Ein letztes Glas!

21.09.2018


Ein schönes Lied.
Ein intensives Lied.
Ein Abschiedslied irgendwie.
Ein Lied, das sowohl das Leben,
als auch alles Vergängliche feiert.
Trinken wir darauf!
Ein letztes Glas...




Oh alla pengar som jag haft,
dom lät jag gå i vänners lag.
För allt det onda som jag gjort,
fick ingen sota utom jag.
Och allt det dumma som jag sagt,
det vill jag inte minnas mer.
Så låt oss ta ett avskedsglas:
Godnatt, må glädjen lysa er!


(...)

Oh all das Geld, das ich hatte,
verbrauchte ich in Gesellschaft von Freunden.
Für all das Schlechte, das ich getan habe,
musste keiner büssen ausser mir.
Und an all das Dumme, das ich gesagt habe,
will ich mich nicht mehr erinnern.
So lasst uns ein Abschiedsglas nehmen:
Gute Nacht, möge die Freude euch leuchten! 
 




(übersetzt von Hausfrau Hanna)




Frühlingsstimmung im Spätsommer...


Vor ein paar Tagen.
Es herrschte eine schöne, spätsommerliche Abendstimmung.
Die untergehende Sonne liess den oberen Teil 
der Tannen im Hinterhof rot aufleuchten.



Durch die geöffnete Balkontüre hörte ich etwas, das mich irritierte.
Es schien, als ob der Frühling soeben begonnen hätte.



Auf den Tannen hatten sich Aberdutzende Singdrosseln (?) versammelt
und gaben ein vielstimmiges, lautes, klares Abschiedskonzert:



 Plötzlich
(als ob jemand ein Zeichen gegeben hätte)
erhoben sich alle und flogen  davon.
Ein Rauschen erfüllte die Luft, und weg war der Vogelschwarm.
Einen kleinen Teil erwischte ich ganz knapp noch...



PS. Hier ein Beitrag von durchziehenden Vögeln vom Februar 2010!


Farbveränderung

20.09.2018


Schon der 20.September.
Bis vor zwei Tagen schrieb ich kein Wort -
im Blogstübchen war es einsam und still.
Der lange, heisse, trockene Sommer hatte mich matt gesetzt.
Ich wurde krank.
Und das erforderte Rückzug, Geduld, Ruhe und viele Tassen Tee.
In diesem Raum begann sich ganz allmählich
die matschigbraune Farbe zu verändern:


PS. Nun plaudert 'Hausfrau Hanna' wieder!
PPS. Und bedankt sich bei allen Kommentierenden für die guten Wünsche:
Sie haben mitgeholfen :)



Schreibpause...

11.09.2018


Seit ein paar Tagen bin ich krank,
ich fühle mich müde, saft- und kraftlos.
'Ingen ork' - wie man auf Schwedisch sagt.
Müsste ich es farblich darstellen,
sähe das so aus: 



PS. Ich melde mich wieder, wenn sich die Farbe verändert hat!



Gut behütet!

08.09.2018


Ich bin unterwegs in die Innenstadt. 
In einem der Fenster im Parterre eines Wohnblocks sehe ich Damenhüte. 
Sie scheinen zu schweben. 
Ich bleibe stehen und lese den Satz mit dem Ausrufezeichen am Schluss,
den jemand dick und fett innen an die Scheibe geklebt hat:
beHÜTE Sie!
Der Satz ergibt für mich keinen Sinn...






Erst im Fenster links daneben wird dann alles klar:



PS. Ein gutes Wochenende allerseits!



Anstatt zu klagen...

07.09.2018


Wie weers, wenn ich au tapfer sung, sogar i trüebe Tage?
Das Singe macht die Olte jung, olt macht jo nume s chlage!”

Hans Gysin, 1882 - 1969, Oberbaselbieter Mundartdichter 


"Wie wär's, wenn ich auch tapfer säng', sogar in trüben Tagen?
Das Singen macht die Alten jung, alt macht ja nur das Klagen!"

(Ins Hochdeutsche übersetzt von Hausfrau Hanna)




PS. Eigentlich spielt es absolut keine Rolle, ob gesungen wird! 
PPS. Alles, was mit Herzblut und Freude gemacht wird, hält 'jung'... 
PPPS. Und das kann malen, zeichnen, schreiben, fotografieren, stricken, hobeln, wandern, lesen, velofahren, angeln oder auch...

... tanzen sein :)





Muscheln erzählen Geschichten

06.09.2018


In der letzten Schwedischstunde. Wir hatten das Thema 'Reisen'.
Ein Teilnehmer, er wuchs in den Siebzigerjahren auf, erzählte lachend von den Ferien, die er als Bub mit seinen Eltern Jahr für Jahr auf dem gleichen Campingplatz an der italienischen Adria verbracht hatte.
Als Kind hätte mich das neidisch gemacht.
Blieben wir doch Sommer für Sommer zuhause im Garten. Gingen ins Schwimmbad. Mussten Kirschen pflücken. Machten, was einer sommerlichen Krönung gleich kam, einen Tagesausflug in die Berge.
So war das damals üblich.
Das Geld für Ferien oder gar Auslandreisen fehlte in den meisten Familien.
Ich erinnere mich jedoch, dass wir einmal nach den Sommerferien eine grosse Muschel geschenkt bekamen mit der Aufforderung, sie ans Ohr zu halten.
Wir pressten also unsere Kinderohren an das leere Gehäuse und hörten deutlich ein sanftes Wellenrauschen im Innern. Gebannt lauschend wähnten wir uns am Meer, das wir nur vom Erzählen kannten.
Von den wenigen Leuten, die in Rimini oder Jesolo waren...


