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07 Juli 2011

Aurelia...

...hiess die Mutter eines Freundes zwar nur mit ihrem zweiten Vornamen.
Dieser gefiel mir jedoch so gut, dass ich sie einfach 'Mami Aurelia' nannte: 'Goldstrahlende Mutter'.

Im Mai schloss sich ihr Lebenskreis, und zufällig stand an diesem Abend der Mond voll und rund am Himmel.
Mit heiterer Gelassenheit akzeptierte sie die Endlichkeit des Lebens und damit den Tod.
Das und das Funkeln und der Schalk in ihren Augen nehmen wir erinnernd mit.
Und zwei ihrer vielen lebensweisen Aussprüche: 

"Man muss immer auf den Sohlen bleiben!" 
"Unter jedem Dach ist auch ein Ach!"


PS. Und ein allerletzter noch, ein ganz eigener und besonders formulierter Satz: 
"Wir sind alle am Einalten!"



05 Juli 2011

Zeitlos

Als 19-Jährige lief ich in langen, indisch inspirierten Batikkleidern und auf  mindestens 10 cm hohen Plateauschuhen mit Korkabsätzen herum. Dass ich dabei beim Wandern über die Klippen auf der griechischen Insel nicht zu Tode stürzte, wundert mich heute noch.
Die Zeiten änderten sich.
Seit ich eine chronische Achillessehnenentzündung an beiden Füsse habe, muss ich auf gewisse edle Schuhmodelle verzichten.
Das fiel mir anfangs schwer.
Aber die Vernunft siegte ganz schnell über alle ästhetischen Ansprüche und Vorlieben.

PS. "Hauptsache bequem, und sie drücken nicht",
meint leicht seufzend Hausfrau Hanna

04 Juli 2011

Ergiebige Sonntagszeitung


Gestern wartete ich eine geschlagene Stunde lang auf das Postauto, das mich ins Dörfchen im abgelegenen Krachen bringen sollte.
Dass am Sonntag der Fahrplan ausgedünnt war, bemerkte ich erst, als es zu spät war.
Die am Kiosk gekaufte 'Sonntagszeitung' half beim Überbrücken der Zeit.
Und glücklicherweise las sie sich zufällig wieder einmal spannend:
Etwa das Interview mit der WWF-Präsidentin Yolanda Kakabadse.
Oder der Bericht über die als Knochenarbeiterin betitelte FDP-Fraktionschefin Gabi Huber.
Das Sonntagsgespräch mit dem 'Urbanizer' Thomas Kessler, der seine und meine Wohnstadt als 'weiblich' bezeichnete. Was mir extrem gut gefiel!

Das Beste jedoch behielt ich mir auf bis zum Schluss.
Es war der Bericht der Journalistin Gabi Schwegler über ein Mittagessen mit dem Schriftsteller Peter Bichsel.
Ich wäre gern im 'Kreuz' in Solothurn dabei gewesen. Am Nachbartisch. Still und aufmerksam hätte ich dem Gespräch der beiden gelauscht.
Und mir heimlich diese beiden Sätze notiert:


"Ich mag die Sehnsucht lieber als das Sehen.
Ich fürchte mich vor Realisation."

Peter Bichsel



02 Juli 2011

Nah am Wasser gebaut...


Draussen ein frischer, strahlender Morgen. 
Ganz nah schlägt die Turmuhr eine runde Stunde.
Ein leiser Wind bewegt die Blätter der Balkonsträucher.
Diese sanfte, helle Sommerstimmung überträgt sich auf mich, fast meine ich, in Schweden zu sein.
Und dann noch dieses Lied 'För kärlekens skull'.
Sången gör mig lite gråtfärdig. Und nein, das übersetze ich jetzt nicht...

'för kärlekens skull - der Liebe wegen'


PS. Ein bisschen Text mit ungefährer 'Hausfrau Hanna'-Übersetzung m u s s  sein:

"Ute till havs styr en fiskebåt
Längs en fri horisont
Den gungar så tryggt in mot hamn
Som jag i din famn så länge vi älskar."

(Draussen auf dem Meer steuert ein Fischerboot
Dem weiten Horizont entlang
Es schaukelt so sicher in den Hafen ​​

Wie ich in deinen Armen, so lange wir uns lieben)

Refräng:
"Det är för oss solen går opp
Och lyser som guld för kärlekens skull
Solen går opp så oskuldsfull
Och lyser på oss för kärlekens skull."

(Für uns geht die Sonne auf
Und leuchtet wie Gold der Liebe wegen.
Die Sonne steigt so unschuldsvoll
Und scheint für uns der Liebe wegen)

01 Juli 2011

Refusé



Ein altmodisches 'refüsiert' schrieb die Mutter jeweils auf unerwünschte Post und Werbung, die sie zurückspediert haben wollte.
Das tat ich gestern auch.
Ich faltete den A4-Bogen einmal zusammen und klebte ihn zu mit einem durchsichtigen Klebstreifen.
Dann schrieb ich mit schwarzem Filzstift 'refusé' auf die SVP-Wahlzeitung und warf sie eigenhändig im Briefkasten bei der Post ein.
Ich hoffe, sie findet ihren Bestimmungsort.