Ich könnte auch sagen, es gab ein Leben vor Easy Rider und eines nach Easy Rider.
Nach den Abenteuern von Winnetou und Old Shatterhand in jüngeren Jahren gehörte er zu den ersten Kinofilmen, die ich mir mit 16 anschauen durfte.
Der Film war Kult. Man musste ihn gesehen haben, und hätte man mich im Erwachsenenalter nach meinem Lieblingsfilm jener Zeit gefragt, ich hätte ihn ohne Zögern an erster Stelle genannt.
Gestern Abend nun kam der Film auf Arte.
Ich sah ihn zum ersten Mal nach 41 Jahren wieder...
Und ja, er gefiel mir immer noch.
Auch wenn mir die Handlungsstränge manchmal etwas bizarr, unverständlich und unlogisch erschienen.
Auch wenn mich die vielen religiösen Bilder, An- und Einspielungen etwas verwunderten.
Auch wenn die Dialoge der immer am Joint hängenden Akteure zum Teil sehr dürftig waren:
"Morgens ein Joint, und der Tag ist dein Freund."
"Wo bist denn her, Mann?"
"Aus 'ner Stadt."
"Spielt keine Rolle, alle Städte sehen gleich aus."
"Wolltest du schon mal jemand anders sein?"
"Mickey Mouse wäre nicht schlecht."
"Ich wollte noch nie jemand anders sein".
Zusammengehalten wurde der Film, und das packte mich auch nach so langer Zeit wieder, durch die Musik.
Die war und ist grossartig.
Heute dann suchte ich meine uralte LP heraus. Ihr Rauschen hätte mich nicht gestört.
Wohl aber der Hick. Ausgerechnet in meinem Lieblingsstück.
Hier ohne Hick zu hören: