Frühlingsgefühle (1)

21.03.2019


Etwas versteckt sass sie auf einer Treppenstufe
beim Käppelijoch auf der Mittleren Brücke.
Hätte sie nicht laut einen Popsong gesungen,
ich wäre wohl vorbeigegangen, ohne sie eines Blickes zu würdigen.
Sie sang und spielte mit einer Inbrunst, die zu Herzen ging.
Weder ein Sammelteller noch eine Bitte für eine Geldspende:
Sie sang nur für sich.




PS. Ich wünsche euch heute viel Vergnügen und einen offenen Blick: Am Fluss, am See, in den Gärten und Pärken, auf den Plätzen der Stadt und überall dort, wo ihr den März geniessen könnt!






Winter ade

20.03.2019


Heute beginnt der Frühling!



(...)

Der Winter sagt: Ade! Ade!
Und hin ist Kälte, Reif und Schnee
Und Nebel hin und Dunkelheit
Willkommen süsse Frühlingszeit!
Winter, ade!
Frühling juchhe!


August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798 - 1874





PS. Gärtnerin am Rhein. 
PPS. Das Bild ist vom 21. Februar...




PS. Noch ein letztes Mal Fasnacht...

17.03.2019


Am Fasnachtsmittwoch sah ich eine Kinderclique,
die mich mit ihren Larven erinnerte...




... an eine Fasnacht damals auf dem Lande.
Ganz zuoberst auf der Wunschliste meiner Erstklässler stand:
 "Wir wollen als Micky Maus an den Umzug!"
Im Werkunterricht wurden 
(unter Anleitung und mit kleinen Hilfestellungen der Lehrerin)
 individuelle Larven von den Kindern geformt, geklebt und bemalt.



PS. Die Micky Mäuse von damals sind heute 49 Jahre alt...







Väterliche Seligkeit...

16.03.2019



Ach, diese Väter!
Mütter könnten das nicht...


PS.  Nie... ;)

Ausbeute

15.03.2019



An der Fasnacht 2019 bekam ich:
Eine Zwiebel.
Ein Schnäpschen mit dem Aufdruck 'Kleiner Feigling'.
Eine Rose...


PS. Dazu noch eine Handvoll Konfetti.
PPS. Baseldeutsch: Ä Hampfle Räppli...



Schwarzweisse Nachlese

14.03.2019


Zeit um zu 'verschnaufen', aufzuatmen und zu regenerieren:
Eine der Cliquen weiss, was nötig ist an den drei schönsten 
aber auch anstrengenden Tagen:



Es war sujet- und wettermässig eine turbulente und spannende Fasnacht:

Nett,
gepflegt -
politisch
korrekt




An der Basler Fasnacht wird Alkohol getrunken - aber mit Mass.
Betrunkene sieht man selten.
Schliesslich müssen die Fasnächtler drei Tage lang
sicher auf den Beinen stehen und die Töne treffen...



Ganz zum Schluss hat es (mir) doch noch gereicht -
eine Ladung weisser Konfetti traf zielsicher Haare und  Gesicht... .. . . .


PS. Die Fasnacht 2019 ist zu Ende.
PPS. Und in Basel ist wieder Alltag!
PPPS. Die nächste Fasnacht beginnt am 2.März 2020
PPPPS. Hotels können jetzt schon gebucht werden... ;)



Ä scheeni Fasnacht...

13.03.2019


... eine schöne Fasnacht - auch am gestrigen Dienstag.
Ich habe es in vollen Zügen genossen.
Stundenlang.




Für einmal hab ich ganz ungeniert 
von vorn Gesichter fotografiert...




Die zwei freundlich winkenden Waggis
 meinten wirklich...

... mich :)


"Sali, sali, gäll dä kennsch mi nit?"



Fasnachtsmontag-Rot

12.03.2019


Das Wetter gestern am Fasnachtsmontag
war wechselhaft, bissig und äusserst spannend
(und entsprach genau den kritschen Sujets der Cliquen...)

Beim Sichten der aufgenommenen Bilder sah ich:
Rot! 




Rot bei KNIE, dem Schweizer Nationalzirkus,
der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiern kann:



Rot auch das kleine Waggismädchen,
das dem ganzen Fasnachtsgeschehen den Rücken zukehrte
und völlig vertieft Konfetti durch das Brückengeländer in den Rhein warf -
die Mutter liess es gewähren...