Carl Eldh, 1873-1958, schwedischer Bildhauer
Skulptur in seinem ateljé in Stockholm



(...)
Von aussen besehn,
Scheint das Gehäuse ganz leer
Innen.
Aber das Meer
Ist heimlich da drinnen.
Horch, wie es rauscht,
Wenn man dran lauscht!
(...)


Mascha Kaléko, 1907 - 1975

Kunst ist alles ist Kunst...

03.09.2018


Gestern Abend ziemlich spät.
Ich checke die Mails. Viele sind es nicht.
Bei einer Mail jedoch muss ich mehrere Male hingucken:
Die Absenderin heisst nämlich Isolde Ohlbaum.
Wem dieser Name nicht geläufig sein sollte: 
Isolde Ohlbaum ist eine deutsche Fotografin, 
die für ihre Porträts bekannter Schriftstellerinnen und Autoren berühmt worden ist.
Erst glaube ich an eine Fakemail, die mir jemand zum Scherz gesandt hat.
Doch beim zweiten Lesen merke ich, dass die Mail seriös ist:


Hallo,
Sie verwenden ohne Genehmigung ein Foto von Eva Strittmatter und verstoßen gegen das Copyright.
Ich bin die Fotografin (und Fotografieren ist auch ein Beruf!) und alle Rechte für dieses Foto liegen ausschließlich bei mir.
Jede Verwendung ist genehmigungs-und honorarpflichtig. Auch das Internet ist eine Veröffentlichung und dafür gelten
entsprechende Honorarsätze.
Bitte setzen Sie sich umgehend mit mir in Verbindung.
Das Foto ist umgehend zu löschen.
Mit besten Grüßen
Isolde Ohlbaum


Ich habe den Beitrag über die deutsche Schriftstellerin und Lyrikerin Eva Strimatter
sofort in meinem Blogarchiv gesucht. Und auch gefunden.
Obwohl er sage und schreibe vom Januar 2011 stammt.
Das kleine Porträt von Eva Strittmatter, 
(das ich damals in Unkenntnis der rechtlichen Situation etwas naiv hinzugefügt habe)
habe ich mit einem Klick umgehend gelöscht.
Und Isolde Ohlbaum habe ich ebenfalls umgehend eine Mail zurückgeschrieben...


Dieses Bild ist von Hausfrau Hanna und darf ohne ihre Einwilligung nicht weiterverwendet werden... !


PS. Hier mein Beitrag vom Januar 2011 über Eva Strittmatter!

PPS. Leider habe ich Frau Ohlbaum (die übrigens denselben Jahrgang hat wie ich) vergessen zu  fragen, ob sie eventuell auch ein Porträt von einer bescheidenen, mit Herzblut schreibenden Bloggerin namens 'Hausfrau Hanna' machen würde.

PPPS. Könnte ja sein, dass... ;)




Hausfrau Hanna kauft sich eine rosa Zeitschrift...

02.09.2018



Gestern.
Ich war unterwegs im Schnellzug.
Zuvor kaufte ich mir am Bahnhofskiosk noch ein Magazin.
Auf dem Cover lächelte eine hübsche, aparte, dunkelhaarige Frau.
Um sie herum ein breiter Fotorahmen in Rosa,
in dem die Beiträge aufgelistet waren:
'Altersmilde? Wir doch nicht!'
'Bewegung mit Begeisterung'
'Allein war gestern'
'So gut ging's mir noch nie'

Während der Fahrt blätterte ich mich durch die Seiten
und las, was mich interessierte.
Auf einer der Seiten (sie war ebenfalls ganz in Rosa gehalten)
blieb mein Blick haften.
Ein einziger Satz stand da.
Und der liess mich anerkennend nicken:

"Jeder Mensch sucht Halt,
dabei liegt der einzige Halt im
Loslassen"




PS. Der weise (weisse) Satz stammt übrigens von Hape Kerkeling, der 1964 geboren ist.
PPS. Und die rosa Zeitschrift trug den Untertitel: 'Das Magazin für die dritte Lebenshälfte'...





Tiefe Erleichterung!

01.09.2018


Es hat abgekühlt,
und es regnet leise, gleichmässig und sanft.
"Freuen wir uns an diesem Landregen!"  
Dieser fast schon suggestive 'Wir-Imperativ' 
entschlüpfte dem TV-Meteomann gestern Abend,
als er die Wetterprognosen für die kommenden Tage bekannt gab.
Der lange, heisse, trockene Sommer 2018 ist vorbei. 
Endlich. 
Und wehe, ich höre jetzt jemanden langgezogen klagen: 
"Schaaade! Dieser Sommer hätte noch ewig so weitergehen können." 



