigenheit:
Man sagt Wörter oft doppelt.
Anstatt nur "Hej!" sagt man zur Begrüssung gern "Hejhej!"
Oder beim Danken "Tacktack!"
Aus Lars wird flugs ein Lasse.
Und  aus Per ein Pelle.

Ein kleiner Lasse, Pelle oder Bosse beim vertieften Malen mit Kreide...

PS. Ja, die ruhigen Schweden mögen es nicht gern einsilbig... ;)



28.07.2020

Wo es sich am besten denkt...


Bekanntlich braucht man zum Denken einen Stuhl,
auf dem man sitzt.

Ödon von Horvath, 1901 - 1938, Schriftsteller 
(gelesen im Diogenes-Abreisskalender 2020)






Mit der kleinen Auswahl an Sitzgelegenheiten, die ich in Stockholm und Basel geknipst habe, wünsche ich euch einen denkfrohen Tag!

Hausfrau Hanna 




27.07.2020

Los geht's!


"Klemme nicht deine Flügel ein!"

Bettina von Arnim, 1785 - 1859, deutsche Schriftstellerin



Ein Zitat, das mit fünf Wörtern und einem abschliessenden Ausrufezeichen auskommt.
Ein Zitat, das sich dank des anschaulichen Bildes einprägt.
Ein Zitat, das ermutigt, sich selbst nicht immer zurück zu nehmen und sich einzuengen.
Sondern sich etwas zu trauen und den Raum einzunehmen.

Es muss ja nicht unbedingt der Anlauf zu einem Gleitschirmflug sein, meint Hausfrau Hanna. Und wünscht allen einen guten Wochenstart





25.07.2020

Lied zum Wochenende


Was Musik, Worte und Metaphern auch vermögen!

Höre ich diese schwedische Volksweise vom Mädchen (flicka) und der Krähe (kråka),
werde ich von einem Moment auf den andern ganz sanft, bin milde gestimmt.
Und eine leise, nordische Wehmut breitet sich aus, wenn ich das besungene Mädchen vor mir sehe, das mit hellen, wehenden Locken durch den Wald eilt. In seinen Armen eine verwundete Krähe, die es in die Geborgenheit und Wärme seines Zuhauses bringen will. Obwohl es weiss, dass die Krähe bald tot sein wird...

23.07.2020

Lektüre unter dem Holunderbaum


"Mir scheint so was schönes, famoses, sympathisches wie Stockholm habe ich noch nicht gesehen. Wie von einem besseren Stern."

Gabriele Münter, deutsche Malerin des Expressionismus




Ein umfangreiches Buch mit über 500 Seiten.
Ein spannendes Buch, das mich in andere Welten führt.
Ein Buch auch, das herausfordert und anregt.
Ein Buch über die schwedische Malerin und Pionierin der abstrakten Malerei,
 Hilma af Klint, 1862 - 1944,
 die erst in den vergangenen Jahren die Anerkennung und Würdigung findet,
die ihr von der männlich geprägten bzw. dominierten Kunstwelt
 damals verwehrt worden ist...


22.07.2020

Satzfragment


Bei den Suchbegriffen fand ich vorhin einen eigenartigen, 
beim ersten Mal Lesen keinen Sinn ergebenden Satz:

   hausfrau gekocht mann zu spät 



PS. Erst als ich den Satz nochmals las, langsam und Wort für Wort, verstand ich ihn. Und lachte.
PPS. Nun bin ich am Überlegen, wie man mit dieser Sucheingabe bloss in meinem Blog landen konnte... ;)





21.07.2020

Mode-Erinnerung an die Siebzigerjahre


Während dieser Sommertage auf dem Lande
werden plötzlich Erinnerungen an Ferien von damals wach:
Ich war 19 und lief in langen, indisch inspirierten Batikkleidern und
auf  mindestens 10 cm hohen Plateauschuhen mit Korkabsätzen herum. 
Dass ich dabei beim Wandern über die Klippen 
auf der griechischen Insel Aegina nicht zu Tode stürzte, 
wundert mich heute noch...

Ein  Armtattoo 2018 

PS. Tattoos liessen wir uns jedoch nicht stechen.  
PPS. Das war damals, in den Siebzigerjahren, noch nicht Mode...  ;)



18.07.2020

Auf dem Heimweg...

