Stockholmepisoden (4) Die Smultronställe

22.06.2018


Es gibt einen Begriff auf Schwedisch, den ich sehr liebe: 
'Smultronställe'!
''Smultron' sind die kleinen, aromatischen Walderdbeeren. Und die Stelle, an denen man sie findet und pflückt, haben die Schweden flugs zur 'Lieblingsstelle' gemacht. Schön, nicht wahr?
Eine meiner Lieblingsstellen in Stockholm ist 'Waldemarsudde' auf der Insel Skeppsholmen mit der Villa des Künstlerprinzen Eugen und einer unglaublich schönen Parkanlage, in der ein 'Denker' von Rodin vor sich hin sinniert...



Und ich blicke einem Segelboot nach, das mit ordentlicher Geschwindigkeit in den Stockholmer Schärengarten hinaussteuert. Im Schlepptau drei kleine Ruderboote. 
Ich wäre bei diesem Segeltörn gern mit dabei gewesen...



PS. Heute Freitag wird in Schweden übrigens 'Midsommar' gefeiert.
PPS. Ein Blogbericht dazu hier!

Stockholmepisoden (3) Der Tanz mit den Möwen

21.06.2018


Zuerst waren wir allein auf Kastellholmen, der kleinen Insel nahe des Stockholmer Zentrums.
Bis plötzlich eine chinesische Reisegruppe den kleinen Pfad hochstieg. Und sich auf den abgerundeten Felsen etwas Faszinierendes abzuspielen begann:



Die Leute breiteten ihre Arme aus und streckten sie, einem Begrüssungsritual ähnlich, gegen den Himmel:




Kreischende Möwen flogen über ihre Köpfe. Das hatte weniger einen  mystischen als einen ganz praktischen Grund: Jemand  aus der Reisegruppe hatte wohl vom Frühstücksbuffet im Hotel Brotstücke eingepackt und begann, diese hochzuwerfen. Und die Vögel spielten in ihrer ganzen Gier und Gefrässigkeit mit. 
Vor unseren Augen entstand ein fröhlicher, ausgelassener, bunter Tanz, dem ich ganz lange noch hätte zuschauen können. Aber irgendwann war der Brotvorrat zu Ende. 
Und der Tanz auch...




PS. So, genau so begann wohl vor 2000 Jahren Tai chi...






Stockholmepisoden (2) Der Sommer

20.06.2018



"Sommaren är kort, de mesta regnar bort", singen die Schweden,
"der Sommer ist kurz, das Meiste von ihm wird fortgeregnet."
Nun, das stimmt zumindest in diesem Jahr überhaupt nicht.
Der Sommer im Norden dauert bereits seit Mitte Mai an.
Schönes Wetter. Viel Sonne.
Und ausser ein paar vereinzelten Tropfen kein Regen, der fällt.
Wiesen und Äcker sind sehr trocken und sehen ausgebleicht aus.
Die Bauern äussern sich  besorgt.
Und auch ich habe mir Gedanken gemacht...





"Hier bauen wir an 
mit Gründünger 
für fruchtbareren 
Boden!"














Stockholmepisoden (1)

19.06.2018



Ich bin wieder zurück.
Vom Stockholmer Sommer mit den langen, hellen Nächten.
Ich brauche noch etwas Zeit, um ganz anzukommen.
So viele Eindrücke: Schönes. Gutes. Fröhliches.
Aber auch nachdenklich Stimmendes.




PS. Der in Schweden sehr bekannte und beliebte Dichter und Komponist Carl Michael Bellmann (1740 - 1795) führte ein leichtsinniges Leben, gab das Geld mit vollen Händen aus, liebte die Frauen und trank gern und viel.

PPS. Er muss jedoch auch eine ganz andere, eine tief melancholische Seite gehabt haben, die er in diesem Lied gezeigt hat:


Träd fram du nattens Gud att solens lågor dämpa,
Bjud stjernan på din sky mot aftonrådnan kämpa,
Gör ljumma böljan kall,
Slut ögats förlåt till, kom lindra kval och krämpa,
Och blodets heta svall.

(...)

Tritt vor, du Gott der Nacht, um die Flammen der Sonne zu dämpfen
Lass den Stern auf deiner Wolke gegen das Abendrot kämpfen
Mach die lauwarme Woge kalt
Schliess das Auge, komm und lindre Qual und Krämpfe
und den heissen Schwall des Blutes.

(...)


Ein grosser Schritt...

11.06.2018



... und dann bin ich weg!
I mitt älskade Stockholm.
In meinem geliebten Stockholm.
Ich wünsche allen eine gute Woche.
Hej så länge!









Unterwegs mit sich

10.06.2018




Plötzlich verzweigt sich der Weg
und jeder kann gehen wohin er will


Werner Lutz, 1930 - 2016
Schweizer (Basler) Lyriker und Maler





PS. Ich wünsche ein gutes Unterwegssein mit sich selbst...






Zwischen zwei Haltestellen (109)

09.06.2018



Gestern.
Ich wartete auf das Tram.
Mein erstaunter Blick fiel auf das 
an der gegenüberliegenden Tramhaltestelle angebrachte Werbeplakat.
Mein spontaner Gedanke war: 
"Was für eine Sekte darf denn hier,
an einer offiziellen städtischen ÖV-Haltestelle,
für sich Werbung machen?"



Der Zoom brachte Klarheit:
Keine Sekte!

JEDER ERLEBT SOLCHE UNGLAUBLICHEN SACHEN


PS. Sondern die Römisch Katholische Kirche Basel lancierte diese Plakataktion... 


Begegnungsraum

07.06.2018



Auf dem Bahnhofsplatz
bleibt oft nur kurz Zeit für eine herzliche Begegnung.
Ein "Hi!" ...




... und dann auch schon das "Bye!"




Ein Frosch ist ein Frosch... ist ein Frosch... ist

06.06.2018


Viel Gescheites kommt mir nicht in den Sinn im Moment.
Und ich mag mich auch nicht anstrengen.
Das Bild, das ich von einem Kartenständer in der Innenstadt gemacht habe,
muss deshalb reichen für heute: Prinzessinnen, die Frösche küssen.
Es wird der Fantasie überlassen, ob und wie sie sich zu Prinzen verwandeln.
Ganz unten noch ein Spruch, der mir nicht den winzigsten Ansatz 
eines Lächelns zu entlocken vermag.

Ich hoffe, es kommen wieder bessere (Blog) Zeiten...

                           ... sehen als denken.

Fischsymbol

02.06.2018



'Ichthys' 
kommt aus dem Griechischen und heisst 'Fisch'.
Dieser soll ein geheimes Erkennungszeichen gewesen sein, 
als die ersten Christen verfolgt wurden.
Man zeichnete einen Bogen in den Sand oder auf den Boden.
Der nächste ergänzte dann mit einem Gegenbogen 
und zeigte sich damit als Gläubiger und als  Nachfolger Christi.
Dieses Wissen habe ich aus dem Internet. 
Und das auch nur, weil mir kürzlich an der 'Serraplastik' auf dem Theaterplatz
dieser eingeritzte Fisch auffiel:



PS. Was das Symbol an diesem Ort bedeuten soll, hat sich mir, auch nach längerem Nachdenken, nicht erschlossen.
PPS. Vielleicht hat jemand eine zündende Idee... 




Dieser kleine, süsse Unterschied!

01.06.2018



Im deutschen Sprachgebrauch kennen wir die Redewendung:
 "Arbeit macht das Leben süss!"

In Italien hingegen sagt man:
"Dolce far niente!"


Museumsaufsicht



PS. Ich persönlich bevorzuge heute eindeutig die italienische Version und wünsche allen hier Lesenden einen Tag mit der genau richtig süssen Mischung... ;)






Tanzliedli zum letzten Tag des Mai!

31.05.2018


Fritz Widmer, 1938 - 2010,
 war ein Schweizer Liedermacher (Berner Troubadur) und Schriftsteller.
Er übersetzte auch Lieder des schwedischen trubadurs Evert Taube 
in seinen Heimatdialekt und sang sie.
Und aus dem schwedischen "Pappa kom hem" entstand  
ein Berndeutsches "Vati chumm hei"...
Dieses Tanzliedli jedoch ist Original Bärndütsch.
Und wird ganz wunderbar wiedergegeben und gesungen
von meinem Lieblingstrio Juliette, Line und Marc:
Oder eben von Musique Simili!