"Willkommen Herbst!"

Zwischen zwei Haltestellen (110)

29.08.2018


Gestern Morgen im gut besetzten Regiozug hinaus aufs Land.
Es ist für mich immer wieder aufs Neue spannend, Gespräche oder Gesprächsfetzen mitzubekommen von Zugreisenden, die ich nicht sehe. Ich stelle mir dann vor, zu wem die körperlose Stimme gehören könnte.
Gestern etwa höre ich die Stimme eines älteren Mannes, der im Abteil vor mir das Wort führt.
Ich achte mich nicht auf den Inhalt.
Ein Satz jedoch bleibt bei mir hängen: "Im Alter, wenn nümm schaffsch, chömme d'Bräschte."
Dann zählt er alle seine Bresten der vergangenen Zeit auf. Es sind einige.
Ganz am Schluss jedoch meint er und seine Stimme tönt hoffnungsvoll und bestimmt zugleich:
"I wird glich hundertzwänzgi!"




Abschied vom Lande

28.08.2018


Heute und morgen 
gibt es nochmals Temperaturen um die 30 Grad in der Stadt.
Wohl das letzte Mal in diesem Sommer.
Ich fahre hinauf ins kleine Dorf auf dem Land
und nehme Abschied... 




Ein Sommerabend. Der Himmel, der
tagsüber blau war, mit weissen Wolken,
ist bleich geworden, die Wolken wie Rauch.
Ich sehe zu, wie es dunkelt.

Heiss war's. Jetzt aber rauscht es kühl.
Ich weiss nicht, sind es
der Wind in den grossen Bäumen oder
Gartenschläuche, den Rasen besprengend.

Am Haus gegenüber gehn Lichter an:
eins nach dem andern
schneiden sich gelbe Rechtecke aus
der dunkelnden Silhouette.


Mani Matter, 1936 - 1972
aus 'Was kann einer allein gegen Zen Buddhisten', Zytglogge Verlag 2016



Tanzfrohes zum Wochenende

26.08.2018



1979.
Ich war zum ersten Mal in Schweden in den Ferien.
An der Westküste.
Auf einer Insel in Bohuslän nahe bei Göteborg.
Wir waren eine grosse Gruppe tanzfroher Frauen und Männer.
Und lernten schwedische Volkstänze.
Der Tanzlehrer hiess Birger.
(Was 'Birjer' ausgesprochen wird)
Er lehrte uns den nicht ganz einfachen Hambo derart gut -
ich könnte ihn heute noch tanzen.
Mit einem schrittkundigen, führungsstarken Partner allerdings... ;)





PS.  Mit einer live gespielten Polska vom diesjährigen 'Allsång på Skansen', die den Namen 'Grossmutters Brautpolska' trägt, wünsche ich allerseits einen tanz frohen Sonntag.

PPS. Viel Vergnügen oder mycket nöje!




Aufgehoben

25.08.2018


Im Dorf,
(in dem ich die heissen Sommertage verbringe)
hat es eine sehr schöne gotische Kirche, die tagsüber geöffnet ist.
Für alle, die eine Weile einkehren oder die alten Wandfresken betrachten wollen. 
Wenn es der Zufall will und die Organistin an der Orgel Choräle übt, 
setze ich mich still in eine Kirchenbank und fühle mich
einen Augenblick lang wie aufgehoben...



PS. Unterdessen hat es abgekühlt.
PPS. Ich bin zurück in der Stadt.



ABC oder D: Hausfrau Hannas Lieblingsquiz

21.08.2018


Gestern Abend.
Ich schaute das Ratequiz "Wer wird Millionär" auf RTL.
Nach der Sommerpause wurde es zum ersten Mal wieder ausgestrahlt.
Ich mag diese Sendung. Auch wegen des Moderators.
Manchmal stocke ich schon bei einer einfachen Frage.
Manchmal komme ich weit.
Eine Million Euro hätte ich allerdings noch nie gewonnen.
In der letzten Sendung vor der langen Sommerpause 
wurde eine 4000 Euro-Frage gestellt, 
bei der die Antwort förmlich aus mir herausplatzte:


"Welchen dieser Einträge gibt es auch in der "-mann"-Variante im aktuellen Rechtschreibeduden?"

