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17 August 2013

Mitreissend und beschwingt

Nicht nur in Schweden gibt es tolle Jugendchöre.
Bei uns auch!
Das war ein mitreissendes, frisches Konzert gestern Abend in einer brechend vollen Kirche.
Ich erwischte noch den letzten Klappsitz ganz hinten. Neben mir sass eine Engländerin, die in Begleitung ihrer schwedischen Freunde das Konzert besuchte (ja, ja, det är faktiskt sant...).
Und hier der Ohrenschmaus zum Wochenende:



16 August 2013

Eine kleinkarierte Idylle...


"Schrebergärten sind Orte, an denen die Bünzlis (oder in Schweden die Medelsvenssons) ihre Grillfeste feiern. Und das unter den neugierigen Blicken der Nachbarn. Die zudem kritisch beobachten, ob die Hecken symmetrisch geschnitten, das Unkraut vertilgt und der Rasen auch rechtzeitig gemäht wird."

So sahen sie aus. Meine Vorurteile!

Seit letztem Sonntag nun ist alles anders.
'Die Grosse' lud nämlich ein zum Abschiedsfest in den Familien-Schrebergarten. Bald schon macht die Sechzehnjährige einen grossen Schritt hinaus aus der Familie und wird ein Jahr lang in einer Gastfamilie in England leben und dort die Schule besuchen.
Der Garten befand sich an wunderschöner Lage hoch über der Stadt.
Wir rochen an Rosen, die tatsächlich nach Rosen dufteten, betrachteten die Apfelbäumchen, die voller Früchte hingen, griffen an Zucchetti, die gross wie Keulen waren. Der Mangold war üppig im Wuchs und der blau blühende Borretsch eine Pracht.
Wir waren ziemlich überwältigt.
Der Grill räuchelte neben dem faluroten Holzhäuschen.
Und als wir dann alle um den Tisch im Freien sassen mit dem grillierten Fleisch und den Zucchettischeiben mit Feta auf dem Teller, breitete sich eine grosse Zufriedenheit aus.
Wir wähnten uns allein, genossen den schönen Sommerabend, und unser lautes Lachen erhob sich in den Himmel. Dann sahen wir, dass im Nachbargarten ein Mann werkelte.
"Das ist Hugo!" sagte 'die Grosse'.
Wir winkten Hugo fröhlich zu, und er winkte zurück.
Und damit war auch mein zweites Vorurteil vom Tisch...




15 August 2013

Wollmäntel im Sommer


Die städtischen Guerillastrickerinnen waren auch in diesem Jahr mit Enthusiasmus und Fleiss am Nadeln.
Die Fähren und einige Ruhebänke am Rheinbord wurden eingestrickt, als ob das Motto gelautet hätte:

"Das Leben ist grau und kurz - 
nehmt blau und strickt schneller!"




Detail




14 August 2013

Zwischen zwei Haltestellen (49)

Vorgestern im Tram.
Plötzlich höre ich ganz nah ein Meeresrauschen und Möwengeschrei.
Erstaunt drehe ich den Kopf.
Ich sehe eine jüngere Frau, die ihr Natel hervornestelt.
Ein lauter Monolog beginnt. Eine Krankheitsgeschichte wird ausgebreitet.
Bei intimeren Details geht reflexartig die Hand an den Mund, was eine dämpfende Wirkung erzeugt.
Ich verstehe dennoch alles. Einen Augenblick lang überlege ich mir, den Platz zu wechseln.
Ich lasse es jedoch sein. Die Neugier ist stärker.
Gern hätte ich der Frau gesagt, dass man alles, wirklich alles hören könne. Auch das lasse ich sein.
Ich bekomme gerade noch mit, was sie sich selbst verordnet:
"Jetzt nehme ich gleich das Trottoir herein und gehe drei Wochen auf Tauchstation."
Dann steige ich aus.


13 August 2013

Meine Meisen

Für Sie, chère Madame Smilla, damit Sie meine Meisen kennenlernen :)

Zuerst höre ich nur ihr helles 'zi zi zi' aus dem Innern des stattlichen Ahorns.
Das dichte Blattwerk bildet einen schützenden Raum, in dem sie sich ungestört bewegen können.
Plötzlich hüpfen und tänzeln die zierlichen Wesen aussen auf den Ästen umher, werden sichtbar.
Meine zwei Meisen.
Nähere ich mich zu abrupt der Balkontüre, sind sie im Nu wieder verschwunden.
Manchmal jedoch legen sie ihre Schüchternheit ab und futtern entspannt im Hier und Jetzt:



PS. Eine der Meisen muss nikotinsüchtig sein. Hier!