Der Maler am Fluss

22.05.2019


Am Rhein.
Der Künstler auf dem Klappstuhl 
schien wie versunken in seiner Welt.
Dann blickte er einmal auf den Fluss,
einmal zum bewölkten Himmel.
Und einmal hinüber zum Münster.
Dann senkte er den Blick wieder und
hielt mit Pinsel und Wasserfarben 
seine Eindrücke fest.




Alltagsseele

21.05.2019



Ich bin kein Herdentier.
Und meide Menschenmassen, wenn immer möglich.
Vieles ist ohnehin unwichtig,
und ich muss nicht überall dabei sein. 
Was ich jedoch mag sind diese Momente im Alltag
(und im alltäglichen Unterwegssein)
die ich hier im Blog 'Sternschnuppen' nenne...








Bademut

20.05.2019


Sie zeigten Mut,
streiften die Kleider ab,
und einer rief:"Du hast eine geile Badehose an!"



Dann stiegen sie kreischend hintereinander in die Flut
und liessen sich treiben.
Nach ungefähr 10 Sekunden war bereits wieder Schluss mit lustig...


... die Wassertemperatur des Rheins betrug gestern 12,8 Grad! ;)




"Dare to dream!"

19.05.2019


"Wag es zu träumen!"
So das Motto des diesjährigen ESC.
Ich gebe es zu: Ich guckte ihn auch in diesem Jahr.
Bis in alle Nacht hinein.
Ohne einzuschlafen.
Einige der Lieder gefielen mir sogar gut.
Ich befand mich jedoch in einem echten Dilemma -
wohnten doch ach zwei Seelen in meiner Brust:
Eine blaugelbe, die für Schweden zerschmolz
und einen Sänger, der wirklich gut singen konnte.
Und eine rotweisse für den Schweizerschnüfel Luca Hänni.
Gewonnen hat am Schluss dann der Song aus den Niederlanden.
Auch damit kann ich leben.
Ist Amsterdam doch ebenfalls eine sehr schöne Stadt:
Bis im nächsten Jahr also ;)



PS. Ganz ohne Showeffekte und Trara kam diese Liveband aus, die irische Musik spielte.
PPS. Gesehen und gehört gestern Nachmittag am grossen Bauernmarkt in unserer Landidylle :)


'Hausfrau mit Haus'

17.05.2019


Die letzten Tage verliefen ereignislos
(oder langweilig, wie man auch sagen könnte...)
Ich war meist zuhause.
Putzte, was anstand.
Schrieb viel von Hand.
Machte mir Gedanken.
Und war auch wieder gedankenlos.
Las das Buch der koreanischen Autorin Han Kang:
'Deine kalten Hände'.
Merkte plötzlich, wie gut mir dieses 'nur' Zuhausesein tat.
Und dass sich etwas, 
was mich über lange Zeit beansprucht und beschäftigt hatte
zu verändern begann...





PS.  hausfrau mit haus
PPS. Diesen Suchbegriff fand ich vorhin in der Blogstatistik.
PPPS. Ich habe zwar nur eine Wohnung. aber zu einem Schwedenhäuschen mit Fenstern, die sich nach aussen öffnen, würde ich nicht nein sagen... ;)



Dieses Gefühl von Zuhausesein

13.05.2019


Det är tid att gå hem.
Men vi är redan hemma.

Lars Gustafsson, 1936 - 2016
schwedischer Schrifsteller und Philosoph



Es ist Zeit, nach Hause zu gehen.
Aber wir sind schon zu Hause.

(übersetzt von Hausfrau Hanna)



Gestern Sonntag am Rhein
Es war frisch, die Bise ging, und die Sonne musste sich immer wieder den Weg durch die Wolken bahnen. Auf der untersten Stufe am Ufer sass ein Erpel, ein paar Meter weiter oben ein Mann: Den Rucksack, den warm eingekleideten Hund und das gefüllte Weinglas neben sich.
Alle drei schienen sich 'zuhause' zu fühlen...





Magisches Feuer!