PS: Heute Dienstag übernehmen die Kinder die Fasnacht.
PPS. Die Sonne scheint!






Stürmische Wartestunden vor der Fasnacht

11.03.2019


Gestern Sonntag.
Am Rheinknie herrschte stürmisches Frühlingswetter.
Der Himmel veränderte laufend sein Gesicht.
Eben noch schien die Sonne im Himmelsblau.
Dann wieder jagten sich die dunkeln Wolken 
(ähnlich einer Herde wild gewordener Pferde)
und ein kurzer Regenschauer prasselte nieder.
Die Leute schien das alles nicht zu beeindrucken:
Rauchend, biertrinkend und plaudernd sassen sie am Ufer,
liessen sich vom Wind die Haare zerzausen.



Und an einem 'stillen Örtchen' wartete sie auf die Fasnacht...






Der oder das Morgen

09.03.2019


Zaz!
Ich mag diese Sängerin.
Und ich mag ihr neues Lied:





PS. 'Demain c'est toi' zu übersetzen finde ich schwierig, und ich kann mich nicht entscheiden, ob 'Der Morgen bist du!' besser ist oder  'Das Morgen bist du' ...


Zum heutigen Weltfrauentag

08.03.2019


Eine Klöpplerin.
Wie aus einem vergangenen Jahrhundert.
Sie sass da, lächelte still.
Und liess die Holzklöppel fliegen.
Unter ihren Händen entstand ein kleines Kunstwerk.


Klöpplerin (knypplare) im Freilichtmuseum Skansen in Stockholm


PS. Heute wird wohl nicht mehr geklöppelt. Schon gar nicht als Brotberuf. Ersetzt man jedoch das alte Handwerk durch das Nähen von Billigkleidern in weit entfernten Ländern, ist dieses Gedicht aus dem 19.Jahrhundert plötzlich sehr aktuell:


Die Klöpplerinnen


Seht Ihr sie sitzen am Klöppelkissen,
Die Wangen bleich und die Augen rot.
Sie mühen sich ab für einen Bissen,
Für einen Bissen schwarzes Brot!
Grossmutter hat sich die Augen erblindet,
Sie wartet, bis sie der Tod befreit -
Im stillen Gebet sie die Hände windet:
Gott schütz‘ uns in der schweren Zeit.
(...)
Seht Ihr sie sitzen am Klöppelkissen,
Seht Ihr die Spitzen, die sie gewebt:
Ihr Reichen, Grossen – hat das Gewissen
Euch nie in der innersten Seele gebebt?

(...)


Louise Otto-Peters, 1819 - 1895, war eine sozialkritische Schriftstellerin und wurde zur Mitbegründerin der bürgerlichen deutschen Frauenbewegung. Sie lernte 1840 im Erzgebirge Heimarbeiterinnen kennen. 



Eine Treppenhausbegegnung in den Siebzigerjahren...

06.03.2019


Die gestrige kurze Begegnung im Treppenhaus mit den zwei Frauen der 'Zeugen Jehovas' weckte eine Erinnerung: 
Ich war 24 oder 25 Jahre alt, gab Schule und hatte eine kleine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus.
In einer Mittagspause klingelte es an der Wohnungstüre. Als ich öffnete, standen drei Leute vor mir. 
Ich erinnere mich nur noch an den einen Mann, der sich als Mitglied von 'Jean-Michel et son équipe' vorstellte. Er sprach Hochdeutsch mit starkem französischem Akzent.
Was er mir alles erzählte, weiss ich nicht mehr.
Er versuchte mich wohl zu überzeugen, in ihrer 'équipe' Mitglied zu werden.
Und das gelang ihm nicht.
Ich wirkte wohl sehr uninteressiert und gelangweilt.
Am Schluss (daran erinnere ich mich wieder glasklar) fragte mich der Mann nämlich in aller Direktheit: "Wollen Sie nicht, dass Gott Sie liebt?"
Und ich antwortete ihm genauso direkt und kurz angebunden: "Nein!"
Das war's dann auch.
Die drei gingen unverzüglich und wortlos von dannen...





PS. Es nahm mich Wunder, ob etwas von 'Jean-Michel et son équipe' im Internet zu finden war.
PPS. Und tatsächlich, ich fand vorhin einen Wikipedia-Eintrag auf Französisch.
PPPS. Die sektenähnliche Gemeinschaft wurde Mitte der Siebzigerjahre gegründet und hatte Bestand bis anfangs der 90er-Jahre...

