Im Fluss (2)

14.08.2018


Am vergangenen Freitagnachmittag.
Ich gehe dem Rhein entlang. 
Die angenehmen Temperaturen lassen es zu.
Vor dem Hotel 'Krafft'
(wo einst Hermann Hesse ein Zimmer in Dauermiete hatte)
bleibe ich stehen und schaue dem Treiben auf dem Floss im Fluss zu.
Seit 20 Jahren organisiert dort ein Basler Kulturmann abendliche Live-Konzerte.
Zuvor wird die Bühne von einer Crew hergerichtet.
Ein Bub mit einer roten Kopfbedeckung ist einer der Helfer.
Sicher und geübt zieht er das grüne Kanu am Drahtseil an den Steg am Ufer.
Dort nimmt er von einer Helferin ein Paket in Empfang und setzt wieder über.



PS. Am Abend gaben übrigens die 'Original Blues Brothers' ein begeisterndes Konzert auf dem Floss.
PPS. Die Leute sassen dicht an dicht auf den Steinstufen, die hinunter zum Rhein führten.
PPPS. Wir standen, zusammen mit anderen Zuspätgekommenen, etwas abseits auf der Brücke.
PPPPS. Dort sahen wir zwar nicht viel vom Geschehen auf der Bühne.
PPPPPS. Aber Soul und Blues fuhren ein. Und wie!

Im Fluss (1)

13.08.2018


Am Freitagnachmittag bei der Mittleren Brücke.
Er nahm Anlauf, sprang ab und schien übers Wasser zu fliegen.
Der junge R(h)einspringer war in seinem Element...




PS. Für einmal erwischte ich den genau richtigen Moment ;)




Insel der Musse

09.08.2018


Am Flughafen Arlanda in Stockholm gab ich meine letzten Kronen aus.
Für Taschenbücher.
Jetzt habe ich Zeit und Musse. Jeden Morgen setze ich mich unter das Blätterdach des Holunderbaumes.
Ich, die keine Reisende bin, lese vom Reisen.
Ein spannend, ein kritisch, ein leidenschaftlich geschriebenes Buch des schwedischen Autors Per J. Andersson:

För den som reser är världen vacker.
Für den, der reist, ist die Welt schön.






PS. Das Buch ist übrigens unter dem Titel 'Vom Schweden, der die Welt einfing und in seinem Rucksack nach Hause brachte' auf Deutsch erhältlich.

PPS. Naja, die Übersetzung ist Geschmacksache...


Kleine Nachrichten...

08.08.2018


Ein Hitzetag reihte sich während der vergangenen zwei Wochen an den andern.
Ich bekam in dieser Zeit von befreundeten Stadtbewohnerinnen kleine Nachrichten per WhatsApp, in denen sie mir schrieben, was sie dem städtischen Glutofen entgegen setzten.
Eine setzte sich in einen gekühlten Zug mit einem spannenden Buch und fuhr lesend irgendwohin. 
Eine andere spazierte frühmorgens um 6.00 dem Rhein entlang, kühlte am Schluss in der Kneippanlage die Füsse und Beine und war, wenn die Sonne erschien, wieder zuhause.
Und wiederum eine machte eine Wanderung in die Berge und liess sich den kühlen Gletscherwind um die Wangen streichen.



PS. Wie habe ich bloss vor WhatsApp gelebt... 



Wie in Schweden!

07.08.2018


Am Abend spät, wenn die grösste Hitze vorbei ist, machen wir immer einen Spaziergang durchs Dorf und gehen dann weiter über einen der umliegenden, sanften Hügel.
Wenn die Sonne am Horizont untergeht, stellt sich ein Gefühl des Friedens ein.
Ich brauche diese abendliche Bewegung.
Manchmal kommt es spontan zu einem Schwatz mit einem Dorfbewohner, einer Dorfbewohnerin.
Auf einer der ausgetrockneten Weiden drängen sich blökende Schafe an den Zaun, als ob sie etwas von uns erwarteten.
Manchmal bellt ein Hund, wenn wir uns nähern.
Oder eine Katze streicht um unsere Beine.
Das ganz Besondere an diesem kleinen Dorf ist jedoch, dass sich seit jeher alle mit dem Vornamen ansprechen und duzen: Kinder, Jugendliche, junge, ältere und alte Menschen.




PS. Wie in einem Dorf in Schweden... :)



Die alte Ziege der Kindheit

04.08.2018


'Die alte Ziege meiner Kindheit'
... und das schleckt keine Geiss weg,
ist eines meiner Lieblingslieder auf Französisch:
Pour vous, Madame Smilla, au plaisir!





La vielle chèvre de mon enfance
Qui me donnait envie d' pleurer
Chaque fois qu'on peine pour avancer
J'y pense
Elle était lenteur et silence
Comme on lui avait appris
Quand on court et quand on crie
J'y pense.





"Traumsommer"

03.08.2018


Es war im April,
wie ich mich zu erinnern meine.
Der Chef der 'Meteosendung' persönlich stand auf dem Dach
und handelte das aktuelle und kommende Wettergeschehen ab.
Am Schluss stellte er launigfröhlich die Frage,
ob uns wohl in diesem Jahr ein 'Traumsommer' erwarte.
Ich zuckte zusammen.
Was meinte er mit einem Traumsommer?
Ich hätte ihn gern persönlich gefragt und
ihn dann inständig gebeten, künftig sorgfältiger zu formulieren.
Und sich bewusst zu sein, dass Sprache Wirkung hat.




PS. Und sich jeder und jede unter einem 'Traumsommer' etwas Anderes vorstellt...




Schweizereier

01.08.2018


Gestern im Dorfladen.
Ein munterer, etwa vierjähriger Knirps steht neben mir. 
Er zeigt auf die rotweissen Eier im Gestell.
"Das si Schwizer Eier", klärt er mich auf,
"wil's äs Schwizer Chrüz druff hett! Die hett dr Oschterhas brocht."
Ich frage ihn, ob er wisse, warum es im Laden gerade jetzt solche Eier habe.
Er schaut mich stumm an und schüttelt den Kopf.
Ich erkläre es ihm.



PS. Die Schweiz feiert heute ihren Geburtstag.

PPS. In diesem Sinn: Habt einen schönen 1.August!