A Hausfrau
B Klofrau
C Powerfrau
D Meerjungfrau




PS. ABC oder D: Nun ratet schön!
PPS. Wer regelmässig hier in Hausfrau Hannas Blogstübchen mitliest, ist leicht im Vorteil... ;) 



Begegnung auf dem Bahnhofsplatz

19.08.2018


Gestern auf dem Bahnhofsplatz. Ich warte aufs Tram.
Ein gut fünfzigjähriger Mann, der an zwei Stöcken geht, 
kommt auf mich zu und spricht mich in seinem Oberbaselbieter Dialekt an:
 "Heit dir nit vier Franke für mi?" 
Ich blicke in freundliche, verschmitzte Augen.
"Ein Lastwagen ist mir über den Fuss gefahren. Jetzt brauche ich einen Kaffee!"
Ich bin derart überrascht, dass ich nicht anders kann und lachen muss.
"Sie sind gut", sage ich zu ihm, 
"eine solche Begründung habe ich noch nie gehört!"
Im Portemonnaie finde ich nur einen Zweifränkler und frage ihn, ob der reiche.
Der Mann nickt und meint, das sei immerhin ein Anfang...



PS. Solche Menschen sind selten - ich mag sie:)




Insel der Zeit

18.08.2018



Där är havet.
Där är stranden.
Här är min ö.
(...)

Dort ist das Meer.
Dort ist der Strand.
Hier ist meine Insel.
(...)


Basler Münster und Fähre


PS. Es muss nicht immer eine Insel am Meer sein.
PPS. Manche haben ihre Insel am Fluss.
PPPS. Und wieder andere am Bächlein...

Das Spiegelbild

16.08.2018


Nach dem kurzen Regenschauer.
Eine Pfütze ist entstanden.
Häuser spiegeln sich darin.


Warum nur stehen sie auf dem Kopf?  




Im Fluss (3)

15.08.2018



Das Gedicht der in Riehen bei Basel wohnenden Lyrikerin und Schriftstellerin Ingeborg Kaiser schrieb mir eine Freundin vor vielen Jahren auf eine Geburtstagskarte. Schaue ich einem gegen den Strom paddelnden Ruderer nach,  kommt es mir unwillkürlich wieder in den Sinn:



rudern
gegen den
strom beharrlich und
langsam mit
blossem auge die
ufer sehen vögel
und steine endlich
anlegen bei
sich


Ingeborg Kaiser, 1930
aus 'manchmal fahren züge' Gedichte orte-Verlag 1983








PS. Ich selbst mag nicht mehr gegen den Strom rudern, das ist mir zu mühsam. Ich lasse mich lieber vom Wasser und von den Wellen sanft schaukelnd mittragen.

PPS. Auch so kann ich bei mir anlegen... 


Im Fluss (2)

14.08.2018


Am vergangenen Freitagnachmittag.
Ich gehe dem Rhein entlang. 
Die angenehmen Temperaturen lassen es zu.
Vor dem Hotel 'Krafft'
(wo einst Hermann Hesse ein Zimmer in Dauermiete hatte)
bleibe ich stehen und schaue dem Treiben auf dem Floss im Fluss zu.
Seit 20 Jahren organisiert dort ein Basler Kulturmann abendliche Live-Konzerte.
Zuvor wird die schwimmende Bühne von einer Crew hergerichtet.
Ein Bub mit einer roten Kopfbedeckung ist einer der Helfer.
Sicher und geübt zieht er das grüne Kanu am Drahtseil an den Steg am Ufer.
Dort nimmt er von einer Helferin ein Paket in Empfang und setzt wieder über.



PS. Am Abend gaben übrigens die 'Original Blues Brothers' ein begeisterndes Konzert auf dem Floss.
PPS. Die Leute sassen dicht an dicht auf den Steinstufen, die hinunter zum Rhein führten.
PPPS. Wir standen, zusammen mit anderen Zuspätgekommenen, etwas abseits auf der Brücke.
PPPPS. Dort sahen wir zwar nicht viel vom Geschehen auf der Bühne.
PPPPPS. Aber Soul und Blues fuhren ein. Und wie!

Im Fluss (1)

13.08.2018


Am Freitagnachmittag bei der Mittleren Brücke.
Er nahm Anlauf, sprang ab und schien übers Wasser zu fliegen.
Der junge R(h)einspringer war in seinem Element...




PS. Für einmal erwischte ich den genau richtigen Moment ;)




Insel der Musse

09.08.2018


Am Flughafen Arlanda in Stockholm gab ich meine letzten Kronen aus.
Für Taschenbücher.
Jetzt habe ich Zeit und Musse. Jeden Morgen setze ich mich unter das Blätterdach des Holunderbaumes.
Ich, die keine Reisende bin, lese vom Reisen.
Ein spannend, ein kritisch, ein leidenschaftlich geschriebenes Buch des schwedischen Autors Per J. Andersson:

För den som reser är världen vacker.
Für den, der reist, ist die Welt schön.






PS. Das Buch ist übrigens unter dem Titel 'Vom Schweden, der die Welt einfing und in seinem Rucksack nach Hause brachte' auf Deutsch erhältlich.

PPS. Naja, die Übersetzung ist Geschmacksache...


Kleine Nachrichten...