Eben erst: Morgenbegegnung im Treppenhaus

05.03.2019


Seit einer guten Stunde sitze ich bereits am Laptop.
Es will mir einfach nichts Gescheites zu einem Blogbeitrag einfallen.
Plötzlich läutet es.
Ich drücke auf den Türöffnungsknopf und warte.
Schritte ertönen im Treppenhaus.
Nach einer Weile erscheinen zwei Frauen. 
In den Händen tragen sie blaue Sichtmäppchen mit Prospekten. 
Sie warten auf dem Zwischenboden und schauen zu mir hoch.
"Oh", sage ich und vergesse völlig, sie zu grüssen.
"Sind Sie etwa Zeuginnen Jehovas? Dann lieber nicht.
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!"
Die ältere der beiden Frauen antwortet freundlich:
"Schön, dass Sie es uns gleich sagen!"
Dann verabschieden sie sich.
Und klingeln im unteren Stock...








Zwischen zwei Haltestellen (118)

04.03.2019



Gestern im Schnellzug nach Zürich.
Wir haben das Viererabteil für uns allein.
Im Abteil nebenan sitzt ein Mittfünfziger,
das graue Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden
und liest in einer Sonntagszeitung.
Im voll besetzten Abteil hinter uns ist ein Gespräch im Gang.
 Neuigkeiten werden ausgetauscht.
Es ist eine Art Rückschau auf die vergangenen Wochen.
Der Satz einer der beiden Männer lässt mich aufhorchen:

"Das Jahr ist erst zwei Monate alt und schon ein Jahrhundertereignis:
Ich habe diesen wärmsten Februar seit Menschengedenken sehr genossen!"



PS. Ich sass eine Weile da und dachte über den Sinn des eben Gehörten nach.
PPS. War der Satz ironisch gemeint? Oder doch ernst?
PPPS. Ich war und bin mir nicht sicher...

Sei nicht zu hart...

03.03.2019



"Sei nicht zu hart.
Denn das Leben ist kurz."


Joan Baez. 1941

US-amerikanische Folksängerin, Bürgerrechtlerin und Pazifistin.
Sie beendet 2019 ihre Karriere mit einer Abschiedstournee.




Joan Baez mit ihrer Mutter


Be not too hard for life is short
And nothing is given to man
Be not too hard when he is sold or bought
For he must manage as best he can

(...)

Warmwintertage (7)

28.02.2019


Heute der letzte Tag im Februar.
Dieser Februar war eindeutig ein Frühlingsmonat.
Mehr als zwei Wochen war es zwischen 12 und 18 Grad warm.
(Anstatt des Daunenmantels trug ich den leichten Mantel oder die Jeansjacke)
Gestern sah ich sogar die Zahl 21° aufleuchten an der Anzeigetafel am Aeschenplatz.
 Viele Menschen machten ihre Mittagspause am Rheinbord,
wandten ihr Gesicht der Sonne zu und assen.
Mit Abstand das beliebteste Essen war
 (wie ich feststellen konnte) 
Pizza in der Kartonverpackung...




... dazu ein Eistee im Plastikwegwerfbecher.



PS. Morgen, zum meteorologischen Frühlingsbeginn, soll es endlich etwas regnen...


Warmwintertage (6)

27.02.2019


Spränge man diese Betonmauer weg, 
(die vor Sprayereien und mehr oder weniger dümmlichen Sprüchen strotzt)
sähe man direkt auf den Rhein, der Richtung Deutschland fliesst.
Und dann, ganz zum Schluss, fiele der Blick auf die Nordsee.




PS. Nichts da also mit der "Freien Sicht aufs Mittlmeer..."!






Warmwintertage (5)

26.02.2019



An warmen Wintertagen wie diesen beginnt das Blut vorzeitig zu wallen.
Er spielte mit unzähligen Zettelchen.
Auf die er von Hand den immer gleichen Satz geschrieben hat:
Le sang est rouge. Le sang est rouge. Le sang est rouge. Le sang est rouge...



Im kleinen Restaurant am Rhein
gibt's heissi Schoggi und Glühwein...



