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13 April 2012

Geschlossene Stadt


Gestern war ich als geladener Gast auf dem Novartis-Campus.
Ein beeindruckender Besuch.
Bauwerke entworfen von den berühmtesten Architekten.
Kunst aus Stein und Metall, die aussah wie zufällig hingetragen.
Oder die im Geäst von Bäumen hing 
in Form von Vogelnestern mit eingebauten Lautsprechern.
Verschiedene Restaurants. 
Eine COOP-Filiale.
Ein lieblich angelegter Birkenwald mit locker hingestellten Tischen und Stühlen 
für eine entspannte Pause von der Arbeit.
Und im Zentrum dann das grosse, quadratische Betonbecken 
mit diesen wahnsinnig teuren, japanischen Koikarpfen, 
die Herr Vasella eigenhändig ausgesucht haben soll. 
So zumindest das Gerücht...





PS. Ich hätte hier gern ein paar Bilder aufgeschaltet.
PPS. Leider war das Fotografieren nicht erlaubt.
PPPS. In dieser geschlossenen kleinen Stadt am Rande der grossen Stadt am Rhein.

12 April 2012

Wahre Worte

Gestern auf einem T-Shirt gelesen:

"Du musst dein Ändern leben."

PS. Ja! Morgen beginne ich damit...


11 April 2012

Ort der Ruhe

Es war vor vielen vielen Jahren.
Ich hatte mit den lebhaften Siebenjährigen abgemacht am Nachmittag bei der Dorfkirche.
Ein geeigneter Treffpunkt für die anschliessende Wanderung durch den Wald zum Talweiher.
Als ich ankam, traf mich beinahe der Schlag. Die Kinder warteten nicht etwa brav, wie ich es selbstverständlich angenommen hatte, auf dem Platz vor der Kirche.
Sie rannten auf dem Friedhof umher, umrundeten die Grabsteine, quietschten und schrien vor Lebenslust.
Ich pfiff die Kinder zu mir.
"Ja, geht es noch! Ein Friedhof ist doch kein Spielplatz, sondern ein Ort der Ruhe."
Da sagte Alexandra etwas, was ich nie mehr vergessen habe:
"Aber die Toten können uns doch nicht hören."



PS. Und  irgendwie passt Herr Goethe auch noch dazu:

Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
Hier ist des Volkes wahrer Himmel,
Zufrieden jauchzet gross und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein! 

Johann Wolfgang von Goethe, Faust I





10 April 2012

Zwischen zwei Haltestellen (23)

Karfreitagmorgen. Im Regiozug hinaus aufs Land.
Es ist ruhig im Abteil.
Und so überlasse ich mich während der halbstündigen Zugfahrt dem dünnen Buch.
Ich lese langsam. Satz für Satz. Schmelze dahin vor Leseglück.
Es gibt Bücher, da möchte ich die Zeit anhalten und zum Stehenbleiben auffordern...
Philippe Claudel 'Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung'


09 April 2012

Bescheidene Blümchen...


Viele klönen über das kalte, trübe Wetter, das einen Strich durch die meisten im Aussen stattfindenden Osterpläne macht.
Ich gehöre nicht dazu.
Im Gegenteil.
Ich bin so heiter gestimmt und ausgeglichen, wie ich es bei schönem Wetter nicht wäre.
Weil ich da ununterbrochen den Drang verspürte, etwas zu unternehmen und auf die Walz zu gehen...
Und jetzt höre ich Musik. Schreibe. Lese.
Zum Beispiel diese rührende Geschichte nach Hans Christian Andersen, die mir Lisette schickte:

"Mitten in dem schönsten grünen Grase wuchsen kleine Gänseblümchen.
Die Sonne beschien sie ebenso warm und schön
wie die grossen, schönen Prachtblumen drinnen im Garten.
Sie dachten gar nicht daran, dass kein Mensch sie dort im Grase sehe,
und dass sie arme, einfache Blumen seien,
nein, sie waren vergnügt.
Sie wendeten sich der warmen Sonne entgegen,
sahen zu ihr auf und horchten auf die Lerche, die in der Luft sang."

nach Hans Christian Andersen




PS. Hans Christian Andersens Originalgeschichte vom Gänseblümchen hier.