Saure alte Äpfel

18.01.2010


Kürzlich,  ich bin ohnehin nicht in bester Stimmung, wirft der Vergrösserungsspiegel im Bad ein Bild zurück, das mich zusammenzucken lässt: "Hausfrau Hanna, jetzt reicht's !"
Ich krame in der Schublade nach den beiden vorsorglich  aufbewahrten Werbezetteln des Grossverteilers, der eine mit der fetten Überschrift:

'Schweizer Äpfel' halten Michelle Obama jung'.

"Was einer amerikanischen First Lady für über 300 Dollar pro Tübchen nützt und sie so blendendfrisch aussehen lässt, kann einer Schweizer Hausfrau nicht schaden", denke ich, "und immerhin ist hier das Tübchen vergleichsweise ein Schnäppchen und kostet nur Fr. 29.50. Minus den beigefügten Gutschein von 5 Franken."
Schon stehe ich beim Grossverteiler vor den Reihen mit den Kosmetikartikeln. Die Regale sind alle gut gefüllt. Nur dort, wo sich das neue kosmetische Wundermittel aus den sauren, alten Äpfeln hätte befinden sollen, herrscht...........gähnende Leere.
"Hausfrau Hanna, es hat nicht sollen sein", sage ich halblaut zu mir. Und da ich an solche alltäglichen Zufälle glaube, gehe ich nach Hause und klebe einen Spruch an den Badezimmerspiegel:

"With mirth and laughter let old wrinkles come!"

PS. Der Spruch ist immerhin von William Shakespeare (from 'The Merchant of Venice')