Aus der Vogelperspektive

30.05.2018


Wir leben im Moment
wie von Christo eingehüllt.
Handwerker bewegen sich sicher und flink
auf dem rück- und vorderseitigen Gerüst auf und ab,
transportieren auf den Schultern schwere Gerätschaften.
Es klopft, dröhnt, poltert, hämmert, feilt.
Seit zwei Wochen ist das so.
Und dauert noch seine Zeit.
Der Wunsch, einem Milan gleich,
die Flügel auszubreiten, abzuheben
 und hoch über allem zu kreisen,
ist tief spürbar...






PS. Alles hat ein Ende!
PPS. Dann nämlich, wenn Hinter- und Vorderfassade in frischem Glanz erstrahlen...




Doppelte Wirkung

26.05.2018



"An apple a day keeps the doctor away" -
das englische Sprichwort kennen wohl alle.

Dass der tägliche Apfelverzehr noch einen weiteren Pluspunkt hat,
sah ich kürzlich an einem Infostand auf dem Bauernmarkt im kleinen Dorf:


Mit einem Apfel vom Hochstamm bleiben Sie attraktiv.


PS. Mein Vorsatz ist gefasst!
PPS. Und kommt auf die 'to do' - Liste ;)


Ein Hoch diesem Stoiker!

25.05.2018


Da stand er vor mir.
Der Gartenzwerg mit der roten Zipfelmütze
und sang frohgemut vor sich hin.
Fast glaubte ich, die Lieder zu hören:
"Im Frühtau zu Berge, wir gehn fallera..."
"Auf du junger Wandersmann!"
"Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen."
Er begleitete sich auf seiner kleinen Gitarre.
Nichts und niemand schien ihn dabei zu stören.
Oder abzulenken.
Auch das Beet voller Brennesseln nicht,
in dessen Mitte er stand...



PS. Gartenzwerge sind wahre Vorbilder im Alltag... !

Dieses Adjektiv...

24.05.2018


Soeben las ich in der Statistik, mit welchem Adjektiv jemand in mein Blöggchen gelangt ist:
furzgemuetlich.
Na, wenn das kein Kompliment ist! ;)

Dabei habe ich mir die letzten Tage durchaus Gedanken gemacht und mich etwas verunsichern lassen, als ich in diversen Blogs ellenlange, komplex und kompliziert tönende Datenschutzerklärungen las.
Morgen soll nämlich ein neues Datenschutzgesetz in Kraft treten.
Es kann im Ernst nicht sein, dass (m)ein kleines, bescheidenes, privates Blöggchen, das von drei, vier Handvoll Menschen gelesen wird, plötzlich derart wichtig sein soll! Und ich mich absichern und rechtfertigen muss mit einer Datenschutzerklärung.
Eine solche Angstmacherei macht mich auch ärgerlich.
Ich schreibe weiter.
LWP: "Luege, was passiert!"






PS. In diesem Sinn wünsche ich allen regelmässig oder zufällig hier Lesenden einen schönen Tag!
Hausfrau Hanna Basel



Klänge im Bahnhof

22.05.2018


Auf der Passerelle im Bahnhof steht seit Kurzem ein Klavier.
Daneben eine rote Tafel mit der freundlichen Aufforderung:
"Lassen Sie den Bahnhof mit Musik erklingen!"
Eine schöne Idee, die Anklang findet.
Kinder versuchen sich und klimpern wild die Tasten rauf und runter.
 Erwachsene  verkürzen sich die Wartezeit, bis der Zug fährt.
Ein Jazzpianist begeistert mit seinem Spiel.
Er hat den Rhythmus im Blut und spielt mit Passion und Drive:




Sie ist seine unmittelbare Nachfolgerin.
Sie spielt zwar nicht so virtuos,
verzaubert jedoch mit ihrer Hingabe und den Klängen von  Ludovico Einaudi: 
Nuvole bianche. Weisse Wolken...






