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07 April 2020

Zuhause (7)


I can't decide if I need a hug, a large coffee,
six shots of vodka or two weeks of sleep.

Anne Schmucke
(Zitat heute gelesen im Diogenes-Abreisskalender 2020)



Die Entscheidung fällt mir sehr leicht:
Da ich keinen Wodka im Vorrat habe, trinke ich eine grosse Tasse Kaffee.
Und verschicke auf diesem Weg allen, die hier lesen eine Umarmung.
Kram Hausfrau Hanna



05 April 2020

Zuhause (6)

Der Zoo,
(oder Zolli, wie wir ihn in Basel nennen)
ist seit einiger Zeit ebenfalls geschlossen.
Die Menschenaffen, habe ich gelesen,
vermissen die BesucherInnen und langweilen sich.

Gestern Mittag.
Ich öffnete das Wohnzimmerfenster zum Lüften.
Von unten hörte ich Kinderlachen und fröhliche Stimmen:
Auf der gegenüberliegenden Strassenseite erblickte ich Mütter und Kinder,
die entzückt, aber mit genügend Abstand, ein Pfauenpaar begleiteten.

Die beiden waren wohl aus dem Zoo entwischt.
Ruhig und hoheitsvoll erkundeten sie den Raum zwischen den parkierten Autos.
 

Wahrscheinlich war es ihnen im stillen, menschenleeren Zoo
ebenfalls zu langweilig geworden.
Sie schienen sich jedenfalls in Gesellschaft sehr wohl zu fühlen...


PS. Ich war übrigens nicht die Einzige, die am Fenster hing...



03 April 2020

Zuhause (5)


Beim täglichen Unterwegssein zu Fuss entdecke ich die Stadt wie neu.
Ich gehe auf Wegen und Pfaden, die ich vorher nicht beachtete.
Und ich halte mich an Orten auf, die ich vorher nicht wahr nahm.
Den oben auf dem Hügel gelegenen Friedhof etwa.
Mit so unfassbar schönen Steinen und Skulpturen,
dass ich immer wieder stehen bleibe und staune.
Die äussere Stille wird zur inneren.


PS. Ein eindrückliches Erlebnis beim Unterwegssein ist auch, dass keine Flugzeuge starten und landen. Der Himmel ist im Moment nur den Vögeln vorbehalten...

02 April 2020

Zuhause (4)


Ich bin gern zuhause. 
Das war immer schon so. 
Im Moment passiert es mir jedoch leicht,
dass ich zu grübeln beginne.
Und mich in Szenarien verstricke,
die ohnehin nicht so eintreffen.
Mir persönlich hilft der tägliche Spaziergang.
Ich ziehe die soliden Laufschuhe an.
Gehe durch die fast leeren Strassen des Quartiers.
Steige den Hügel hoch, wo die Weite des Himmels beginnt.
Beim Gehen, Schritt für Schritt,
entwirrt sich das gedankliche 'Gnusch'.


PS. Und der Kopf bekommt wieder Bodenhaftung.



01 April 2020

Zuhause (3)


Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann,
ist das Erstaunen.

Johann Wolfgang von Goethe
(gelesen im Diogenes-Abreisskalender 2020)



PS.
Ich selbst hätte den Satz leicht anders formuliert.
Hätte zwei der Buchstaben weggelassen und 
aus dem Erstaunen ein Staunen gemacht.
Aber vielleicht hat ja Goethe dasselbe gemeint...