09.05.2019



Gestern sah  ich im Mittagskino 'Stan und Ollie' -
eine Filmhommage an die beiden Starkomiker Stan Laurel und Oliver Hardy.
Oder Dick und Doof, wie wir sie als Kinder nannten.
Gotte Clara besass damals einen Projektor für Schmalspurfilme.
Da sassen wir Kinder also in der abgedunkelten, guten Stube
und durften Schwarzweissfilme mit Dick und Doof schauen.
Ich erinnere mich nur noch an einen.
Und das auch nur deshalb, weil Doof eine magische Fähigkeit hatte:
Er konnte mit seinem Daumen Feuer entfachen.
Anstatt wie alle andern in stiller Bewunderung zu schauen,
kommentierte das vorlaute Kind jeden gelungenen Feuerversuch mit:
"Das isch ä Fuule! Das isch ä Fuule! Das isch ä Fuule!"
(Ein Kind heute würde wohl "Das ist fake!" sagen)
Gotte Clara wurde übrigens stinksauer und rügte mich.
Ob ich später nochmals zu einer privaten Stummfilmvorführung
eingeladen worden bin, ist mir entfallen...


Ich fand übrigens eine Kurzfassung mit Doofs brennendem Daumen:
Viel Vergnügen! ;)



PS. Das Kommentieren ist nicht nötig, darf jedoch gern sein ;)

Nahsicht und Weitsicht...

08.05.2019


Manchmal muss man sich auf den Weg machen. Um aus der Enge der städtischen Gassen und Strassen heraus zu finden.
Und Weite zu erleben. 

Was üs
noch isch
händ mir gärn
aber mängisch
isch en Wiitsicht
au wichtig


Emil Steinberger, 1933
Schweizer Kabarettist, Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler
in Basel lebend 



Was uns nahe ist,
haben wir gern.
Aber manchmal 
ist eine Weitsicht
auch wichtig.

(Emils Worte ins Hochdeutsche übertragen von Hausfrau Hanna)




Maimohn

07.05.2019


Bis jetzt war der Mai kein Wonnemonat.
Soeben las ich in der Tageszeitung, wie sehr die momentane Witterung
und der nächtliche Frost die Bauern belasten.
Und dennoch überkam mich gestern ein grosses Staunen,
 als ich auf dem Spaziergang dem Rhein entlang 
rote Flecken im Grün des Grases entdeckte:



Der Mohn blühte!








Naja!

06.05.2019



Der Gartenzwerg in seinem Garten
möcht liebendgern die Arbeit starten.
Noch lässt das Wetter ihn zuwarten
mit Setzen von Salaten zarten...


Reimversuch von Hausfrau Hanna




PS. Naja.
PPS. Reimen und dichten ist nicht so meins.
PPPS. Einen wirklich guten 'Reim' findet ihr heute im Blog 'Quersatzein': Hier zu lesen!  

Gruss von Frau Holle...

05.05.2019


Was war denn gestern los!
Mitten am Nachmittag setzte plötzlich ein dichter, heftiger Schneefall ein.
Schneeflocken, so gross wie Wattebäuschchen, fielen vom Himmel.
Frau Holle schüttelte die Bettlaken derart gründlich aus über der Stadt,
wie nie zuvor während des Winters.
Hätte das Kalenderblatt nicht den 4.Mai angezeigt,
hätte ich einen grossen Freudensprung gemacht...

Stube in einem alten Bauernhaus, Freilichtmuseum Ballenberg


PS.  Einen ruhigen Sonntag in der Wärme der Stube 
wünscht allen Lesenden 
Hausfrau Hanna

Kurz, knapp und locker formuliert! Oder 'Zwischen zwei Haltestellen' (119)

02.05.2019



"Grillen, chillen oder auf die Strasse?"
Diese knapp und locker formulierte Frage 
las ich gestern auf dem News-Bildschirm im Tram.
Hausmann Hanna und mir fiel die Entscheidung leicht:
Wir wollten auf die 'Strasse'!
Am Vorabend des 1.Mai bestätigte der Meteomann im Schweizer TV
mit einem gut gelaunten, lässig tönenden "Morgen gibt es T-Shirtwetter!"
 was wir uns ohnehin vorgenommen hatten:
Durchs Frühlingsgrün zu wandern.
Zwar traf seine Prognose nicht ganz zu...


PS.  ...die Mehrheit der Wandernden war unterwegs in Jacken oder langärmligen Blusen ;)


S'isch Maietag!

01.05.2019


In Weiss gebettet - 
der Kirschbaum!



D'Zyt isch do
D’Zyt isch do, Zyt isch do
Singt’s ufem Nussbaum scho, gugu
D’Zyt isch do, Zyt isch do
Singt’s ufem Nussbaum scho.

