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20 Mai 2010

DAGENS NYHETER...


... heisst die Zeitung, die mir Elisabeth als Abonnement fuer die Dauer meines Aufenthalts hier geschenkt hat.
Jeden Morgen (oder besser mitten in der Nacht, so es denn Nacht wuerde...) werde ich um 3.00 durch ein Klappern und Scheppern geweckt.
Es ist die Zeitungsverträgerin, die die Zeitung durch den Postschlitz in meiner Eingangstuere wirft.
Die Zeitung plumpst dann direkt in den kleinen Gang.
Und ich könnte sie beinahe vom Bett aus aufheben ;-)
So kann ich also jeden Tag beim Fruehstueck die ´Tagesneuigkeiten oder -nachrichten´ lesen.
Heute zum Beispiel finde ich diese kleine, nette Nachricht:
Felix, 16 J. und Max, 18 J. sind ganz sicher, dass sie am Samstag, 19. Juni, Dienst haben  werden.
Es sind nämlich zwei der Pferde, die an mehreren 100´000 Menschen vorbei die Hochzeitskutsche mit der Kronprinzessin und dem frisch geadelten Prinzen Daniel ziehen werden.

17 Mai 2010

Dass Elche...


... verwandt sind mit den Kuehen, wusste ich bis jetzt nicht.
Aber genauso steht es angeschrieben beim Elchgehege im Tierpark ´Skansen´.
Es ist ein richtig schwedischer Sommertag.
Der Himmel wolkenlos und von einem strahlenden Blau.
Das Licht so sanft und weich, wie es wohl nur im Norden möglich ist.
Alle Stockholmer sind unterwegs in die Natur.
Ich mitten drin in den Massen von Menschen...
Und dann stehe ich vor dem Elchgehege und schaue auf die beiden 1-Tag alten Elchkälbchen.
Sie liegen dicht bei der Mutter und gucken bereits ganz munter in die Welt.
Jööö! Elche sind meine absoluten Lieblinge.
Und so knipse ich wild drauflos.
Leider kann ich hier keines der Bilder aufschalten.
Aber das schwedisch plappernde und stotternde Bambi ist eine wuerdige Vertretung und entzueckt genauso. Auch wenn es bei Felix Salten ein Hirschlein ist.
Und bei Disney ein Rehlein...


 



Auf seine Seele warten...


Patricia Tudor-Sandahl, die englisch-schwedische Psychologin, Psychotherapeutin und Schriftstellerin ist mir ein Begriff, da ich einige ihrer Buecher in unserer Stadtbibliothek ausgeliehen habe.
Ich mag ihre bescheidene Art und ihre Sicht auf das Leben in seiner ganzen Vielfalt, mit allen Schwierigkeiten und Schönheiten.
Als ich am Freitag, immer noch leicht verwirrt vom ´Natelmalör´, heimatlos durch die ´Drottninggatan´ stolpere, entdecke ich eine Buchhandlung.
Beim Stöbern in den Regalen fallen mir Tudor-Sandahls Buecher in die Hände.
Zufälle gibt es ja bekanntlich nicht...
Und so verlasse ich den Laden mit dem Taschenbuch ´Eftertankar´ (Ueberlegungen), das mich nun begleitet im schwedischen Alltag.
Und mir hilft, auf meine Seele - dieses langsame, zeitbrauchende ´Organ´zu warten...







Aus ´Eftertankar´ (Ueberlegungen)
von Patricia Tudor-Sandahl:

uebersetzt von Hausfrau Hanna

"Ich hatte versprochen, einen Artikel zu schreiben.
Wie gewöhnlich eilte es. Der Abgabetermin kam immer näher, ohne dass mir etwas einfiel.
Doch ich hatte keine Wahl. Ich war gezwungen zu schreiben.
Es gelang mir, zwei Tage nacheinander frei zu nehmen, und so fuhr ich aufs Land.
Nun konnte es schnell vorangehen!
Der erste Tag verging vor allem mit Schlafen. Und da bemerkte ich, wie muede ich eigentlich war.
Am Abend vor dem Computer war der Kopf einfach nur leer.
Ich tat das einzig Richtige und ging ins Bett.
Morgen wuerde es besser werden!
Aber es wurde nicht besser, und nach einem krampfhaften Versuch zu schreiben, gab ich auf und ging hinaus und rechte das Laub zusammen.
Genau in dem Moment lösten sich die Gedanken auf.
Am Nachmittag schrieb ich mehrere Stunden.
So kann es gehen, wenn man aufhört sich anzustrengen - loslässt und auf seine Seele wartet."

14 Mai 2010

Schrecken....

Heute Morgen schrieb ich eine SMS an Katino, meinen Freund, der an einer grossen kirchlichen Veranstaltung irgendwo in Deutschland ist.
Ich checke noch mein Guthaben auf dem Natel.
Dann leuchtet plötzlich eine Kaffeewerbung auf. Und dann herrscht Stille und Dunkelheit auf meinem kleinen Natelbildschirm. Das Natel funktioniert nicht mehr.
Und ich ein absoluter Technikdödel. Die Familie, die mir schon so manches Mal unterstuetzend zur Seite gestanden ist, ist fort in Skånen. Und das bis am Sonntagabend...
Ich fuehle mich sehr verloren und wie abgeschnitten von der Welt.
Dann sage ich jedoch zu mir:
"Hausfrau Hanna, das schaffst du doch! Jetzt ueberleg mal logisch! Wo kann man dir am besten helfen?"
Dann sitze ich auch schon in ´der tunnelban´ nach Stockholm.
Beim Kramen im Rucksack merke ich, dass ich das Natel in der Wohnung vergessen habe.
Also nehme ich die nächste ´ban´zurueck...
In der Nähe des Hauptbahnhofs finde ich dann einen ´phoneshop´. Ein netter junger Mann klopft ein Diskettchen aus meinem Natel, erklärt mir etwas (was ich nicht verstehe) und steckt dann das Diskettchen wieder hinein.
Und oh Wunder, das Natel funktioniert wieder.
Dankbar stammle ich ein: "Tack så mycket! You saved my life!"
Als ich ein paar Minuten später eine Altstadtgasse hinunterschlendere, ertönen die Glocken der Deutschen Kirche.
Und sie spielen tatsächlich: "Grosser Gott, wir loben dich"...

PS. Ich habe von Herzen mit eingestimmt... :)

Wo ist die Schweiz?


Gull-Britt verteilt uns ein A4-Blatt mit einer langen Liste an Ländern und den Sprachen, die man dort spricht.
Die Liste soll fuer uns eine Hilfe sein bei der Vorstellungsrunde. Auf Schwedisch natuerlich.
Die erste Teilnehmerin beginnt:
"Jag heter Ling fan. Jag kommer från Kina och talar kinesisk."
"Ich heisse Ling fan. Ich komme aus China und spreche chinesisch."
Dann geht es weiter: "Jag heter Valeria. Jag kommer från Italien och talar italienska."
"Ich heisse Valeria. Ich komme aus Italien und spreche italienisch.
So geht das immer schön der Reihe nach.
Dann bin ich dran.
Mein Zeigefinger rutscht nach unten auf der Liste.
Irgendwo zwischen Ryssland und Slowenien muesste sich eigentlich die Schweiz befinden.
Aber da ist sie nicht.
"Gull-Britt", sage ich, "Schweiz existerar inte!" "Gull-Britt, die Schweiz existiert nicht!"
"Jaså!", sagt Gull-Britt, "men du existerar!" "Aha! Aber d u existierst"!