Hausfrau Hanna ♥ Tagesgangwetter

21.05.2018


Mein Lieblingsbegriff momentan ist 'Tagesgangwetter'!
Ich kannte das Wort nicht, hatte es noch nie gehört.
In den vergangenen Tagen wurde es jedoch so häufig bei den Wetterprognosen verwendet, dass es mir unterdessen geläufig ist.
'Tagesgangwetter' bedeutet, dass das Wetter sich im Laufe des Tages immer wieder verändert:
Sonne am Morgen. Quellwolken am Nachmittag. Regen am Abend.
Es gibt keine lang andauernde, stabile Lage. Und eindeutige Prognosen sind schwierig.
Ich bin zu einer richtigen 'Tagesgangwetter'-Liebhaberin geworden.
Rhythmus ist Leben...




PS. Nur für den Fall, dass es heute... 
PPS. Den Regenschirm einzupacken ist keine Allerweltssache!
PPPS. Mit dem Mohnbild vom gestrigen 'Tagesgangwetter'-Spaziergang wünsche ich allen ein  frohes Flanieren durch den Pfingstmo(h)ntag :)


Hausfrau Hannas Pfingstgedanken

20.05.2018


"An Pfingsten geht's am ringsten!"
(Schweizerdeutsch für 'am einfachsten')
Dieser eigentümliche Satz stimmt heute nicht mehr.
Ganz im Gegenteil!
Man steht auf der Autobahn stundenlang im Stau. 
Man steht auch in brechend vollen Zügen.
Im Flugzeug hat man zwar seinen Sitzplatz zugesichert,
steht zuvor aber mit seinem Rollkoffer
in einer endlos langen Menschenschlange vor dem Check-in-Schalter.
Ergo.
Ich mache es mir ring
und bleibe zuhause.



Und lasse Goethe das PS. zu Pfingsten sprechen:
"Willst du immer weiter schweifen, sieh das Gute liegt so nah!"





Zwischen Lachen und Spielen...

18.05.2018



Zwischen Lachen und Spielen
werden die Seelen gesund.

Arabisches Sprichwort





PS. Sie spielen Kubb, ein Geschicklichkeitsspiel mit Holzklötzen, das auch 'Schwedenschach' genannt wird...





Kühne Liebe

15.05.2018



Das erste Anzeichen wirklicher Liebe ist bei einem jungen Mann Schüchternheit,
bei einem jungen Mädchen Kühnheit.



Victor Hugo, 1802 - 1885, französischer Schriftsteller
 (Zitat aus dem Internet)



 


PS. Es war die Kühnheit im Hugo-Zitat, die mich ansprach...



Mitten im Leben

14.05.2018


Wieder geht es um Kleider.
Und um das Massnehmen und Nähen für den letzten Anzug.
Tomas Tranströmers Gedicht ruht schon einige Zeit bei den Entwürfen. Es passte nie.
Jetzt passt es.
Und bildet wie eine Brücke in diese Woche mit einer Abschiedsfeier und Beerdigung.


Freske in der Nikolauskapelle des Basler Münsters



Mitten im Leben geschieht’s, dass der Tod kommt
und am Menschen Masse nimmt. Diesen Besuch vergisst man,
und das Leben geht weiter. Doch im stillen wird der
Anzug genäht. 


Tomas Tranströmer, 1931 - 2015 
schwedischer Lyriker und Literaturnobelpreisträger 2011



Kunstgeschichte bildet!

13.05.2018


Am Freitag in der Stadt.
Es hat viele Touristen. Auch auf dem Münsterplatz.
Eine Reisegruppe aus Süddeutschland hört interessiert einem Guide und Kunstexperten zu, der in lebhaftem Schwäbisch über die 'Galluspforte' am seitlichen Münster erzählt:
Diese sei wohl, erfahre ich, das früheste noch erhaltene Kirchenportal im deutschsprachigen Raum und sehr schön.
Dann erklärt er die  Bedeutung der verschiedenen Figurengruppen am Bogen und in den seitlichen Nischen: Die törichten Jungfrauen. Die vier Evangelisten. Die Speisung der Hungrigen. Und ganz zum Schluss noch die Verstorbenen, die sich fürs Jüngste Gericht Kleider anziehen.
"Des find i super", höre ich eine der Frauen sagen, "dass die Totä nicht nackt vor Gott stehe müsse!"