Singt’s ufem Schlehdornhaag
Singt’s was es singe mag
S’isch Maietag, s’isch Maietag.

 Aus dem Kanton Solothurn
 Josef Reinhart, 1875 – 1957, Schweizer Volksschriftsteller

Die Serpentinentänzerin

29.04.2019


Heute ist der Welttag des Tanzes!
Eine Tänzerin, die einst Furore machte
mit ihren wehenden Seidengewändern und ihren Choreografien,
denen sie so schönen Namen wie Blumentanz,
Schmetterlingstanz, Märchentanz, Serpentinentanz gab,
war die Amerikanerin Loie Fuller ( 1862 - 1928).
Sie war eine Pionierin des modernen Tanzes und inspirierte viele männliche Künstler.
Damals etwa August Rodin und Henri de Toulouse-Lautrec.
 Und heute Georg Baselitz, der ihren Serpentinentanz in einer Skulptur 'fest' hielt:
Eine leise Parodie, irgendwie...




Ausstellung anlässlich des 80.Geburtstags von Georg Baselitz/Fondation Beyeler 2018



PS. Und so sah es aus, wenn Loie Fuller tanzte:

Zeit zu leben!

28.04.2019


Auch gestern regnete es.
Den Schirm brauchte ich nicht.
Die Kapuze am Mantel reichte vollkommen.
Auf dem Nachhauseweg kam mir ein jüngerer Mann entgegen,
 der laut "Räge macht schön! Räge macht schön! Räge macht schön" sang.
Zuhause auf dem Sofa las ich die Biografie über Paula Modersohn-Becker zu Ende.
Es war kein schnelles Überfliegen, es war ein langsames, genaues Lesen.
Mit einem Bleistift unterstrich ich Sätze und machte kleine Randnotizen.
Dann reiste ich weiter nordwärts bis nach Schweden.
Mit Musik ging das ganz einfach und schnell. 
Åsa Jinder, die schwedische Musikerin und Nyckelharpaspielerin
berührte mich mit ihren einfachen Weisen und Worten.
Eines der Lieder hörte ich mir mehrere Male an:
"Nu är tid att leva!"
Nun ist Zeit zu leben!

Frühling 2010 in Stockholm


PS. Das schwedische Wort für Frühlingsgefühle ist 'vårkänslor'.
PPS. 'Worschänslur' ausgesprochen.

Unter dem gleichen Himmel...

26.04.2019


Heute regnet es.
Es ist ein stetes, sanftes Tröpfeln.
Kein rauschender Regen.
Um Berlin
(habe ich vorhin in der Tageszeitumg gelesen)
herrscht nach einem viel zu warmen und zu trockenen Winter
höchste Waldbrandgefahr.

'Wir leben alle unter demselben Himmel...'





PS. 'Under samma himmel' ist von Åsa Jinder, die auch die Nyckelharpa spielt.
PPS. Die dem Video beigefügten Bilder sind von Carl Larsson (1853 - 1919).



.

Mit Herz fahren!

25.04.2019



Der Überzug am Sattel des Fahrrads ist ausgewechselt
und der Frühlingsstimmung angepasst.
Auf rosa Grund prangen rote Herzen:

"Wohin du auch fährst -
fahr' mit deinem Herzen!"

Konfuzius
 (leicht abgeändert von Hausfrau Hanna)



PS. Damit kein falscher Eindruck entsteht:  Das rosa Velo mit den ♥♥♥ gehört nicht mir!
PPS. Es ist mir (ganz zufällig beim Vorbeigehen) ins Auge gestochen...




Spamwelle

24.04.2019


Kürzlich wurde mein Blogstübchen
 mehrere Tage lang von einer grossen Spamwelle geflutet.
Hunderte von Clicks gab die Statistik an.
Die Seiten trugen Namen wie Monica, Tiffany, Chelsea.
Unterdessen ist die Welle verebbt.
Ich bin sowas von erleichtert!


PS. Dafür tauchte gestern in der Statistik bei den Suchbegriffen dies hier auf:
 hanna die dumme kuh...

PPS. Damit kann ich leben ;)




Blütenpassion

23.04.2019



Osterspaziergang.
Betört vom Weiss der Blüten
mache ich ein Bild:



Haikuversuch von Hausfrau Hanna



Schöne Ostern!