08.08.2018


Ein Hitzetag reihte sich während der vergangenen zwei Wochen an den andern.
Ich bekam in dieser Zeit von befreundeten Stadtbewohnerinnen kleine Nachrichten per WhatsApp, in denen sie mir schrieben, was sie dem städtischen Glutofen entgegen setzten.
Eine setzte sich in einen gekühlten Zug mit einem spannenden Buch und fuhr lesend irgendwohin. 
Eine andere spazierte frühmorgens um 6.00 dem Rhein entlang, kühlte am Schluss in der Kneippanlage die Füsse und Beine und war, wenn die Sonne erschien, wieder zuhause.
Und wiederum eine machte eine Wanderung in die Berge und liess sich den kühlen Gletscherwind um die Wangen streichen.



PS. Wie habe ich bloss vor WhatsApp gelebt... 



Wie in Schweden!

07.08.2018


Am Abend spät, wenn die grösste Hitze vorbei ist, machen wir immer einen Spaziergang durchs Dorf und gehen dann weiter über einen der umliegenden, sanften Hügel.
Wenn die Sonne am Horizont untergeht, stellt sich ein Gefühl des Friedens ein.
Ich brauche diese abendliche Bewegung.
Manchmal kommt es spontan zu einem Schwatz mit einem Dorfbewohner, einer Dorfbewohnerin.
Auf einer der ausgetrockneten Weiden drängen sich blökende Schafe an den Zaun, als ob sie etwas von uns erwarteten.
Manchmal bellt ein Hund, wenn wir uns nähern.
Oder eine Katze streicht um unsere Beine.
Das ganz Besondere an diesem kleinen Dorf ist jedoch, dass sich seit jeher alle mit dem Vornamen ansprechen und duzen: Kinder, Jugendliche, junge, ältere und alte Menschen.




PS. Wie in einem Dorf in Schweden... :)



Die alte Ziege der Kindheit

04.08.2018


'Die alte Ziege meiner Kindheit'
... und das schleckt keine Geiss weg,
ist eines meiner Lieblingslieder auf Französisch:
Pour vous, Madame Smilla, au plaisir!





La vielle chèvre de mon enfance
Qui me donnait envie d' pleurer
Chaque fois qu'on peine pour avancer
J'y pense
Elle était lenteur et silence
Comme on lui avait appris
Quand on court et quand on crie
J'y pense.





"Traumsommer"

03.08.2018


Es war im April,
wie ich mich zu erinnern meine.
Der Chef der 'Meteosendung' persönlich stand auf dem Dach
und handelte das aktuelle und kommende Wettergeschehen ab.
Am Schluss stellte er launigfröhlich die Frage,
ob uns wohl in diesem Jahr ein 'Traumsommer' erwarte.
Ich zuckte zusammen.
Was meinte er mit einem Traumsommer?
Ich hätte ihn gern persönlich gefragt und
ihn dann inständig gebeten, künftig sorgfältiger zu formulieren.
Und sich bewusst zu sein, dass Sprache Wirkung hat.




PS. Und sich jeder und jede unter einem 'Traumsommer' etwas Anderes vorstellt...




Schweizereier

01.08.2018


Gestern im Dorfladen.
Ein munterer, etwa vierjähriger Knirps steht neben mir. 
Er zeigt auf die rotweissen Eier im Gestell.
"Das si Schwizer Eier", klärt er mich auf,
"wil's äs Schwizer Chrüz druff hett! Die hett dr Oschterhas brocht."
Ich frage ihn, ob er wisse, warum es im Laden gerade jetzt solche Eier habe.
Er schaut mich stumm an und schüttelt den Kopf.
Ich erkläre es ihm.



PS. Die Schweiz feiert heute ihren Geburtstag.

PPS. In diesem Sinn: Habt einen schönen 1.August!



Hausfrau Hanna besinnt sich um

30.07.2018



Vor Kurzem fiel mir auf, 
dass die Fensterscheiben hier in der Landwohnung Spuren hatten. 
Und zwar so viele, dass es mich störte.
Als ich mit Putzen beginnen wollte, 
sah ich einen schwarzweiss gemusterten Schmetterling,
der an der Scheibe wie festgeklebt schien. 
Ich besann mich sofort um, versorgte Lappen und Putzmittel.
Und liess ihm seine Ruhe...




PS. Die Fenster putzte ich dann am nächsten Tag...



Das propagierte Jahrhundertereignis...

29.07.2018


Freitagnacht.
Um 21.30 Uhr machten Hausmann Hanna und ich
für einmal einen etwas weiteren Abendspaziergang als üblich.
Wir wollten von einem der umliegenden Hügel aus die Mondfinsternis miterleben.
Auf einem Feld warteten wir geduldig auf das Kommende.
Wir sahen nichts.
Nur die Lichtscheine vieler Autos,
die auf die höher gelegenen Jurahügel fuhren.
Wir setzten uns in das trockene Gras und warteten etwas bequemer.
Wir sahen nichts.
Die ersten Sterne erschienen.
In der Ferne begann ein Hund zu bellen.
Fledermäuse huschten vorbei.
Wir sahen nichts.
Um 22.35 Uhr gaben wir auf
und nahmen den Weg hinunter ins Dorf.
Das Schild des Dorfladens leuchtete hell:



PS. Und plötzlich - ein paar Schritte fehlten bis zur Haustüre - sahen wir ihn doch noch!
PPS. Der dunkle, kleine Blutmond befand sich genau im Einschnitt zweier Jurahügel.
PPPS. Das hätten wir bequemer haben können... ;)



Sommerlied vom Bächlein...

