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07 April 2015

Gedanken zur Fülle



Anne Morrow Lindhbergs  'Muscheln in meiner Hand ' habe ich vor vielen Jahren gelesen.
Das schmale Bändchen findet sich immer noch im Büchergestell.
Soeben habe ich auf dem Kalenderblatt einen ihrer Gedanken gelesen:


"Am Morgen eine Schale Blumen aufzustellen
kann uns an einem überfüllten Tag ein Gefühl der Stille geben - 
wie ein Gedicht zu schreiben
oder ein Gebet zu sprechen."   Anne Morrow Lindbergh 




PS. Was ist das Gegenteil eines 'überfüllten Tages'?
Was bedeutet 'reich erfülltes Leben' (wie oft im Nachruf auf Verstorbene zu lesen ist)? 
Und wo ist die Grenze, an der ein 'erfülltes Leben' zu einem 'ausgefüllten' wird? 
Ich mache mir so meine Gedanken...

PPS. ...und in der Zwischenzeit drängen in der Natur die Blüten und Blätter mit aller Kraft hervor. 

06 April 2015

Osterschokolade


Ostern ist die Zeit der gefärbten 10-Minuteneier, der gefüllten Pralinéeier und der Schokoladehasen.
Hausfrau Hanna bekam ebenfalls Schokolade.
Diese lag, bruchsicher eingepackt in einem wattierten Kuvert, am Samstag im Briefkasten.
Und wurde in Pilsen abgeschickt...



PS. Wer weiss, wo Pilsen liegt, darf die Schokolade mit mir teilen... ;)





04 April 2015

Anderer Osterbrauch


Bei uns hoppelt am Ostersonntag in der Früh, 
dann, wenn alle noch in den Federn liegen, der Osterhase vorbei 
und versteckt die bunten Eier und die Schokolade im Garten.
In Schweden gibt es keinen Osterhasen.
Sondern Osterhexen!
Verkleidete Mädchen gehen von Haus zu Haus, 
klingeln an den Türen und wünschen im Chor:
"En riktigt glad påsk!" (en riktig glad posk).
Als Dank bekommen sie dann Süssigkeiten. Godis.
Oder Geld. Pengar. 
Wie hier:





PS. Und so hübsch präsentieren sich kleine, schwedische Osterhexen oder påskkärringar (poskschäringar). Ein bisschen wie Pippi Langstrumpf.

PPS. Nur mit Kopftuch... ;)

 Foto: Jonas Ekströmer / TT




02 April 2015

Gebastelte Frühlingsworte


Gestern im Briefkasten eine Frühlingskarte.
Eine Frau in leichtem Blütenkleid liegt bäuchlings im Gras und liest.
Rot ihr Buch ( Liebesgeschichte!). 
Rot ihre Pumps. 
Und rot ihre Lippen.
Sie liegt wohl schon lange da, 
hat lesend Zeit und Raum weggeträumt und vergessen.
Und in der Zwischenzeit haben sich in ihrem Haarnest 
zwei kleine Amseln wohnlich eingerichtet:




PS. Im Innern der Karte geht es weiter mit einem vergnüglichen Frühlingsgedicht.
PPS.Genau richtig, um dem Wetter stimmungsmässig etwas entgegenzuhalten.
PPPS. Hier kommt es:


Frühling       

Die Knospen knospen und sind schon wach,
die Keime keimen noch schüchtern und schwach,
die Weiden weiden das Gras am am Bach.

Die Bäume baumeln (das ist ihre Pflicht),
die Sträucher straucheln im Dämmerlicht,
die Stämme stammeln ein Frühlingsgedicht.

Die Hecke heckt neue Streiche aus,
der Rasen rast wie rasend ums Haus,
Der Krokus kroküsst die Haselmaus.

Die Drossel erdrosselt den Regenwurm,
das Rebschoss erschoss nachts die Reblaus im Turm,
das Laub erlaubt sich noch ein Tänzchen im Sturm.

Es himmelt der Himmel ein Wölkchen an,
es windet der Wind sich durch Löwenzahn,
und bereits blättern Blätter im Sommerfahrplan.


Hans Manz, 1931 - 2016, Schweizer Lehrer, Übersetzer und Autor





01 April 2015

Blaugefärbte Friedensherde

Im bewachsenen Innenhof des Basler Münsters weidet eine Schafherde. 
Ein Schaf wie das andere sieht gleich aus.
Blau und aus Kunststoff:

Und wenn die Sturmböen die Schafe in der Zwischenzeit nicht umgeworfen haben, 
dann stehen sie immer noch - 
bis Mitte April!