18.04.2019


Kletterten wir als Kinder auf die Bäume, spassten die Grossen:
"Wenn d'Affe stige, git's schöns Wätter!"

Der Spruch stimmt immer noch!




Schöne Ostertage, ein frohes Unterwegssein 
(und kein Stehen im Stau)
wünscht allen Lesenden
Hausfrau Hanna




Lyrikerin aus Liestal

16.04.2019


Unser Besuch im Dichtermuseum in Liestal galt eigentlich Carl Spitteler:
Dem Mann, dem Schriftsteller, dem Literaturnobelpreisträger.
Dann geschah etwas, womit ich nicht gerechnet hatte:
In einem der Ausstellungsräume waren in einer Vitrine
Gedichte einer Frau, einer Lyrikerin, ausgestellt.

Und diese Gedichte berührten tief...


"Fluchtversuche in Illusionen hat es viele gegeben. Den vielleicht letzten wage ich jetzt im Angesicht des Vergehens, des Todes. Ein paar Gedichte lassen davon ahnen."

Verena Rentsch, (ca. 1987)  Zitat aus dem Internet




Porträt von Verena Rentsch, aufgenommen in der Ausstellung


Ganz zuletzt

Verloren? - Nein!
Ich nenn' es Wachsen,
wenn die Kletterwinde
ganz zuletzt
den Halt verliert
und ihre grüne Zeile
in die Luft verlegt
und ganz zuletzt
auch noch das Schweben
übt.


Verena Rentsch, geb. 1913 in Basel, gest. 1987 in Liestal
aus 'Anflug von Grün', Gedichte 1974





Spitteler, der unbekannte Schweizer Literaturnobelpreisträger von 1919

15.04.2019


Dass alle Kommentierenden gestern richtig geraten haben,
hat mich völlig beeindruckt:
Der runde Gegenstand hinter dem Sicherheitsglas
war tatsächlich eine Nobelpreis-Medaille.
Für Literatur. 
Und zu sehen ist sie
(nein, nicht in Stockholm, wie man leicht hätte vermuten können)
ganz in der Nähe, im Nachbarkanton Basel-Land.
Ja, Liestal, der Hauptort mit seinen heute knapp 15 000 Einwohnern
hat einen Literaturnobelpreisträger 'hervorgebracht'!
Er heisst Carl Spitteler und ist den meisten wohl nicht bekannt.
Er erhielt 1919, nach dem ersten Weltkrieg, den Literaturnobelpreis für sein Werk.
Im Dichter- und Stadtmuseum Liestal
kann man im Moment eine spannend und vielseitig gestaltete
Jubiläums-Ausstellung besuchen.
Und da war ich in der vergangenen Woche.
Zusammen mit einer Freundin,
die mit mir die Schulen besucht hatte in Liestal.
Damals in den Siebzigerjahren.



***


PS. Wir erinnerten uns, dass im Deutschunterricht, bei der aus Liestal stammenden Lehrerin, Carl Spitteler auch kein Thema war...

PPS. Zwei Meinungen, zwei Sichten zu Carl Spitteler, die ich äusserst bemerkenswert fand und deshalb festhielt. Conrad Ferdinand Meyer sagte:



Und Robert Walser:





Etwas zum Raten!

14.04.2019



Was ist das für ein Ding?
Wer  (richtig) rät, beeindruckt mich mindestens so fest,
wie ich vom runden Ding beeindruckt gewesen bin... 


PS. Leider ist das Bild nicht besonders gut. 
PPS. Das runde Ding befand sich nämlich hinter Sicherheitsglas.
PPPS. Und Glas reflektiert bekanntlich...



Musikalische Sternschnuppen zum Wochenende

13.04.2019



2010.
Es war eines der schönsten Konzerte:
Mit ihm!

Offene Frage...

12.04.2019


Gestern war ich im Mittagskino.
Ein Film über Vincent van Gogh und seine letzten Lebensjahre.
Ein Film, der (laut Reklame) einen das Sehen neu lehrte.