28.07.2018


Als ich am gestrigen Hitzetag im kühlen Bächlein stand
und Füsse und Beine langsam (wie es Kneipp empfiehlt) bewegte,
schoss plötzlich eine kleine Bachforelle vorbei...




Schuberts Lied "An einem Bächlein helle" passt deshalb heute perfekt.
Der junge, begabte Sänger aus Norwegen singt das Lied unvergleichlich schön:




PS. Und hier hat es soeben ganz leicht zu regnen begonnen...



Revierbereinigung

27.07.2018


Im Garten am Abend.
Unbeweglich und hochkonzentriert sass die Katze da. Nur die Ohren zuckten ganz leicht.  
Plötzlich streckte sie sich durch, machte sich lang und sprang durch eine Lücke im Holzzaun.
Einen Moment lang blieb sie verschwunden.
Dann stolzierte sie an mir vorbei, die Maus wie eine Cevapčići zwischen den Zähnen.
Sie legte das unbewegliche Stücklein Fleisch auf den Boden und wollte es vor meinen Augen verspeisen,
Aber das duldete ich nicht.
"Geh weg!" sagte ich zu ihr "das hier ist ist mein Revier. Such dir einen andern Ort für dein Abendessen!"
Ganz ehrlich. Sie muss mich verstanden haben. Sie nahm ihre Beute wieder auf und entschwand aus meinem Blickfeld.
Auch sie wollte ihre Ruhe...



Weisser Herbstblüher

26.07.2018



Als wir am Montagmorgen aus der Stadt zurückkehrten ins Dorf,
blühte hinten im Garten die erste Herbstanemone...






Zwischen Licht und Schatten

25.07.2018


Hochsommer!
Den einen macht es nichts aus, in der flirrenden Hitze unterwegs zu sein.
Oder sich an die pralle Sonne zu legen.
Sie blühen auf...



Die anderen geraten in einen Zustand der Trägheit.
Und verbringen den Tag drinnen in einem abgedunkelten oder klimatisierten Raum.
Oder machen es sich bequem im Schattenwurf eines Baumes -
wie dieser sanft aussehende  Esel...




Badefreuden

24.07.2018



Auf der Grossbasler Seite des Rheins 
gibt es exklusiv einen Badestrand für Hunde:




PS. Und der wird auch benutzt... ;)






Kurze Auszeit in der Stadt!

22.07.2018


Am Freitag begann es plötzlich zu regnen, und es kühlte ab.
Ich fuhr am Nachmittag wieder zurück in die Stadt.
Beim Einbiegen in unsere Strasse sah ich sogleich,
dass unser Wohnhaus immer noch eingekleidet war 
mit den löchrigweissen Schutzhüllen und dem Baugerüst.
Die Handwerker hatten bereits Wochenende.
Stille empfing mich und eine Taube,
die auf dem Abflussrohr des Daches sass...



PS. Die nächste Hitzewelle ist im Anrollen - ich melde mich wieder vom Lande...

Richtigstellung!

20.07.2018


In den vergangenen Tagen konnte leicht der Eindruck entstehen,
das Dörflein hier sei eine Idylle:
Ein abgeschiedenes Bullerbü inmitten sanfter Jurahügel!
Ruhig. Friedlich. Harmonisch. Nett. Abgeschirmt.
Auch wenn sich alles genauso abgespielt hat,
wie ich es in den kleinen Beiträgen geschrieben habe,
das hier ist keine 'Idylle'!
Auch hier gibt es Lärm.
Kreissägen. Traktoren. Motorräder in Rudeln. Flugzeuge.
Man will zwar von viel Grün umgeben und in der Ruhe leben.
Besitzt aber ein Auto,
(noch besser zwei)
um jederzeit mobil zu sein, den Grosseinkauf zu tätigen,
fort zu kommen oder zur Arbeit zu gelangen.
Dennoch.
Für mich ist es im Hochsommer eine Wohltat,
die flirrende, unerträgliche Hitze der Stadt hinter mir lassen zu können.
Und am kühlen(den) Bächlein zu sitzen, zu lesen
oder mit einer Freundin zu plaudern.