Wenn die Treue Spass macht, 
dann ist es Liebe.

Julie Andrews, 1935, britische Schauspielerin und Sängerin



Der Sommer kehrt zurück!
Ich wünsche allen treuen Bloglesenden ein schönes Wochenende
und melde mich wieder aus dem Landrefugium.
Bis dann!


17.07.2020

Mitten auf der Brücke

Gestern ging ich nochmals ins Kleinbasel.
Mitten auf der Brücke sah ich etwas Ungewöhnliches:
Eine junge Frau fotografierte von Weitem die Helvetia.
Und das nicht etwa mit einem Smartphone, sondern mit einer Kamera.
Über das handliche, kleine Ding kamen wir ins Gespräch.
Die junge Frau, eine Touristin aus Nordrhein-Westfalen, erzählte mir,
dass sie das Fotografieren neu entdecke und wieviel Freude ihr das bereite.
Zum Schluss bat ich sie, sich nochmals hinzustellenund so zu tun,
als ob sie die Helvetia ablichten würde.
Voilà!

PS. Leider ist die sitzende Helvetia kaum erkennbar auf dem Sockel des Brückenpfeilers im Hintergrund... ;)


16.07.2020

'Meine' Helvetia!

Gestern Nachmittag in der Stadt.
Ich gehe über die Mittlere Brücke hinüber ins Kleinbasel.
Einen Augenblick lang verweile ich bei ihr - 'meiner' Helvetia!
Zwei kleine Buben haben sie ebenfalls entdeckt:
 Koffer, Schild und Speer werden zum Klettergerüst.


PS. Und wie in jeder Situation seit 1980 sitzt die Helvetia da, nachdenklich und den Kopf in die rechte Hand gestützt.
PPS. Was ihr wohl in dieser Zeit durch den Kopf geht?





15.07.2020

Zwischen zwei Haltestellen (125)

Seit gut einer Stunde bin ich wieder in der Stadt.
Es hat abgekühlt.
Und laut Wetterbericht soll es auch zu regnen beginnen.
Ich war, wie immer, im ÖV unterwegs.
Mit Maske.
Etwas gewöhnungsbedürftig war es schon.
Was mich erstaunte und erfreute:
Sowohl im Bus als auch im Schnellzug
hielten sich alle an die Verordnung, eine Maske zu tragen.
Was mir ebenfalls auffiel: Es war sehr ruhig im Abteil.
Niemand schwatzte. 
Kurz vor Basel klingelte im Nachbarabteil ein Smartphone.
Der Mann sprach kurz und knapp hinein:
"Ich bin noch im Zug und rufe dich in fünf Minuten zurück!"
Das war es dann auch schon...



Mit Blick auf den grossen, ausladenden Ahorn im Hinterhof
verschicke ich in alle Himmelsrichtungen ♥liche Grüsse aus der Stadt :)
Hausfrau Hanna




14.07.2020

Rauch-Erinnerung


Ich mag Rauchverbote. Sie machen das Rauchen wieder so schön verboten wie damals in der Schule hinter dem Schulhaus.

Peter Bichsel, 1935, Schweizer Schriftsteller

Wandsprayerei nahe des Rheins 


Meine erste Zigarette!
Ich rauchte sie nicht hinter dem Schulhaus, wie Peter Bichsel es tat.
Die strenge,  Respekt einflössende Schulhausabwartin
(ich erinnere mich sogar an ihren Namen und ihr Aussehen)
kontrollierte nämlich genau diesen Ort regelmässig. 
Hätte sie uns erwischt, es hätte ein Donnerwetter mit Folgen gegeben.
Meine ältere Schwester, deren Schulfreundin und ich
rauchten deshalb beim gemeinsamen Unterwegssein.
Als wir in sicherer Distanz zu den letzten Wohnhäusern waren,
zog die Schulfreundin eine Schachtel Zigaretten hervor.
Wir bekamen ebenfalls eine angeboten. 
Und griffen zu.
Verbotenes in aller Heimlichkeit zu tun, war immer schon aufregend.
Die grossen Mädchen schafften die ganze, ich bloss die halbe Zigarette.
Damit der Rauchgeruch den Müttern nicht auffiel,
pflückten wir einen Apfel von einem Baum und assen ihn.
Es muss also im Frühherbst gewesen sein.
Ich war sechs...



