Hundeangst

31.08.2010


Als Kindergartenkind wurde ich von einem schwarzfelligen 'Zorro' angefallen.
Zum Glück war die Besitzerin schnell zur Stelle und konnte zuerst den Hund und später auch mich beruhigen.
Seither habe ich panische Angst vor Hunden.
Führt der Wanderweg präzis an einem Bauernhof vorbei und sehe ich den Hofhund umherstreunen, übernimmt mein vegetatives Nervensystem.
Ich beginne gleichzeitig zu schlottern und zu schwitzen.
Manchmal hilft es mir, wenn eine freundschaftliche Hand meine ergreift und mich hinübergeleitet in die gefahrenlose Zone.
Manchmal hilft alles nichts. Auch kein gutes Zureden. Ich kehre um, weil ich die Konfrontation mit dem kläffenden Tier nicht schaffe.

Eine Freundin hat zwei Hunde.
Diese liebevollen, gutmütigen und erzogenen Tiere veränderten meine Sicht und Einstellung.
Zuerst brauchte es allerdings noch einen nach mir riechenden Schal, den die Hunde immer wieder beschnuppern konnten.
Bis ihnen mein Geruch vertraut war und ich für sie zur 'Familie' gehörte.
Wenn ich nun zu Besuch bin, dürfen sie sich ganz nah zu mir legen und sich an meine Füsse anschmiegen.
Das ist ein schönes Gefühl...


PS. Das Hundethema lässt mich nicht los. Letzte Woche bekam ich von einer Blogleserin eine E-Mail mit diesem Link: http://www.tubavonderholderheide.ch/
Ich lernte nicht nur eine mir völlig unbekannte Hunderasse kennen, sondern liess mich auch verzaubern von Tuba, dem schreibenden und bloggenden Hund.





6 Kommentare:

Lisette hat gesagt…

liebe Hanna,
ich höre sie oft, diese Geschichten von Kindheitserlebnissen mit Hunden...
und es ist einfach schade, dass das immer wieder passiert...

es ist die Pflicht von uns Hundehaltern, unsere Hunde so zu halten, dass eben solche Begegnungen nicht passieren und keine Aengste entstehen können...

Und was Hofhunde angeht: da sind Vorbehalte durchaus berechtigt, denen begegne auch ich mit grossem Respekt...Die haben ja einen "Auftrag"...

Ich finds wunderschön, dass Du Dich auf die "Freunde-Hunde" einlässt und ich bin sicher, sie können Dich ein wenig bekehren...

Hunde sind was unglaublich wunderbares (auch wenn gewisse Blöker das nicht so sehen ;-), ich könnte mir ein Leben ohne Hund nicht mehr vorstellen.

Gratuliere Dir zu Deinem Mut und ich schicke Dir einen herzlichen Tuba-Gruss rüber!

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Liebe Lisette,
Ja, Hunde können etwas Wunderbares sein :-)
Was ich hingegen schlecht goutiere sind die (häufig) gehörten verniedlichenden Sprüche von Hündelern:
"Mine macht nüt. Är isch ganz ä liebe!"
Das hilft Hundephobikern eine ganze Menge...
Und so mag ich auch nicht diskutieren mit solchen Leuten, erkläre ihnen einfach, dass sie den Hund zu sich nehmen oder anleinen sollen. So er denn gehorchen würde... :-(

Aber Tuba und sein Frauchen sind ganz anders. Da bin ich mir sicher!

Und so schicke ich euch auch ganz freundliche Grüsse
eure Hausfrau Hanna

Lisette hat gesagt…

liebe Hanna,

es gibt ganze Artikel über die "der tut nix Hunde"...
am liebsten sind mir die "der will nur spielen" oder was auch schön ist, ist der Spruch "lassen sie nur, die machen das unter sich aus"...

Einfältigkeit und Ignoranz sind eben gerecht auf alle Bevölkerungsgruppen verteilt, da haben auch einige Hundehalter was abbekommen...

Du hast recht, diskutieren ist sinnlos. Besteh' aufs anleinen...nur eben: meist sind die Leute mit solchen Sprüchen drauf nicht fähig, ihre Hunde zu kontrollieren...

Hilft Dir auch nicht viel, ich weiss...

kann Dir aber versichern, dass Tuba sehr gut gehorcht, richtig, wie Du schon vermutet hast... ;-)

Hausfrau Hanna hat gesagt…

"der will nur spielen"
Stimmt,
liebe Lisette,
den gibt es auch noch;-)

Ich will ja nicht immer mit Schweden kommen und dass da alles besser ist... Tatsächlich aber müssen da alle Hunde angeleint sein. Rottweiler u.ä. tragen einen Maulkorb. Ebenfalls habe ich beobachtet, dass es spezielle, eingezäunte Wiesen gibt, auf denen sich die Hunde frei bewegen, spielen und austoben können. Natürlich in Begleitung von Frauchen und Herrchen.
Mir hat das imponiert!

Einen schönen Abend
wünscht Hausfrau Hanna

Lisette hat gesagt…

da muss ich nochmal was dazu sagen Hanna...

Dein Schwedenbeispiel hinkt ein wenig...
aus Sicht von Leuten mit Hundeangst mag das eine gute Lösung sein...
für die Hundehalter und vor allem für die Hunde ist das grauenhaft...
Die allgemeine Leinenpflicht ist nicht artgerecht. Ein Hund braucht Freilauf und den kann man an der längsten Leine nicht gewähren...

Zudem lernen so Hunde in den wenigsten Fällen die Sozialsprache korrekt, das führt dazu, dass viele Schweden-Hundehalter Mühe haben mit Hundebegegnungen.

Die allermeisten Hunde brauchen für die gesunde Entwicklung und ein artgerechtes Leben Sozialkontakte, wo sie mit anderen Hunden spielen können und wo unverkrampft Hundebegegnungen möglich sind.
Diese Hundeplätze gibts noch viel zu selten...

Die eingezäunten Hundespielwiesen sind eine gute Sache, immerhin.
Aber die Leinenpflicht... da kann ich nicht Hurra schreien...

Dies musste ich doch noch los werden... ;-)

Hausfrau Hanna hat gesagt…

God morgon Lisette,
natürlich habe ich in Schweden alles nur durch die Augen einer 'Hundephobikerin' gesehen. Und das war für mich eine Wohltat.

Deine Ausführungen haben jedoch meine Sicht erweitert und auch ein gewisses Verständnis erzeugt.
Dass Hunde Sozialkontakte mit andern Tieren brauchen, kann ich gut nachvollziehen. Auch wenn diese Kontakte für mich von Aussen oft wie wilde, gefährliche Kämpfe aussehen...

Danke für deinen Kommentar!
Ganz herzlich
Hausfrau Hanna