Ohrenschmaus am Mittag

12.05.2018


Die Stadt lebt und tönt
auf eine ganz besondere Weise (!)
in dieser Woche:




Europäische Jugendchöre und ein Chor aus Süfafrika sind seit einigen Tagen zu Gast.
Sie singen auf öffentlichen Plätzen und geben Konzerte in Kirchen.
Gestern war ich in einem der Mittagskonzerte in der Clarakirche -
lauschte gebannt den drei unterschiedlichen Chören:

Einem Jugendchor aus Slowenien.
Der Basler Mädchenkantorei.
Und dem Karolinska Kammarkör aus Örebro:



Ein wahrer Ohrenschmaus war es!
Ett fantastiskt örongodis :)







Hausfrau Hanna ♥ Elchbilder!

11.05.2018


Bloggen birgt Überraschungen!
Wieder kugelten mir fast die Augen aus den Höhlen.
Bekam ich doch von Maggan, einer hier lebenden Schwedin, 
als Resonanz auf den Elchbeitrag zwei Bilder per Mail geschickt.
Ich dürfe die Bilder an alle weitergeben, schrieb sie begleitend dazu.
Als ich zurückmailte, ob s i e die Bilder aufgenommen habe, 
kam umgehend dieseAntwort:
"Visst, Hausfrau Hanna, har jag tagit bilderna själv! Hundra pro!"
"Sicher habe ich die Bilder selbst gemacht! Hundert Prozent!"

Und jetzt der Blick auf den stattlichen, imposanten Elch,
den König der schwedischen Wälder:



PS. Stort och varmt tack för bilderna, kära Maggan! :)


Zum Auffahrtstag!

10.05.2018


Im kleinen Dorf gibt es eine Kirche,
die im 13.Jahrhundert auf einem Hügel erbaut wurde.
Das war üblich in den damaligen Zeiten.
So hatte man nur noch Gott über sich.
Heute ist das anders.
Neue Wohnquartiere sind oberhalb der Kirche entstanden.
Die Aussicht von der Kirchenanlage auf die umliegende Landschaft 
ist atemberaubend schön.




Und in den Rissen der alten Friedhofsmauer wächst Neues.
Neues Grün...

Die Moral in schwedischer Werbung

09.05.2018


Auf dem Flug nach Stockholm im vergangenen Juni ist mir in einer Zeitschrift diese Werbung ins Auge gestochen:

Ekobubbel
med fransk
elegans!


Elegant und charmant tönt das.
Aus der deutschen Übersetzung hingegen ist eine gewisse Schwerfälligkeit herauszuhören:


Biochampagner 
mit französischer 
Eleganz!


Und dann dämpft auch noch ein einziger kurzer Satz (der zudem noch wie eine Traueranzeige schwarz umrandet ist) die ganze Vorfreude auf das eine oder andere Gläschen Bubbel:

Alkohol kann 
deiner Gesundheit 
schaden



Schwedische Champagnerwerbung in einer Zeitschrift




PS. Dennoch.
PPS. Mit einem herzlichen 'Prost!' oder 'Skål' wünsche ich allerseits einen schönen Vorauffahrtstag mit dem genau richtigen Mass! ;)

Hausfrau Hanna ♥ Elche!

07.05.2018


Vorhin kugelten mir, beim Lesen im Blog von Quersatzein, fast die Augen aus den Höhlen:
Da stand nämlich ein Gedicht!
Ein Elchgedicht!
Geschrieben für eine bloggende Hausfrau aus Basel, die Schweden liebt!
Und Elche!



PS. Da es (noch) keinen knuffeligen Plüschelch in Hausfrau Hannas Haushalt gibt, musste ein Stück Elchstoff aus der IKEA aushelfen... (s. Bild) ;)

PPS. Und jetzt noch das Gedicht, das Hausfrau Hannas Herz zum Hüpfen bringt:


Es gibt auch Elche, welche
ganz ohne Land und Krone
auf einem Fenstervorsprung hocken
und von da oben locken.
In Schweden kennt man jeden
dieser schweren Brocken,
doch diesen himmelblauen Wicht,
den kennt selbst Hausfrau Hanna nicht.
Mit andern Märchentieren
erfreut er beim Flanieren
und erinnert uns und jeden
an Schweden.