PS. Halt doch eine Idylle... ;)

Der Dorfladen

19.07.2018


Hier im Dorf gibt es einen richtig feinen Laden,
der ein vielfältiges Sortiment an Lebensmitteln und Haushaltsprodukten hat.
Sogar regionale Produkte sind zu finden.
Wir kaufen ausschliesslich im Dorfladen ein.
Manchmal auch beim Dorfmetzger oder beim benachbarten Bauern.
Hausmann Hanna und ich wechseln uns jeweils beim Einkaufen ab.
Gestern war ich dran.
Heute wird Hausmann Hanna die Einkaufstasche schultern.  
Ich habe im Sinn, am Abend eine Gemüsewähe zu backen.
Zum Glück gibt es im Laden nur kleine Einkaufskörbe... ;)


"Die Christel von der Post"

18.07.2018



Auch hier auf dem Lande bekomme ich Post.
Zwar nicht täglich, nur ab und zu.
Eine Ansichtskarte mit dem 'Lauenensee' als Sujet.
Ein von Hand geschriebener Brief.
Oder die lokalen Zeitungen.
Dabei kann es schon mal vorkommen,
dass die Postbotin den Briefkasten links liegen lässt
und mit einem lauten "Die Post ist da!"
diese durch das geöffnete Stubenfenster auf den Sims legt:
Ein persönlicher, direkter Kontakt!






Blau, weiss, rot: Der Weltmeister 2018!

16.07.2018


Gestern um 17.00 begann der WM-Final Frankreich gegen Kroatien.
Selbstverständlich habe ich ihn geguckt.
Im Public Viewing auf dem 'Ochsenplatz'.
Dabeisein und sich gut zu unterhalten war mindestens so wichtig,
wie das Geschehen auf der Leinwand:



Drei Männer, eine Frau und ein sechsjähriger Bub waren für Frankreich.
Die überwiegende Mehrheit jedoch war für Kroatien.
Wahrscheinlich war der Hauptgrund für diese eindeutige Sympathie
einer der Fussballspieler, der im kroatischen Team mitspielte:
"Der Mann mit der Nummer 7 aus Möhlin im Fricktal!"
Möhlin, soviel Information muss sein, 
ist ein Ort im benachbarten Kanton Aargau.
Ein Schweizer spielte also mit in diesem Final!
Je länger das Spiel dauerte, desto ruhiger wurde es auf dem 'Ochsenplatz'.
Kroatien spielte zwar gut.
Und verlor.
Einer der vier Frankreichfans offerierte ganz zum Schluss
für alle, die bei den Verlierenden waren, ein Glas Pastis:



PS. Dass die Farben "Bleu, blanc, rouge" auf dem Bild genau zum neuen Weltmeister passten, war der pure Zufall... ;)





Auge in Auge

14.07.2018



Sie schaute mich mit zugekniffenen Augen an. 
Irgendetwas an mir missfiel ihr.



Als ich einen grossen Schritt zur Seite trat, sah ich den wahren Grund:
Ein neugeborenes Kälbchen lag im Gras.
Wohl behütet und bewacht...

Musik-Refugium

13.07.2018



Heute nur eine gute Minute Musik!
Danke, Benny Andersson -
tack för den här visan:


Refugium unter der Rutsche

12.07.2018


Ich blieb stehen und wartete geduldig.
Eines der Schafe wandte mir den Kopf zu und musterte mich neugierig:




Sonst war keine Bewegung, keine Regung zu erkennen: Ein Refugium im Grünen. 


Was ich insgeheim gehofft hatte, geschah nicht.
Keines der Schafe traute sich hinunter ... ;)


Zeitvertreib auf dem Lande

09.07.2018


Vergangene Nacht.
Ich wachte einmal kurz auf und glaubte, Regen zu hören.
Glücklich schlief ich wieder ein.
Heute Morgen beim Erwachen merkte ich,
dass es nicht der Regen war, 
der mich nachts zurück in den Schlaf begleitete.
Sondern das plaudernde Bächlein hinter dem Haus...




PS. Und sollte ich in einer der kommenden Nächte längere Zeit wach liegen, dann beherzige ich dies hier:

Zum Zeitvertreibe
viel leeres Stroh noch klopfen
im Sommermondlicht.

Haiku von Issa (1763-1827)

Die Einzelgängerin

07.07.2018


Zuerst habe ich die Kuh nicht gesehen:
Still und ganz für sich lag sie auf dem erhöhten Platz vor dem Stall -
  weit weg von der weidenden Herde.
In der Oper hätte sie einen Balkon- oder Logenplatz...



PS. Ich wünsche allerseits ein schönes Wochenende - mit  bester Sicht auf das, was ist!

Ist das denn die Möglichkeit!

06.07.2018


Saperlott!
Gestern staunte ich nicht schlecht.
Da muss es im Dorf noch einen zweiten Schwedenfan geben... ;)




PS. Die Redewendung 'Alter Schwede' stammt ursprünglich aus der Zeit des dreissigjährigen Krieges, als der Preussenkönig Friedrich Wilhelm erfahrene schwedische Soldaten als Ausbilder für sein Heer holte. Diese wurden respektvoll als 'alte Schweden bezeichnet.

PPS. In der Zwischenzeit hat sich 'Alter Schwede'zu einem Ausdruck des Erstaunens gewandelt:

"Donnerwetter!"
"Ist das denn die Möglichkeit!"
"Unglaublich!"
"Potz Blitz!"


(Angaben aus dem Internet)



Mit diesem Song gewinnen wir!