Der Film lief bereits einige Minuten, 
als sich die Türe zum Saal geräuschvoll öffnete
und die Stimme eines Mann zu hören war: "Är molt scho!".
Dann suchte sich das verspätete Paar den Weg hinunter
zu seinen nummerierten Plätzen.
Ich selbst, ich gebe es zu, hatte Mühe mit dem Film.
Die Kameraführung war über weite Strecken so schnell und hektisch, 
dass ich fast närrisch wurde. 
Ich kam nie in den Film hinein, blieb seltsam distanziert.
Immer wieder schweifte ich gedanklich ab.
Dass ein Schauspieler mit Jahrgang 1955 
den fast dreissig Jahre jüngeren van Gogh spielte.
(van Gogh starb 1890, als er 37 Jahre alt war)
wollte mir nicht einleuchten.




PS. Ob wohl im umgekehrten Fall eine über 60-jährige Schauspielerin die Rolle einer dreissigjährigen, weiblichen Berühmtheit auch bekommen hätte?
PPS. Nur eine Frage...

Den Tag nehmen, wie er ist...

11.04.2019


Anfangs Woche lese ich im Internet auf der Seite mit den Wetterprognosen dies hier:

"Wetterprognosen lassen Planung nur Tag für Tag zu."

Ich nicke.
Weil mir diese Formulierung gefällt.
Eine Formulierung, die eine genaue Planung
des Wochenprogramms schwierig macht.
Eine Formulierung, die eine gewisse Flexibilität einfordert - 
ein sich Einstellen auf wechselhaftes, unsicheres, unbeständiges Wetter.
Und nicht auf ein Dauerhoch...





PS. Ich passe mein Programm heute dem Wetter an und gehe ins Mittagskino: 
Van Gogh. At Eternity's Gate!
PPS. Ein Film, der uns das Sehen neu lehrt. :)




Fast das Gleiche

10.04.2019


In Norddeutschland sagt man "moin!" oder "moin moin!"
In Schweden tönt es genauso locker.
Ob man jemanden kennt oder nicht, spielt keine Rolle -
man sagt einfach "hej!" oder "hejhej!"
Vor einiger Zeit entdeckte ich oben am Spalenberg ein neues Geschäft,
das in den Farben ocker, schwarz und weiss zum Eintreten einlud:




Der Zufall wollte es,
dass nur einige Meter weiter unten
drei Hunde sich mit einem "hej!" zu begrüssen schienen.
Auch sie in den Farben ocker, schwarz, weiss... ;)


PS. Und was sagt man in Schweden beim Abschied?
PPS. "Hej då!" (hej do ausgesprochen)





Worpsweder Impressionen: Abschied!

07.04.2019


Meine (erste) Reise in den Norden Deutschlands wirkt und klingt nach.
Die Landschaft. Die Menschen. Die Begegnungen. Die Bilder von Paula Modersohn-Becker, Heinrich Vogeler und Fritz Mackensen: Es war viel, was ich in den wenigen Tagen erlebt habe. Und es wird Zeit brauchen, alles 'setzen' zu lassen. Könnte ich malen, ich würde die Eindrücke festhalten in Bildern...



Das Leben ist ein Wunder.
Es kommt über mich, dass ich
oftmals die Augen schliessen muss.



Paula Modersohn-Becker, 1876-1907
deutsche Malerin und Künstlerin



Im Maschpark
Skulptur 'Ägäis' von Toni Stadler, 1888 - 1982, deutscher Bildhauer und Zeichner



Worpsweder Impressionen: Der Gruss!

06.04.2019


"Moin!"
Wir hören den Gruss oft in der vergangenen Woche.
So auch an diesem Morgen,
als wir von einem Spaziergang ins Hotel zurückkehren.
Zwei Hotelgäste machen sich bereit für eine Radtour.
Nach dem Gruss beginnt der Mann ein Schwätzchen mit uns.
Unser Hochdeutsch ordnet er sogleich ein:
"Sie kommen aus der Schweiz, richtig?" 
Als wir nicken, erklärt er uns
(und hat dabei ein verdächtiges Sprickeln in den Augen) 
den Unterschied zwischen 'moin' und 'moin moin':
"Sagen wir 'moin', heisst das, wir haben dich gesehen.
 'Moin moin' hingegen überlassen wir den Touristen,
damit wir sie jederzeit als solche erkennen!"
Wir stimmen in sein Gelächter ein.
Dann schwingt sich der Witzbold auf sein Rad
und fährt mit einem Winken davon.
Seine Frau folgt ihm.




