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05 Dezember 2009

2. Advent!


Ich wünsche einen schönen 2. Advent - dass auch die zweite Kerze ganz hell brennt!


PS. Mit bemehlten Händen und Teigresten zwischen den Zähnen verbleibt und grüsst bis am Montag
Hausfrau Hanna

04 Dezember 2009

Geburtstagspost


Karten und Briefe zum Geburtstag schreibe ich immer von Hand.
Anfangs November hatte E. Geburtstag. Ich sass an meinem Tisch. Vor mir eine Karte mit einem herbstlichen Motiv. Die Aussicht in den Garten mit den leuchtenden Farben inspirierte mich beim Schreiben. Und die Dichterin ging mit mir durch: Schnell und schwungvoll flossen die drei Adjektive 'golden gelb rot' aufs Papier, ohne Abstand dazwischen.
Ein paar Tage später klingelte diese E-Mail herein:

"Liebe Hausfrau Hanna,
deine schöne Geburtstagskarte hat mich sehr gefreut!
Und gleichzeitig hat sie für einen Lach- und Heiterkeitsanfall gesorgt. Du hast wunderschön die Herbstfarben beschrieben. Und wir beide haben die längste Zeit gerätselt, was das wohl heissen möge: Gold - engel - brot! Da wir Wortspiele heiss lieben, werde ich mir dieses wunderbare Wort merken. Denn, wo gibt es schon Goldengelbrot...!"





03 Dezember 2009

Zwischen zwei Haltestellen (4)

Der Regiozug um halb zwei Uhr nachmittags ist brechend voll.
Der Sitzplatz mir gegenüber wäre eigentlich frei, wenn er nicht belegt wäre mit einer Lederjacke und einer Mappe. Deren Besitzer hat die Augen geschlossen. Feierabend.
Kurz vor Abfahrt kommt ein ca. 16-jähriger, schwarzgekleideter Junge durch den Gang und bleibt bei unserem Abteil stehen. Der Hosenspickel hängt ihm fast bis zu den Knien hinunter. Unter der geöffneten schwarzen Jacke trägt er ein T-Shirt mit einem grinsenden Totenkopf. Die Baseballmütze sitzt schräg auf dem Kopf, darunter hat er ein Augenbrauenpiercing. Vier von fünf Fingern sind geschmückt mit Ringen.
Und dann geschieht etwas, womit ich nicht gerechnet habe.
"Ist hier noch frei?", fragt der Junge leise und höflich. Der dösende Mann bewegt sich, nimmt Jacke und Mappe zu sich auf den Schoss, und der Junge setzt sich auf den freigewordenen Platz.
"Danke!", sagt er.

02 Dezember 2009

Klappe halten - die Auflösung

Die Geistlichkeit durfte früher in speziellen Stühlen Platz nehmen in der Kirche:
Im Chorgestühl.
Der nach unten geklappte Sitz wurde von den Müden und Ermatteten zusätzlich auch schon einmal genutzt für ein Nickerchen und eine Ruhepause. Da konnte es vorkommen, dass beim abrupten Aufstehen der Sitz mit einem ohrenbetäubenden Knall hochschnellte und alle erschreckte. Also bedeutete 'Klappe halten' nichts Anderes als:
Die Sitzklappe mit der Hand halten, damit kein Kracher die sakrale Ruhe störte.
Die gewöhnlichen Leute allerdings mussten stehen oder knien, was das Einnicken doch erheblich erschwert hatte...


PS. Hier spielt Christina Pluhar in einem besonders schönen Chorgestühl eine Toccata. Klappe hinunter. Platz nehmen. Zuhören. Oder die Saiten des Instruments zählen...







01 Dezember 2009

Klappe halten!


Zufällig geriet ich in eine Touristengruppe, die an einer Führung im Münster teilnahm.
Ich lauschte am Rande mit, weil die Kunsthistorikerin ihre Führung sehr lebhaft, spannend und didaktisch perfekt gestaltete.  Immer wieder bezog sie auch die Gruppe mit ein, so stellte sie beispielsweise diese Frage:
"Wissen Sie, woher der Ausdruck 'Halt die Klappe!' kommt?"



PS. Ich hatte keine Zeit zum Überlegen. Aus der Gruppe kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen.  Sie erheiterte und überzeugte mich.
PPS. Für heute halte ich die Klappe. Was mir zwar schwer fällt, aber bestimmt nicht schadet.
PPPS. Also dann: Bis Morgen!