Wer beide Fehler findet, die sich in diesem Spruch an der Betonwand beim Rhein verstecken, bekommt von mir ein Extralob :)



PS. Ich wünsche allen hier Lesenden einen schönen Februartag mit staunenden Augen beim Unterwegssein :)

Warmwintertage (4)

25.02.2019


Das warme Wetter 
lockt die Menschen nach Draussen.
Und in die Aktivität.
Still sitzen geht nicht.
Er ist dabei, einen Handstand zu drücken:
Technisch perfekt, mit excellenter Körperspannung und gut ausbalanciert.
Einen Augenblick lang steht die Welt für ihn kopf...



PS. Und noch ein allerletztes Gedicht vom 'DreylandDichterweg':  "S git so Dääg"


S git männgmool so verlooreni Dääg,
so grau, so stumpf, so inhaltsläär –
Luff aim doch eppis iber e Wääg!
(Und wenn s der Gäldbrieffdrääger wäär – )

(...)

Zuem Gligg nimmt jeede Daag en Änd.
Moorn bisch vilicht scho besser zwääg
und findsch das Lääben exelänt –
Was wottsch, s git männgmool halt so Dääg.


Emil Beurmann, geb. 1862 in Basel, gest. 1951 in Basel
Schweizer Schriftsteller, Dichter, Zeichner und Maler.
Er galt als Frauenliebling und Künstleroriginal.




Warmwintertage (3)

24.02.2019


An einem Tag in Frankreich.
Am andern Tag in Deutschland.
Wo ist das schon möglich mit ein paar Schritten?
Sie jedenfalls schien zufrieden mit sich, der Welt
und der Weitsicht ins umliegende Dreieckland.

Kirchenmauer bei der Ottilienkirche auf dem Tüllinger Hügel 



Trost

Bald denki, 's isch e bösi Zit,
und weger's
End isch nümme wit;
bald denki wider: loss es goh,
wenn's gnueg isch, wird's scho anderst cho.


Doch wenni näumen ane gang
und 's tönt mer Lied und Vogelsang,
so meini fast, i hör e Stimm:
„Bis zfriede! 's isch jo nit so schlimm.“


(auf einer Tafel des Dreyland-Dichterwegs gelesen)


Johann Peter Hebel, geb.1760 in Basel, gest. 1826 in Schwetzingen
Deutscher Schriftsteller, Theologe und Pädagoge





Warmwintertage (2)

23.02.2019


Manchmal braucht es kein 'weites Schweifen' -
weil das Gute so nah liegt.
Zum Beispiel ein Spaziergang dem Rhein entlang.
Ohne Kontrolle die Grenze zum benachbarten Elsass überschreiten.
Mit der Strömung des Flusses gehen.
Immer wieder stehen bleiben.
Und eine Lesepause einlegen bei den Tafeln, 
die den Dichterweg säumen.

 

PS. Hier eine Strophe des Gedichts 'Elsassfährtli' des Basler Stadtpoeten und Mundartdichters Blasius:


Kuum hesch d Gränzen in dym Rugge,
kuum foosch fremdi Luft aa schlugge,
gseht scho alles anderscht uus.
Frische Wind waaiht dir um d Ohre,
und de bisch wie nei giboore,
vor em Alldaag nimmsch ryssuss.

(...)


Blasius (eigentlich Felix Burckhardt) 1906 – 1992


Erste Strophe seines Gedichts 'Elsassfährtli'
auf dem Sentier des poètes des Trois Pays/Dreyland-Dichterweg





Warmwintertage (1)

22.02.2019



Warmwintertage.
Am Rhein das pralle Leben.
Sie gaben den Möwen etwas von ihrem Lunch ab...




... und wurden die Geister, die sie riefen nicht mehr los ;)


PS. Ihre Not war gross und liess sie möwenähnlich kreischen...