Brigitte Fuchs




Ein Hund namens Klösschen

06.05.2018


In Italien gibt es ein Gericht, das man meistens als Vorspeise isst:
Gnocchi!
Gnocchi sind kleine Klösschen aus gekochten Kartoffeln. Mir persönlich schmecken sie am besten, wenn sie mit etwas flüssiger Butter und einem darin schwimmenden Salbeiblatt übergossen werden.


Gestern auf dem Lande lernte ich unsern neuen Nachbarn kennen:

"Eccoci, Gnocchi!"




PS. Der Kleine stammt übrigens aus Kalabrien.
PPS. Und so passt der Name einfach perfekt... ;)



Zwischen zwei Haltestellen (108)

04.05.2018


Wieder sitze ich in einem dieser Trams mit den neuen Sitzen aus abgerundetem Holz.
Wieder sitze ich auf einem dieser leicht erhöhten Einzelsitze.
Wieder ist der Platz mir gegenüber leer.
Wieder steigt bei einer Haltestelle eine Frau ein.
Nur etwas ist dieses Mal anders.
Die Frau lächelt mich an und sagt freundlich "Entschuldigung!"
Dann setzt sie sich hin.

Diese Szene habe ich nicht etwa erfunden.
Sie geschah genauso. Gestern Mittag im 8er-Tram. Bei der Haltestelle Bankverein.



Zwischen zwei Haltestellen (107)

03.05.2018

Gestern.
Ich steige auf dem Bahnhofsplatz ins Tram ein und setze mich ganz vorne hin. Die Einkaufstasche stelle ich auf die freie Stelle vor meine Füsse.
Eine gross gewachsene, schlanke Frau, etwas über vierzig, will sich offensichtlich auch keinen langen Weg durchs Tram zumuten und sich weiter hinten einen freien Sitzplatz suchen.
Ohne ein Wort zu sagen, zwängt sie sich auf den Sitz mir gegenüber und drapiert ihre endlos langen Beine schräg hin.
Um der Frau mehr Platz einzuräumen, nehme ich, ebenfalls wortlos, meine schwere Tasche vom Boden hoch und platziere sie auf meinen Beinen.
Die Frau mit dem blonden Haarknoten schenkt mir keine Beachtung, sie hat bereits ihr Smartphone hervorgeholt und ist aktiv.
Nach zwei Haltestellen erhebe ich mich.
Die Frau rührt sich nicht, sie scheint mich nicht zu sehen. Ihre langen Beine bleiben in der genau gleichen und so elegant wirkenden Seitposition ausgestreckt.
Ich muss ihnen deshalb etwas ausweichen und stolpere.
Die Frau merkt nichts und sagt nichts.

Es gibt Situationen, in denen es schwierig ist, die Balance zu halten.
Und die Fassung zu bewahren...


Willkommen Mai!

01.05.2018


Nach den langen, dunkeln Wintermonaten
wird in Schweden der Frühling noch sehnsüchtiger erwartet als hier.
Und da es die Schweden lieben, bei jeder Gelegenheit zu singen,
wird der Frühling draussen in der Natur mit diesem Lied begrüsst:

"Willkommen, du schöner Mai, tausend Vögel singen!"
"Sköna maj välkommen, tusen fåglar sjunger!"





Sköna maj välkommen
till vår bygd igen
Sköna maj välkommen
våra lekars vän
Känslans gudaflamma
väcktes vid din ljusning.

(...)

Text: Johan Ludvig Runeberg
Musik: Lars Magnus Béen




In voller Blust

30.04.2018


Das angrenzende Baselbiet ist bekannt für seine vielen Kirschbäume.
Früher gab es ein ganz besonderes Vergnügen: Leute, im Alter meiner Grosseltern, machten Blustfahrten über Land.
Da die meisten kein eigenes Auto besassen, stiegen sie am Sonntag in einen speziellen Reisecar, liessen sich von einem Chauffeur durchs Kirschenland fahren und bewunderten von ihrer erhöhten Sitzposition aus die helle Blütenpracht der Kirschbäume.
In der Fahrt inbegriffen war jeweils auch ein Zwischenhalt in einer Landbeiz, in der etwas Gutes, Deftiges gegessen werden konnte.
Das war damals.
Heute werden, wie mir eine Bekannte letzte Woche begeistert erzählte, immer noch Blustfahrten über Land gemacht.
Im eigenen Auto...