13.07.2020

Früher...


Was mich immer wieder zu rühren vermag 
    und mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert -
    wenn ich ein Kind sagen höre: 
"Früher..."






12.07.2020

Verweilend im Schatten


An einem schönen Tag im Schatten zu sitzen
und ins Grüne zu blicken ist die beste aller Erquickungen.

Jane Austen, 1775 - 1817, britische Schriftstellerin





PS. Genau das habe ich heute vor.
PPS. Ich wünsche allen einen erquickenden Sonn- und Sommertag!


11.07.2020

Musik zum Geburtstagsfest


Für alle, die im Juli Geburtstag haben!




PS. Zudem verkürzt Musik die Zeit des Wartens, bis die Gäste eintreffen -
meint Hausfrau Hanna.



09.07.2020

Blog-Sommerfüller

Im Moment herrscht hier im Blog etwas Flaute.
Ich bin lieber draussen als am Laptop.
Zudem ist das Leben auf dem Lande eher ruhig und beschaulich.
Zum Glück habe ich vorhin beim Durchsehen der Entwürfe
einen kleinen Beitrag entdeckt, der heute passen könnte.
Geht es darin doch ums Schreiben:

Vor einiger Zeit las ich in einem Buch einen Begriff,
der mir etwas Denken abforderte.
Schrieb doch die sprachlich gewandte Autorin von einem 'silent cookie' -
einem stillen Plätzchen...



PS. So. Der heutige Beitrag ist fertig.
PPS. Und gibt vielleicht Anregung für eigene originelle Sprachschöpfungen ;)


07.07.2020

Ein Mann mit Sprachwitz

Gestern ist es kühl.
Der Himmel zu Beginn noch bewölkt.
Am frühen Nachmittag erscheint die Sonne,
und wir sind unterwegs in die Natur.
Ein Dorfbewohner steht in seinem Garten und betrachtet die Blumen.
Wir grüssen einander freundlich, wechseln ein paar Worte.
Im Dorf sagen übrigens alle einander "Du".
Das war immer schon so.
Und ist bis heute so geblieben.
Der Mann, er ist über neunzig, fragt uns: "Gönge dr go laufe?"
Als wir nicken, meint er spitzbübisch lächelnd:
"Denn sid dr uff em Laufende!"
Sein Sprachwitz gefällt mir, ich lache hell.
Und er stimmt ein.

PS. "Gönge dr go laufe?" ist ein gängiger Mundartsatz, der nicht wortwörtlich übersetzt übersetzt werden kann. Er bedeutet "Geht ihr spazieren?"




04.07.2020

Sommerfenster (3)



Der Mäusebussard, 
(dem eine Dorfbewohnerin den Namen Ikarus gegeben hat) 
kreist über meinem Kopf.
Das Bächlein murmelt und rauscht an mir vorbei.
Es ist erstaunlich, wie wenig es braucht, um zufrieden zu sein...

Hausfrau Hanna



PS. 
Ob auf dem Lande oder in der Stadt -
ich wünsche allen ein gutes Wochenende.

02.07.2020

Sommerfenster (2)

Frühling, Sommer und dahinter
gleich der Herbst und bald der Winter -
ach, verehrteste Mamsell,
mit dem Leben geht es schnell.

Wilhelm Busch, 1832 - 1908, deutscher Zeichner, Maler und Schriftsteller
(Zeilen gefunden im Internet)



An dieser kleinen, pfiffigen Mamsell,
die auf den Wiesen und Auen rund ums Dorf
 'die blaue Blume' gefunden und gepflückt hat,
hätte bestimmt auch Wilhelm Busch
seine helle Freude gehabt... :)




01.07.2020

Sommerfenster (1)


Es gibt nichts Romantischeres als das Meer, das sich an die Küste wirft,
egal, wie oft es von ihr abgewiesen wird.

aus Norwegen


Meer wäre schön! 
Aber eigentlich reicht auch das Bächlein, 
das frisch und munter durch den Garten fliesst.
Und der kleine Weiher, in dem Seerosen blühen
und flinke Kaulquappen herumschwimmen.
Oder still zum Grund abtauchen...