Worpsweder Impressionen: Die Landschaft

05.04.2019


Immer wieder hörten wir Einheimische fast entschuldigend sagen:
"Schade, dass das Wetter nicht besser ist bei Ihrem Aufenthalt!"




Ich war da völlig anderer Meinung: Mir gefiel dieses Wetter!
Mich faszinierte das ganz besondere Licht.
Die Weite der kargen Landschaft.
Der hohe Himmel mit dem schnell wechselnden Wolkentheater.



Wir waren fast allein unterwegs auf unserem Spaziergang.
Ausser uns noch ein paar Frauen in Begleitung ihrer Hunde.
Und ein Mann, der durch ein Fernglas schaute...


PS.  ... und in dem sich die Landschaft widerspiegelte.




Worpsweder Impressionen: Die Museumsfrau - oder wenn ein Herzenswunsch sich erfüllt!

04.04.2019




Ein paar Tage vor unserer Abreise nach Worpswede suchte ich im Internet die Homepage des Paula Modersohn-Hauses. Zu meiner grossen Enttäuschung war es genau in der Zeit unseres Aufenthaltes geschlossen. Die Hauptsaison mit den täglichen Öffnungszeiten begann erst am 1.April.
Was tun?
Ich schrieb eine Mail. 
Schrieb darin von meinem grossen Wunsch, einmal das Haus und die Bilder einer meiner Lieblingsmalerinnen sehen zu dürfen. Ich rechnete nicht mit einer Antwort.

Doch einen Tag später bekam ich diese Mail:


Hallo
Gerne öffnen wir für Sie am Donnerstag um 16.00 Uhr. Ich hoffe, der Termin ist für Sie in Ordnung.
Bitte um kurze Bestätigung.
Mit freundlichen Grüssen




Wer bekommt schon die Gelegenheit, Bilder und Räume einer Künstlerin allein anschauen zu dürfen?
Frau Kaufmann, die zusammen mit ihrem Mann anfangs der 90er-Jahre das ehemalige Wohnhaus der Modersohns gekauft, saniert und um einen Anbau erweitert hatte, empfing uns pünktlich.
Dann überliess sie uns die Räume.
Zum Schluss trafen wir uns nochmals.
Sie erzählte uns mit Verve von Paula Modersohn:
Von ihrer grossen Hingabe ans Malen.
Von der unglücklichen Ehe mit Otto Modersohn, von dem sie sich scheiden lassen wollte und dann doch blieb.
Von ihren Parisaufenthalten.
Von den Künstlerfreunden, die sie, die Frau, nicht beachteten.
Von der tiefen Freundschaft mit der Bildhauerin Clara Rilke-Westhoff.
Und von ihrer Tochter Tille, die nach dem Tod der Mutter die ersten vier Lebensjahre bei einer Tante in Basel lebte...





PS. Ganz zum Schluss griff Frau Kaufmann nach einem gerahmten Kunstdruck und erzählte dazu eine Anekdote, in der Rilke eine Rolle spielte.
PPS. Ich durfte ein Bild machen.
PPPS. Mit ihrer Einwilligung selbstverständlich...



Worpsweder Impressionen: Der Friedhof

03.04.2019


Ich gehe gern auf Friedhöfe.
Weil sie Orte der Ruhe und Einkehr sind und
einen Einblick geben in die Traditionen und Kultur einer Gemeinschaft.
Lese ich die Namen und Lebensdaten auf den Grabsteinen entstehen Geschichten.
In Worpswede von Familien, die Kück, Tietjen oder Gerdes heissen.
Oder Modersohn-Becker...


Eine ganze Weile stehe ich an Paulas Grab mit der grossen Frauenskulptur 
und dem sitzenden Kleinkind.
Jemand vor mir hat eine rote Tulpe hingelegt. 
Auch auf der schlichten Bodenplatte mit der Inschrift
Tille Modersohn, 1907 - 1998, liegt eine Tulpe:

 

 Tille (Mathilde) war Paula Modersohns Tochter.
Sie war drei Wochen alt, als ihre Mutter starb.





