20.01.2020

Worte für mich!


Eva Strittmatter starb im Januar 2011.
Ich erinnere mich, dass das meiner Tageszeitung damals 
bloss eine winzigkleine Notiz am unteren Zeitungsrand wert war.
Eva Strittmatter, die Schriftstellerin und Lyrikerin aus der ehemaligen DDR, 
war mir lange ebenfalls eine Unbekannte,.
Bis ich dank eines deutschschwedischen Blogs auf sie aufmerksam wurde.
Und auf ihre Gedichtbände mit so wunderschönen Namen wie: 
'Mondschnee liegt auf den Wiesen'.
'Ich mach ein Lied aus Stille' oder
 'Wildbirnenbaum'.




PS. Bei einem ihrer Gedichte verweilte ich lange - es schien mir, als ob es für mich persönlich geschrieben worden wäre:


Herrgott, ich danke Dir, dass ich nicht stumm bin,
Dass mir die Sprache leben hilft.
Ohne die Worte, die es klären,
Wäre mein Leben schon verschilft.

Eva Strittmatter, 1930 - 2011, deutsche Schriftstellerin und Lyrikerin
 aus 'Wildbirnenbaum', Gedichte 2009


18.01.2020

Shabby chic!


Bekanntlich braucht man zum Denken einen Stuhl,
auf dem man sitzt.

Ödön von Horváth


Der alte Holzstuhl stand auf dem Trottoir (Gehsteig).
Irgend jemand hatte ihn ausrangiert und abgestellt.
 Er hatte wohl seinen Zweck erfüllt oder 
 war fürs Auge nicht mehr Dekor genug...
Ich hoffte, jemand sah und erkannte seine Schönheit.
Und nahm ihn mit.



17.01.2020

Abendrezept

Wenn uns die Lichter ausgehen,
gehen uns vielleicht die Sterne auf.

Walter Ludin, 1945
Schweizer Journalist und Redakteur



PS. Wildgans' heutiger Blogpost 'Tagesrezept' gab den Anstoss für diese Abendstimmung am Rhein :)



16.01.2020

Wintermild


Letzte Woche in Engelberg.
Schnee lag nur weit oben.
Einige junge Touristen aus China sowie wenige Tagestouristen,
die zu Fuss unterwegs waren.


Manchmal das Dröhnen eines Militärjets,
das die Stille der Bergwelt unterbrach.
Und ein paar Gleitschirmflieger,
die aus dem Blau des Himmels ins Grün des Tales hinunterschwebten...


PS. Im August 2016 sah das völlig anders aus.
PPS. Hier der Beitrag von damals!

14.01.2020

Glaskunst


Eine halbe Stunde dauert die Fahrt mit der Bahn 
vom Klosterdorf Engelberg ins Glashüttendorf Hergiswil.


Die Glasi Hergiswil ist die einzige Glashütte der Schweiz,
in der noch Glas von Mund geblasen und von Hand verarbeitet wird.
 Die Hitze im Fabrikationsraum erschlägt uns beinahe.
Dennoch. 
Wir bleiben lange oben auf der Tribüne, 
schauen und staunen.
Meine Bewunderung für die Glasmacher aus Portugal, 
Italien, Spanien und der Schweiz,
die in zwei Schichten arbeiten, ist grenzenlos.
Und ich weiss, dass ich ab sofort die Gegenstände aus Hergiswiler Glas,
(Vasen, Teller, Kerzenleuchten)
die wir in unserem Haushalt haben, anders wahrnehmen werde...


Ganz zum Schluss, als wir am Weggehen sind,
stehen am Seeufer Sternsingerkinder -
singend und für ein Friedensprojekt sammelnd...

PS. Informationen zur Glasi Hergiswil: Hier!

13.01.2020

Wenig Schnee hat viele Konsequenzen...


Schnee war Mangelware letzte Woche.


 Auf der Sonnenseite von Engelberg waren alle Skipisten gesperrt.


Der Rettungsring an einer Alphütte gab einige Rätsel auf...  


Ein paar Meter weiter war dann plötzlich alles klar:
Er wurde zum unentbehrlichen, sichernden Utensil
beim Erklimmen der öffentlichen Toilette unterwegs am Pistenrand...

PS. Fast ein Höhenmeter musste überwunden werden.
PPS. Vom schneebedeckten Boden bis zum Eingang der Toilette.
PPPS. Ich wäre überfordert gewesen ;)



12.01.2020

Klosterführung


Nach dem Stoss
das Zarte der Berührung.
Nur Berührte leben.

Eugen Bollin, 1939, Benediktinerpater im Kloster Engelberg
aus 'Reifung', Texte und Zeichnungen 2002




In Engelberg, 
dem Innerschweizer Bergdorf, gibt es ein Benediktinerkloster.
(Es feiert übrigens 2020 sein 900-jähriges Bestehen)
Die Klosteranlage ist sehr gross und beeindruckend.
Nun wollten Hausmann Hanna und ich,
die wir beide reformiert aufgewachsen waren,
das Kloster und seine Räume von innen, bei einer Führung, kennenlernen.
Pünktlich um 16.00 Uhr warteten wir bei der Klosterpforte.
Ausser uns wartete niemand. 
Die Führung mit Bruder T. fand dennoch statt.
Nach der Begrüssung fragte er uns, ob wir aus dem Basler Landkanton kämen.
Etwas verblüfft nickten wir.
Er sei ebenfalls dort aufgewachsen.
Wo er denn gelebt habe, fragte ich ihn.
Er nannte ein Dorf, das mir ein ziemlich lautes 
"Was? Genau dort gab ich einmal Schule!" entlockte.
Nun gab ein Wort das andere. 
Wir gingen zusammen zurück in die Zeit Ende der Siebzigerjahre.
Er nannte den Namen seiner Unterstufenlehrerin.
Sie war meine Kollegin.
Und plötzlich erinnerte ich mich wieder.
Sah den blonden, schüchternen Jungen.
Damals...



PS. Die anschliessende Führung mit Bruder T. war ein tiefes Erlebnis.
PPS. Mehr Informationen zum Kloster Engelberg: Hier!


11.01.2020

Die Bergzeit ist vorbei


Ich bin wieder zurück in der Stadt.  
Himmlisch schön waren die Tage in den Bergen.
Der Ort ist übrigens ganz leicht zu erraten:
  Einfach die Motive der beiden Bilder zusammenfügen.
Und schon wisst ihr, wo ich die vergangenen Tage verbracht habe ;)