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07 Juni 2011

"Ich grüsse dich, schönstes Land der Erde..."


Gestern Abend war 'Hausfrau Hanna' tatsächlich an der schwedischen Nationalfeier.
Natürlich nicht in Schweden. Nur hier in der Stadt.

Schwedenblau gekleidet, in der einen Hand ein Glas Wein, in der andern ein appetitlich aufgespiesstes 'köttbulle'- Häppchen, machte ich ganz ordentliche Konversation.
Natürlich freute ich mich, wenn ich nette Komplimente hörte, um sie dann ganz bescheiden (=schwedische Tugend!) zu relativieren mit einem: "Nej! Jag pratar bara lite svenska."
"Nein, ich spreche nur ein bisschen Schwedisch."

Der schnellgesprochenen 6.Junirede konnte ich allerdings mehr schlecht als recht folgen.
Ich verstand jedoch, dass der Redner die aktuellen Peinlichkeiten des Königs mit dessen schweren Kindheit erklärte.
Männersolidarität...

Ganz zum Schluss dann, nachdem der Frauenchor drei schöne, schwedische Weisen gesungen hatte, sang man 'Du gamla, du fria, du fjällhöga Nord'.
Mir fiel auf, dass alle Schweden die Nationalhymne auswendig konnten.
Ich stand da mit dem Notenblatt, das mir meine Bekannte noch in die Hand gedrückt hatte.
Ein Mann stellte sich unauffällig neben mich, und gemeinsam sangen wir ab Blatt.
Auch er war Schweizer...




PS. Heute Morgen nun gab ich meinem Mann eine Kostprobe.
PPS. Ich sang beide Strophen und übersetzte stolz: "Ich grüsse dich, schönstes Land der Erde."
PPS. Mein Mann sagte nur: "Das meinen sie alle!"


06 Juni 2011

Goldblauer Nationaltag

Heute vor einem Jahr, es war einer dieser strahlendschönen Sommertage, bewegte ich mich im nationaltagfestlichen Getümmel durch die Altstadt Stockholms.
Zur Feier des Tages war für alle - Untertanen wie Touristen -  der Eintritt in gewisse Gemächer des königlichen Schlosses gratis. Eine lange Menschenschlange bildete sich im Untergeschoss vor den Kronjuwelen. Umsonst ist umsonst! Also reihte ich mich ebenfalls ein, was ich bald schon bereute:
Mitgegangen, mitgefangen! Ich musste, eingeklemmt  zwischen all den Menschen, mittippeln und fühlte mich bald schon seltsam unwohl in diesen muffigen, düsteren Räumen.
Nirgendwo ein Schimmer Tageslicht. Selbst den ausgestellten Insignien fehlte die Pracht und die Strahlkraft. Etwas irritiert betrachtete ich ein Krönchen, das einst ein Königinnenhaupt geziert hatte und konnte mir nicht vorstellen, wie das winzige Ding einer erwachsenen Frau gepasst haben sollte. Vielleicht hatte man früher kleinere Köpfe...

Das unverkrampfte Verhältnis der Schweden zu ihrer Fahne beeindruckte mich dafür umso mehr.
Wehten doch die goldblauen Tücher nicht nur am Nationaltag, sondern immer und allüberall im Wind und an den Masten. Die Mythen, die sich um deren Herkunft rankten, interessierten mich jedoch nur oberflächlich...

PS. Die einleuchtendste Erklärung ist ohnehin, dass auf der Fahne die goldene, nordische Sonne am strahlenden Himmel scheint. Oder über dem blauen Meer aufgeht...







04 Juni 2011

Begegnungsort

Heute verweilte ich den halben Nachmittag in der öffentlichen Bibliothek der Stadt.
Die Fülle der Bücher hatte etwas Berauschendes.
Zuerst sah ich mir beim Eingang die präsentierten Neuerscheinungen an.
Dann ging ich langsam von Regal zu Regal, zog einige der bündig eingereihten Bücher heraus und blätterte darin.
Gebrauchsspuren zeugten davon, dass sie rege benützt und gelesen worden waren.
Fingerabdrücke, Schokoladekleckse, ein totgequetschtes Mücklein, das zwischen den Seiten klebengeblieben war, Eselsohren und eine vergessene Ansichtskarte, die wahrscheinlich als Buchzeichen gedient hatte.

PS. Spannend wie das Leben, fand Hausfrau Hanna.
Und entschied sich schliesslich für 'Das Leben ist zu kurz für Knäckebrot' von Sabine Asgodom und 'Zuviel Glück' von Alice Munro.

02 Juni 2011

Hausfrau Hannas Werbespruch


Da wird immer wieder gesagt, 
in der Stadt habe es zuwenig Grün und Natur.  
Grau, Blech, Asphalt und Beton dominiere.
Das stimmt so überhaupt nicht.
Ist man nämlich zu Fuss und im Schritttempo unterwegs, 
sieht man plötzlich überall Blühendes:



PS. Und so empfiehlt Hausfrau Hanna, am heutigen Auffahrtstag das Auto ruhen zu lassen...



01 Juni 2011

Säulenheilig

Immer, wenn ich mich wieder so direkt und unmissverständlich geäussert habe, wünsche ich mir, eine Säulenheilige zu sein. Oder eine Brunnenfigur.


PS.  Aber erst im nächsten Leben!