Erinnerung an eine TV-Pionierin

21.02.2019



Wenn ich mich an sie erinnere, werde ich heute noch sentimental.
Es war 1969, als ich sie als Moderatorin einer Art Castingshow erlebte.
Im Kursaal in Bern.
Junge Menschen aus der ganzen Schweiz traten auf.
So auch wir, ein Mädchen-Klassiktrio aus dem ländlichen Baselbiet.
Wir wurden in unserer Region ausgewählt von einem Musikmanager,
zu dem unsere Musiklehrerin eine persönliche Beziehung pflegte.
So lief das. Auch damals schon. Persönliches Netzwerk ebnete den Weg.
(Nun gut, wahrscheinlich spielten wir auch nicht allzu schlecht...)
Bevor der Anlass begann, 
war 'die Abel', wie sie genannt wurde, für niemanden ansprechbar.
Sie tigerte auf der Bühne hin und her.
 In der Hand hielt sie unzählige Spickzettelchen, die sie immer wieder umsortierte 
und von denen sie halblaut den Moderationstext ablas.
Vorne im Rampenlicht war sie sehr offen, zugewandt, charmant und souverän.
Als die Reihe an uns war, stellte sie uns ein paar persönliche Fragen.
Wir antworteten spontan und brav in das vor uns aufgestellte Mikrophon.
Dann spielten wir. 
Eine Triosonate von Telemann, die wir wochenlang intensiv geübt hatten.
Zum Schluss bekamen wir ein Kuvert mit einem Geldbetrag in die Hand gedrückt. 
Wir verjubelten ihn später in einem richtig guten Restaurant.
Weltmännisch. Wichtig. Grossspurig. 
Mit unseren 16 und 17 Jahren...





Heute könnte Heidi Abel ihren 90.Geburtstag feiern.
Sie starb im Dezember 1986.

Eine andere Erinnerung an sie: Hier!


Liebe kennt kein Alter

16.02.2019


 Vorgestern am Valentinstag,
dem Tag der Liebe, der Herzen und der roten Rosen.
Ein Strauss Rosen wartet in einer Glasvase auf dem Rand des Dorfbrunnens. 
Im Hintergrund eine Treppe, die hinauf zum Zivilstandsamt führt.
Etliche Menschen, die sich versammelt haben und auf das Brautpaar warten.
Ich höre eine der Frauen sagen: 
"Am Valentinstag zu heiraten ist eine gute Idee. Dieses Datum vergisst der Mann nie!"
Beistimmendes, schallendes Gelächter von allen.
Das frisch getraute Paar erscheint und wird 
von den zahlreichen Menschen beglückwünscht.
Alle erhalten eine Rose und strahlen.
Das Brautpaar ist nicht mehr jung - es ist um die 80.
Liebe kennt kein Alter.




PS. Ich habe mich mitgefreut.
PPS. Aus der Distanz und streng diskret selbstverständlich...




Ich, Picasso (7)

15.02.2019


Es sind Ausnahmen,
die von sich und ihrer Berufung sagen können,
was Picasso über sich gesagt hat:

"Ich wollte Maler sein und bin Picasso geworden."





So sieht der Prozess des Zeichnens bei Picasso aus:





PS. Hier ist nun Schluss mit Picasso!

PPS. Die Ausstellung in der Fondation Beyeler dauert noch bis zum  26.Mai 2019. 




Ich, Picasso (6)

14.02.2019


'La coiffure'
nannte Picasso dieses Werk aus der rosa Periode.
Es ist eine stille, beschauliche Szene.
Eine Frau hält die langen Haare einer sitzenden Frau in ihren Händen,
scheint sie genau zu betrachten und zu befühlen.
Bevor sie dann einen Zopf flicht.
Oder eine Frisur macht,
wie sie die beiden Betrachterinnen tragen...



"Wenn ich arbeite, ruhe ich mich aus (...)."

Pablo Picasso







Ich, Picasso (5)

13.02.2019


Mit übereinandergeschlagenen Beinen sitzt sie da:
Sie, die ihm als Modell, als Muse dient.
(Was für ein Wort, dieses 'dienen'...)
Sie gibt nichts preis von ihrem Innersten, Intimsten.
Weder dem Maler.
 Noch der Betrachterin.




PS. Picasso soll übrigens Frauen, die sich ihm nicht unterordneten und künstlerisch eigene Wege gingen, häufig Steine in den Weg gelegt haben.

PPS. Was im Klartext wohl hiess: Er versuchte, den Erfolg der Frauen zu verhindern...

Ich, Picasso (4)

12.02.2019


An einer Wand in einem der Ausstellungsräume
konnte man kurze, einprägsame Zusatzinformationen zu Picasso lesen:




"Seine Körpergrösse betrug 163 cm."

"Er war 91 Jahre, 5 Monate und 19 Tage alt, als er am 8.April 1973 starb."