(...)
Paula Modersohn-Becker, einundreissig Jahre alt, setzt sich in einen Lehnstuhl, lässt sich Tochter Mathilde - Tille - in die Arme legen, freut sich riesig und meint: "Nun ist es fast so schön wie Weihnachten." (...)
Plötzlich will sie einen Fuss hochlegen. Einige schwere Atemzüge. Paula Modersohn-Becker sagt leise: "Wie schade". Und stirbt. Eine Embolie, die einen Herzschlag ausgelöst hat,

Barbara Beuys, 1943, deutsche Historikerin und Journalistin
aus 'Paula Modersohn-Becker oder: Wenn die Kunst das Leben ist' 
Carl Hanser Verlag München 2007









Worpsweder Impressionen: Der Ort bei Bremen

02.04.2019



Eine grosse Ratlosigkeit machte sich breit bei fast allen,
denen ich erzählte, wohin wir reisten.
"Was, wohin geht ihr bitte? "
Ich wiederholte dann den Ort ganz deutlich und langsam. 
Oder buchstabierte ihn sogar: W.O.R.P.S.W.E.D.E.
Nannte ich dann den Namen Paula Modersohn-Becker, leuchtete ein Licht auf:
Zumindest die Künstlerin war einigen ein Begriff.

Uns empfing Paula im Hotel.
Ein grosses Porträt  hing an einer Wand nahe des Eingangs:


PS. Ich fühlte mich richtig schön willkommen geheissen! 





Worpsweder Impressionen: Die Reise

01.04.2019


Ich bin wieder zurück aus Norddeutschland.
Zum ersten Mal bin ich mit der Deutschen Bahn gereist.
Auf der Hinfahrt mussten wir dreimal umsteigen:
In Kassel. In Hannover. Und in Osterholz Bremen.
Das hört sich jetzt völlig einfach an.
Ist es jedoch ganz und gar nicht.
Die DB ist nämlich bekannt für ihre Verspätungen.
Da sassen wir also im Zug von Basel nach Kassel.
Eine weibliche Lautsprecherstimme informierte die Fahrgäste immer wieder,
wieviele Minuten die Bahn Verspätung hatte und ob die Anschlüsse klappen würden.
Ich begann, unruhig zu werden.
Das bemerkte meine Sitznachbarin zur rechten Seite, eine etwa 50-jährige Frau
(die im gleichen Zug weiter reisen konnte bis nach Berlin Ost).
Sie nahm meine Nervosität auf, ging auf mich ein und erklärte mir freundlich,
dass Stress im Kopf beginne und nichts bringe.
Man könne eh nicht ändern, was nicht zu ändern sei.
Das habe sie gelernt.
Ich entgegnete nicht viel. Unser Gespräch klang aus.
Die Nachbarin griff in ihre Tasche, nahm ein Buch heraus und begann zu lesen.
Das Buch trug den Titel (ich denke mir das nicht aus)
"Buddhas Anleitung zum Glücklichsein -
wie wir mit Achtsamkeit unser Leben verändern können."



PS. In Kassel hatte der Anschlusszug nach Hannover auch Verspätung.
PPS. Das war unser Glück!
PPPS. Wir kamen übrigens pünktlich in Worpswede an... :)

Frühlingsgefühle (5)

25.03.2019



"Hausfrau Hanna, was wünschst du dir zum Geburtstag?"
"Ein Reise nach Worpswede!"




PS. "Worps" heisst Hügel, "wede" Wald -
uff Wiederluege und bis bald!


 Hausfrau Hanna




Frühligsgefühle (4)

24.03.2019


Gestern in der Stadt.
Musik lag in der Luft.
Ich war in ihrer Nähe...




Und ich spürte diesen heimlichen Zauber...



Den man einmal erlebt und dann nie vergisst...



Und ein Lied klang in mir...



PS. 

Musik liegt in der Luft
Wenn du in meiner Nähe bist
Und ich spür diesen heimlichen Zauber
Den man einmal erlebt und dann nie vergisst
Musik liegt in der Luft
Wenn Du durch meine Träume gehst
Und ein Lied klingt in mir und klingt bald auch in Dir
Denn Musik liegt in der Luft.


T. Caterina Valente, 1931



Frühlingsgefühle (3)

23.03.2019


Frühlingsgefühle überall -
auch im Basler Zoo!

Sie strecken der Sonne das pralle Hinterteil entgegen...



Sie wenden der Sonne das Gesicht zu und scheinen zu lächeln...




Sie geben sich zärtlich...
(als Kinder nannten wir das 'äs Äähli mache'...)




Und sie geben sich zänkisch... 




PS. Ein gefühlsfrohes Wochenende wünscht allen hier Lesenden
Hausfrau Hanna