Goldblauer Nationaltag

06.06.2011

Heute vor einem Jahr, es war einer dieser strahlendschönen Sommertage, bewegte ich mich im nationaltagfestlichen Getümmel durch die Altstadt Stockholms.
Zur Feier des Tages war für alle - Untertanen wie Touristen -  der Eintritt in gewisse Gemächer des königlichen Schlosses gratis. Eine lange Menschenschlange bildete sich im Untergeschoss vor den Kronjuwelen. Umsonst ist umsonst! Also reihte ich mich ebenfalls ein, was ich bald schon bereute:
Mitgegangen, mitgefangen! Ich musste, eingeklemmt  zwischen all den Menschen, mittippeln und fühlte mich bald schon seltsam unwohl in diesen muffigen, düsteren Räumen.
Nirgendwo ein Schimmer Tageslicht. Selbst den ausgestellten Insignien fehlte die Pracht und die Strahlkraft. Etwas irritiert betrachtete ich ein Krönchen, das einst ein Königinnenhaupt geziert hatte und konnte mir nicht vorstellen, wie das winzige Ding einer erwachsenen Frau gepasst haben sollte. Vielleicht hatte man früher kleinere Köpfe...

Das unverkrampfte Verhältnis der Schweden zu ihrer Fahne beeindruckte mich dafür umso mehr.
Wehten doch die goldblauen Tücher nicht nur am Nationaltag, sondern immer und allüberall im Wind und an den Masten. Die Mythen, die sich um deren Herkunft rankten, interessierten mich jedoch nur oberflächlich...

PS. Die einleuchtendste Erklärung ist ohnehin, dass auf der Fahne die goldene, nordische Sonne am strahlenden Himmel scheint. Oder über dem blauen Meer aufgeht...