PS. Ich selbst war an diesem Wochenende auch unterwegs.
PPS. Allerdings zu Fuss...


Blickfang!

29.04.2018


Immer wieder eine Linie ziehen
um darauf zu tanzen


Werner Lutz, 1930 - 2016,  Basler Lyriker und Maler





Heute, am 29.April,  ist der internationale Tag des Tanzes!


Bronzeskulptur 'Loie Fuller' von Georg Baselitz


PS. Sie hat im frühlingserwachten Park des Beyelermuseums mit der Tänzerin in Bronze getanzt.
PPS. Und für mich :)





Hausfrau Hanna ♥ Bücher und Karten!

27.04.2018


Bekanntlich habe ich zwei Süchte, von denen ich nicht loskomme.
Obwohl ich es mir immer wieder vornehme:
Ich bin süchtig nach Karten.
Und nach Büchern.
Neben meinem Bett sieht es aktuell so aus:




PS. Die Karte mit den noch grösseren Bücherstapeln, die auf Arno Camenischs hellgrauem Buch 'Der letzte Schnee' steht, ist jedoch nicht von mir.

PPS: Die habe ich gestern im Briefkasten vorgefunden.

PPPS. Und mich von Herzen über diese Überraschungspost gefreut :))

Frühlingssprache!

26.04.2018


Der Frühling hat eine eigene Sprache:

Blüten brechen hervor.
Grün schiesst aus dem Boden. 
Kirsch- und Apfelbäume schlagen aus!
Und Gartenbesitzer und Hobbygärtnerinnen sprengen den Rasen!




PS. Was durchaus verständlich ist: Es ist sehr trocken im Moment
PPS. Der Regen lässt auf sich warten... 


Ein Moment des Innehaltens

24.04.2018



Gespraytes Frauenbild an einer Wand 

Im vergangenen Oktober feierten wir das 25-jährige Jubiläum unserer Ausbildungsschule in Zürich.
Es war ein richtig schöner Tag mit vielen Begegnungen, Essen und einem längeren Spaziergang durch den herbstlichen Wald. 
Beim Gehen entstanden wie selbstverständlich Gespräche mit Frauen, die mit mir die mehrjährige Ausbildung abgeschlossen hatten.
Eine der Frauen, die etwas jünger war als ich, sagte plötzlich: 
„Ein solches Jubiläum zu feiern ist für mich auch ein 'Momentum mori', eine Bestätigung, dass das Leben vorangeht und endlich ist.“
Leicht irritiert blieb ich kurz stehen und liess die Worte wirken.
Dann verstand ich sie...






Sommer im April...

23.04.2018


Frühling ist eine schöne Jahreszeit.
Die vergangenen Tage war es jedoch unüblich heiss:
Hochsommer im April!
(Mich persönlich beschäftigt das -
und ich mache mir Gedanken deswegen).
Andern wiederum behagt der frühe Sommereinfall.
Als ich am Freitagnachmittag etwas ausgepumpt nach Hause kam,
meinte eine Nachbarin in allem Ernst:
"Nächste Woche kommt schon wieder das Schlechtwetter!"




PS. Mit 'Schlechtwetter' war übrigens Regen gemeint.

PPS. Ich verkniff mir eine Antwort und ging weiter...




Was Klänge sagen

20.04.2018


Den schwedischen Lyriker Tomas Tranströmer (1931 - 2015), der 2011 den Literaturnobelpreis bekam, kannte wohl ausserhalb von Schweden niemand.
Ich kaufte mir damals zwei Gedichtbände.
Las seine Gedichte auf Schwedisch. 
Einige blieben mir ein Rätsel.
Auch in der deutschen Übersetzung.





PS. Auch nach seinem Schlaganfall spielte Tomas Tranströmer Klavier. Mit der linken Hand. 
Klänge, Stimme, Worte und die Sicht aus dem Fenster seiner Wohnung über die Ostsee berühren mich tief. Heimweh...