PS. Picasso war nur 4 cm grösser als ich.
PPS. An seinem Todestag war ich 20 Jahre und 14 Tage alt...



Ich, Picasso (3)

11.02.2019


Immer wieder 
(während ich von Raum zu Raum ging)
musste ich mir sagen, wie unglaublich jung Picasso war,
als er diese Werke malte.
Er war 20, als er dieses grossformatige, 
rätselhaft wirkende Gemälde schuf:  'La Vie'.
Das Leben!




Das vielschichtige Bild zieht die Betrachtenden an und mit.
Weil es eigene Deutungen zulässt.
Und die Farbe Blau etwas Suggestives hat.


Blau war übrigens die Farbe der Trauer beim jungen Picasso...








Ich, Picasso (2)

10.02.2019



Einer,
der mit knapp 20 Jahren ein Selbstporträt malt
und es selbstbewusst "Yo Picasso", "Ich, Picasso" nennt,
trägt entweder ein tief gegründetes Vertrauen in sich in sein Schaffen.
Oder aber er hat ein aufgeblähtes Ego
und überschätzt sich grenzenlos...

Yo Picasso (1901)


PS. Picassos voller Name (habe ich an einer Wand in der Ausstellung gelesen) bestand aus 20 (!) Wörtern: Pablo Diego José Francisco de Paula Juan Nepomuceno Maria de los Remedios Cipriano de la Santisima Trinidad Ruiz y Picasso.


PPS. Verständlich, dass er sich auf e i n e n Namen beschränkte: Picasso!


Ich, Picasso (1)

09.02.2019



Vor einigen Tagen 
wurde im Beyelermuseum in Riehen
eine Ausstellung mit Frühwerken von Pablo Picasso eröffnet.
Ich war gestern dort. 
Der Andrang hielt sich in Grenzen. 
Vor jedem Bild konnte man stehen bleiben...


... und sich Zeit nehmen, um in Ruhe zu schauen.  





Den Allan spielen!

08.02.2019


Vergangene Woche.
In einer Spätabendsendung des Schweizer Fernsehens
diskutierte eine Handvoll Männer über das 'Mannsein'.
Die einzige Frau in der Runde war die Moderatorin.
Ich schaute mir die Sendung nicht an.
Deshalb weiss ich nicht, ob auch über jene Männer diskutiert wurde,
die meinen, sie müssten stets den Überlegenen spielen
oder aber den harten Typen herauskehren.
Als Frau kann ich sie entweder ignorieren.
Oder mich lauthals und wortreich nerven.
Beides ist nicht einfach.
In Schweden kennt man eine Redewendung,
mit der man einen solchen Kerl schnell wieder auf Normalmass zurechtstutzt
und ihn auf den Boden der Realität bringt:
"Sluta spela Allan!" (slüta spela Allan)
"Hör auf, den Allan zu spielen!"

Detail in einer Wandmalerei im Gerbergässlein


PS. An alle Allans, Alans oder Alains, die eventuell hier mitlesen:
PPS. Mit Allan ist der amerikanische Filmschauspieler Alan Ladd gemeint, einer dieser Abenteuerhelden aus den 50er-Jahren... ;)

Ein richtiger Schnüfel!

07.02.2019


Gestern.
Vor dem Feinkostgeschäft 
war ein Hund angebunden und wartete auf sein Frauchen.
Er vertrieb sich die Zeit mit Schnüffeln.
An Trüffeln... ;)


PS. Der Hund war, erfuhr ich dann von Frauchen, eine 'Sie'.  
PPS. Und  hiess Ginny :)




Sind das Mäuse?

05.02.2019


Gestern im Zoo.
(auf Baseldeutsch 'Zolli')
Die Kleine schaute fasziniert den Nagern zu,
die mit ihrem Futter beschäftigt waren.
"Sind das Mäuse?" fragte sie die Eltern.



Der Vater wollte es genau wissen und ging zur Informationstafel:
"Es sind Biberratten!"
"Bibellatten!" sagte die Kleine.
"Nein!" meinte der Vater leicht gestresst.
Dann wiederholte er dreimal hintereinander den Tiernamen,
indem er jede Silbe einzeln betonte:
" Bi- ber- rat- te! Bi- ber- rat- te! Bi- ber- rat- te!" 


PS. Mit Erfolg!
PPS. "Biberratte!" tönte es laut und deutlich zurück... :)