04.07.2018


Gestern.
Das WM-Spiel, das mich leicht in Verlegenheit brachte:
Die Schweiz spielte gegen Schweden!
Als Einstimmung bekam ich von einem Schweizer Fan
dieses Video zugeschickt:





PS. Ich habe die erste Halbzeit des Spiels nicht schauen können. 
PPS. Habe jedoch nichts verpasst.
PPPS. Das einzige Goal (Tor) fiel nämlich erst in der zweiten Halbzeit.
PPPPS. Und das für Schweden...
PPPPPS. Skål!

Hopp Schwiiz oder Heja Sverige!

03.07.2018


Heute wartet Schweden auf die Schweiz im WM-Achtelsfinal.
Idag väntar Sverige för Schweiz i VM:s åttondelsfinal:


Hopp Schwiiz!
oder
Heja Sverige!

PS. Das wird schwierig heute Nachmittag um 16.00 Uhr.
 PPS. Ich stecke in einem echten  Dilemma...




Zwischen zwei Haltestellen (110)

02.07.2018


Wir sitzen im Schnellzug, der uns hinaus aufs Land bringt.
Ausser uns befindet sich nur noch eine Frau im Abteil.
Diese steckt mitten in einem lebhaften, sehr laut geführten Telefongespräch.
Sie erzählt von einem Ausflug an den Brienzersee und ihrem Besuch an einen wunderschönen Ort, dessen Name ihr partout nicht in den Sinn kommen will.
(Ich nenne diese plötzlichen, mir ebenfalls bekannten Lücken im Kopf, 'Seniorenmoment'...)
Leicht verzweifelt ruft sie ins Telefon: "Weisst du, das Dorf nahe bei Brienz mit diesen alten Häusern! Eh, wie heisst es denn schon wieder?"
"Ballenberg!" helfe ich über die Abteile hinweg.
Die Frau steht, das Smartphone am Ohr, auf und schaut in unsere Richtung: "Danke, das ist nett von Ihnen. Ich war wohl etwas laut, weil ich glaubte, ich sei allein im Abteil."
Wir lachen, und ich beruhige die Frau mit einem "Kein Problem, das macht doch nichts!"
Sie setzt sich wieder und führt ihr Gespräch weiter. Aber mit deutlich gesenkter Stimme.






PS. Der 'Ballenberg' ist übrigens ein Freilichtmuseum mit vielen alten Originalgebäuden aus allen Landesteilen der Schweiz und befindet sich bei Brienz im Berner Oberland.

PPS. Das erste Freilichtmuseum der Welt, Skansen, wurde übrigens 1891 in Stockholm eröffnet.

PPPS. Aber diese Information habe ich der netten Frau im Zug nicht weiter gegeben... ;)

Stockholmepisoden (12) Der Rückflug!

30.06.2018


Auf dem Heimflug von Stockholm nach Basel.
In den beiden Reihen hinter uns sitzen Schweizer Touristinnen. Sie erzählen lebhaft und laut von den vergangenen zwei Tagen, die sie in Stockholm wandernd und shoppend verbracht haben.
Bereits planen sie ihren nächsten Städtetrip mit Easy Jet.
Der Name einer türkischen Stadt fällt.
"Nein", sagt eine der Frauen dezidiert, "zu den Türken komme ich nicht mit!"
"Brindisi wäre was, das ist in Italien", kommt ein neuer Vorschlag.
So geht das eine Weile weiter.
Dann werden die Städte-Kurztrips der vergangenen Jahre abgehandelt:
Venedig. Barcelona. Wien.
Plötzlich verändert sich die Diskussion und aus dem lockeren Hin und Her wird ein ruhiges, nachdenkliches Gespräch.
Abschied und Tod sind das Thema. Die letzte Lebenszeit der alten und kranken Eltern und deren Begleitung.
"Jetzt sind wir die Ältesten", höre ich eine der Frauen sagen.

Reisen geht, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so scheinen mag, in die Tiefe...





PS. Ich beende meine Stockholmepisoden mit einem Satz von Astrid Lindgren, der irgendwie zu diesem Rückflug passt. 

"Man muss leben, damit man sich mit dem Tod anfreundet... "
Dann leise, fast unhörbar:
"Glaube ich, tra la la."


(Aus einem Gespräch mit Margareta Strömstedt im Fernsehprogramm 'Astrid Anna Emilia', 1987)


Stockholmepisoden (11) Das Schmetterlingshaus!

29.06.2018



Das Rätsel gestern schien sehr einfach gewesen zu sein.
Alle Kommentierenden hatten Antworten parat, 
die mich anerkennend nicken liessen.
Ehrlich, ich selbst hätte es nicht gewusst...

Nun die Auflösung!
Wir waren in Stockholm zu Besuch im tropischen Regenwald:
Im Schmetterlingshaus.
Die ordentlich aufgereihten 'Chrälleli' waren verpuppte Schmetterlinge, 
die auf ihre Entfaltung warteten.
Dieser hier hatte sie bereits hinter sich
und war mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt:



Schmetterling heisst auf Schwedisch 'fjäril'.
Ich wünsche allen ein Wochenende, das 'lätt som en sommarfjäril' ist -
leicht wie ein Sommervogel...