Allegro

Jag spelar Haydn efter en svart dag
och känner en enkel värme i händerna.

Tangenterna vill. Milda hammare slår.
Klangen är grön, livlig och stilla.

Klangen säger att friheten finns
och att någon inte ger kejsaren skatt.

Jag kör ner händerna i mina haydnfickor
och härmar en som ser lugnt på världen.

Jag hissar haydnflaggan – det betyder:
»Vi ger oss inte. Men vill fred.«

Musiken är ett glashus på sluttningen
där stenarna flyger, stenarna rullar.

Och stenarna rullar tvärs igenom
men varje ruta förblir hel.

Ur ‚Den halvfärdiga himlen‘, Bonniers 1962



Dieser Frühlingshut!

19.04.2018



"Spegel, spegel på väggen där,
säg mig vem som skönast i landet är."


PS. Ohne den leisesten Hauch eines Zweifels: Die Lächelnde mit dem Blumenhut ist die Schönste!

PPS. Und wer den schwedischen Satz errät, bekommt von mir eine 'kram' zugeschickt.

PPPS. Eine grosse ;)







Vor der Linse (10)

17.04.2018



In der Basler Innenstadt, in der Freien Strasse, stehen seit ungefähr zwei Jahren überall Bänke für die Passanten. Diese Sitzmöglichkeiten werden rege benützt.
Wer sich vom Shoppen ausruhen will, setzt sich für ein paar Momente hin. 
Isst ein Sandwich. 
Trinkt etwas. 
Liest in einer Zeitung.
Schreibt eine Nachricht.
Hält inne.
Tankt auf. 
Und geht dann frisch gestärkt weiter. 


PS. Basel ist nicht nur eine Erlebnisstadt, Basel ist auch eine Stadt mit einer sehr fürsorglichen Seite... ;)

Vor der Linse (9)

16.04.2018


Ein riesiges Wohnmobil mit deutschem Nummernschild stand auf der Kleinbasler Seite des Rheins. An der Einstiegstüre hatten die Besitzer Kleber angebracht mit Kamelen oder Dromedaren. Und Flaggen der Länder, die sie bereist hatten.
Ich begann mit der Zuordnung: Welche Flagge gehört zu welchem Land!
Das Schweizerkreuz, das in der Mitte der obersten Reihe prangte, war natürlich auf Anhieb klar.
In Grossbritannien war ich bereits mehrere Male. In Italien und Frankreich auch.
Bei der griechischen Fahne war ich mir ebenfalls sicher.
Dann jedoch war ich mit meinem 'Fahnen-Latein' auch schon am Ende...




PS. Und e i n Land suchte ich vergebens... ;)

Ergänzung zum Blogbeitrag:
Danke, Petra, für deine Länderzuordnungen im Kommentar! 
Ich schalte diese hier auf, weil das erhellend ist und bestimmt nicht nur mir beim Erkennen hilft:

In der 1. Reihe hinter der Schweiz folgen Spanien, Marokko, Ungarn, Slowenien, Italien
2. Reihe: Slowakei, Tschechien, Polen, Ukraine, Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Griechenland, Albanien, Liechtenstein
3. Reihe: Österreich, Mauretanien, Senegal, Sambia, Litauen, Lettland, Serbien, Kroatien


Vor der Linse (8)

15.04.2018


Die Frau mit dem blonden Haarknoten
ging auf eine junge Frau zu, die auf den Rheinstufen sass und sprach sie an. 
Dann drückte sie ihr das Smartphone in die Hand
und nahm ihren Platz in der Mitte ein.
Für ein Erinnerungsbild.
Waren es ihre Eltern, die zu Besuch in Basel waren?
Am Rhein geschieht Begegnung.
Und es spielen sich Geschichten ab...




PS. Ich wünsche allen einen schönen SONNtag, an dem auch der eine oder andere kleine Schwatz Platz hat!



Vor der Linse (7)

14.04.2018


In diesem alten, standartmässig ziemlich einfachen Haus 
haben bis vor noch nicht allzu langer Zeit  Menschen gewohnt.
Jetzt wird das Haus abgerissen.
An seiner Stelle wird wohl ein Wohnblock entstehen.




PS. Der mehr Rendite abwirft...