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06 September 2010

Vertrauen, dass es gut herauskommt...


Am  Wochenende besuchte ich die Ausstellung einer Künstlerin, die ich seit 20 Jahren schätze, weil sie sich immer die Freiheit bewahrt hat, ihren eigenen, kompromisslosen Weg zu gehen.

Es war ein ganz besonderes Werk, das sich im Mittelpunkt der Ausstellung befand.
Die Künstlerin malte nämlich ein ganzes Jahr lang jeden Tag ein in sich abgeschlossenes Bild.
Fertig war fertig.
Es wurde später nichts mehr überarbeitet, verändert, korrigiert: "Es isch, wie's isch", sagte sie dazu.
Das war ihre selbstauferlegte Regel.
Eine andere Regel war die Beschränkung auf das immer gleiche Format 18x13cm und auf die Farben schwarz, rot und weiss.

Herausgekommen waren 364 tagebuchartige Bilder, die an einer grossen Wand in der Galerie von Weitem wirkten wie e i n grosses Bild.
Beim Nähertreten erkannte man erst den Reichtum an Ideen, Motiven und Materialien.
Beim genauen Betrachten nahm man die Sensibilität, Geduld und Ruhe auf, die in den Bildern wirkten.

PS. Und wurde dabei selbst ganz still, ruhig und andächtig.

04 September 2010

Gesetzlich geschützt


Etwas erstaunt und nachdenklich las ich, dass Kinderlärm in der deutschen Hauptstadt gesetzlich geschützt ist.
Ruhebedürftige Nachbarn, kinderfreie Singles oder lärmempfindliche Menschen dürfen sich  künftig in Berlin nicht mehr öffentlich und offiziell beschweren über schreiende, herumtobende Kinder und überbordenden Spiellärm.
"Kinderlärm gehört zur kindlichen Entwicklung dazu und ist zumutbar", so die dezidierte Meinung der Senatorin Katrin Lompscher.
Ich finde dieses Statement beachtenswert und couragiert - Kinder sollen ihren Platz und ihre Wichtigkeit in unserer Gesellschaft haben und sich frei entfalten dürfen.





PS. Zwar haben wir früher von den Nachbarn noch eins gepfiffen bekommen, wenn wir zu laut und wild herumtobten. Aber das geschah ganz privat und nicht offiziell.
Und das ist ein Unterschied...

03 September 2010

Ewigkeit


In der 1.Klasse hatten wir ein Fach, das 'Biblische Geschichte und Sittenlehre' hiess.
Die Lehrerin erzählte davon, wie Gott die Welt erschuf.
Sechs Tage brauchte er nur.
Ich glaubte es meiner Lehrerin, weil ich sie so sehr mochte.
Aber ein Hauch kindlichen Zweifels blieb still bestehen.
Als sie uns dann die Ewigkeit erklärte und uns bat, 
sie uns vorzustellen, wurde es mir schwindlig.
Ich meinte, verrückt zu werden. 
Und hörte sofort mit der Einbildung auf.
Seither vertraue ich allem Ewigdauernden nicht mehr...


02 September 2010

Hundefreundschaft


Ganz vertraut werden mir Hunde wohl nie werden.
Aber dank Lisettes Kommentaren hat sich meine Sicht auf Hunde und ihr Spiel- und Sozialverhalten zumindest etwas erweitert.
Und wenn ich noch vielen gutmütigen, verspielten und sozialkompetenten Hunden - wie diesen hier
http://www.jacquielawson.com/preview.asp?cont=1&hdn=9&pv=3177114&path=107301
begegne - werde ich vielleicht noch zu einer Hundefreundin.
Einer ganz kleinen allerdings...

Egal ob mit Menschen oder Hunden - ich wünsche euch einen Tag mit schönen, gemütvollen und anregenden Begegnungen,

Hausfrau Hanna

01 September 2010

Baumfällung


Ein alles und alle terrorisierendes Geräusch machte sich breit im Hinterhof.
Es hielt den halben Morgen lang an.
Dann war der Baum gefällt.
Er lag da. Entästet. Und bereit zum Abtransport.
Entweder hatte er ausgedient, weil er alt und morsch war.
Oder er passte nicht mehr ins neue Gartenkonzept.

Ich trauere jedes Mal, wenn ein Baum umgetan wird.



„Zu fällen einen schönen Baum, braucht 's eine halbe Stunde kaum.
Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk' es, ein Jahrhundert.“

Eugen Roth